Kaspar Karl Moser

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Moser Kaspar III. 1892.jpg

Caspar (III.) Carl Moser (* 23. Oktober 1850 in Henndorf, † 20. September 1909 in Henndorf) war ein Henndorfer Unternehmer (Brauherr und Gastwirt).

Er war der Sohn des Henndorfer Brauherrn und Gastwirts Caspar Ferdinand Moser, dem er 1875 als Bräuwirt und Besitzer der Brauerei Henndorf sowie des dazugehörigen Gutsbetriebes folgte.

Als Bürgermeister stand er in den Jahren 1882 bis 1888 der Gemeinde Henndorf vor.

Auch als Bauherr hinterließ er Spuren: Durch den Salzburger Baumeister Valentin Ceconi ließ er 1876/77 ein Nebengebäude der Brauerei, das ehemals hochfürstliche Branntweinhaus, zu einer gründerzeitlichen Villa im Neorenaissancestil umgestalten (heute Moser-Villa, Hauptstraße Nr. 55). Der Bräugasthof musste nach dem Brand von 1893 wieder aufgebaut werden. Die Sommervilla (heute Hauptstraße Nr. 60), eine spätgründerzeitliche Villa im Landhausstil, entstand nach der Jahrhundertwende.

Caspar Moser blieb unverheiratet, scharte aber gerne seine Neffen und Nichten, darunter Richard und Carl Mayr, um sich.

Sein Gasthof war auch ein Zentrum der Sommerfrischler.

1899 übergab Caspar Moser einen Teil seines Besitzes, darunter die Brauerei, seinem Neffen Karl Guido Kurer (1869-1906). Dieser ließ 1905/06 das neue Brauhaus errichten. Er starb bereits 1906, und der Besitz fiel an Caspar Moser zurück.

Nach Kaspars Tod 1909 erbten alle Neffen und Nichten, 24 Personen, den Besitz. Von diesen taten sich 14 zu einer Gesellschaft zusammen. Die Brauerei wurde freilich schon 1915 an das Unternehmen Salzburger Brauereien verkauft und von diesem 1916 stillgelegt – ein herber Schlag für Henndorfs Wirtschaftsleben. Den Bräugasthof erwarben 1915 Caspars Neffen Richard und Carl Mayr, verkauften ihn jedoch 1930 wieder. 1919 erstanden die Gebrüder Woerle das neue Brauhaus für ihre Käseerzeugung. 1926 veräußerte die Erbengemeinschaft auch den Gutsbesitz, sodass innerhalb weniger Jahre der Mosersche Besitz in alle Winde zerstreut wurde.

Der Bräuwirt Caspar Moser jedoch wurde in Henndorf zur „Legende“, in deren Bild sich Kunst- und Prachtliebe, Großzügigkeit und Schalkhaftigkeit mischten. Carl Zuckmayer setzte ihm in seiner Erzählung „Der Seelenbräu“ in der Gestalt des „Leibesbräu“, des Köstendorfer Brauherrn Mathias Hochleitner, ein literarisches Denkmal.

Seine sterblichen Überreste ruhen in der Moserschen Grabstätte im Eingang der Henndorfer Pfarrkirche.

Quellen

  • Walburg Schobersberger, Carl Mayr und sein Umkreis, in: Henndorf am Wallersee. Herausgegeben von Alfred Stefan Weiß, Karl Ehrenfellner und Sabine Falk. Eigenverlag der Gemeinde Henndorf am Wallersee 1992. S. 351 ff.
  • Otto Kunz: Richard Mayr. Weihe, Herz und Humor im Baßschlüssel. Verlag Das Berglandbuch Graz—Leipzig—Berlin 1933. Zu Caspar Moser S. 43 ff.