Staatsbrücke

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Die Staatsbrücke (vorne)
und der Mozartsteg (dahinter) über die Salzach
Karte
Staatsbrücke, Ansicht vom Rudolfskai
Gedenktafel für die Zwangsarbeiter an der Staatsbrücke
Das Kunstwerk "Beyond Recall" von Brigitte Kowanz, das 2011 im Rahmen des "Kunstprojekts Salzburg" an der Staatsbrücke installiert wurde

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Ausblick vom Mozartsteg nach Norden zur Staatsbrücke

Die Staatsbrücke ist eine der drei zentralen Brücken über die Salzach in der Stadt Salzburg und verbindet das Rathaus (Altstadt) mit dem Platzl-Linzer Gasse (Altstadt (rechtes Salzachufer)).

Geschichte

Die erste Brücke

Alten Berichten zufolge soll die erste hölzerne Brücke 1090 einem Hochwasser zum Opfer gefallen sein.

Die zweite Brücke

Auch diese ereilte 1316 dasselbe Schicksal.

Die dritte Brücke

Sie stand beim Klampferertor, wurde im ersten Viertel des 14. Jahrhunderts erbaut und war überdacht.

Am 3. November 1947 gab der außergewöhnlich niedrige Wasserstand der Salzach im Stadtgebiet von Salzburg am linken Flussufer Reste der Pilotenpfähle dieser mittelalterlichen Holzbrücke frei.

Die vierte Brücke

Auf dieser 1512 durch Brand beschädigten Brücke befanden sich neben der fürstlichen Brückenzollstätte auch Verkaufsbuden, darunter zwölf Metzgerläden (später an den Gries verlegt) und zwei Sudelküchen, der bequemen Abfallsbeseitung wegen.

Die fünfte Brücke

War im Grunde wie die vierte, doch ihr setzten zwei Hochwasser arg zu: 1568 wurden sechs Buden mit den Wassermassen mitgerissen, 1598 brachte ein Hochwasser die Brücke zum Einsturz, an deren Resten dann gerade mal eine Notbrücke errichtet wurde

Diese Brücken standen etwas flussaufwärts als die heute zwischen Imberg und der Altstadt, wo die Salzach am schmalsten war.

Die sechste Brücke

Diese vom Rathausbogen zum Platzl führende Brücke wurde 1599 unter Erzbischof Wolf Dietrich von Raitenau vollendet. Die herrlich schöne Pruggen war mit Wappen und Blechfähnlein geschmückt, aber es gab keine Verkaufsbuden mehr. Jedoch technisch war sie eine Fehlkonstruktion: um der Salzachschifffahrt die Durchfahrt unter der Brücke zu erleichtern, verringerte man die Anzahl der Joche (= Stützen) von sieben auf vier. Mit der Auswirkung, dass sich die Brücke bald durchbog und Wolf Dietrich zu einem Neubau gezwungen sah.

Die siebte Brücke

Sie wurde 1608 nochmals etwas flussabwärts errichtet zwischen Löchlbogen und Lederertor. Aber auch sie stand nicht lange. Wolf Dietrich ließ Brücke Nummer sechs ganz abreißen und wollte eine Steinbrücke erbauen lassen. Doch kaum war der erste Steinpfeiler gesetzt, wurde Wolf Dietrich gefangen genommen.

Die achte Brücke

Markus Sittikus ließ den Pfeiler wieder abbrechen und es kam 1612 zu einem weiteren Neubau. Wieder zwischen Rathaus und Platzl. 1620 wurde sie unter Erzbischof Paris Graf Lodron fertiggestellt. Es war bereits eine sehr moderne Brücke: neben der Fahrbahn waren Gehsteige und die Brücke war mit einem Dach gedeckt (das allerdings nach einem Hochwasser 1786 entfernt werden musste).

Alte Ansichten
Die neunte Brücke

war dann ein Vorläufer der heutigen Staatsbrücke und wurde 1877 als eiserne Fachwerkbrücke (wie die Oberndorfer Brücke) errichtet. Da sie aus staatlichen Mitteln erbaut wurde, entstand der Name Staatsbrücke. Die eiserne Konstruktion ruhte auf massiven Steinpfeilern. Doch der steigende Verkehr wurde der Brücke bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu viel und man plante eine neue Brücke. Einzig, die zuständigen Ministerien in Wien und die Stadt Salzburg konnten sich auf keinen Aufteilungsschlüssel für die Kosten einigen.

Die zehnte und bisher letzte Brücke

1940 wurde von den Nationalsozialisten eine Notbrücke errichtet und im Jahr darauf mit dem Bau einer neuen Konstruktion begonnen. Neben freiwilligen "Fremdarbeitern" kamen auf der Baustelle auch jugoslawische Zwangsarbeiter sowie französische und sowjetische Kriegsgefangene zum Einsatz, die in Baracken im Volksgarten lebten. Im Juni 1944 arbeiteten 259 Arbeiter an der Staatsbrücke, die zu diesem Zeitpunkt im Gedenken an einen 1942 verstorbenen Rüstungsminister Dr.-Todt-Brücke hieß. Als die Staatsbrücke nach dem Zweiten Weltkrieg am 1. Juli 1949 wieder dem Verkehr freigeben wird, finden die Zwangsarbeiter keine Erwähnung.

Die Brücke Nr. 9 war 88 m lang und 11 m breit (somit acht Mal so lang wie breit), die neue - Nr. 10 - ist etwas über 80 m lang und 20 m breit (somit vier Mal so lang wie breit).

2007 wurde die Staatsbrücke komplett saniert, was zu massiven Verkehrsbeeinträchtigungen führte. Im Zuge dieser Generalsanierung wurde auch eine Gedenktafel enthüllt, auf der zu lesen steht: Zum Gedenken an die hunderten Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter, die von 1941 bis 1945 gegen ihren Willen und unter großen Opfern an der Errichtung dieser Brücke arbeiten mussten - die Stadt Salzburg aus Anlass der Brückensanierung 2007.

Bildergalerie

Weitere Bilder

 Staatsbrücke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Weblinks

Quelle

Lehrerarbeitsgemeinschaft am Pädagogischen Institut Salzburg unter der Leitung von Josef Hübl: Heimatkunde Stadt Salzburg, Salzburger Druckerei, Ausgabe Mai 1974