Wilder-Mann-Brunnen
Der Wilde-Mann-Brunnen ist ein Brunnen und einer der früheren Salzburger Fischmarkt-Brunnen. Fast ununterbrochen diente er von 1641 bis 1925 zur Abhaltung des Salzburger Fischmarktes.
Er zählt zu den denkmalgeschützten Objekten in der Stadt Salzburg.
Geschichte
Als Anfang des 17. Jahrhunderts der Löchlplatz für die Abhaltung des Fischmarktes zu klein wurde, verlegte die Stadtgemeinde von Salzburg[1] den Fischmarkt an den Gries, dem heutigen Ferdinand-Hanusch-Platz, vor die Alte Thürnitz, wobei der Löchlbrunnen mit den alten Fischbecken am Löchlplatz verblieb.
Die neuen Fischkalter mit einem dazugehörigen Brunnen entwarf vermutlich Santino Solari, die Ausführung oblag dem Steinmetzmeister Martin Pfenninger aus Himmelreich. Dieser schuf 1620 das quadratische Marmorbecken, in dessen Mitte eine Marmorsäule steht, aus deren Basis vier Speier fließendes Wasser sprudeln lassen. Weitere Wasserspeier sind an den Beckenwänden vorhanden und lassen das Wasser in tiefer liegende Flachbecken rinnen. Auf der Säule steht eine Brunnenfigur, ein furchteinflößender Wappenhüter, der in seiner Rechten drohend eine an einen Dreizack erinnernde lange Keule hält, mit seiner Linken stolz das Recht der Stadt über den Fischmarkt ausdrückende Salzburger Stadtwappen.[2]
1872 wurde der Fischmarkt vorübergehend wieder auf den Hagenauerplatz, wo noch der Fischmarktbrunnen aus dem Jahre 1599 stand, abgehalten, während der Wilde-Mann-Brunnen vor der alten Hofreitschule, gleich neben dem heutigen Bühnenhaus des damaligen kleinen Festspielhauses, aufgebaut wurde. 1937 versetzte man den Wilde-Mann-Brunnen noch einmal. Er steht seither am Rand des Furtwänglerparks[3] am Max-Reinhardt-Platz. Dabei wurden Stufen und größere marmorne Kalter und Bassins entfernt, kleinere belassen.[3]
Brunnenfigur
Die Brunnenfigur stellt einen „Wilden Mann“ dar,[4] einen Wappenhüter des Salzburger Stadtwappens. Diese aus Kupferblech getriebene Plastik stammt aus dem Jahr 1620. Von November 2011 bis Mai 2012 wurde sie in der Werkstatt der Metallrestauratorin Elisabeth Krebs in Wien um 100.000 Euro restauriert. 35.000 Euro zahlte das Bundesdenkmalamt, 65.000 Euro die Stadt Salzburg. Das mehrmalige Umsetzen der Plastik im Laufe der Zeit hatten Spuren hinterlassen: viele Blätter des ‚Kleides‘ des Wilden Mannes waren abgebrochen, ein ‚Fuß‘ war zur Fixierung am Steinsockel flachgedrückt gewesen und drei ‚Zehen‘ fehlten ihm überhaupt. Bei den Restaurierungsarbeiten wurde die überraschende Entdeckung gemacht, dass der Wilde Mann einst bunt bemalt gewesen sein muss.
Quellen
- Dorn, Herbert: Die Salzburger Fischmärkte und ihre Brunnen. In: Spurensuche in Salzburg. Verschwundene Bauwerke und vergessene Kunstschätze aus acht Jahrhunderten, hg. vom SMCA, Salzburg 1996, ISBN 3-901014-49-7, S. 7–12.
- Eltz-Hoffmann, Lieselotte: Salzburger Brunnen, Schriftenreihe Stadtverein Salzburg, 1979
- Kutschera Barbara: Brunnen in Salzburg, Verlag Salzburger Druckerei, Salzburg 1980
- Bundesdenkmalamt
Lehrerarbeitsgemeinschaft am Pädagogischen Institut Salzburg unter der Leitung von Josef Hübl: Heimatkunde Stadt Salzburg, Salzburger Druckerei, Ausgabe Mai 1974
- "Salzburger Nachrichten", 11. Mai 2012
Fußnoten
- ↑ unter Bürgermeister (1611 – 1636) Kaspar Hahn († 1636)
- ↑ Herbert Dorn: Die Salzburger Fischmärkte und ihre Brunnen. In: Spurensuche in Salzburg, Salzburg 1996, S. 8f
- ↑ 3,0 3,1 Quelle Buch Salzburger Fotografien 1880 - 1918, Seite 48.
- ↑ nach diesem Brunnen ist das Gasthaus zum wilden Mann benannt