Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Jakobus d. Ä.
Die Pfarr- und Wallfahrtskirche Sankt Jakobus d. Ä. ist eine römisch-katholische Kirch in St. Jakob am Thurn, einem Ortsteil von Puch bei Hallein im Tennengau.
Geschichte
Die Pfarr- und Wallfahrtskirche in St. Jakob am Thurn ist dem heiligen Jakobus dem Älteren geweiht, einem der vertrautesten Jünger Jesu. Sie wurde urkundlich 1238 erstmals erwähnt. Der Stammvater der Herren von Thurn, Werner von Thurn, erhielt von Erzbischof Eberhard II. von Regensberg eine Bestätigung, in er die Übergabe einer Kirche bei dem damals noch als Freimoos (Vrimoos) genannten Turm an das Erzstift St. Peter festhielt. 1324 erfolgte die Kirchenweihe einer neuen Kirche zu Ehren der Heiligen Dreifaltigkeit, Unserer Lieben Frau und des Apostels Jakobus des Älteren.
Die schon im 14. Jahrhundert begonnene Jakobuswallfahrt führte um 1476 zu einer starken Zunahme und die Jakobusbruderschaft wurde gegründet.
1710/11 begann man mit dem Neubau des Turmes, der aber bereits 1786 wieder wegen Baufälligkeit erneuert werden musste. Diese Arbeiten führte der Salzburger Hofbauverwalter Wolfgang Hagenauer durch. Eine Kirchenerweiterung gab es 1731, 1753 kam die Glocke von Johann Georg Leschinger in den Turm. Im darauf folgenden Jahr wurde sie zum Vikariat erhoben und der Bau der Loreto-Kapelle begonnen.
Zur Pfarre erhoben wurde die Wallfahrtskirche samt Umgebung dann 1891.
Im Jahr 1953 wurde im Süden der Kirche ein Friedhof errichtet. Bei den dazu notwendigen Grabungen entdeckte man Reste einer Umfriedungsmauer, die um das Jahr 1700 erbaut worden war, aber wahrscheinlich auf eine ältere Mauer zurückgeht. Die Friedhofsordnung sieht vor, dass nur schmiedeeiserne Kreuze errichtet werden dürfen, was dem Friedhof ein äußerst malerisches Gepräge gibt.
Von 1960 bis 1963 kam es zu einem Umbau mit Erweiterungen, die in den Händen von Otto Prossinger lagen. Dabei kamen Reste romanischer Wandmalereien im Langhaus zum Vorschein. Von 1985 bis 1987 wurden Kirche, Kapelle und Pfarrhof grundlegend saniert und der Volksaltar wurde aufgestellt. 1988 feierte man dann das 750-Jahr-Jubiläum der Wallfahrtskirche und 2001 erhielt die Kirche eine neue Orgel von der Firma Metzler.
Pfarrer von Sankt Jakob
- Hauptartikel Pfarrer von St. Jakob am Thurn
Pfarrprovisor ist GR August Fuchsberger.
Inneneinrichtung
Jakobus-Relique
Der Hauptraum ist durch ein Rokokogitter vom hinteren Zugangsraum getrennt, das 1738 entstanden war. Früher errichtet, nämlich 1698, wurde der Hauptaltar, auf dem sich auch das Jakobus-Reliquiar befindet. In einem Glasgehäuse wird eine kleine Messingkartusche mit der Reliquie des Apostels und Kirchenpatrons aufbewahrt.
Jakobus-Tragefigur
Eine 94 cm hohe, mit Pelegrine und Pilgerhut bekleidete Prozessionsfigur befindet sich das Jahr über in einer Glasvitrine im Hauptschiff. Diese barocke Figur aus 1738 wird Thurnberger Jockei genannt und wird alljährlich am Kirtag und zu Fronleichnam von den Jakobischützen in der Prozession mitgetragen.
Prozessions-Madonna
In derselben Glasvitrine wie die Jakobus-Figur befindet sich die schwarze "Prozessions"-Madonna. Vier junge Frauen in originaler Tennengauer Festtagstracht tragen die blumengeschmückte Figur der Schwarzen Madonna zu den Prozessionen am Kirtag und zu Fronleichnam.
Jakobus-Statue
Den rechten Seitenaltar der Kirche schmückt eine Elfenbeinstatue des heiligen Jakobus des Älteren, die von Fürsterzbischof Jakob Ernst Graf Liechtenstein wahrscheinlich aus Olmütz mitgebracht und von seinem Nachfolger, Erzbischof Andreas Jakob Graf von Dietrichstein, der Wallfahrtskirche St. Jakob am Thurn geschenkt wurde.
Florian-Buchmayr-Orgel
Da die alte Orgel schon sehr desolat war, beschloss man in den 1990er Jahren einen Neubau. Die benötigten Mittel wurden zum Teil durch Benefizveranstaltungen und Spenden gesammelt. Das Werk mit mechanischer Spieltraktur und Registertraktur stammt von der Firma Metzler (Dietikon, Schweiz). Die feierliche Einweihung durch Erzbischof Georg Eder erfolgte im September 2001. Der Initiator der neuen Orgel, Pfarrer Florian Buchmayr, verstarb einige Monate davor, doch die Orgel trägt nun seinen Namen.
Aschach-Madonna
1955 erhielt die Kirche einen prunkvollen Beichtstuhl und einen dazu passenden Schrank, der eine von den Donaukraftwerken Aschach gestiftete Madonna birgt. Diese musste aus ihrer ursprünglichen Heimat weichen, da die Kapelle beim Kraftwerksbau geflutet wurde. Der Rumpf dieser Holzfigur besteht aus einem kleinen Weinfass und dürfte in der Zeit des ausklingenden 19. Jahrhunderts geschaffen worden sein. Auf ihrem Arm trägt sie ein Jesuskind.
Fotos zur Inneneinrichtung
- Jakobus-Statue CH2.jpg
Jakobus-Statue
Loreto-Kapelle
Die Loreto-Kapelle wurde 21. Juli 1754 geweiht, gestiftet wurde sie von Joseph Anton Graf Plaz, dem Enkel des salzburgischen Kammerdirektors Johann Graf Plaz, der seit 1647 mit Schloss Thurn belehnt war.
In der Loreto-Kapelle wird die schwarze Loretomuttergottes, die mit dem Gnadenbild in Italien berührt worden war, verehrt. Weiters befindet sich hinter dem Altar eine ebenfalls verehrte kupferne Schale an einer Kette hängend, ein Kochgeschirr der Hl. Maria vorstellend, aus dem das Christkind gegessen haben soll.
Zu ihren Füßen befindet sich das Grab von Johann Graf Plaz.
Wachs-Christkind
Das Wachs-Christkind mit einem Kleid aus Goldflitter ziert den Altar der Loretokapelle. Angeblich soll es ein Vermächtnis des Einsiedlers Franz Päßler sein, doch ist es in seinem Testament nicht angeführt.
Gemälde „Recht und Gnade“
An der linken Seite der Loreto-Kapelle hängt das ein Mal drei Meter großes Ölgemälde, „Recht und Gnade“, von 1777, signiert „I. S.“. „Wer wierd Mich ellenden Menshen erlesen von der gwalt des Todts“? fragt der nackte Sünder zwischen Gesetz und Gnade. Moses verweist auf den Sündenfall und das von Gott gegebene Gesetz. Johannes aber weist auf Kreuztod und Auferstehung als Überwindung des Todes.
Heiliges Grab
Das Heilige Grab wird jedes Jahr zwischen Karfreitag und Ostermontag in der Loreto-Kapelle aufgebaut. Flackerndes Licht, gebrochen durch 11 mit Wasser gefüllte bunte Glaskugeln, erleuchtet die schlichte Szenerie.
Bildergalerie
Die Kirche und der Friedhof
Die Loreto-Kapelle
Quellen
- Kermauner, Susanne: St. Jakob am Thurn – Chronik eines Dorfes 2012, 2. Auflage, Eigenverlag Patzner, St. Jakob am Thurn, ISBN 978-3-200-02869-2
- Büchlein Pfarr- und Wallfahrtskirche St. Jakobus d. Ä., 2. überarbeite Ausgabe 2003, Herausgeber Verlag St. Peter, Erzabtei St. Peter