Karl-Böhm-Saal

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Salzburg Karl-Böhm-Saal 01

Der Karl-Böhm-Saal ist ein Saal im Festspielbezirk im Haus für Mozart, in der Altstadt von Salzburg.

Geschichte

1662 wurde die Winterreitschule von Fürst-Erzbischof Guidobald Graf von Thun und Hohenstein (1654-1668) erbaut. 1926 wurde ein Teil der ehemaligen Winterreitschule durch Clemens Holzmeister in seine heutige Gestalt gebracht. Am Ende des rund 50 Meter langen Saales legte Holzmeister den Konglomeratfelsen des Mönchsbergs frei und entwarf für den ebenerdigen Kamin in dieser Felswand ein schmiedeeisernes Gitter, in dem Bestimmung und Geschichte dieses historischen Raumes mit Landeswappen, Bischofshut, Lyra, Hufeisen, Violinschlüssel und theatralischen Masken symbolisiert sind. Über der barocken steinernen Balustrade befindet sich eine reich verzierte Tafel, deren Inschrift auf den Baubeginn hinweist. Die Wände sind mit Holz vertäfelt, die Konsolen der Balkone tragen geschnitzte Köpfe.

1969/1970 verband Clemens Holzmeister die Estrade mit zwei hölzernen Stiegen-Aufgängen.

Deckenfresko

Das Deckenfresko ist von Johann Michael Rottmayr und seinem Schüler Christoph Lederwasch. Es zeigt Angriffe auf Türkenpuppen. Das sogenannte "Türkenkopfstechen" stand in der Barockzeit auf dem Programm der Kavallerieausbildung zur Einübung der Attacke. Das fast 600 Quadratmeter umfassende Deckengemälde gehört zu den größten Fresken Österreichs.

NS-Vergangenheit: Karl-Böhm-Saal in Salzburg erhält Erläuterungstafel

Der Karl-Böhm-Saal soll mit einer Erläuterungstafel ausgestattet werden, die auf die Rolle des Dirigenten in der NS-Zeit hinweist.

Ende Dezember 2015 berichteten Medien, dass ein so formulierte Antrag vom Festspielkuratorium einstimmig angenommen worden. Böhm war im Gegensatz zu Herbert von Karajan kein NSDAP-Mitglied, er gilt aber als Profiteur des Dritten Reichs.

Das Festspieldirektorium vertrat laut der Meldung im "Kurier" die Meinung, dass der Saal aufgrund der "außergewöhnlichen künstlerischen Verdienste" des Dirigenten nicht umbenannt werden solle. Man habe dem Kuratorium jedoch vorgeschlagen, beim Eingang zum Saal eine Erläuterungstafel anzubringen - "analog zur Vorgehensweise der Stadt bei belasteten Straßennamen", wie Festspiel-Präsidentin Helga Rabl-Stadler erklärte. Auf der Tafel werde auf eine Internetadresse verwiesen, "wo in Deutsch und Englisch die Persönlichkeit Karl Böhms dargestellt wird als das, was er war: ein großer Künstler, aber politisch fatal Irrender".

In der Stellungnahme zur Entscheidung hieß es weiters: "Böhm war ein Profiteur des Dritten Reichs und arrangierte sich für die Karriere mit dem System. Sein Aufstieg wurde durch die Vertreibung jüdischer und politisch missliebiger Kollegen begünstigt." Aber er habe zumindest "keine antisemitischen Äußerungen getätigt".

Im April 1945 wurde Böhm (* 1894, † 1981), damals Direktors der Wiener Staatsoper, von den Alliierten wegen zu großer Nähe zum Nazi-Regime von seinem Posten entfernt und bis 1947 mit einem Auftrittsverbot belegt. Nach Böhm ist im Salzburger Stadtteil Parsch auch ein Gehweg, der Dr.-Karl-Böhm-Weg am Aubach, benannt. Laut dem Online-Lexikon Salzburgwiki stand der Dirigent bei den Salzburger Festspielen insgesamt 338 Mal am Pult.

Bilder

 Karl-Böhm-Saal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Quelle