Salzburger Landeszeitung

Version vom 18. November 2007, 23:09 Uhr von Mecl67 (Diskussion | Beiträge)
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)

Die Salzburger Landeszeitung (früher Salzburger Zeitung) war die erste Tageszeitung in Salzburg und ist nach einer wechselvollen Geschichte heute das vierzehntägig erscheinende Amtsblatt der Behörden, Ämter und Gerichte Salzburgs. Sie war und ist das offizielle Verlautbarungsorgan der Salzburger Landesregierung.

Geschichte

Der Titel Salzburger Zeitung taucht im Jahr 1774 erstmals auf einer in Salzburg vertriebenen Zeitung auf. Bis Ende 1783 gab es wohl auch keinen Redakteur, das Aneinanderreihen der eingetroffenen Meldungen war dem Besitzer der Druckerei, in diesem Fall der Mayr'schen Buchdruckerei, vorbehalten.

1783 berief Erzbischof Hieronymus Graf Colloredo den Bayer Lorenz Hübner als Redakteur und Herausgeber nach Salzburg. Am 14. November wurde zwischen Hübner und der Druckerei ein Vertrag unterzeichnet, der ursprünglich auf 10 Jahre ausgelegt war. Hübner blieb allerdings bis 1799 und führte das Blatt rasch in die Gewinnzone.

Nach Hübners Rückkehr nach München übernahm der Salzburger Lehrer Franz Michael Vierthaler für sechs Jahre die Leitung der nun Staats-Zeitung von Salzburg betitelten Tageszeitung. Als Vierthaler 1806 nach Wien wechselte behielt er zwar vorerst das Verlagsrecht, sein redaktioneller Nachfolger wurde aber Benedikt Pillwein. Dieser übernahm später auch die Herausgeberschaft und hatte sie unter wechselnden Herrschern bis 1816 inne.

Nachdem 1816 Salzburg an Österreich gefallen war, wurde es Usus, dass die jeweilige Regierung die Herausgeberschaft ihrer Salzburger Zeitung in regelmäßigen Abständen versteigern ließ. So hielten zwischen 1816 und 1838 die Duyle'sche Buchdruckerei, dann bis 1847 die Zaunrith'sche Buchdruckerei und schließlich 1847 der Kunsthändler Johann Schön, der in der Oberer'schen Buchdruckerei drucken ließ, die Verlagsrechte. Nachfolger Pillweins als Redakteur wurde 1816 Andrä Wallner, ihm folgte 1842 Franz Anton von Braune nach und 1848 übernahm Ludwig Mielichhofer die Chefredaktion.

Da Schön nach der niedergeschlagenen Revolution des Jahres 1848 etwas zu eigenständig agierte, sah sich die Regierung veranlasst, die Verlagsrechte neu auszuschreiben. Allerdings konnte kein adäquates Versteigerungsergebnis erzielt werden, wodurch die Zeitung 1849 nicht erschien und Redakteur Mielichhofer zur Neuen Salzburger Zeitung wechselte. 1849 einigte man sich darauf, dass die Zeitung in Hinkunft drucktechnisch verpachtet werden sollte, die Redaktion hingegen von der Regierung zusammengestellt werde. Gottfried Oberlehner erhielt das Druckrecht, die Redaktion übernahm Ignaz von Kürsinger und die Zeitung konnte am 1. Jänner 1850 unter dem Titel Salzburger Post wieder erscheinen.

1852 übernahmen die Besitzer der Oberer'schen Buchdruckerei, Franz Endl und Franz Penker, Druck und Verlag des Regierungsorgans und erstmals tauchte der Name Salzburger Landeszeitung auf. Mit der Rückkehr Ludwig Mielichhofers Mitte 1858 und der Übernahme des Drucks durch die Duyle'sche Buchdruckerei wurde der Titel aber wieder gekürzt. Die Auflage des Blattes war inzwischen auf 130 Stück gesunken. Mit der Einführung der Salzburger Chronik (1865) und des Salzburger Volksblattes (1871) bekam es die Salzburger Zeitung erstmals in ihrer Geschichte mit wirklichen Konkurrenzblättern zu tun. Alle anderen Titel die seit 1848 aufgetaucht waren, hatten gegen die Regierungszeitung nicht reüssieren können.

Die letzten beiden Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts führte Theodor Wiedemann die Redaktion, ab 1908 wurden die Erscheinungstage der Salzburger Zeitung sukzessive gekürzt, zuerst auf vier, während des Krieges dann auf ein Hauptblatt pro Woche und mehrere Beiblätter. Nach dem Zusammenbruch der Monarchie wurde die Zeitung am 24. Dezember 1918 in die Salzburger Landes-Zeitung umgewandelt. Erschien sie zuerst noch dreimal wöchentlich und erstmals nach 1907 auch wieder mit tagesaktuellen Meldungen und nicht als reines Amtsblatt, so wurde 1921 auf die Herausgabe einer Wochenzeitung umgestellt und der redaktionelle Teil wieder aufgegeben. Als Herausgeber wurde erstmals das Land Salzburg angegeben.

Ab 12. März 1938 wurde die Landeszeitung zum Sprachrohr der Nationalsozialisten umfunktioniert und erschien noch bis 6. August 1938. Danach verwendete die NSDAP den Namen für ihre eigene Publikation unter demselben Titel.

Die Salzburger Landes-Zeitung war nach den Salzburger Nachrichten die zweite Zeitung, die in Salzburg nach dem Zweiten Weltkrieg wieder erscheinen durfte. Die erste Ausgabe wurde am 13. Oktober unter der redaktionellen Leitung von Karl Iser gedruckt. Iser leitete die Zeitung als Pressesprecher der Landesregierung bis 1974 und trug viel zu ihrer Wiederauferstehung bei. Die Wochenzeitung enthielt ab den 1950er Jahren auch wieder einen nichtamtlichen Teil. Am 1. September 1974 übernahm der ehemalige Volksblatt und Salzburger Nachrichten Redakteur Eberhard Zwink die Chefredaktion, die er bis zu seiner Pensionierung 1986 innehielt. Zwink wurde 1990 mit dem René-Maric-Preis ausgezeichnet.

Seit 1986 leitet Roland Floimair als Pressesprecher der Landesregierung die Salzburger Landes-Zeitung, die derzeit vierzehntägig am Dienstag erscheint.

Redakteure

Bekannte Redakteure der Salzburger Landeszeitung:

Namen

Die amtliche Salzburger Landeszeitung ist im Laufe ihres Bestehens unter folgenden Titeln erschienen:

  • Dienstägige (Donnerstägige/Samstägige) Salzburger Zeitung (1774, 1783)
  • Salzburger Zeitung (1784)
  • Oberdeutsche Staatszeitung (1785 - 1799)
  • Staats-Zeitung von Salzburg (1800 - 1806)
  • Salzburger Zeitung (1807 - 1821)
  • Kaiserlich-Königlich privilegierte Salzburger Zeitung (1822 - 1848)
  • Salzburger Zeitung (1848)
  • Salzburger Post (1850 - 1851)
  • Salzburger Landeszeitung (1852 - 1858)
  • Salzburger Zeitung (1858 - 1918)
  • Salzburger Landes-Zeitung (1919 - 1938, seit 1945)

Quellen

  • Waltraud Jakob: Salzburger Zeitungsgeschichte. Salzburg Dokumentationen Band 39, Landespressebüro 1979