Michael Fasching
Johann Michael Fasching (* 14. April 1776 in Flachau;[1] † 11. Jänner 1858 in Großarl[2]) war ein Salzburger Schullehrer und Schulleiter vor allem im Pongau, insbesondere an der Schule in Flachau und der Schule in Großarl.
Leben
Flachau
Johann Michael Fasching war ein Sohn des Flachauer Mesners Sylvester Fasching und der Eva (geb.) Hueber.[1]
Er ging aus dem unter Erzbischof Hieronymus Graf Colloredo im Jahr 1790 gegründeten Salzburger Schullehrerseminar als geschulter Lehrer hervor und wurde im Winter 1801/02 als Lehrer in Flachau angestellt.[3]
Ein fixes Gehalt hatte er nur als Mesner, nämlich ganze 18 fl. 30 Kr. jährlich; dazu kamen noch die wechselnden Messen-, Tauf- und Begräbnisgebühren, die man mit rund 23 fl. berechnen kann, außerdem eine Art Gnadengehalt aus der Flachauer Amtskassa im Betrag von 8 fl. 40 Kr., ein solcher aus der Bruderlade mit 17 fl. 20 Kr., und endlich das von den Kindern entrichtete Schulgeld im Betrag von 12 fl.; somit bestand sein ganzes jährliches Einkommen in 79 fl. 30 Kr. – "Um bei diesem mageren Gehalt leben zu können, hat der Mesner und Schulhalter nur Winterszeit durch 13 Wochen Schule gehalten, die übrige Zeit beim Eisenbergwerk Flachau als Pürscher um einen Schichtenlohn gearbeitet. Da wir aber die Pürscharbeit für den Schullehrer, der sich mit der Erziehung der Jugend abzugeben hat, für unschicklich halten und außer dieser der Gehalt offenbar zu wenig ist, so haben wir ihn wegen seiner guten Lehrart und anständigen Aufführung zu hoher Gnade gehorsam empfehlen wollen." So schrieben der Pfleger von Radstadt Christof Braun und der Verweser von Flachau Leopold Vorderegger am 24. März 1803 an die Salzburger Hofkammer. Diese Intervention war erfolgreich: Laut Hofkammerbefehl wurde "die für den Schullehrer unschickliche Schichtarbeit aufgehoben" und das Verwesamt angewiesen, das bisherige Einkommen des Lehrers aus der Verwesamts- und Bruderschaftskassa soweit zu ergänzen, dass das Jahresgehalt des Lehrers 200 fl. betrug.[3]
Johann Michael Fasching heiratete am 9. Februar 1807 31‑jährig die 20‑jährige Anna Millinger, Bauerstochter aus Wagrain,[4] und wirkte in Flachau bis zum Jahr 1818.
Im Jahr 1814 übernahm er zusätzlich zum Mesner- und Schuldienst auch den Organistendienst für die Pfarre Flachau.[5]
Die Angabe, Fasching habe 1818 nach Wagrain gewechselt und dort bis 1844 als Lehrer mit einem Gehalt von 455 fl. gewirkt,[3] muss zugunsten der nachfolgenden, gut belegten Darstellung verworfen werden.
Thalgau
Am 9. Juni 1818 übernahm Michael Fasching das Thalgauer Schulleiter- und Mesneramt.[6] Seine Frau Anna starb hier am 26. Juni 1822 mit 35 Jahren an "Lungensucht".[7] Im Jahr 1824 tauschte Fasching seine Stelle mit Balthasar Holzinger und übersiedelte nach Großarl.[6]
Großarl
Er heiratete am 22. November 1824 in Großarl 48‑jährig die 26‑jährig Theres Lackner, Tochter eines Hammerschmiedmeisters in der Ebenau, die damals beim Pfleggericht Thalgau im Dienst stand.[8] Theres starb am 4. Februar 1837 mit 39 Jahren an Scharlach.[9] Eines ihrer Kinder, Karl (* 1829), wurde ebenfalls Lehrer.
Fasching schrieb in einem Brief aus Großarl vom 30. Juli 1836 an den (vom örtlichen Pfleggericht mit Erhebungen über die Heilwirkung der Heilquellen beauftragten) Vikar Tripp, dass er im 54. Lebensjahr von einer drei Vierteljahre langen Gicht und Gallenkrankheit durch den Gebrauch des Wassers der Heilquellen des Großarlbaches geheilt worden sei.[10]
Fasching starb mit 83 Jahren als abgetretener Schullehrer in Großarl an "Lungensucht".[2]
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 Taufbuch der Pfarre Flachau, Bd. I S. 128
- ↑ 2,0 2,1 Sterbebuch der Pfarre Großarl, Bd. V S. 74
- ↑ 3,0 3,1 3,2 Jäger, Vital: Die Eisenhütte in Flachau und ihr Schurfbereich, in: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, 57, 1917, S. 25-60 (S. 57 f.)
- ↑ Trauungsbuch der Pfarre Flachau, Bd. I S. 69
- ↑ Artikel "Volksschule Flachau"
- ↑ 6,0 6,1 Thalgauer Schulchronik
- ↑ Sterbebuch der Pfarre Thalgau, Bd. VI S. 19
- ↑ Trauungsbuch der Pfarre Großarl, Bd. III S. 196
- ↑ Sterbebuch der Pfarre Großarl, Bd. IV S. 311
- ↑ "Salzburger Chronik", 1. September 1908, S. 2 f. (S. 3): Die Heilquellen im Großarlerbache bei St. Johann i. P. : Die Heilquellen von 1774–1849.
| Vorgänger |
Schulleiter der Volksschule Großarl 1824–18xx |
Nachfolger |
| Vorgänger |
Schulleiter in Thalgau 1818–1824 |
Nachfolger |
| Vorgänger |
Schulleiter in Flachau 1801–1818 |
Nachfolger |