Franz Duelli
Dr. Franz Duelli (* 1645 in Feldkirch; † 1721 ?) war Stadtarzt und Landschaftsphysiker in Radstadt und dann Stadtarzt in Salzburg.
Studium
1664 trug sich "Duellius Franciscus, Veldchirchensis" für die Logik[1] in die Matrikel des Feldkicher Lyzeums ein.[2]
Es ist möglich, daß Duelli 1659 zuerst die Universität der Benediktiner in Salzburg besucht hat. In der Matrikel dieser Universität ist aber sein Name als Franciscus Puole Veldchirchensis eingetragen, statt Thuole. Als Syntaxist[3] bezahlte er am 10. November 1659 30 x (Kreuzer) Aufnahmegebühr. Also war er nicht arm (pauper). Die Schreibung des Namens ist sehr verschieden, z.B. Thuoli, Thueli, Duilin, Thuilli. Der Name "Puole" dürfte wohl auf einem Hör- oder Schreibfehler beruhen.[4]
An der Universität von Padua wurde er 1670 zum Doktor der Medizin graduiert.[5] Während seiner Studienzeit an verschiedenen Hochschulen lernte Dr. Duelli vermutlich Personen kennen, die für seinen Beruf und sein Leben entscheidend wurden. Durch wessen Vermittlung in Verbindung kam, ist nicht bekannt. Manche Ärzte in Salzburg waren italienischer Abstammung oder hatten in Italien studiert.
Radstadt und Gastein
Von 1671 bis 1694 war Duelli Landschaftsphysiker in Radstadt.
1671 ernannte der Fürsterzbischof Maximilian Gandolf Graf von Kuenburg (1668–1687) den Arzt Franz Duelli zum Stadtarzt von Radstadt, Badearzt von Gastein und Landschaftsphysikus. Als solcher unterstand ihm der Pinzgau, das Raurisertal und das Gasteiner Tal. 1672 hat Duelli in Radstadt den Eid abgelegt und geschworen, katholisch zu sein und zu bleiben und das Glaubensbekenntnis schriftlich geben. In der Zeit der Gegenreformation waren solche Vorschriften selbstverständlich, jeder neu angestellte Arzt und Beamte musste einen Diensteid und ein schriftliches Glaubensbekenntnis abgeben.
Es erforderte bestimmt einen großen Mut und Einsatz, bei jedem Wetter und schlechten Wegen die entfernten Täler und Orte aufzusuchen und den Beruf des Arztes auszuüben. Dazu brauchte er ein Pferd, das er selbst bezahlen und versorgen musste. Oft konnte er nur mit Mühe eines bekommen, weil die Pferde für die Arbeit auf den Feldern gebraucht wurden. Mit der Bezahlung seiner ärztlichen Dienste sah es schlecht aus. Meist blieb es nur bei einer "Gastierung", bei armen Leuten erhielt er gar nichts, wie er selbst in Berichten an den Erzbischof klagte. Nach einigen Jahren bekam er dann 200 Gulden, ab 1677, nach der Bitte um "Addition" seiner Bezüge, 250 Gulden. Als zur Zeit der Regierung des Fürsterzbischofs Max Gandolf die Pest in Salzburg viele Opfer forderte, dürfte Dr. Duelli schwere Jahre mitgemacht haben und mit dem erzbischöflichen Hof in Salzburg[6]
Die Keuchen und Gefängnisse in damaliger Zeit waren ein Martyrium für die Malefikanten. Der Hofrat befahl 1683, dass Dr. Franz Duelli, als Stadtphysicus zu Radstadt, die Gefangenen mit Arzneimitteln bestmöglichst zu verpflegen und den Erfolg zu berichten habe.[7]
Salzburg
Von 1694 bis 1721 - vermutlich das Jahr seines Todes - war Duelli Stadtphysiker in der Stadt Salzburg.
Dr. Franz Duelli übernahm im Jahre 1694 das Stadtphysikat in Salzburg.[8]
Aus einer "Seelenbeschreibung" des Jahres 1713 ergibt sich, dass Duelli mit seiner neuen Familie in der "Trägassen" (heute Getreidegasse) im Hause der "städtischen Eisen Niderlög" wohnte.[9]
Familie
1672 hatte er in Radstadt Maria Moni, die Tochter des Hofapothekers Onophrius Moni, geheiratet. Zwei Jahre danach wurde eine Tochter geboren, die auf den Namen Maria Franziska Antonia getauft wurde. Sie trat 1696 in Salzburg in den Orden der Ursulinen ein. Als sie noch im Noviziat war, starb ihre Mutter.[10] 1698, nach dem Tod seiner Frau, erbte die Tochter alles, mit Ausnahme von 1.500 Gulden, die sie ihm vermacht hatte. Dazu erhielt er als besondere "Ergötzlichkeit" noch 50 Gulden. Frau Duelli scheint eine fromme Frau gewesen zu sein, da sie mehreren Klöstern für die Lesung von 200 Messen bedeutende Geldbeträge geschenkt hatte. Auch die Kapuziner in Radstadt hat sie nicht vergessen, vielleicht deswegen, weil Dr. Duelli durch seine Dienstanweisung verpflichtet war, die Kapuziner von Radstadt und Tamsweg gratis zu behandeln.
Maria Franziska Antonia erhielt im Kloster den Namen "Maria vom hl. Geist und blieb dort als "Meisterin", d. h. als Lehrerin für auswärtige Schülerinnen.
Wegen des Erbes kam es zwischen dem Kloster und Dr. Duelli zu einem Prozess. Da die Sr. Priorin angab, dass die Unterlagen nicht zu finden seien, dürfte Dr. Duelli nicht viel erreicht haben.
Bald nach dem Tod seiner ersten Frau hat Duelli 1698 Maria Magdalena Pfleghardt von Lengfelden bei Salzburg geheiratet. Sie brachte ihm am 24. Mai 1703 den vermutlich schon lange erwünschten Sohn, der die Namen Maximilian Joseph Anton erhielt.
Werke
Von Franz Duelli sind bemerkenswert viele Schriften erhalten.
1688/89 verfasste er die "Gasteinerische Badt Ordnung"[11]
Ebenfalls aus 1689 datiert der sogenannte "Visitationsbericht Dr. Franz Duellis, Radstadt 1688"[12], der auf Anordnung des Collegium Medicum in Salzburg entstand und ein negatives Bild der medizinischen Verhältnisse in Radstadt zeichnet.
Quellen
- ↑ Logik war Teil des sogenannten trivium, das aus lateinischer Grammatik, Rhetorik und Logik (auch Dialektik) bestand. im Mittelalter die untere Stufe des Unterrichts, Thomas Frenz, Vortrag: Die Entwicklung der Schule Vom Mittelalter bis zur Neuzeit, Passau 2010.
- ↑ A. Ludewig, Die am Feldkircher Lyzeum im XVII und XVIII Jahrhundert studierende Jugend, Innsbruck 1932, 129, Nr. 49, zit in: Erich Somweber, Dr. Franz Duelli – erster Badearzt im Wildbad Gastein, in: Jahrbuch Vorarlberger Landesmuseumsverein Freunde der Landeskunde, 137. Jg. (1993), 59-72, hier: 60.
- ↑ Principi, Rudimenta, Grammatica, Syntaxis, Poesis und Rethorica waren die Stufen des Gymnasiums, Hagenauer, Tagebücher, 878-879.
- ↑ Somweber, Duelli, 60.
- ↑ Burmeister, K. H.: Vorarlberger Studenten in Padua vom 16.-19. Jahrhundert, in: Alemannia Studens. Mitteilungen des Vereins für Vorarlberger Bildungs- und Studentengeschichte 2, 1992, 6: Duelli Franz, aus Feldkirch(?) 1645 geboren, 1670 Padua.
- ↑ Somweber, Duelli, 61-62, Landesarchiv Salzburg, Hofrat-Catenichel Nr. 52, 5. Mai 1672-1674, Diensteid und Glaubens-Bekenntnis, Gesuch um Erhöhung seines Gehalts, Geheimes Archiv, Landschaft 195, 1677. Hofkammerakten 1678 Getreide für Dr. Duelli in Radstadt.
- ↑ SLA HP 1683/1/241., in: Heinz Nagl (1973): Der Zauberer-Jackl-Prozeß. Hexenprozesse im Erzstift Salzburg 1675–1690. – Mitt(h)eilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde – 112_113_2: 385–539, hier: 504.
- ↑ Vgl. hierzu auch Stadtarchiv Salzburg, Petzoldt-Akten 45, Cornelia Désirée Sonntag, Das Salzburger Collegium Medicum und seine Entwicklung bis zur Errichtung des Kurfürstlichen Medizinalrats (1680–1804), 469–488, hier: 476.
- ↑ Magda Pagitz-Roscher (1971): Chronik des Niederleghauses. – Mitt(h)eilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde – 110_111_1: 153 - 198, hier: 184, Somweber, Duelli, 62.
- ↑ Landesarchiv Salzburg, Hofrat-Testamente, Frau Maria Duelli, geb. Monin, 1698, 111.21. Ernennung zum erzfürsthchen Rat, 17. 4. 1692 (s. auch Anm. 9). Seelenbeschreibung. Geheimes Archiv XXVII/15, 16, fol 179,1713. Klosterarchiv der Ursulinen in Salzburg, Kartei, M. A. Duelli.
- ↑ Landesarchiv Salzburg Hofrat-Akten, Generale 1 1/2
- ↑ SLA, HR-Akten, Generale 3 ¼, Visitationsbericht Dr. Franz Duellis, Radstadt 1688.