Friedrich Baron v. Löwenstern

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Baron Friedrich von Löwenstern (* 15. Juni 1829 auf Schloss Wandsbek, früher Dänemark, heute ein Stadtteil der Freien und Hansestadt Hamburg; † 20. November 1910 in der Villa Löwenstern in Oberalm) war der erste aus der Familie Löwenstern, der sich in der Tennengauer Gemeinde Oberalm niederließ.

Leben

Kindheit

Baron Friedrich von Löwenstern kam als Sohn von Baron Georg Heinrich von Löwenstern und seiner Gemahlin Adelaide Laura Tugendreich, geb. Gräfin v. Schimmelmann aus dem Hause Lindenbourg, Tochter des Kaufmannes, Großgrundbesitzers und Dänischen Schatzmeisters Graf Christian von Schimmelmann, Gutsherr von Schloss Lindenbourg auf Jütland, Schloss Wandsbek, Schloss Ahrensburg usw. zur Welt. Die prominenten Paten waren der dänische König Frederik VI und Herzog von Schleswig Holstein sowie die dänische Königin seine Patentante.

Friedrich wuchs mit seinen Geschwistern auf dem Familiengut Jendel in Estland, in der Löwenstern-Villa Christiansholm bei Kopenhagen und Seelust in Kiel auf. Einen längeren Aufenthalt in Rio de Janeiro verbrachte er mit seinen Eltern, von dem sie im April 1829 nach Dänemark zurückkehrten. Um auch mit Österreich einen Handelsvertrag, wie zuvor mit Brasilien, zu verhandeln und zu beschließen, wurde sein Vater 1835 vom dänischen König ersucht, nach Wien zu reisen, wohin ihm seine Mutter, seine Geschwister und er folgten. Doch für die Beendigung der Schule reiste Friedrich wenige Monate später nach Dresden. 1843 im Herbst ging nach Abschluss der Schule in das Kadettencorps in Dresden, das zur Sächsischen Armee gehörte. Da es ihm dort nicht gefiel, sorgte sein Vater dafür, dass er in Wien zur Österreichischen Armee kam.

Offizierslaufbahn

Friedrich kam als 17-Jähriger in das Dragoner-Regiment Erzherzog Franz-Josef Nr. 3 mit Stationierung in Wien. Er wurde den 1. Ulanen zugeteilt, dort 1847 Offizier und am 11. April 1849 zum Oberleutnant befördert. In jenem Jahr nahm Friedrich im Krieg in Ungarn teil. Schon zwei Jahre zuvor hatte sein Vater den Handelsvertrag zwischen Dänemark und Österreich abgeschlossen und war mit seiner Familie wieder zurück nach Dänemark gereist. Friedrich blieb zunächst in Wien und besuchte seine Eltern regelmäßig.

Seine militärische Laufbahn ging im Ulanen-Regiment Erzherzog Karl Nr. 3 weiter, wo er zum Seconda-Rittmeister befördert. Das Regiment stand in Bukarest zur Zeit des Krim-Krieges 1854/1856, in dem England und Frankreich gegen Russland kämpften, Österreich den Westmächten beitrat. Friedrich war auch bei diesen Kampfhandlungen dabei.

1856 starb sein Vater Georg Heinrich in Kiel und zwei Jahre später quittierte Friedrich seinen militärischen Dienst mit dem Beibehalt eines Majors der Reserve. Er zog nach Kiel, studierte Landwirtschaft und suchte sich eine Frau. Daneben war er viel Reisen, bei denen er u. a. Hamburg, Belgrad, Pest, Dresden, Teplitz, Norderney und München besuchte. 1863 kehrte er zu einem Weihnachtsurlaub im Familienhaus Seelust bei Kiel zurück. Kurz darauf begann der Krieg der preußische und österreichische Truppen gegen die Dänen, die sich Schleswig-Holstein einverleiben wollten. Friedrich rückte sofort zum Militär als gebürtiger Däne - dänisch seine Muttersprache war – als Ordonnanzoffizier bei Feldmarschall-Leutnant von Gablenz ein. Friedrich erhielt im Verlauf dieses Krieges das Militär-Verdienstkreuz. Nach Ende der Kampfhandlungen zog es Friedrich nach München, von wo er aber schon bald nach Salzburg zog, da hier mehr gesellschaftliches Leben und kulturelle Veranstaltungen stattfanden. Friedrich handelt mit den edlen Tiger-Schimmel Pferden.

Friedrich kommt nach Salzburg

Bei einem Ball lernte Friedrich die Industriellenfamilie Robert kennen und verliebte sich in die jüngere Tochter Josephine Marie Robert. Es folgten 1866 die Verlobung und 1867 die Hochzeit mit seiner Josephine, Fini genannt. Sie war 24 Jahre alt und Friedrich 38 Jahre. Am 23. Oktober 1868 kam ihre Tochter Adelaide Josephine Georgine (der Vorname seiner geliebten Mutter), genannt Lilly, zur Welt.

Oberalmer Unternehmer

Nachdem sein Schwiegervater 1868 einen Schlaganfall erlitten hatte, in dessen Folge er physisch immer schwächer wurde, musste Friedrich die Leitung des Betriebes, die k. k. privilegierten chemischen Produktenfabrik Robert & Companie in Oberalm noch im selben Jahr allein übernehmen. Sein Schwiegervater Justin Robert starb im Jahr 1870. Mit großer Energie kümmerte sich nun Friedrich um dem weiteren Ausbau des Unternehmens in Oberalm. Kaufangebote des Robertschen Unternehmens scheiterten zunächst an den horrenden Preisvorstellungen, die Florent Robert, der Bruder seines Schwiegervaters Justin Robert, dafür verlangte. Doch schließlich erhielt Friedrich ein äußerst günstiges Kaufangebot. Dass es dazu noch gekommen war, dürfte der Umstand gewesen sein, dass der älteste Bruder Louis bereits schon seit 1860 tot und Florent Justin, selbst über 80 Jahre, inzwischen sehr krank war. Friedrich hatte das Unternehmen in Oberalm 1870 mit sämtlichem Eigentum in Salzburg vom Großhandelshauses Robert & Companie in Wien für 46.528 Gulden erworben, für einen Pappenstiel, wie Friedrich begeistert meinte.

Zum Besitz gehörten die Fabrik, die Villa samt Garten und Nebengebäuden, sowie verschiedene Marmorbrüche in Adnet und Waldparzellen. Durch die 1871 erfolgte Eröffnung der Salzburg-Halleiner-Bahn]] verbesserte sich die verkehrsmäßige Anbindung Oberalm entscheidend. Schon während der Planung dieser Eisenbahnstrecke hatte Friedrich das Projekt tatkräftig unterstützt und schließlich den Baugrund für den Bahnhof zu einem günstigen Preis in Hallein verkauft. An diese Mäzenatentum erinnernd wurde die Straße beim Bahnhof „Baron von Löwenstern Straße“ genannt. Der Gemeinderat von Hallein ernannte ihn zum Ehrenbürger von Hallein.

1887 verkaufte Baron Friedrich von Löwenstern das gesamte Unternehmen samt den zugehörigen Steinbrüchen an die Marmorindustrie Kiefer AG in Kiefersfelden um 540.000 Mark.

Baron Friedrich von Löwenstern starb im Alter von 81 Jahren am 20. November 1910 in den Armen seiner Tochter Lilly in der Villa Löwenstern in Oberalm.

Familie

Seine Ehefrau Josephine Marie starb am 1. Jänner 1929 in Hallein, seine Tochter Adelaide am 15. Dezember 1955 in Oberalm. Sie war in erster Ehe (29. November 1887 in München) mit Freiherr Franz von der Lancken-Wakenitz, der Majoratsherr auf Lipsitz und Ramitz, Oberleutnant im Garde-Kürassier-Regiment in Berlin, war, verheiratet. Ihre beiden Kinder Hans-Malte (* 24. April 1889 in Berlin, † 10. Dezember 1917 als Oberleutnant bei einem Fliegerangriff in Amagne) und Dietrich (* 20. Juli 1891 auf Gut Carnitz auf Rügen, † 21. Mai 1937 bei einem Motorradunfall in Hallein, Majoratsherr auf Lipsitz auf Rügen, im Ersten Weltkrieg in Russland mit Gefangenschaft in Sibirien, später Schill-Jugend-Führer in Salzburg).

Auszeichnungen

  • Kaiser Franz Joseph I. verlieh ihm, da Baron Friedrich von Löwenstern Marmor aus österreichischen Steinbrüchen verarbeitete, den hohen Österreichischen Orden der Eisernen Krone.
  • das Militärverdienstkreuz
  • die Medaille 1864 von Kaiser Franz Joseph I. und König von Preußen
  • das Österreichische Marianerkreuz „Ordo teut Humanitati“
  • die Erinnerungs-Medaille Kaiser Franz Joseph I.

Ehrenmitglied

Sonstige Tätigkeiten

  • Mitbegründer des Künstlerhauses in Salzburg 1885
  • Protektor des Militär-Veteranen und Kriegerverein „Baron v. Löwenstern Hallein“ u.a.

Quelle

  • Vom einstigen Messinghüttenwerk zur Marmorindustrie Kiefer in Oberalm von Dr. Günther Wilhelm, Historiker, Referat für Naturschutzgrundlagen der Landesregierung Salzburg (Internetlink siehe Salzburgwiki-Artikel Löwenstern)