Speicherkraftwerk Strubklamm (historisch)

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Datei:DSC06871.JPG
Speicherkraftwerk Strubklamm
Strubklammkraftwerk, Nordansicht
Altes Speicherkraftwerk Strubklamm, ehemaliger Turbinenraum.

Das Speicherkraftwerk Strubklamm ist ein ehemaliges Wasserkraftwerk am unteren Ende der Strubklamm im Tennengau.

Geschichte

Schon als 1909 mit dem Bau des ersten Kraftwerk Wiestal begonnen wurde, war die Nutzung der "Hinterseealm" (Almbach) in zwei Staustufen vorgesehen. Nachdem 1913 das Kraftwerk Wiestal in Betrieb gegangen war, stieg der Stromverbrauch bald rasant an. Infolgedessen musste eine weitere Staustufe errichtet werden und man begann 1920 mit dem Bau der zweiten Stufe, des Speicherkraftwerks Strubklamm.

Die Errichtung des Speicherkraftwerks Strubklamm, dessen baulicher Teil der Firma Pittel & Brausewetter in Wien zur Ausführung übertragen wurde, während die Turbinen von J. M. Voith und die elektrischen Einrichtungen von den österreichischen Siemens-Schuckert-Werken geliefert wurden, begann im November 1920. Er konnte jedoch infolge der katastrophalen Geldentwertung und der ständigen Verschlimmerung der wirtschaftlichen Lage nur bis Weihnachten 1921 weitergeführt werden. Nach langwierigen Verhandlungen mit verschiedenen Finanzgruppen kam schließlich ein Vertrag mit der Württembergischen Elektrizitäts-AG (Weag) in Stuttgart zustande, welcher die Weiterführung des Baues sicherte. Als später auch die valutarischen Verhältnisse Deutschlands schwer erschüttert wurden, ermöglichte die Aufnahme von zwei englischen Krediten im Ausmaße von 220.000 Pfund die Vollendung des Baues, welcher sich auf rund 70 Milliarden Kronen stellte.

Seit 1922 hatte die Stadtgemeinde Salzburg die Bau- und Betriebsführung beider Werke an die Württembergische Elektrizitäts-Aktien-Gesellschaft (WEAG) in Stuttgart übergeben, welche es in stetem engen Einvernehmen mit der Stadt als Eigentümerin verstanden hat, die Anlagen mustergültig auszustatten und als Wirtschaftsfaktor zu erhalten.

Am 20. Dezember 1924 feierlich durch Bundespräsident Dr. Michael Hainisch eröffnet, nahm das Kraftwerk Strubklamm seinen Betrieb auf. Der Stausee verfügte über 2,5 Million Kubikmeter nutzbarem Stauinhalt und 105 m Gefälle. Die unerwartet schlechten Bodenverhältnisse im Stausee Vordersee ließen viel Wasser versickern und brachten über den Druckstollen bei der Staumauer Strubklamm kaum Triebwasser zu den Turbinen. Deshalb wurde zusätzlich das Wasser des Hintersees herangezogen. Dieser verfügte über 6,5 Million Kubikmeter nutzbarem Stauinhalt. Eine 2 100 Meter lange Holzrohrleitung, der Kleinspeicher Strüblweiher und ein Pumpwerk am Hintersee entstanden. Das nutzbare Gefälle des Strubklammwerks wurde dadurch auf 123 Meter erhöht.

Die beiden Kraftwerke Wiestal und Strubklamm hatten 1932 ein Jahresarbeitsvermögen von 25 Millionen kWh und konnten bis 1945 den Strombedarf der Stadt Salzburg decken.

In den Jahren 1981 bis 1984 wurden die Anlagen, nach 56 Jahren Betrieb, weitgehend erneuert, womit die direkte Nutzung des Hintersees über einen Triebwasserstollen ermöglicht wurde. Die Leistung wurde verdoppelt (siehe Speicherkraftwerk Strubklamm).

Denkmalschutz

Das Speicherkraftwerk und die daneben befindliche Werkssiedlung zählen zu den denkmalgeschützten Objekten in der Gemeinde Adnet.

Quellen

Vorlage:Almbach-Kraftwerke