Gaisbergrennen (historisch): Unterschied zwischen den Versionen

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==Details von Seinerzeit==
 
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* Das '''Fahrerlager''' befand sich auf dem Parkplatz bei der alten [[Guggenthal]]er Brauerei; auch der [[Porschehof]] in der [[Salzburg|Stadt Salzburg]] diente als Fahrerlager;
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* Das '''Fahrerlager''' befand sich auf dem Parkplatz bei der alten [[Guggenthaler Bier|Guggenthaler Brauerei]]; auch der [[Porschehof]] in der [[Salzburg|Stadt Salzburg]] diente als Fahrerlager;
 
* Der '''Start''': Da die Startlinie sich bereits bergwärts befand, gab es einen Keil, den ein Starthelfer hinter dem Motorrad bzw. unter das Hinterad bei Automobilen keilte. Der Starter selbst hatte noch die damals übliche große Stoppuhr in der Hand und begann die letzten fünf Sekunden mit den Fingern herunter zählenden vor den Augen der Rennfahrer; bei den geschlossenen Automobile gab es manchmal auch noch einen "Klaps" aufs Dach, damit der Fahrer ja nicht den Start verschlief!
 
* Der '''Start''': Da die Startlinie sich bereits bergwärts befand, gab es einen Keil, den ein Starthelfer hinter dem Motorrad bzw. unter das Hinterad bei Automobilen keilte. Der Starter selbst hatte noch die damals übliche große Stoppuhr in der Hand und begann die letzten fünf Sekunden mit den Fingern herunter zählenden vor den Augen der Rennfahrer; bei den geschlossenen Automobile gab es manchmal auch noch einen "Klaps" aufs Dach, damit der Fahrer ja nicht den Start verschlief!
 
* Die '''Kommunikation''' wurde mit Feldtelefonen aufrecht erhalten; schon Tage vorher wurden Kilometer von Kabeln verlegt und mit der guten alten Kurbeltechnik die Gegenstelle angerufen;
 
* Die '''Kommunikation''' wurde mit Feldtelefonen aufrecht erhalten; schon Tage vorher wurden Kilometer von Kabeln verlegt und mit der guten alten Kurbeltechnik die Gegenstelle angerufen;

Version vom 22. August 2008, 11:06 Uhr

Karte

Als Gaisbergrennen bezeichnete man das 8,652 km lange (672 m Höhenunterschied) Automobil- und Motorradrennen, das am Hausberg der Stadt Salzburg, dem Gaisberg zwischen 1929 und 1969 stattfand. Über die Veranstaltungen, die seit 2003 in Erinnung an diese Bergrennen in Stadt und Land Salzburg stattfinden, informiert Sie die Seite Gaisbergrennen (modern).

Geschichte

1929 bis 1933

Datei:Gaisberg Prominenz 1930.jpg
2. Gaisbergrennen 1930: 1930; 2. v. links: SAC Präsident Major Cermak, neben Ex-Kronprinz August Wilhelm
Datei:Gaisberg 1929.jpg
1. Gaisbergrennen 1929

Am 6. September 1929 fand am Gaisberg das erste internationale Gaisbergrennen statt. Baron von Preuschen, der in Salzburg-Aigen wohnte, war der Präsident des Salzburger Automobilclubs, der dieses Rennen veranstaltete. Peppi Walla auf Sunbeam (Motorrad) fuhr mit 8:15,9 min (85 km/h Schnitt) die Tagesbestzeit. Bei den Tourenwagen kam Manfred von Brauchitsch auf Mercedes mit einem Schnitt von 72 km/h zum Sieg. In der Rennwagenklasse siegte Jiri Prinz Lobkowitz auf Bugatti mit einem Schnitt von 79 km/h; der schnellste Automobilist war Max Graf Arco-Zinneberg, ebenfalls auf Mercedes, mit 80 km/h;

1930, am 31. August, wurde das Rennen erstmals im Radio übertragen. Der Sprecher war der spätere Mozarteumsdirektor Prof. Dr. Bernhard Paumgartner und Wolfgang von Karajan. Tom Bullus, der Engländer auf der schnellen NSU, setzte mit 7:59,5 min eine neue Rekordmarke, der Berliner Joachim von Morgen auf Bugatti blieb mit einer Zeit von 7:58,1 min nur knapp darunter.

Auch 1931 trumpfte der Engländer Tom Bullus mit einer neuerlichen Rekordzeit auf: 7:46,61 - das entspricht einer Schnittgeschwindigkeit von 91,9 km/h. Aber von Brauchitsch brauste mit seinem schweren Mercedes SSK in nur 7:45,36 (92,1 km/h) den Gaisberg hinauf. Nur Joachim von Morgen in seinem leichteren Bugatti schaffte es noch schneller: 7:44,05. Ein späterer Salzburger und auch aktiver Teilnehmer an diesem Bergrennen war bereits als Neunjähriger bei diesem dritten Gaisbergrennen als Zuschauer dabei: Helmut Krackowizer.

Das Rennen 1932 versank in Nebel und Regen und nur der große Caraciola auf Alfa Romeo war der einzige Rennfahrer, der bei diesem Rennen eine Zeit unter acht Minuten schaffte.

1933 fand dann vor dem Zweiten Weltkrieg das letzte Mal am Gaisberg ein Rennen statt. Und es brachte schließlich eine neue absolute Bestzeit, gefahren vom Italiener Conte Trossi auf Alfa Romeo in 7:42,5 min (92,6 km/h)

Nach dem Zweiten Weltkrieg

Nach dem Krieg gab es erstmals wieder am 8. August 1948 eine Gaisberg-Wertungsfahrt. Helmut Krackowizer auf BSA 350 mit 6:55,8 min gewann seine Klasse vor Helmut Volzwinkler auf Puch SGS in 6:56,6; er war in späteren Jahren auch als Platzsprecher und Pressechef für die Gaisbergrennen tätig war. Auch Willi Koch, Fahrschulbesitzer, fuhr bei dieser Wertungsfahrt mit.

Großer Bergpreis von Österreich

Nach einer Pause Pause von fast 20 Jahren begann am 15. August 1957 schließlich wieder internationaler Motorsport am Gaisberg mit dem ersten "Großen Bergpreis von Österreich". Vor 25.000 Zuschauern gewinnt der Schweizer Peter Daetwyler aus Zürich auf einem 2-Liter-Maserati den Borgward-Werksfahrer Hans Herrmann und Richard von Frankenberg auf Porsche RS auf der 8.625 m lange Strecke, die einen Höhenunterschied von 672 m überwindet. Dieser Bewerb zählte zur Europa-Bergmeisterschaft.

Vor dem Zweiten Weltkrieg gab es zwar nicht die Bezeichnung "Großer Bergpreis von Östereich", aber das erste Großglockner Rennen 1935 könnte man durchaus als einen solchen bezeichnen.

Rennleiter

Rennleiter zahlreicher Nachkriegsrennen am Gaisberg war Regierungsrat Fritz Stengl, dessen Vater (Franz Stengl) schon vor dem Zweiten Weltkrieg Rennleiter bei zahlreichen Veranstaltungen im Land Salzburg gewesen war und dessen Sohn Manfred ein erfolgreichen Motorradrennfahrer und Rennrodler war.

Motorradläufe

Motorradläufe gab es nur bei vier Veranstaltungen, da das Gaisbergrennen überwiegend eine Veranstaltung für Automobilrennen war. Hier wurden u. a. auch Berg-Europameisterschaftsläufe durchgeführt. Im Laufe der Jahre kam es leider auch zu mehreren tödlichen Unfällen, was letztlich auch ein Grund war, der zum Ende der Veranstaltung führte.

Das Ende der Veranstaltung

Unspektakulär verlief dann am 7. September 1969 das letzte Gaisbergrennen vor matten 10.000 Zuschauern. Es geschah noch einmal ein tödlicher Unfall (Toni Pelizzoni auf fiat Abarth 2000 P), was dann auch einer der Gründe war, weshalb der Berg nie wieder im Renntempo erstürmt wurde.

Seit 2003 finden nun wieder Gleichmäßigkeitsläufe für historische Automobile am Gaisberg statt. Diese Läufe werden mit Läufen auf dem Salzburgring und einem Stadtrundkurs kombiniert.

Details von Seinerzeit

  • Das Fahrerlager befand sich auf dem Parkplatz bei der alten Guggenthaler Brauerei; auch der Porschehof in der Stadt Salzburg diente als Fahrerlager;
  • Der Start: Da die Startlinie sich bereits bergwärts befand, gab es einen Keil, den ein Starthelfer hinter dem Motorrad bzw. unter das Hinterad bei Automobilen keilte. Der Starter selbst hatte noch die damals übliche große Stoppuhr in der Hand und begann die letzten fünf Sekunden mit den Fingern herunter zählenden vor den Augen der Rennfahrer; bei den geschlossenen Automobile gab es manchmal auch noch einen "Klaps" aufs Dach, damit der Fahrer ja nicht den Start verschlief!
  • Die Kommunikation wurde mit Feldtelefonen aufrecht erhalten; schon Tage vorher wurden Kilometer von Kabeln verlegt und mit der guten alten Kurbeltechnik die Gegenstelle angerufen;
  • Der Platzsprecher befand sich auf der Zistel-Alm und erhielt alle Informationen via vorher genannter Feldtelefone - natürlich nicht ganz zeitgleich zu den Geschehnissen, aber immerhin konnten die Zuschauer entlang der Strecke informiert werden.
  • Das Ziel befand sich knapp unterhalb des Gipfelparkplatzes, damit die Fahrzeuge noch eine Auslaufzone hatten; denn auf dem Parkplatz selbst mussten die Fahrzeuge aufgereiht bis zum Ende eines jeden Laufes warten - es wurde in zwei Läufen gefahren;

Salzburger Teilnehmer

Im Laufe der Jahre nahmen viele prominente Salzburger an diesem Rennen teil, wie zum Beispiel:


diese Auflistung ist nicht vollständig.

Literatur

  • "75 Jahre Gaisberg-Rennen", Dr. Siegfried C. Strasser. erschienen im Weishaupt Verlag, ISBN 3-7059-0195-8
  • "75 Jahre Gaisbergrennen", Hermann Schwarz, Herausgeber: Salzburg Rallye Club

Links

kurzer Film über das Gaisbergrennen 1933

Quellen