Hermann Wimmer: Unterschied zwischen den Versionen

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In kleinen Ort Hilprechtsham in der [[Innviertel|Innviertler]] Gemeinde Kirchberg geboren, verbrachte Hermann Wimmer Kindheit und frühe Schulzeit in der [[Flachgau]]er Gemeinde [[Seekirchen]]. Im Jahr [[1944]] kam er nach Pfaffstätt ([[Bezirk Braunau am Inn]]), von wo aus er die [[Hauptschule]] Mattighofen besuchte. Noch in der für die [[Katholische Kirche]] "bedrängten Zeit" der [[NS-Zeit|nationalsozialistischen Herrschaft]] fiel er beim Religionsunterricht in der Kirche dem Pfarrer auf. Im Jahr [[1946]] konnte er in die 3. Klasse des [[Erzbischöfliches Privatgymnasium Borromäum|Erzbischöflichen Privatgymnasiums Borromäum]] eintreten, wobei er Latein, das schon seit der 1. Klasse unterrichtet wurde, nachlernen musste. Einer seiner Lehrer in Geographie und Naturgeschichte war der [[MSC|Herz-Jesu]]-Pater Dr. Seidenschwarz. Die Reifeprüfung legte Wimmer im Jahr [[1952]] ab. Im Oktober desselben Jahres begann er, unterstützt von Freunden und Gönnern, an der Universität Innsbruck das Studium der Germanistik und der Geschichte, das er im November [[1957]] mit der Ablegung der Lehramtsprüfung abschloss.  
 
In kleinen Ort Hilprechtsham in der [[Innviertel|Innviertler]] Gemeinde Kirchberg geboren, verbrachte Hermann Wimmer Kindheit und frühe Schulzeit in der [[Flachgau]]er Gemeinde [[Seekirchen]]. Im Jahr [[1944]] kam er nach Pfaffstätt ([[Bezirk Braunau am Inn]]), von wo aus er die [[Hauptschule]] Mattighofen besuchte. Noch in der für die [[Katholische Kirche]] "bedrängten Zeit" der [[NS-Zeit|nationalsozialistischen Herrschaft]] fiel er beim Religionsunterricht in der Kirche dem Pfarrer auf. Im Jahr [[1946]] konnte er in die 3. Klasse des [[Erzbischöfliches Privatgymnasium Borromäum|Erzbischöflichen Privatgymnasiums Borromäum]] eintreten, wobei er Latein, das schon seit der 1. Klasse unterrichtet wurde, nachlernen musste. Einer seiner Lehrer in Geographie und Naturgeschichte war der [[MSC|Herz-Jesu]]-Pater Dr. Seidenschwarz. Die Reifeprüfung legte Wimmer im Jahr [[1952]] ab. Im Oktober desselben Jahres begann er, unterstützt von Freunden und Gönnern, an der Universität Innsbruck das Studium der Germanistik und der Geschichte, das er im November [[1957]] mit der Ablegung der Lehramtsprüfung abschloss.  
  
Während des Studiums hatte er "Heilpraktiker" Pater Dr. Seidenschwarz besucht, der ihm eine Anstellung am Gymnasium der Ordenskongregation in Aussicht stellte. Den Probedienst absolvierte er bis Juli [[1958]] am damaligen Bundesgymnasium Salzburg (dem heutigen [[Akademisches Gymnasium Salzburg|Akademischen Gymnasium]]) und danach bis Ende April [[1959]] am Privatgymnasium Liefering.
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Seit seiner Kindheit in Kirchberg war Hermann Wimmer auch mit [[Hermann Sporrer]] befreundet, der ebenfalls am Borromäum maturiert und in Innsbruck  studiert hatte und mittlerweile in die [[Herz-Jesu-Missionare|Ordensgemeinschaft der Herz-Jesu-Missionare]] eingetreten war. Und während des Studiums hatte er "Heilpraktiker" Pater Dr. Seidenschwarz besucht, der ihm eine Anstellung am Gymnasium der Ordenskongregation in Aussicht gestellt hatte. Diesen Weg schlug Wimmer nun ein. Den Probedienst absolvierte er bis Juli [[1958]] am damaligen Bundesgymnasium Salzburg (dem heutigen [[Akademisches Gymnasium Salzburg|Akademischen Gymnasium]]) und danach bis Ende April [[1959]] am Privatgymnasium Liefering.
  
 
Bereits während des Schuljahrs 1957/58 hatte er den Deutschunterricht in der 2. Klasse in Deutsch übernommen. Seit 1958 unterrichtete Hermann Wimmer am Privatgymnasium Liefering als Vertragslehrer für Deutsch und Geschichte einschließlich Politischer Bildung. Im Jahr [[1962]] wurde er in ein Bundesdienstverhältnis übernommen, 1966 zum definitiven Professor ernannt. Im März [[1993]] wurde ihm der Titel "Oberstudienrat" verliehen. Er war Stellvertreter des Direktors, betreute jahrelang die Lehrmittel für Geographie und Geschichte samt Diasammlung und verwaltete später die Lehrerbibliothek. [[1995]] trat er in den Ruhestand.
 
Bereits während des Schuljahrs 1957/58 hatte er den Deutschunterricht in der 2. Klasse in Deutsch übernommen. Seit 1958 unterrichtete Hermann Wimmer am Privatgymnasium Liefering als Vertragslehrer für Deutsch und Geschichte einschließlich Politischer Bildung. Im Jahr [[1962]] wurde er in ein Bundesdienstverhältnis übernommen, 1966 zum definitiven Professor ernannt. Im März [[1993]] wurde ihm der Titel "Oberstudienrat" verliehen. Er war Stellvertreter des Direktors, betreute jahrelang die Lehrmittel für Geographie und Geschichte samt Diasammlung und verwaltete später die Lehrerbibliothek. [[1995]] trat er in den Ruhestand.
  
Wimmer wusste neben anspruchsvollem Unterricht durch tiefgründiges Wissen und mancherlei Eigenarten zu unterhalten. Er galt als fordernder und eher streng benotender, aber gerechter Lehrer. Seine Schülerfreundlichkeit verbarg er gerne hinter einer vermeintlich strengen Fassade. Seine Eigenheit, besonders bei nachdrücklicher Rede die Zähne zu blecken, trug ihm bei den Schülern den Spitznamen "Fletsch" ein.
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Wimmer wusste neben anspruchsvollem Unterricht durch tiefgründiges Wissen − zu seinen Spezialgebieten gehörten das [[Mittelalter]] und dessen Geschichte  und Literatur sowie die historischen und geopolitischen Entwicklungen Europas − und mancherlei Eigenarten zu unterhalten. Er galt als fordernder und eher streng benotender, aber gerechter Lehrer. Seine Schülerfreundlichkeit verbarg er gerne hinter einer vermeintlich strengen Fassade. Seine Eigenheit, besonders bei nachdrücklicher Rede die Zähne zu blecken, trug ihm bei den Schülern den Spitznamen "Fletsch" ein. Seine Liebe zur Natur und zum Wandern zeigten sich schulisch in vielen schönen Wandertagszielen.
  
 
== Quellen ==
 
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* [[Altlieferinger]]-Webseite: [https://www.altlieferinger.at/175-hermann-wimmer-verstorben ''Hermann Wimmer verstorben.]
 
* [[Altlieferinger]]-Webseite: [https://www.altlieferinger.at/175-hermann-wimmer-verstorben ''Hermann Wimmer verstorben.]
 
* Erinnerungen des [[Benutzer:Karl Irresberger|Artikelverfassers Karl Irresberger]], der von Prof. Wimmer acht Jahre lang unterrichtet wurde.
 
* Erinnerungen des [[Benutzer:Karl Irresberger|Artikelverfassers Karl Irresberger]], der von Prof. Wimmer acht Jahre lang unterrichtet wurde.
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* Reden anlässlich der Aussegnung am 7. Jänner 2026
  
 
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Version vom 28. Januar 2026, 02:37 Uhr

Oberstudienrat Prof. Hermann Wimmer (* 19. Februar 1932 in Kirchberg bei Mattighofen, ; † 20. Dezember 2025) war viele Jahre lang als Professor für Deutsch und Geschichte am Privatgymnasium der Herz-Jesu-Missionare im Salzburger Stadtteil Liefering tätig und war eines der profiliertesten Mitglieder des dortigen Lehrkörpers.

Leben

In kleinen Ort Hilprechtsham in der Innviertler Gemeinde Kirchberg geboren, verbrachte Hermann Wimmer Kindheit und frühe Schulzeit in der Flachgauer Gemeinde Seekirchen. Im Jahr 1944 kam er nach Pfaffstätt (Bezirk Braunau am Inn), von wo aus er die Hauptschule Mattighofen besuchte. Noch in der für die Katholische Kirche "bedrängten Zeit" der nationalsozialistischen Herrschaft fiel er beim Religionsunterricht in der Kirche dem Pfarrer auf. Im Jahr 1946 konnte er in die 3. Klasse des Erzbischöflichen Privatgymnasiums Borromäum eintreten, wobei er Latein, das schon seit der 1. Klasse unterrichtet wurde, nachlernen musste. Einer seiner Lehrer in Geographie und Naturgeschichte war der Herz-Jesu-Pater Dr. Seidenschwarz. Die Reifeprüfung legte Wimmer im Jahr 1952 ab. Im Oktober desselben Jahres begann er, unterstützt von Freunden und Gönnern, an der Universität Innsbruck das Studium der Germanistik und der Geschichte, das er im November 1957 mit der Ablegung der Lehramtsprüfung abschloss.

Seit seiner Kindheit in Kirchberg war Hermann Wimmer auch mit Hermann Sporrer befreundet, der ebenfalls am Borromäum maturiert und in Innsbruck studiert hatte und mittlerweile in die Ordensgemeinschaft der Herz-Jesu-Missionare eingetreten war. Und während des Studiums hatte er "Heilpraktiker" Pater Dr. Seidenschwarz besucht, der ihm eine Anstellung am Gymnasium der Ordenskongregation in Aussicht gestellt hatte. Diesen Weg schlug Wimmer nun ein. Den Probedienst absolvierte er bis Juli 1958 am damaligen Bundesgymnasium Salzburg (dem heutigen Akademischen Gymnasium) und danach bis Ende April 1959 am Privatgymnasium Liefering.

Bereits während des Schuljahrs 1957/58 hatte er den Deutschunterricht in der 2. Klasse in Deutsch übernommen. Seit 1958 unterrichtete Hermann Wimmer am Privatgymnasium Liefering als Vertragslehrer für Deutsch und Geschichte einschließlich Politischer Bildung. Im Jahr 1962 wurde er in ein Bundesdienstverhältnis übernommen, 1966 zum definitiven Professor ernannt. Im März 1993 wurde ihm der Titel "Oberstudienrat" verliehen. Er war Stellvertreter des Direktors, betreute jahrelang die Lehrmittel für Geographie und Geschichte samt Diasammlung und verwaltete später die Lehrerbibliothek. 1995 trat er in den Ruhestand.

Wimmer wusste neben anspruchsvollem Unterricht durch tiefgründiges Wissen − zu seinen Spezialgebieten gehörten das Mittelalter und dessen Geschichte und Literatur sowie die historischen und geopolitischen Entwicklungen Europas − und mancherlei Eigenarten zu unterhalten. Er galt als fordernder und eher streng benotender, aber gerechter Lehrer. Seine Schülerfreundlichkeit verbarg er gerne hinter einer vermeintlich strengen Fassade. Seine Eigenheit, besonders bei nachdrücklicher Rede die Zähne zu blecken, trug ihm bei den Schülern den Spitznamen "Fletsch" ein. Seine Liebe zur Natur und zum Wandern zeigten sich schulisch in vielen schönen Wandertagszielen.

Quellen