Stadttore in Salzburg: Unterschied zwischen den Versionen
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Version vom 19. November 2015, 20:30 Uhr
Von den zahlreichen Stadtoren in Salzburg sind noch einige erhalten geblieben.
Allgemeines
Stadttore hatten in früheren Zeiten wichtige Funktionen. Man konnte genau kontrollieren, wer in die Stadt wollte oder sie verließ. Diese Tore wurden während der Nacht verschlossen und kam jemand nach der Schließzeit, so musste er entweder bis zum nächsten Morgen warten oder gegen Bezahlung eines Torgeldes, eine Art Strafsteuer, eingelassen.
Auch konnte man so einfach Zölle von durchreisenden Händlern erheben. Und in Kriegszeiten dienten manche von ihnen auch als Teil der Stadtbefestigung.
Alle Stadttoren waren rund um die Uhr von Wächtern oder Wärtern bewohnt. Noch heute kann man bei manchen Toren deren "Wohnungen" über den Toren sehen.
Die Tore
Im Altstadtbereich
- Bärengässchentor im Bärengässchen
- die Gstättentore:
- innere Gstättentor, das Schleifertor
- äußere Gstättentor, das Klausentor
- Hagenauertor, auch Löchlbogen genannt, war ein altes Tränktor vom Hagenauerplatz hinunter zum heutigen Ferdinand-Hanusch-Platz
- Klampferertor in der Verlängerung des Alten Marktes zur Salzburg
- Kajetanertor beim heutigen Salzburger Landesgericht
- Laufener Tor, auch Lieferinger- oder Schergentor genannt, am Beginn der Gaswerkgasse, 1962 abgerissen
- Michaelitor am Mozartplatz zur Salzach
- Müllegger Tor, auch Reichenhaller oder Grimmingtor genannt, im heutigen Salzburger Landeskrankenhaus
- Salzachtor im Salzachgässchen in Mülln
- Kumpfmühlentor, heute am Dr.-Wilfried-Haslauer-Platz Nr. 4
- die Schanzltore, auch Nonntaler Tore genannt, bei der Erentrudisschanze in Nonntal
- Wartelsteintor in der Augustinergasse 12, Mülln, das bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts bestand
Sonderfall
- Das Sigmundstor war kein Stadttor im herkömmlichen Sinn, sondern verband die Altstadt mit der Riedenburg.
Im Neustadtbereich
- Bergstraßentor (auch: Lodron-Bogen), das sich an der Ecke Mirabellplatz - Paris-Lodron-Straße befand
- die Lederertore:
- Äußere Lederertor, auch St. Vitals-Tor genannt
- Innere Ledertor, wo heute die Theatergasse ist
- die Ostertore (von nach Osten führend):
- Innere Ostertor war etwa dort, wo sich heute in der Linzer Gasse das Gablerbräu befindet
- Äußere Ostertor, auch Sebastianstor genannt, war nach der St.-Sebastian-Kirche stadtauswärts in der Linzer Gasse
- die Linzertore, die unter Erzbischof Paris Graf Lodron im Rahmen der Erweiterung der Stadtbefestigungen errichtet wurden:
- Innere Linzer Tor
- Äußere Linzer Tor, auch Sebastianstor genannt, das noch weiter als das Äußere Ostertor stand
- Äußerste Linzer Tor, auch Rupertitor oder Ravelintor genannt, befand sich bereits außerhalb der Stadtbefestigung in Richtung Gnigl
- Mirabelltor, auch Virgiltor genannt, stand etwa dort, wo heute die Franz-Josef-Straße beim Mirabellgarten beginnt
- die Steintore:
- Innere Steintor in der Steingasse
- Äußere Steintor, 1477, auch Pyrglsteinstor (Bürglstein) genannt, beim heutigen Äußeren Stein
- Tränktor beim Bad[1], dort, wo heute sich die Staatsbrücke befindet
Fußnote
Literatur
- Kirchschlager, Walter: Salzburger Stadttore, ein historischer Spaziergang entlang der Stadtmauern, Edition Salis, Verlag der Salzburger Druckerei, 1. Auflage, 1985, ISBN 3-85338-149-9[1]
Quellen
Lehrerarbeitsgemeinschaft am Pädagogischen Institut Salzburg unter der Leitung von Josef Hübl: Heimatkunde Stadt Salzburg, Salzburger Druckerei, Ausgabe Mai 1974
- Hübner, Lorenz: Beschreibung der hochfürstlich-erzbischöflichen Haupt- und Residenzstadt Salzburg und ihrer Gegenden verbunden mit ihrer ältesten Geschichte', Erster Band (Topographie), Salzburg 1792. S. 359 f.