Änderungen

K
keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 1: Zeile 1: −
[[File:Acrocercops brongniardella adult.jpg|thumb]]
+
[[File:Acrocercops brongniardella adult.jpg|thumb|Acrocercops brongniardella]]
'''Acrocercops brongniardella''' (''Tinea brongniardella'' Fabricius, 1798: 496) ist eine [[Glossar Biologie#A|Art]] aus der [[Glossar Biologie#O|Ordnung]] [[Lepidoptera]], [[Glossar Biologie#F|Familie]] [[Gracillariidae]] (Miniermotten).
+
'''Acrocercops brongniardella''' (''Tinea brongniardella'' Fabricius, 1798: 496) ist eine [[Glossar Biologie#A|Art]] aus der [[Glossar Biologie#O|Ordnung]] [[Lepidoptera]] ([[Schmetterling]]e), [[Glossar Biologie#F|Familie]] [[Gracillariidae]] (Miniermotten oder Blatt-Tütenmotten).
    
==Diagnose==
 
==Diagnose==
Obwohl viele Gracillariidae-Arten eine ähnliche Färbung und Zeichnung der Vorderflügel aufweisen, ist diese bei ''A. brongniardella'', in Kombination mit den schmalen Flügeln, meist charakteristisch. Unverwechselbar sind die oberseitigen, großen weißen Platzminen an Eichenblättern, denen ein silberweißer Gang vorausgeht.
+
Obwohl viele Gracillariidae-Arten eine ähnliche Färbung und Zeichnung der Vorderflügel aufweisen, ist diese bei ''A. brongniardella'', in Kombination mit den schmalen Flügeln, meist charakteristisch. Unverwechselbar sind die oberseitigen, großen weißen Platzminen an [[Eiche]]nblättern, denen ein silberweißer Gang vorausgeht.
    
==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>==
 
==Verbreitung, Lebensraum und Phänologie<ref>siehe [[Glossar Biologie#P|Phänologie]]</ref>==
''A. brongniardella'' wurde bisher erst dreimal in [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] gefunden. Der Erstnachweis stammt von [[Karl Philipp Mitterberger]] (1909) vom [[17. Juli]] [[1908]] aus [[Leopoldskron-Moos (Gemeinde)|Leopoldskron-Moos]] ([[Flachgau]], Zone Ia nach Embacher et al. 2011). Das zweite Mal wurde die Art dann am [[17. September]] [[1987]] in [[Bürmoos]] durch [[Heimo Nelwek]] (Zone I nach Embacher et al. 2024) und schließlich noch [[1996]] in [[Kasern]] (wieder Zone Ia) durch den Fund einiger Raupen nachgewiesen. Alle Fundorte liegen in rund 430 bis 440 [[m ü. A.|Höhe]]. Lebensraum in Kasern war der Rand eines Laubmischwaldes. Die Generationsfolge in [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] ist unklar, die Raupen wurden im Mai, die [[Glossar_Biologie#I|Imagines]] im Juli und September gefunden (Daten nach [[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] &amp; [[Marion Kurz|Kurz]] 2025).
+
''A. brongniardella'' wurde bisher erst dreimal in [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] gefunden. Der Erstnachweis stammt von [[Karl Philipp Mitterberger]] (1909) vom [[17. Juli]] [[1908]] aus [[Leopoldskron-Moos]] (Zone Ia nach Embacher et al. 2011). Das zweite Mal wurde die Art dann am [[17. September]] [[1987]] in [[Bürmoos]] durch [[Heimo Nelwek]] (Zone I nach Embacher et al. 2024) und schließlich noch [[1996]] in [[Kasern]] (wieder Zone Ia) durch den Fund einiger Raupen nachgewiesen. Alle Fundorte liegen in rund 430 bis 440 [[m ü. A.|Höhe]]. Lebensraum in Kasern war der Rand eines Laubmischwaldes. Die Generationsfolge in Salzburg ist unklar, die Raupen wurden im Mai, die [[Glossar_Biologie#I|Imagines]] im Juli und September gefunden (Daten nach [[Michael Kurz (Wissenschafter)|Kurz]] &amp; [[Marion Kurz|Kurz]] 2025).
    
==Nachbarfaunen==
 
==Nachbarfaunen==
Abgesehen vom Burgenland wurde ''A. brogniardella'' bereits in allen österreichischen Bundesländern nachgewiesen (Huemer 2013). Auch Klimesch (1990) meldet sie für Oberösterreich aus allen drei Landesteilen. In Bayern dagegen fehlen Funde aus dem voralpinen Hügel- und Moorland (Alpenvorland) und den Alpen. In den übrigen drei Naturräumen liegen allerdings rezente Nachweise vor (Haslberger & Segerer 2016).
+
Abgesehen vom Burgenland wurde ''A. brogniardella'' bereits in allen österreichischen Bundesländern nachgewiesen (Huemer 2013). Auch Klimesch (1990) meldet sie für Oberösterreich aus allen drei Landesteilen. In [[Bayern]] dagegen fehlen Funde aus dem voralpinen Hügel- und Moorland ([[Alpenvorland]]) und den [[Alpen]]. In den übrigen drei Naturräumen liegen allerdings rezente Nachweise vor (Haslberger & Segerer 2016).
    
==Biologie und Gefährdung==
 
==Biologie und Gefährdung==
Über die Biologie der Art ist aus [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] nichts bekannt. Die Raupen leben in einer großen Platzmine auf der Oberseite von [[Eiche]]nblättern (in [[Salzburg (Bundesland)|Salzburg]] an ''[[Quercus robur]]''), welche sich von den teils ähnlichen Minen anderer [[Insekten]] durch die rein silberweiße Farbe unterscheidet und die meist mit einem silberweißen Anfangsgang beginnt. Die Mine kann manchmal das ganze Blatt einnehmen. Obwohl ''A. brongniardella'' bei uns sehr selten zu sein scheint, ist eine Beurteilung einer eventuellen Gefährdung auf Basis der zu geringen Datenlage nicht möglich (Einstufung DD nach Embacher et al. 2024).
+
Über die Biologie der Art ist aus Salzburg nichts bekannt. Die Raupen leben in einer großen Platzmine auf der Oberseite von [[Eiche]]nblättern (in Salzburg an ''[[Quercus robur]]''), welche sich von den teils ähnlichen Minen anderer [[Insekten]] durch die rein silberweiße Farbe unterscheidet und die meist mit einem silberweißen Anfangsgang beginnt. Die Mine kann manchmal das ganze Blatt einnehmen. Obwohl ''A. brongniardella'' bei uns sehr selten zu sein scheint, ist eine Beurteilung einer eventuellen Gefährdung auf Basis der zu geringen Datenlage nicht möglich (Einstufung DD nach Embacher et al. 2024).
    
==Weiterführende Informationen==
 
==Weiterführende Informationen==
Zeile 22: Zeile 22:  
*Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp.
 
*Huemer, P. 2013. Die Schmetterlinge Österreichs (Lepidoptera). Systematische und faunistische Checkliste. Studiohefte 12. Tiroler Landesmuseum Innsbruck: 304 pp.
 
*Klimesch, J. 1990. Die Schmetterlinge Oberösterreichs, Teil 6. Microlepidoptera I. Ent. Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum Linz: 1–332.
 
*Klimesch, J. 1990. Die Schmetterlinge Oberösterreichs, Teil 6. Microlepidoptera I. Ent. Arbeitsgemeinschaft am O.Ö. Landesmuseum Linz: 1–332.
*Kurz, M. A. & M. E. Kurz 2000–2025. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2025.04.30].
+
*Kurz, M. A. & &amp; [[Marion Kurz|M. E. Kurz]] 2000–2025. Naturkundliches Informationssystem. URL: http://www.nkis.info [online 2025.04.30].
 
* [[Karl Philipp Mitterberger|Mitterberger, K.]] 1909. Verzeichnis der im [[Kronland Salzburg|Kronlande Salzburg]] bisher beobachteten Mikrolepidopteren (Kleinschmetterlinge). – In: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] 49: [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19090003&zoom=2&seite=00000195 195-552].
 
* [[Karl Philipp Mitterberger|Mitterberger, K.]] 1909. Verzeichnis der im [[Kronland Salzburg|Kronlande Salzburg]] bisher beobachteten Mikrolepidopteren (Kleinschmetterlinge). – In: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] 49: [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?apm=0&aid=slk&datum=19090003&zoom=2&seite=00000195 195-552].