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| | [[1771]] wurde in Bundschuh eine neue Schichtenordnung eingeführt, die dann ein Jahr lang Gültigkeit hatte. Häuer und Förderer mussten demnach in 14 Tagen 110 Stunden bei der Arbeit zubringen. Ungefähr 100 Arbeiter waren in diesem Hüttenbetrieb angestellt. | | [[1771]] wurde in Bundschuh eine neue Schichtenordnung eingeführt, die dann ein Jahr lang Gültigkeit hatte. Häuer und Förderer mussten demnach in 14 Tagen 110 Stunden bei der Arbeit zubringen. Ungefähr 100 Arbeiter waren in diesem Hüttenbetrieb angestellt. |
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| − | Der Hochofen wurde von den [[Gewerke]]n Neuper und Pesendorfer im Jahre [[1862]] errichtet und war damals einer der modernsten in ganz Österreich. Der um 1865 zwischen Hochofen und Gebläsehaus installierte Winderhitzer stellt heute eine wahre Rarität der Technikgeschichte dar. Um 1880 war das Gebiet um [[Bundschuh]] eines der größten Bergbaureviere Salzburgs. Eisenerz wurde damals in [[Kendlbruck]] und in [[Schönfeld]] abgebaut. Der Konkurrenzdruck steirischer Hütten und die schwefelhaltigen, schwer verhüttbaren Erze hier in Bundschuh führten [[1885]] zur Einstellung der Bundschuher Roheisenproduktion. Der gesamte Werkskomplex wurde verkauft, da die Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegeben war. | + | Der Hochofen wurde von den [[Gewerke]]n Neuper und Pesendorfer im Jahre [[1862]] errichtet und war damals einer der modernsten in ganz Österreich. Die Besonderheit des Bundschuher Hochofens besteht darin, dass dieser bereits mit einem gichtgasbeheizten Röhren-Winderhitzer ("Staffordshire-Apparat") arbeitete, der heute als das wahrscheinlich einzige in situ erhaltene Gerät dieser Art im deutschsprachigen Raum, wenn nicht in ganz Europa, gilt. Er wurde um 1885 errichtet und stellt heute eine wahre Rarität der Technikgeschichte dar. |
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| | + | Um 1880 war das Gebiet um [[Bundschuh]] eines der größten Bergbaureviere Salzburgs. Eisenerz wurde damals in [[Kendlbruck]] und in [[Schönfeld]] abgebaut. Der Konkurrenzdruck steirischer Hütten und die schwefelhaltigen, schwer verhüttbaren Erze hier in Bundschuh führten [[1885]] zur Einstellung der Bundschuher Roheisenproduktion. Der gesamte Werkskomplex wurde verkauft, da die Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegeben war. |
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| | Von [[1901]] bis [[1903]] wurde unter den Pächtern der steirische Firma E. Bleckmann’s Phönix–Stahlwerke nochmals Roheisen erzeugt, danach wurde das Werk endgültig stillgelegt. Seit 1926 befindet sich die Herrschaft Ramingstein-Bundschuh samt der Hochofenanlage Franzenshütte in [[Schwarzenberg, Fürsten|Schwarzenberg’schem]] Eigentum. | | Von [[1901]] bis [[1903]] wurde unter den Pächtern der steirische Firma E. Bleckmann’s Phönix–Stahlwerke nochmals Roheisen erzeugt, danach wurde das Werk endgültig stillgelegt. Seit 1926 befindet sich die Herrschaft Ramingstein-Bundschuh samt der Hochofenanlage Franzenshütte in [[Schwarzenberg, Fürsten|Schwarzenberg’schem]] Eigentum. |
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| | + | == Das Museum == |
| | + | Die Hochofenanlage in Bundschuh stellt ein Wirtschaftsdenkmal aus dem industriellen Bereich und eine montanhistorische Besonderheit dar. [[1975]] wurde er vom [[Verein zur Erhaltung der Schmelzanlage Bundschuh]] erstmals restauriert. Seit [[1984]] ist in der „Franzenshütte“, Gebläsehaus der Schmelzanlage, ein sehenswertes „Hochofenmuseum Franzenshütte“ eingerichtet. |
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| | + | Im Museum werden interessante Gerätschaften, Knappengezähe (Werkzeug), Stollenfundstücke, eine Bergschmiede, Schlitten für den Erz- und Kohlebetrieb, Lungauer Mineralien, Bundschuher Roheisen und vieles andere mehr gezeigt. Der Besucher erhält einen Einblick in die Arbeitswelt der Bergleute um 1860. Mit Röstöfen, Teilen des Kohlenbarrens, Gebläsehaus, Hochofen, Gewerken- und Personalhaus, Gasthaus für die Hüttenarbeiter und dem Kalkofen ist es ein weitgehend vollständiges Industrie-Ensemble und steht unter Denkmalschutz. |
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| | + | [[1994]] wurde auf Initiative von Dr. [[Wolfgang Vetters]] und Felix Lackner das Projekt "''Schätze aus Salzburgs Boden''" aus der Taufe gehoben. [[1997]] wurde der gleichnamige Verein unter dem Obmann Univ. Prof. Dr. [[Heinz Dopsch]] gegründet, mit dem Ziel, die noch vorhandenen Spuren des ehemaligen Bergbaues im ganzen Land Salzburg sichtbar zu machen sowie die geowissenschaftlich interessanten Punkte für die Öffentlichkeit aufzubereiten. Thomatal-Bundschuh konnte, aufgrund des Vorhandenseins so vieler montanhistorisch bedeutender Baulichkeiten, als Modellgemeinde für diese einheitliche Darstellung den Zuschlag erhalten. Das Projekt hat sich in weiterer Folge über den gesamten Lungau erstreckt. |
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| − | Die Hochofenanlage in Bundschuh stellt ein Wirtschaftsdenkmal aus dem industriellen Bereich und eine montanhistorische Besonderheit dar. [[1975]] wurde er vom [[Verein zur Erhaltung der Schmelzanlage Bundschuh]] erstmals restauriert. Seit [[1984]] ist in der „Franzenshütte“, Gebläsehaus der Schmelzanlage, ein sehenswertes „[[Hochofenmuseum Franzenshütte]]“ eingerichtet.
| + | Im Jahr [[2011]]–2012 wurde das Museum ausgebaut und unter fachlicher Anleitung neu gestaltet. Seit der Wiedereröffnung am [[2. Juni]] [[2012]] erwartet den Besucher in der Hochofenanlage "Franzenshütte" ein komplett neues, alle Sinne ansprechendes Museum. |
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| | ==Bildergalerie== | | ==Bildergalerie== |
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| | * Salzburgwiki-Artikel | | * Salzburgwiki-Artikel |
| | * {{Quelle LN|3. September 2014}} | | * {{Quelle LN|3. September 2014}} |
| | + | * [https://service.salzburg.gv.at/museen/detail.do?museumId=2770 service.salzburg.gv.at] |
| | * [http://lungau.de/erzweg/kendlbruck/hochofenanlage.htm lungau.de/erzweg/kendlbruck/hochofenanlage] | | * [http://lungau.de/erzweg/kendlbruck/hochofenanlage.htm lungau.de/erzweg/kendlbruck/hochofenanlage] |
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| − | {{SORTIERUNG: Bundschuh, Schmelzanlage}} | + | {{SORTIERUNG: Hochofen Franzenshütte}} |
| | [[Kategorie:Wirtschaft]] | | [[Kategorie:Wirtschaft]] |
| | [[Kategorie:Bergbau]] | | [[Kategorie:Bergbau]] |