Fremdenverkehr in Stadt und Land Salzburg: Unterschied zwischen den Versionen

Aus SALZBURGWIKI
Zur Navigation springen Zur Suche springen
korrigiert und gekürzt
 
(35 dazwischenliegende Versionen von 2 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
{{Dieser Artikel|bietet eine Übersicht über den Fremdenverkehr im [[Bundesland Salzburg]]. Der Artikel "[[Fremdenverkehr allgemein]]" erläutert den Begriff allgemein.}}
Der '''Fremdenverkehr''' in [[Salzburg|Stadt]] und [[Salzburg (Bundesland)|Land Salzburg]] ist ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor, durch den Tausende von Arbeitsplätzen entstanden sind und erhalten werden können.
Der '''Fremdenverkehr''' in [[Salzburg|Stadt]] und [[Salzburg (Bundesland)|Land Salzburg]] ist ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor, durch den Tausende von Arbeitsplätzen entstanden sind und erhalten werden können.


==Was ist Fremdenverkehr==
== Was ist Fremdenverkehr ==
:'' Hauptartikel: [[Fremdenverkehr allgemein]]''
:''Hauptartikel [[Fremdenverkehr allgemein]]''
Eine der ersten wissenschaftlichen Definitionen aus den [[1920er]]-Jahren stammt von Paul Neff: "''die Gesamtheit aller Bewegungen von Personen, die aus wirtschaftlichen, kulturellen Gründen, zu beruflichen, sportlichen, gesundheitlichen und vergnüglichen Zwecken ihren Wohnsitz, ohne Aufgabe der mit ihm verbundenen rechtlichen und wirtschaftlichen Beziehungen, zu vorübergehenden Aufenthalt verlassen".


„''Fremdenverkehr ist der Inbegriff der Beziehungen und Erscheinungen, die sich aus der Reise und dem Aufenthalt Ortsfremder ergeben, sofern durch den Aufenthalt keine Niederlassung begründet und damit keine Erwerbstätigkeit verbunden wird“'', so wiederum erklärten die zwei Schweizer Tourismusexperten Walter Hunziker und Kurt Krapf [[1942]] das Phänomen ''Fremdenverkehr''.  
Eine der ersten wissenschaftlichen Definitionen stammt aus den [[1920er]]‑Jahren von Paul Neff: 
"die Gesamtheit aller Bewegungen von Personen, die aus wirtschaftlichen, kulturellen Gründen, zu beruflichen, sportlichen, gesundheitlichen und vergnüglichen Zwecken ihren Wohnsitz, ohne Aufgabe der mit ihm verbundenen rechtlichen und wirtschaftlichen Beziehungen, zu vorübergehendem Aufenthalt verlassen".


Beides Standarderklärungen, die noch heute Gültigkeit haben und an Fremdenverkehrsschulen unterrichtet werden <ref>vergleiche Ernst Spatt ''Allgemeine Fremdenverkehrslehre'', [[1975]], Innsbruck, Inn-Verlag, ISBN 3-85123-018-3<ref/>.
Walter Hunziker und Kurt Krapf definierten [[1942]]:  
"Fremdenverkehr ist der Inbegriff der Beziehungen und Erscheinungen, die sich aus der Reise und dem Aufenthalt Ortsfremder ergeben, sofern durch den Aufenthalt keine Niederlassung begründet und damit keine Erwerbstätigkeit verbunden wird".


Das Wort ''Tourismus'' (aus dem Französischen kommend ''le tour'': Rundreise) ist zwar schon im [[19. Jahrhundert]] in Gebrauch. In Verbindung mit ''Fremdenverkehr'' findet dieses Wort jedoch erst in der zweiten Hälfte des [[20. Jahrhundert]]s Eingang. Somit ist aus der Sicht des Autors dieses Artikels die Verwendung ''Fremdenverkehr'' wohl als Überbegriff zu verwenden. Und Salzburg hat somit ''Fremdenverkehr'' und nicht ''Tourismus''.
Beide Definitionen gelten auch im [[21. Jahrhundert]] und werden an Fremdenverkehrsschulen weiterhin gelehrt.<ref>Ernst Spatt: "Allgemeine Fremdenverkehrslehre", 1975, Innsbruck, Inn‑Verlag, ISBN 3‑85123‑018‑3</ref>


==Geschichte==
== Wort im Wandel der Zeit ==
''Fremdenverkehr'' im Sinne von ''Reisen'' findet sich bereits in den letzten Jahrhunderten des ersten Jahrtausends nach Christi mit dem Einsetzen von Pilgerreisen. Pilger waren die ersten ''Touristen'', die aus religiösen Gründen oft weit entfernte (Reise-)Pilgerziele ansteuerten. Hier wäre der Pilgerweg nach Santiago de Compostela, Spanien - der ''Jakobsweg'', an erster Stelle zu erwähnen. Die Pilgerschaft dorthin ist seit [[930]] nachgewiesen. Auch einige Wege durch das Salzburger Land sind wohl schon damals begangenen worden, wenn man zu diesem etwa 3.000 Kilometer entfernten Wallfahrtsziel aufgebrochen war (fälschlicherweise werden diese Abschnitte heute neu wieder entdeckt unter dem Titel "Jakobsweg"; denn dieser begann und beginnt auch noch heute in Südfrankreich in der Nähe der Pyrenäen).
Das Wort "Tourismus" (französisch "tourisme", von "le tour" = Rundreise) war bereits im [[19. Jahrhundert]] gebräuchlich, fand jedoch erst in der zweiten Hälfte des [[20. Jahrhundert]]s breitere Verwendung. Aus sprachlicher Sicht ist "Fremdenverkehr" der präzisere Begriff, da er die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen des Aufenthalts Ortsfremder beschreibt.


Pilgerhospize bildeten in Tagesetappen von 30 bis 40 km die ersten Unterkünfte, meist von Klöstern betrieben. Zunächst waren Unterkunft und Verpflegung umsonst, im Mittelalter begannen dann auch erste ''Wirtschaften'' dies gegen Bezahlung anzubieten. Es entwickelte sich auch der ''Geschäftstourismus'': Handelsherren reisten, um Waren einzukaufen oder zu verkaufen (siehe auch [[Handel (historisch)]]). Im Land Salzburg boten die [[Tauernhäuser]] entlang der Reiserouten über die [[Hohe Tauern|Hohen Tauern]] Unterkunftsmöglichkeiten.
Begriffe wie "Fremdenzimmer" oder "Fremdenverkehr" erhielten im Zeitalter des Massen‑Tourismus einen negativen Beiklang. Neue Begriffe wie "Gastfreundschaft" oder "Urlaubsgäste" setzten sich durch. Dieser sprachliche Wandel trug dazu bei, dass "Tourismus" heute häufiger verwendet wird, obwohl "Fremdenverkehr" weiterhin der korrektere Begriff für die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen ist.


In der Renaissance und späteren Zeitabschnitten reiste man auch der Bildung wegen, denken wir an die Reisen von Goethe oder auch [[Wolfgang Amadeus Mozart]] nach Italien. Letzerer unternahm wohl aber auch aus Ehrgeiz seines Vaters so manche Reise als Kind.
Noch in der Sonderbeilage der "[[Salzburger Nachrichten]]" "Wintersport" vom [[23. November]] [[1985]] wurde ausschließlich das Wort "Fremdenverkehr" verwendet.


Wann dann ''Fremdenverkehr'' in der heutigen Form einsetzte, darf umstritten bleiben. Die österreichische Tourismusfachzeitschrift ''tourist austria'' berichtete im Frühjahr [[2007]] von einer interessanten Urkunde aus dem Jahr [[1838]]. Aus dieser geht hervor, dass ein gewisser Josef Hinterseer in Salzburg am [[10. Mai]] 1838 verlauten ließ, dass er Auskünfte über abgehende Post- und Botenwägen, über Lohnfuhrwerke Salzburger Lohnkutscher, über die schnellsten und billigsten Reiseangelegenheiten überhaupt, informiere. Darüber hinaus besorge er für Reisende auch Plätze auf Retour- und Stellwägen auf allen Straßen, übernähme dringende Reise-Effekten und Gepäck.
== Geschichte ==
Reisen im Sinne von Fremdenverkehr lässt sich bereits im ersten Jahrtausend nach Christus nachweisen, insbesondere durch [[Wallfahrt|Pilgerreisen]]. Der Jakobsweg nach Santiago de Compostela ist seit [[930]] belegt. Auch Wege durch das Salzburger Land wurden damals genutzt, wenn Pilger zu diesem rund 3&nbsp;000 km entfernten Ziel aufbrachen.


Dies könnte man als das erste Salzburger Reisebüro interpretieren, noch bevor in England Thomas Cook [[1845]] das angeblich älteste Reisebüro der Welt gegründet hatte. Dann finden sich (zumindest im Moment, Stand Juni 2007) keine weiteren Informationen.
Pilgerhospize boten in Tagesetappen von 30 bis 40 km Unterkunft, meist von Klöstern betrieben. Im [[Mittelalter]] entstanden erste Gasthäuser, und es entwickelte sich ein früher "Geschäftstourismus": Kaufleute reisten, um Waren zu handeln (siehe [[Handel (historisch)]]). Im Land Salzburg boten die [[Tauernhäuser]] entlang der Routen über die [[Hohen Tauern]] Unterkunft.


Am [[1. Mai]] [[1933]] verhängte die nationalsozialistische deutsche Regierung eine [[1000-Mark-Sperre]] gegen Österreich, um das Nachbarland, das zuvor die NSDAP verboten hatte, wirtschaftlich zu schwächen. Salzburg und hier im Speziellen die [[Salzburger Festspiele]], spürten durchaus die wirtschaftlichen Folgen auch im Fremdenverkehr.
In der [[Renaissance]] reiste man zunehmend aus Bildungsgründen, etwa Goethe oder [[Wolfgang Amadé Mozart]] nach Italien.


===Geschichte des Fremdenverkehrs in der Stadt Salzburg===
Ein dokumentierter früher Hinweis auf organisierten Fremdenverkehr in Salzburg stammt aus [[1838]]: Josef Hinterseer bot Auskünfte über Post‑ und Botenwägen, Lohnfuhrwerke und Reiseangelegenheiten an und organisierte Plätze auf Retour‑ und Stellwägen. Dies kann als frühes Salzburger Reisebüro gelten, noch vor der Gründung des Reisebüros von Thomas Cook [[1845]].
: ''Hauptartikel: [[Fremdenverkehr Stadt Salzburg]]''
[[1898]] waren es erstmals mehr als 100.000 Besucher, die man in der Stadt Salzburg regisierte. Schon [[1910]] waren es 180.000.


===Geschichte des Fremdenverkehrs im Land Salzburg===
Einen deutlichen Aufschwung erlebte der Fremdenverkehr ab 1800 durch den aufkommenden [[Alpinismus]] und später durch [[Kuren|Kuraufenthalte]] im [[Gasteinertal]] und im [[Salzkammergut]].
: ''Hauptarktikel: [[Fremdenverkehr Land Salzburg]]''


Fremdenverkehr wird es wohl bereits seit einigen Jahrhunderten gegeben haben. Denken wir an die Pilger (z. B. auf der Verbindung von [[Oberösterreich]] - Salzburg - [[Bad Reichenhall|Reichenhall]] - [[Lofer]] nach [[Nordtirol]]) oder die Reisenden nach Süden über die [[Hohe Tauern|Hohen Tauern]] (siehe auch [[Tauernhäuser]]). Auch weiß man, dass es in den größeren Städten bereits ab etwa 1500 Gaststätten gegeben hat.
Nach dem [[Ersten Weltkrieg]] erkannte der Salzburger [[Landeshauptmann]] Dr. [[Franz Rehrl]] die Bedeutung des Fremdenverkehrs. Unter seiner Ägide entstanden die [[Salzburger Festspiele]], die [[Gaisbergstraße (Stadt Salzburg)|Gaisbergstraße]] und die [[Großglockner Hochalpenstraße]].


Die [[1000-Mark-Sperre]] von [[1933]] traf Salzburg wirtschaftlich, besonders die Festspiele. Nach dem [[Zweiten Weltkrieg]] setzte rasch ein neues Fremdenverkehrszeitalter ein; bereits [[1945]] fanden wieder Festspiele statt.


==Wort im Wandel der Zeit==
[[1955]] gab es im gesamten Bundesland Salzburg rund 70 Lifte und Seilbahnen, [[1985]] waren es rund 700 und [[2010]] gab es 475 Anlagen (70 Seilbahnen, 157 Sessellifte, 245 Schlepplifte und drei Förderbänder).
''Fremden''verkehr, ''Fremden''zimmer, das hat im modernen Zeitalter des (Massen-) Tourismus einen falen Beigeschmack: wer möchte schon gerne ''Fremder'' sein? ''Gastfreundschaft'', ''Urlaubsgäste'' und andere Worte bzw. Wortschöpfungen fanden in den letzten Jahrzehnten Eingang in unseren Sprachgebrauch.  


==Strukturierung==
Das Fremdenverkehrsjahr [[1984]]/85 brachte erstmals mehr Übernachtungen im Winter als im Sommer. Die Zahl der Seilbahnen und Lifte stieg von rund 70 (1955) auf etwa 700 (1985) und lag 2010 bei 475 Anlagen.
Der Fremdenverkehr in Stadt und Land Salzburg ist strukturiert in:
* [[SalzburgerLand Tourismus Gesellschaft]]
: Deren Hauptaufgabe liegt in der Förderung und Vermarktung der touristischen Produkte im gesamten Bundesland
* [[Tourismus Salzburg GmbH]], das Stadtfremdenverkehrsamt Salzburg
: Diese Institution beschäftigt sich mit der Werbung und Vermarktung der Stadt Salzburg
* Tourismusverbände
: Das sind Zusammenschlüsse mehrere Städte, Orte, Regionen oder Talschaften, die gemeinsam Werbung und Marketing betreiben, mit dem Ziel, die Kosten durch gemeinsame Aktionen zu senken
* Fremdenverkehrsvereine und Tourismusbüros
: Das sind lokale, in Orten oder Gemeinden tätig werdende Institutionen, die sich ausschließlich um die Vermarktung ihres Ortes oder ihrer Gemeinde kümmern, zum Beispiel in der Stadt Salzburg die [[Tourismus Salzburg GmbH]]


====Sonderformen====
=== Geschichte des Fremdenverkehrs in der Stadt Salzburg ===
* [[Salzburg Convention Bureau]] ist eine Vereinigung von verschiedenen Anbietern touristischer Leistungen wie Kongresshäuser, Hotels mit Kongresseinrichtungen, Hotels, Busunternehmen, Incentive-Spezialisten, Event-Veranstalter u. a. Diese Vereinigung betreibt ein eigenes Büro, deren Mitarbeiter Ferienmessen im In- und Ausland besuchen, um neue Kunden für ihre Mitglieder zu werben
:''Hauptartikel: [[Fremdenverkehr Stadt Salzburg]]'' 
[[1898]] wurden erstmals mehr als 100&nbsp;000 Besucher gezählt, [[1910]] bereits 180&nbsp;000.


==Die Finanzierung von Fremdenverkehr==
=== Geschichte des Fremdenverkehrs im Land Salzburg ===
:''Hauptartikel: [[Fremdenverkehr Land Salzburg]]'' 
Pilger, Händler und Reisende nutzten seit Jahrhunderten die Wege über die [[Hohen Tauern]]. In größeren Städten sind Gaststätten seit etwa 1&nbsp;500 nachweisbar.


====Die Fremdenverkehrsabgabe====
=== Fremdenverkehrsunternehmen in der Hand von Banken ===
Die Fremdenverkehrsabgabe ist im Gesetz über den Tourismus im Land Salzburg
:''Hauptartikel [[Fremdenverkehrsunternehmen in der Hand von Banken]]'' 
([[Salzburger Tourismusgesetz 2003]]) geregelt (letzte Novellierung [[2007]]). Darin ist festgelegt, dass jedes Unternehmen im Land Salzburg, dass direkt oder indirekt vom Fremdenverkehr profitiert, eine in Promille-Sätzen festgelegten Beitrag vom Umsatz zu leisten hat.  
Im [[21. Jahrhundert]] wurde die Ausrichtung des Fremdenverkehrs zunehmend hinterfragt. Die [[Salzburger Nachrichten]] berichteten 2014 über die hohe Verschuldung vieler Betriebe und die Abhängigkeit von Zinsen und Schneelage.


Damit fallen fast alle in Stadt und Land tätigen Unternehmen unter diese Regelung. Und somit finanziert die Salzburger Bevölkerung beispielsweise mit jeder getrunkenen ''halben Bier'', mit jeder gerauchten Zigarette, mit jeder gekauften Semmel oder Tageszeitung auch den Fremdenverkehr mit.
== Strukturierung ==
Der Fremdenverkehr in Stadt und Land Salzburg gliedert sich in:
* [[SalzburgerLand Tourismus Gesellschaft]] 
: Vermarktung touristischer Produkte im gesamten Bundesland
* [[Tourismus Salzburg GmbH]] 
: Vermarktung der Stadt Salzburg
* Tourismusverbände 
: Zusammenschlüsse mehrerer Orte oder Regionen zur gemeinsamen Werbung
* Fremdenverkehrsvereine und Tourismusbüros 
: Lokale Vermarktung einzelner Gemeinden


====Taxen====
=== Sonderformen ===
* Kurtaxe
* [[Salzburg Convention Bureau]] 
* Ortstaxe
: Zusammenschluss touristischer Leistungsträger zur Bewerbung von Kongressen und Veranstaltungen


==Wirtschaftskraft Fremdenverkehr==
== Die Finanzierung von Fremdenverkehr ==


====Spezielle Angebote====
=== Die Fremdenverkehrsabgabe ===
:''Hauptartikel [[Fremdenverkehrsabgabe]]'' 
Die Abgabe ist im [[Salzburger Tourismusgesetz]] 2003 geregelt. Unternehmen, die direkt oder indirekt vom Fremdenverkehr profitieren, leisten einen Beitrag in Promille‑Sätzen vom Umsatz. Damit tragen nahezu alle Unternehmen in Stadt und Land Salzburg zur Finanzierung des Fremdenverkehrs bei.
 
=== Taxen ===
* [[Kurtaxe]]
* [[Ortstaxe]]
 
== Wirtschaftskraft Fremdenverkehr ==
 
=== Spezielle Angebote ===
* [[Bauernherbst]]
* [[Bauernherbst]]
* [[Salzburger Advent]]
* [[Salzburger Advent]]


====Umwegrentabilität====
=== Umwegrentabilität ===
''Umwegrentabilität'' nennt man jene wirtschaftlichen Folgen, die Förderungen von Großveranstaltungen durch öffentliche Gelder durch die zu oder aufgrund dieser Veranstaltung  kommenden Menschen auslösen.  
"Umwegrentabilität" bezeichnet wirtschaftliche Effekte, die durch Besucherströme im Zusammenhang mit geförderten Großveranstaltungen entstehen. Da nicht alle Besucher ausschließlich wegen solcher Veranstaltungen Geld ausgeben, beruhen Berechnungen stets auf Schätzungen.
 
Da jedoch naturgemäß nicht alle Menschen in einer bestimmten Region oder Stadt ausschließlich oder wegen solcher Großveranstaltungen Geld ausgeben (ihren Urlaub dort verbringen), handelt es sich bei Prognosen über Umwegrentabilität immer über Schätzungen, die nach oben und unten offen sein können.


Daher werden auch Unterstützungen von Fremdenverkehrsprojekten nicht nur aus Naturschutzrechtlichen Gründen hinterfragt, sondern auch aus allgemeinen wirtschaftlichen Aspekten.
== Begleiterscheinungen durch den Fremdenverkehr ==


==Begleiterscheinungen durch den Fremdenverkehr==
=== In der Stadt Salzburg ===
===In der Stadt Salzburg===
:''Hauptartikel [[Fremdenverkehr Stadt Salzburg]]''
: ''Hauptartikel: [[Fremdenverkehr Stadt Salzburg]]''
Fremdenverkehr bringt naturgemäß mehr Verkehr in die Stadt. Low‑Cost‑Carrier transportieren seit einigen Jahren deutlich mehr Passagiere zum [[Flughafen Salzburg]].


Fremden''verkehr'' bringt naturgemäß auch mehr ''Verkehr'' in die Stadt. Im Zeitalter der Mobilität drängen die Menschen, mit ihren eigenen Verkehrsmitteln unterwegs zu sein. So genannte ''Low-Cost-Carrier'', auch ''Billigfluglinien'' bezeichnet, transportieren sein einigen Jahren deutlich mehr Passagiere zum [[Flughafen Salzburg]], wenn auch nicht alle von ihnen dann in die Stadt strömen.  
=== Im Land Salzburg ===
:''Hauptartikel [[Fremdenverkehr Land Salzburg]]'' 
Vor allem der Durchzugsverkehr belastet die Bevölkerung.


===Im Land Salzburg===
== Daten ==
: ''Hauptartikel: [[Fremdenverkehr Land Salzburg]]''
Salzburg ist nach Tirol das zweitstärkste Urlaubsland Österreichs. Die Wertschöpfung aus jährlich rund 24 Mio. Nächtigungen beträgt etwa 2,2 Milliarden Euro. Die Sommersaison (Mai bis Oktober) zeigt seit Jahren steigende Nächtigungszahlen.<ref>Statistik Austria</ref>


Hier macht vor allem der Durchzugsverkehr der Bevölkerung zu schaffen.  
Der Radfremdenverkehr trägt laut SalzburgerLand Tourismus Gesellschaft rund 60 Mio. Euro zur Wertschöpfung bei, der [[Salzburger Bauernherbst]] 159 Mio. Euro.


==Weblinks==
== Quellen ==
* [http://www.salzburg.gv.at/pdf-salzburger_tourismusgesetz_2007-2.pdf-404-stg Salzburger Tourismusgesetz als PDF]
* Ernst Spatt: "Allgemeine Fremdenverkehrslehre", 1975, Innsbruck, Inn‑Verlag, ISBN 3‑85123‑018‑3
* Eigenartikel von [[Benutzer:Peter Krackowizer]]
* diverse Internetbeiträge
* "Historischer Atlas der Stadt Salzburg", Beitrag "Der Fremdenverkehr und seine Einrichtungen um 1900" von Thomas Weidenholzer
* {{Quelle SN|23. November 1985}}
* [[Salzburger Fenster]], 16. August 2012


==Quellen==
==Einzelnachweis==
* Eigenartikel von [[Benutzer:Mosaico|Peter Krackowizer]]
<references/>
* diverse Internetbeiträge, unter anderen auch Wikipedia Deutschland
* ''Historischer Altas der Stadt Salzburg'', Beitrag ''Der Fremdenverkehr und seine Einrichtungen um 1900'' von Thomas Weidenholzer


[[Kategorie:Tourismus]]
[[Kategorie:Tourismus|!|]]
[[Kategorie:Tourismus (Geschichte)]]
[[Kategorie:Wirtschaft]]
[[Kategorie:Wirtschaft]]
[[Kategorie:Wirtschaft (Geschichte)]]
[[Kategorie:Reisebüro]]
[[Kategorie:Reisebüro]]
[[Kategorie:Übernachtung]]
[[Kategorie:Übernachtung]]
[[Kategorie:Wort]]

Aktuelle Version vom 12. Februar 2026, 13:47 Uhr

Begriffsklärung
Dieser Artikel bietet eine Übersicht über den Fremdenverkehr im Bundesland Salzburg. Der Artikel "Fremdenverkehr allgemein" erläutert den Begriff allgemein.

Der Fremdenverkehr in Stadt und Land Salzburg ist ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor, durch den Tausende von Arbeitsplätzen entstanden sind und erhalten werden können.

Was ist Fremdenverkehr

Hauptartikel Fremdenverkehr allgemein

Eine der ersten wissenschaftlichen Definitionen stammt aus den 1920er‑Jahren von Paul Neff: "die Gesamtheit aller Bewegungen von Personen, die aus wirtschaftlichen, kulturellen Gründen, zu beruflichen, sportlichen, gesundheitlichen und vergnüglichen Zwecken ihren Wohnsitz, ohne Aufgabe der mit ihm verbundenen rechtlichen und wirtschaftlichen Beziehungen, zu vorübergehendem Aufenthalt verlassen".

Walter Hunziker und Kurt Krapf definierten 1942: "Fremdenverkehr ist der Inbegriff der Beziehungen und Erscheinungen, die sich aus der Reise und dem Aufenthalt Ortsfremder ergeben, sofern durch den Aufenthalt keine Niederlassung begründet und damit keine Erwerbstätigkeit verbunden wird".

Beide Definitionen gelten auch im 21. Jahrhundert und werden an Fremdenverkehrsschulen weiterhin gelehrt.[1]

Wort im Wandel der Zeit

Das Wort "Tourismus" (französisch "tourisme", von "le tour" = Rundreise) war bereits im 19. Jahrhundert gebräuchlich, fand jedoch erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts breitere Verwendung. Aus sprachlicher Sicht ist "Fremdenverkehr" der präzisere Begriff, da er die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen des Aufenthalts Ortsfremder beschreibt.

Begriffe wie "Fremdenzimmer" oder "Fremdenverkehr" erhielten im Zeitalter des Massen‑Tourismus einen negativen Beiklang. Neue Begriffe wie "Gastfreundschaft" oder "Urlaubsgäste" setzten sich durch. Dieser sprachliche Wandel trug dazu bei, dass "Tourismus" heute häufiger verwendet wird, obwohl "Fremdenverkehr" weiterhin der korrektere Begriff für die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Auswirkungen ist.

Noch in der Sonderbeilage der "Salzburger Nachrichten" "Wintersport" vom 23. November 1985 wurde ausschließlich das Wort "Fremdenverkehr" verwendet.

Geschichte

Reisen im Sinne von Fremdenverkehr lässt sich bereits im ersten Jahrtausend nach Christus nachweisen, insbesondere durch Pilgerreisen. Der Jakobsweg nach Santiago de Compostela ist seit 930 belegt. Auch Wege durch das Salzburger Land wurden damals genutzt, wenn Pilger zu diesem rund 3 000 km entfernten Ziel aufbrachen.

Pilgerhospize boten in Tagesetappen von 30 bis 40 km Unterkunft, meist von Klöstern betrieben. Im Mittelalter entstanden erste Gasthäuser, und es entwickelte sich ein früher "Geschäftstourismus": Kaufleute reisten, um Waren zu handeln (siehe Handel (historisch)). Im Land Salzburg boten die Tauernhäuser entlang der Routen über die Hohen Tauern Unterkunft.

In der Renaissance reiste man zunehmend aus Bildungsgründen, etwa Goethe oder Wolfgang Amadé Mozart nach Italien.

Ein dokumentierter früher Hinweis auf organisierten Fremdenverkehr in Salzburg stammt aus 1838: Josef Hinterseer bot Auskünfte über Post‑ und Botenwägen, Lohnfuhrwerke und Reiseangelegenheiten an und organisierte Plätze auf Retour‑ und Stellwägen. Dies kann als frühes Salzburger Reisebüro gelten, noch vor der Gründung des Reisebüros von Thomas Cook 1845.

Einen deutlichen Aufschwung erlebte der Fremdenverkehr ab 1800 durch den aufkommenden Alpinismus und später durch Kuraufenthalte im Gasteinertal und im Salzkammergut.

Nach dem Ersten Weltkrieg erkannte der Salzburger Landeshauptmann Dr. Franz Rehrl die Bedeutung des Fremdenverkehrs. Unter seiner Ägide entstanden die Salzburger Festspiele, die Gaisbergstraße und die Großglockner Hochalpenstraße.

Die 1000-Mark-Sperre von 1933 traf Salzburg wirtschaftlich, besonders die Festspiele. Nach dem Zweiten Weltkrieg setzte rasch ein neues Fremdenverkehrszeitalter ein; bereits 1945 fanden wieder Festspiele statt.

1955 gab es im gesamten Bundesland Salzburg rund 70 Lifte und Seilbahnen, 1985 waren es rund 700 und 2010 gab es 475 Anlagen (70 Seilbahnen, 157 Sessellifte, 245 Schlepplifte und drei Förderbänder).

Das Fremdenverkehrsjahr 1984/85 brachte erstmals mehr Übernachtungen im Winter als im Sommer. Die Zahl der Seilbahnen und Lifte stieg von rund 70 (1955) auf etwa 700 (1985) und lag 2010 bei 475 Anlagen.

Geschichte des Fremdenverkehrs in der Stadt Salzburg

Hauptartikel: Fremdenverkehr Stadt Salzburg

1898 wurden erstmals mehr als 100 000 Besucher gezählt, 1910 bereits 180 000.

Geschichte des Fremdenverkehrs im Land Salzburg

Hauptartikel: Fremdenverkehr Land Salzburg

Pilger, Händler und Reisende nutzten seit Jahrhunderten die Wege über die Hohen Tauern. In größeren Städten sind Gaststätten seit etwa 1 500 nachweisbar.

Fremdenverkehrsunternehmen in der Hand von Banken

Hauptartikel Fremdenverkehrsunternehmen in der Hand von Banken

Im 21. Jahrhundert wurde die Ausrichtung des Fremdenverkehrs zunehmend hinterfragt. Die Salzburger Nachrichten berichteten 2014 über die hohe Verschuldung vieler Betriebe und die Abhängigkeit von Zinsen und Schneelage.

Strukturierung

Der Fremdenverkehr in Stadt und Land Salzburg gliedert sich in:

Vermarktung touristischer Produkte im gesamten Bundesland
Vermarktung der Stadt Salzburg
  • Tourismusverbände
Zusammenschlüsse mehrerer Orte oder Regionen zur gemeinsamen Werbung
  • Fremdenverkehrsvereine und Tourismusbüros
Lokale Vermarktung einzelner Gemeinden

Sonderformen

Zusammenschluss touristischer Leistungsträger zur Bewerbung von Kongressen und Veranstaltungen

Die Finanzierung von Fremdenverkehr

Die Fremdenverkehrsabgabe

Hauptartikel Fremdenverkehrsabgabe

Die Abgabe ist im Salzburger Tourismusgesetz 2003 geregelt. Unternehmen, die direkt oder indirekt vom Fremdenverkehr profitieren, leisten einen Beitrag in Promille‑Sätzen vom Umsatz. Damit tragen nahezu alle Unternehmen in Stadt und Land Salzburg zur Finanzierung des Fremdenverkehrs bei.

Taxen

Wirtschaftskraft Fremdenverkehr

Spezielle Angebote

Umwegrentabilität

"Umwegrentabilität" bezeichnet wirtschaftliche Effekte, die durch Besucherströme im Zusammenhang mit geförderten Großveranstaltungen entstehen. Da nicht alle Besucher ausschließlich wegen solcher Veranstaltungen Geld ausgeben, beruhen Berechnungen stets auf Schätzungen.

Begleiterscheinungen durch den Fremdenverkehr

In der Stadt Salzburg

Hauptartikel Fremdenverkehr Stadt Salzburg

Fremdenverkehr bringt naturgemäß mehr Verkehr in die Stadt. Low‑Cost‑Carrier transportieren seit einigen Jahren deutlich mehr Passagiere zum Flughafen Salzburg.

Im Land Salzburg

Hauptartikel Fremdenverkehr Land Salzburg

Vor allem der Durchzugsverkehr belastet die Bevölkerung.

Daten

Salzburg ist nach Tirol das zweitstärkste Urlaubsland Österreichs. Die Wertschöpfung aus jährlich rund 24 Mio. Nächtigungen beträgt etwa 2,2 Milliarden Euro. Die Sommersaison (Mai bis Oktober) zeigt seit Jahren steigende Nächtigungszahlen.[2]

Der Radfremdenverkehr trägt laut SalzburgerLand Tourismus Gesellschaft rund 60 Mio. Euro zur Wertschöpfung bei, der Salzburger Bauernherbst 159 Mio. Euro.

Quellen

  • Ernst Spatt: "Allgemeine Fremdenverkehrslehre", 1975, Innsbruck, Inn‑Verlag, ISBN 3‑85123‑018‑3
  • Eigenartikel von Benutzer:Peter Krackowizer
  • diverse Internetbeiträge
  • "Historischer Atlas der Stadt Salzburg", Beitrag "Der Fremdenverkehr und seine Einrichtungen um 1900" von Thomas Weidenholzer
  • "Salzburger Nachrichten", 23. November 1985

Einzelnachweis

  1. Ernst Spatt: "Allgemeine Fremdenverkehrslehre", 1975, Innsbruck, Inn‑Verlag, ISBN 3‑85123‑018‑3
  2. Statistik Austria