Badeanstalt Wüstrich: Unterschied zwischen den Versionen
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| + | Josef Stock starb am [[7. Oktober]] [[1834]]. Das Erbe trat die Witwe Kreszentia an, welche die Überfuhr an Martin Lienbacher verpachtete und [[1840]] an Franziska Rehrl verkaufte, die [[1846]] auf die Gant kam. Durch Versteigerung erstand Maria Mitterbacher das Anwesen. Überführer war Matthias Berghammer. Als [[1867]] der hölzerne sogenannte [[Kreuzersteg]] erbaut wurde, hörte die Überfuhr auf und Maria Mitterbacher wurde Mauteinnehmerin. | ||
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Dieses Bad war noch bis in die [[Zwischenkriegszeit]] im [[20. Jahrhundert]] in Betrieb. | Dieses Bad war noch bis in die [[Zwischenkriegszeit]] im [[20. Jahrhundert]] in Betrieb. | ||
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| − | * [[Josef | + | * [[Josef Eder (Baumeister)|Josef Eder]]: "Die Geschichte des Bades auf der Leprosenhauswiese" [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=svb&datum=19340519&query=%22Eder%22&seite=6 ANNO], [[Salzburger Volksblatt]], 19. Mai 1934, Seite 14 |
| + | * {{Quelle SN|22. Februar 1985, Seite 7}} | ||
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Aktuelle Version vom 20. Mai 2023, 16:50 Uhr
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Der hier beschriebene Betrieb oder die Einrichtung existiert in dieser Form nicht mehr. Dieser Beitrag beschreibt die Geschichte. |
Die Badeanstalt Wüstrich war ein öffentliches Badehaus in der Stadt Salzburg.
Lage
Die Gebäude, die noch heute existieren, befinden sich unmittelbar beim Müllner Steg auf der Müllner Seite und tragen die die Hausnummern 2, 4 und 23 an der Müllner Hauptstraße.
Geschichte
1813 kauften Stanislaus Erlacher und seine Frau Anna Dallauf einen Vierteltagbau auf der "Leprosenhauswiese". Dieser Kauf wurde erst Anfang des nächsten Jahres im Hypothekenbuch eingetragen. 1820 kaufte Josef Stock, Zimmermann, diesen Grund und demolierte die Straßenstützmauer der Müllner Hauptstraße auf eine Länge von sieben Schuh. Er erhielt auch die Erlaubnis zum Bau eines kleinen Wohnhauses, das heute noch in seiner ursprünglichen Form besteht.
Überfuhrhaus
Diese Bezeichnung ging auf die von Kronprinz Ludwig von Bayern im Jahr 1811 errichtete Fähre zurück. Der Prinz des Königreichs Bayern wünschte sich für seine häufige Fahrten zum Schloss Kleßheim eine direkte Verbindung über die Salzach von seinem Wohnsitz im Schloss Mirabell aus.
Stock suchte dann 1820 bei der k. k. Kreishauptmannschaft um die Bewilligung zur neuerlichen Errichtung einer Überfuhr über die Salzach an, deren Bewilligung sich durch allerlei Verhandlungen und Vorschriften bis zum 10. August 1820 hinzog, an dem die Überfuhr dann eröffnet wurde.
Badeanstalt
Am 5. Mai 1823 suchte Stock bei der Stadtgemeinde Salzburg um die Errichtung einer Badehütte neben seinem Hause an, was ihm bewilligt wurde. Er durfte aber nur kalte Bäder verabreichen, einfache Salzach[wasser]bäder, "die wegen der aus dem Hochgebirge mitgeführten mineralischen Theile als sehr wirksam" galten.
1824 bekam Stock dann die Erlaubnis, in seiner Badeanstalt, die schon acht Badezimmer enthielt, Solebäder zu verabreichen, wozu er die Mutterlauge aus der Saline Hallein bezog. Er erhielt auch eine umständliche Badeordnung und noch umständlichere Vorschriften. Ein Solebad kostete 24 Kreuzer Konventionsmünze.
Josef Stock starb am 7. Oktober 1834. Das Erbe trat die Witwe Kreszentia an, welche die Überfuhr an Martin Lienbacher verpachtete und 1840 an Franziska Rehrl verkaufte, die 1846 auf die Gant kam. Durch Versteigerung erstand Maria Mitterbacher das Anwesen. Überführer war Matthias Berghammer. Als 1867 der hölzerne sogenannte Kreuzersteg erbaut wurde, hörte die Überfuhr auf und Maria Mitterbacher wurde Mauteinnehmerin.
1872 kauften Nikolaus und Theresia Holzinger das Anwesen und übernahmen die Brückenmaut. 1879 traten nach Ableben des Nikolaus Holzinger die Töchter Therese und Maria in den Halbbesitz und nach dem Ableben der Mutter erbten die Töchter Therese, verehelichte Stamberg, und Maria, verehelichte Standl, auch den Mutterteil. 1900 sind Therese und Alois Stamberg im Alleinbesitz. Am 1. Mai 1908 kauften Josef und Betty Wüstrich, geborene Greimel, das Anwesen und demolierten das heruntergekommene Bad und bauten eine neue Badeanstalt, die sie allen modernen Anforderungen entsprechend ausstatteten.
Dieses Bad war noch bis in die Zwischenkriegszeit im 20. Jahrhundert in Betrieb.
Quellen
- Josef Eder: "Die Geschichte des Bades auf der Leprosenhauswiese" ANNO, Salzburger Volksblatt, 19. Mai 1934, Seite 14
- "Salzburger Nachrichten", 22. Februar 1985, Seite 7
