Gandolph Graf von Kuenburg: Unterschied zwischen den Versionen

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Version vom 6. Februar 2016, 11:31 Uhr

Gandolph Graf von Kuenburg (* 12. Mai 1841 in Bransdorf [Brantice], österr. Schlesien), † 2. Mai 1921 in Salzburg) war ein österreichischer Jurist und Politiker, der in seinem Ruhestand in der Stadt Salzburg lebte und auf kulturellem Gebiet wirkte.

Familiärer Hintergrund

Gandolph Graf von Kuenburg entstammte ebenso wie Fürsterzbischof Max Gandolf († 1687) dem Geschlecht der Kuenburger.

Sein Vater Amand Graf von Kuenburg (* 1809, † 1886) war Landeshauptmann des österreichischen Schlesien, sein Bruder Walther Richter in Salzburg, dessen Gemahlin Bertha Gräfin Küenburg-Stolberg Schriftstellerin.

Laufbahn

Nach rechtswissenschaftlichem Studium in Prag und Wien (Dr.jur.) trat er 1863 bei der niederösterreichischen Hofkammerprokuratur in den Staatsdienst ein. 1865 wechselte er in den Justizdienst, war Auskultant in Wien, dann in Salzburg, 1871 Landesgerichtsadjunkt in Linz, 1877 Staatsanwaltssubstitut, 1882 Landesgerichtsrat in Linz und wurde 1892 zum Senatspräsidenten des k. k. Obersten Gerichtshofes ernannt.

Neben seiner Gerichtslaufbahn war er politisch tätig: 1874 wurde er als Vertreter des Großgrundbesitzes (verfassungstreue Partei) in den oberösterreichischen Landtag, 1888 als Vertreter der Stadt Linz in den Reichsrat gewählt.

Am 24. Dezember 1891 wurde er als Vertrauensmann der Vereinigten deutschen Linken zum Minister ohne Portefeuille im Kabinett Taaffe ernannt. Am 24. November 1892 demissionierte er, woraufhin er zum Senatspräsidenten des Obersten Gerichtshofes ernannt wurde. 1897 wurde er Herrenhausmitglied auf Lebenszeit.

Kulturelles Wirken

Graf Kuenburg war schon 1891 bis 1907 Präsident des Linzer Museums Francisco-Carolinum gewesen.

In Salzburg, wo er seinen Ruhestand verbrachte, wirkte er vom 20. Juli 1899 bis zum 3. April 1911 als Präsident der Internationalen Stiftung Mozarteum, die unter seiner Führung in den Jahren 1901, 1904, 1906 und 1910 glänzende Musikfeste veranstaltete und 1910 bis 1914 das Mozarthaus errichtete.

In der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde setzte sich Graf Kuenburg für die Fortsetzung des Salzburger Urkundenbuches ein.

Während des Ersten Weltkrieges wirkte er im Landeskriegshilfskomitee.

Quellen

  • Brockhaus' Konversationslexikon, 14. Auflage, Berlin–Wien (1894-1896), 10. Band, S. 797
  • Österreichisches Biographisches Lexikon 1815-1950, Band 4, S. 326.
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