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| + | * Die '''Kommunikation''' wurde mit Feldtelefonen aufrecht erhalten; schon Tage vorher wurden Kilometer von Kabeln verlegt und mit der guten alten Kurbeltechnik die Gegenstelle angerufen; | ||
| + | * Der '''Platzsprecher''' befand sich auf der Zistel-Alm und erhielt alle Informationen via vorher genannter Feldtelefone - natürlich nicht ganz zeitgleich zu den Geschehnissen, aber immerhin konnten die Zuschauer entlang der Strecke informiert werden. | ||
| + | * Das '''Ziel''' befand sich knapp unterhalb des Gipfelparkplatzes, damit die Fahrzeuge noch eine Auslaufzone hatten; denn auf dem Parkplatz selbst mussten die Fahrzeuge aufgereiht bis zum Ende eines jeden Laufes warten - es wurde in zwei Läufen gefahren; | ||
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Version vom 25. Mai 2007, 12:42 Uhr
Als Gaisbergrennen bezeichnete man das 8,652 km lange (672 m Höhenunterschied) Automobil- und Motorradrennen, die am Hausberg der Stadt Salzburg, dem Gaisberg zwischen 1929 und 1968 stattfanden.
Geschichte
Am 6. September 1929 fand am Gaisberg das erste internationale Gaisbergrennen statt. Baron von Preuschen, der in Salzburg-Aigen wohnte, war der Präsident des Salzburger Automobilclubs, der dieses Rennen veranstaltete.
1930, am 31. August, wurde das Rennen erstmals im Radio übertragen. Der Sprecher war der spätere Mozarteumsdirektor Prof. Dr. Bernhard Paumgartner und Wolfgang von Karajan. 1933 fand dann vor dem Zweiten Weltkrieg das letzte Mal am Gaisberg ein Rennen statt. Ein späterer Salzburger und auch aktiver Teilnehmer an diesem Bergrennen war bereits als Neunjähriger beim 3. Gaisbergrennen 1931 als Zuschauer dabei: Helmut Krackowizer.
Nach dem Krieg gab es erstmals wieder am 19. Oktober 1952 eine Wertungsfahrt. Auf einer BSA 350 fuhr Helmut Krackowizer mit, der bis zum Ende der Rennen, 1969, dann auch als Platzsprecher und Pressechef für die Gaisbergrennen tätig war. Auch Willi Koch, Fahrschulbesitzer, fuhr bei dieser Wertungsfahrt mit und fuhr auch die Bestzeit.
Am 15. August 1957 schließlich begann wieder internationaler Motorsport am Gaisberg mit dem ersten "Großen Bergpreis von Österreich". Vor 25.000 Zuschauern gewinnt der Schweizer Peter Daetwyler aus Zürich auf einem 2-Liter-Maserati den Borgward-Werksfahrer Hans Herrmann und Richard von Frankenberg auf Porsche RS.
Rennleiter zahlreicher Nachkriegsrennen am Gaisberg war Regierungsrat Fritz Stengl, dessen Vater (Franz Stengl) schon vor dem Zweiten Weltkrieg Rennleiter bei zahlreichen Veranstaltungen im Land Salzburg gewesen war und dessen Sohn Manfred ein erfolgreichen Motorradrennfahrer und Rennrodler war.
Motorradläufe gab es nur bei vier Veranstaltungen, da das Gaisbergrennen überwiegend eine Veranstaltung für Automobilrennen war. Hier wurden u. a. auch Berg-Europameisterschaftsläufe durchgeführt. Im Laufe der Jahre kam es leider auch zu mehreren tödlichen Unfällen, was letztlich auch ein Grund war, der zum Ende der Veranstaltung führte.
Unspektakulär verlief dann am 7. September 1969 das letzte Gaisbergrennen vor matten 10.000 Zuschauern. Es geschah noch einmal ein tödlicher Unfall (Toni Pelizzoni auf fiat Abarth 2000 P), was dann auch einer der Gründe war, weshalb der Berg nie wieder im Renntempo erstürmt wurde.
Seit 2003 finden nun wieder Gleichmäßigkeitsläufe für historische Automobile am Gaisberg statt. Diese Läufe werden mit Läufen auf dem Salzburgring kombiniert.
Details von Seinerzeit
- Das Fahrerlager befand sich auf dem Parkplatz bei der alten Guggenthaler Brauerei; auch der Porschehof in der Stadt diente als Fahrerlager;
- Der Start: Da die Startlinie sich bereits bergwärts befand, gab es einen Keil, den ein Starthelfer hinter dem Motorrad bzw. das Automobil keilte. Der Starter selbst hatte noch die damals übliche große Stoppuhr in der Hand und begann die letzten fünf Sekunden mit den Fingern herunter zählenden vor den Augen der Rennfahrer; bei den geschlossenen Automobile gab es manchmal auch noch einen "Klaps" aufs Dach, damit der Fahrer ja nicht den Start verschlief!
- Die Kommunikation wurde mit Feldtelefonen aufrecht erhalten; schon Tage vorher wurden Kilometer von Kabeln verlegt und mit der guten alten Kurbeltechnik die Gegenstelle angerufen;
- Der Platzsprecher befand sich auf der Zistel-Alm und erhielt alle Informationen via vorher genannter Feldtelefone - natürlich nicht ganz zeitgleich zu den Geschehnissen, aber immerhin konnten die Zuschauer entlang der Strecke informiert werden.
- Das Ziel befand sich knapp unterhalb des Gipfelparkplatzes, damit die Fahrzeuge noch eine Auslaufzone hatten; denn auf dem Parkplatz selbst mussten die Fahrzeuge aufgereiht bis zum Ende eines jeden Laufes warten - es wurde in zwei Läufen gefahren;
Salzburger Teilnehmer
Im Laufe der Jahre nahmen viele prominente Salzburger an diesem Rennen teil, wie zum Beispiel:
- Otto Artmeier, BMW-Händler, mit seiner Frau Sophie als "Schmiermaxe" in einem Beiwagengespann
- Philipp Graf Boos-Waldeck aus Hallein-Rif
- Peter Frohnwieser, Motorradhändler in Salzburg
- Hans Gessele
- Otto Heinrich Kaltner
- Egon Hofer, Salzburg
- Rudolf Holzermayr
- Oberamtsrat Ing. Dr. Karl Imhof aus Böckstein
- Dr. H. G. Kalchschmidt
- Willi Koch
- Paul Koppenwallner sen., Juwelier in Salzburg
- Helmut Krackowizer
- Ferdinand Kranawetvogl
- Anton Magnus, Fahrschlulbesitzer in der Stadt Salzburg
- Manfred Magnus
- Horst Miedaner, Salzburg
- Max Reheis, Besitzer vom Centralkino in der Stadt Salzburg
- Hans Schmirl, Puch-Händler in der Stadt Salzburg
- Josef Schörg aus St. Johann im Pongau
- Manfred Stengl
- Rudi Thalhammer aus Henndorf
- Helmut Volzwinkler
diese Auflistung ist nicht vollständig.
Literatur
- "75 Jahre Gaisberg-Rennen", Dr. Siegfried C. Strasser. erschienen im Weishaupt Verlag, ISBN 3-7059-0195-8
- "75 Jahre Gaisbergrennen", Hermann Schwarz, Herausgeber: Salzburg Rallye Club
Links
Salzburger Rallye Club, Veranstalter der nostalischen Gleichmäßigkeitsläufe
kurzer Film über das Gaisbergrennen 1933
Quellen
- die angegebene Literatur
- "Österreichisches Motorrad-Literatur- und Bild-Archiv Prof. Dr. Helmut Krackowizer