Äußeres Nonntaler Tor: Unterschied zwischen den Versionen
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| + | Das Innere Nonntaler Tor stammt wohl aus der Zeit der Zweiten Stadtbefestigung und wurde wohl um [[1465]] verstärkt bzw. erneuert sowie zur besseren Sicherung an der Außenseite mit einem Rundturm ausgestattet. Aus dieser Zeit der Zweiten Stadtbefestigung stammt auch das nächstgelegene Äußere Nonntaler Tor. | ||
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== Gemälde, auf denen das Tor zu sehen ist == | == Gemälde, auf denen das Tor zu sehen ist == | ||
* Unbekannter Maler: ''Salzburg vom Kapuzinerberg 1553'', aus Salzburg in alten Ansichten von [[Franz Fuhrmann]], Tafel 3, [[Residenz Verlag]], Salzburg, 1963 | * Unbekannter Maler: ''Salzburg vom Kapuzinerberg 1553'', aus Salzburg in alten Ansichten von [[Franz Fuhrmann]], Tafel 3, [[Residenz Verlag]], Salzburg, 1963 | ||
| − | * Unbekannter Maler: | + | * Unbekannter Maler: ''Stadtansicht von Salzburg des Jahres 1565'' in einer Nachzeichnung von Georg Pezolt; das Original der [[Benediktiner-Erzabtei St. Peter]] wurde nach 1945 wohl von Besatzungssoldaten entwendet; aus: ''Stadt Salzburg - Ansichten aus fünf Jahrhunderten des [[Salzburg Museum]]s'' von [[Erich Marx]] und [[Peter Laub]], Salzburg, 2008 |
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| + | * "Salzburg", von [[Matthäus Merian]], aus: ''Topographia Bavariae'' | ||
| + | : Kupferstich, [[1644]], [[Universitätsbibliothek Salzburg]], Grafiksammlung, G 1185 II <ref>[http://www.ubs.sbg.ac.at/sosa/graphiken/GII1185.jpg www.ubs.sbg.ac.at/Merian aus: Topographia Bavariae/Salzburg_1644]</ref> | ||
| + | * Ansicht von Salzburg um 1525, [[Markus Secznagel|Markus Setznagel]] zugeschrieben, kolorierter Kupferstich gedruclt um [[1575]], unsigniertes Blatt, aus den "Civitates orbis terrarum" von [[Georg Braun]] und [[Franz Hogenberg]], Köln, [[Universitätsbibliothek|Universitätsbibliothek Salzburg]], Grafiksammlung, G 228 II <ref>[http://www.ubs.sbg.ac.at/sosa/graphiken/G228II.jpg www.ubs.sbg.ac.at/Setznagel aus: Braun/Hogenberg: Civitates orbis terrarum]</ref> | ||
==Quellen== | ==Quellen== | ||
| − | * | + | * von der Historikerin Mag. [[Jutta Baumgartner]] von der [[Universität Salzburg]] auf Anfrage schriftlich mitgeteilt und entspricht der offiziellen Beschilderung vor Ort (siehe Diskussion) |
| + | * SALZBURGWIKI [[St. Erentrudis Bollwerk]] | ||
* [[Reinhard Medicus]] | * [[Reinhard Medicus]] | ||
| + | * [[Gustav Zeller]]: ''Das Äußere Nonnthaler Thor oder die Nonnthal-Klause'', in: [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-plus?aid=slk&datum=1901&page=92&size=27 Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]. <!--Bei diesem Tor handelt es sich nach neuen Erkenntnissen allerdings um das Innere Nonntaler Tor. Zeller stellte ja bereits fest, dass das innere Nonntaler Tor als ''am Übergang des Kajetanerplatzes in die Schanzlgasse'' liegt und am Übergang vom weiten Platz zur schmalen Gasse liegt es ja auch. Die Stadtansicht von 1565 (in Nachzeichnung Pezolt 1858) gibt die jeweilige Lage der Tore ebenfalls gut und deutlich wieder.--> | ||
| + | == Einzelnachweise == | ||
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Aktuelle Version vom 28. August 2024, 21:35 Uhr
Das Äußere Nonntaler Tor war ein historisches Salzburger Stadttor, aus der Zeit der Zweiten Stadtbefestigung, das von der von heutigen Nonntaler Hauptstraße und dem Oberfrinningerweg (heute Josef-Preis-Allee) und auch von der Hellbrunner Straße in die Stadt Salzburg führte.
Geschichte
Es wurde auch Klause unter dem Nunberg oder innere Nuntalklausegenannt und war eine mehrfach veränderte mittelalterliche wehrhafte Toranlage zur Befestigung der Stadt Salzburg im Osten des Kaiviertels. Die jeweilige genaue Lage der Tore inneren und des äußeres Nonntaler Tor im Lauf der Jahrhunderte nicht vollständig geklärt.
Das Äußere Nonntaler Stadttor ergänzte und verstärkte das Innere Nonntaler Tor vor feindlichen Angriffen. Es wurde wohl um 1465 errichtet.
Das Innere Nonntaler Tor stammt wohl aus der Zeit der Zweiten Stadtbefestigung und wurde wohl um 1465 verstärkt bzw. erneuert sowie zur besseren Sicherung an der Außenseite mit einem Rundturm ausgestattet. Aus dieser Zeit der Zweiten Stadtbefestigung stammt auch das nächstgelegene Äußere Nonntaler Tor.
Im Zuge der Dritten Stadtbefestigung unter Fürsterzbischof Paris Graf Lodron wurde neben dem Inneren Nonntaltor stadtauswärts zuerst eine weitere Toranlage erbaut, die 1644 als Torbau aber wieder aufgelassen wurde. Man erkannte, dass die Nonntaler Tore von der Festung aus und von Nonnberg aus gesehen durch Geschütze von oben nicht ausreichend gedeckt werden konnten. Deshalb wurde vor dem Inneren Nonntaltor die Wehrmauer des St. Erentrudis Bollwerkes (auch Kajetanerbastion) gebaut und das Tor somit verschlossen. Es wurde in der Folge zum Keller im "Profoßhaus" 1647 bzw. im "Glockengießerhaus" 1650.
Reste der Toranlage der Lodronschen Erweiterung befinden sich bis heute im Keller von Haus Schanzlgasse Nr. 14. Das einstige Tor ist nicht öffentlich zugänglich. Es befindet sich im Landeskindergarten Schanzlgasse.
Lage
Die Lage des Tors ist auf der Nachzeichnung der Stadtansicht von 1565 von Georg Pezolt gut zu erkennen. Es liegt hier z. T. verdeckt durch den Rundturm neben dem Inneren Nonntaler Tor fast direkt unter dem kleinen Ulrichskirchlein der Benediktinerinnenabtei Nonnberg. Die Lage ist heute im äußerten westlichen Teil des Schanzlparks anzunehmen.
Gemälde, auf denen das Tor zu sehen ist
- Unbekannter Maler: Salzburg vom Kapuzinerberg 1553, aus Salzburg in alten Ansichten von Franz Fuhrmann, Tafel 3, Residenz Verlag, Salzburg, 1963
- Unbekannter Maler: Stadtansicht von Salzburg des Jahres 1565 in einer Nachzeichnung von Georg Pezolt; das Original der Benediktiner-Erzabtei St. Peter wurde nach 1945 wohl von Besatzungssoldaten entwendet; aus: Stadt Salzburg - Ansichten aus fünf Jahrhunderten des Salzburg Museums von Erich Marx und Peter Laub, Salzburg, 2008
Bilder
- "Salzburg", von Matthäus Merian, aus: Topographia Bavariae
- Kupferstich, 1644, Universitätsbibliothek Salzburg, Grafiksammlung, G 1185 II [1]
- Ansicht von Salzburg um 1525, Markus Setznagel zugeschrieben, kolorierter Kupferstich gedruclt um 1575, unsigniertes Blatt, aus den "Civitates orbis terrarum" von Georg Braun und Franz Hogenberg, Köln, Universitätsbibliothek Salzburg, Grafiksammlung, G 228 II [2]
Quellen
- von der Historikerin Mag. Jutta Baumgartner von der Universität Salzburg auf Anfrage schriftlich mitgeteilt und entspricht der offiziellen Beschilderung vor Ort (siehe Diskussion)
- SALZBURGWIKI St. Erentrudis Bollwerk
- Reinhard Medicus
- Gustav Zeller: Das Äußere Nonnthaler Thor oder die Nonnthal-Klause, in: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde.