Dorfgasteiner Bergbahnen Aktiengesellschaft: Unterschied zwischen den Versionen
K (Textersetzung - „Telefax“ durch „Telefax“) |
Remora (Diskussion | Beiträge) |
||
| Zeile 1: | Zeile 1: | ||
| − | Die ''' | + | Die '''Dorfgasteiner Bergbahnen Aktiengesellschaft''' ist eine Betreibergesellschaft von [[Aufstiegshilfen]] im [[Gasteinertal]]. |
== Allgemeines == | == Allgemeines == | ||
| − | Die | + | Die Dorfgasteiner Bergbahnen AG betreibt gemeinsam mit der [[Großarler Bergbahnen|Großarler Bergbahnen GmbH & Co. KG]] die [[Skigebiet Dorfgastein-Großarltal|Skischaukel Dorfgastein-Großarltal]]. |
| − | + | Mehrheitseigner (52,92%) der Dorfgasteiner Bergbahnen ist die Großarler Bergbahnen Gesellschaft mit beschränkter Haftung & Co. KG. Die Gemeinde [[Dorfgastein]] hält 7,38%, die [[Raiffeisen]]bank Gastein eGen reg.Gen.m.b.H. 8,49% der Anteile.<ref>[https://www.firmenabc.at/dorfgasteiner-bergbahnen-aktiengesellschaft_Iit FirmenABC] (abgerufen am 26. August 2024)</ref> | |
| − | |||
| − | + | == Geschichte == | |
| + | === Ab 1970 === | ||
| + | Im Jahr [[1970]] wurde das [[Fulseck]] (2.030 [[m ü. A.|m Seehöhe]] ) von der Hochalm (1.650 m Seehöhe) aus durch einen [[Gipfelbahn Fulseck|Aufstiegshilfe]] (Schleppliftanlage) erschlossen, als Voraussetzung zur geplanten Einrichtung einer Skischaukel zwischen Dorfgastein und [[Großarl]].<ref>[https://gastein-im-bild.info Gastein im Bild © 2001 Anton Ernst Lafenthaler]: [https://web.archive.org/web/20240701000000*/https://gastein-im-bild.info/doku/dlift.html D - Gasteinertal/Dokumentation: Geschichte - Liftanlagen]</ref> | ||
| − | + | Im Jahr [[1971]] wurde gemeinsam mit der Großarler Bergbahnen GmbH & Co. KG die Skischaukel Dorfgastein-Großarltal geschaffen.<ref name="Großarl50">[https://blog.grossarltal.info/wp-content/uploads/Chronik-50-Jahre-Gro%C3%9Farler-Bergbahnen.pdf 50 Jahre Großarler Bergbahnen 1966/67 – 2016/17.] Herausgeber: Großarler Bergbahnen GmbH & Co KG. S. 2, 18 und 30</ref> | |
| − | Im März 2011 wurden die Vorerhebungen der Staatsanwaltschaft in dieser Sache | + | === 2001: Einstieg der Großarler Bergbahnen in die Gesellschaft === |
| + | Im Jahr [[2001]] war die Gesellschaft in eine wirtschaftliche Schieflage geraten und nicht mehr zur Erfüllung von Investitionsverpflichtungen imstande. So trat man an die Großarler Bergbahnen mit dem Wunsch heran, ins dortige Unternehmen einzusteigen. Die Großarler entschieden, hauptsächlich zur Vermeidung von Fremdbestimmung am gemeinsamen Skiberg, sich durch Eigenkapitaleinbringung von 30 Millionen Schilling (2,18 Millionen Euro) an der Dorfgasteiner Bergbahnen AG zu beteiligen und so die dringend notwendigen Investitionen zu ermöglichen.<ref name="Großarl50"/> | ||
| + | |||
| + | === 2010: Eklat um den langjährigen Geschäftsführer === | ||
| + | Ein 168 Seiten starker Prüfbericht<sup>[[$a|a]])</sup> deckte im Sommer [[2010]] Mängel bei den Dorfgasteiner Bergbahnen auf. Konkret ging es um Vorwürfe gegen den langjährigen Geschäftsführer des Unternehmens, [[Rudolf Egger]]. So kann man dem Bericht entnehmen, dass Egger die Kaskoversicherung für sein Privatauto bezahlen ließ, neben seiner Bezahlung für den Geschäftsführerposten 837,19 Euro monatlich für den Betrieb einer kleinen ORF-Materialseilbahn erhielt, sich neben einer vereinbarten Überstundenpauschale in den Jahren [[2002]] bis [[2007]] noch weitere Zusatzstunden samt 50 Prozent Zuschlag von den Bergbahnen auszahlen (9.115,92 Euro) lassen sowie für die Jahre 2002, [[2005]], [[2008]] und [[2009]] auch ein "Bilanzgeld" als Erfolgsprämie kassiert hatte. Dazu erklärte Egger, ihm sei so eine Zahlung "''nach einer guten Saison''" mündlich zugesagt worden, schriftlich gebe es allerdings dazu nichts. Weiters hatte er sich selbst Bau- und Erschwerniszulagen genehmigt. Insgesamt bezifferten die Dorfgasteiner Bergbahnen den Schaden mit 72.505,03 Euro.<ref name="Eklat">[[Kronen Zeitung]], 26. August 2010: [http://www.krone.at/Salzburg/Dorfgasteiner_Bergbahnen_Vorstand_angezeigt-Harter_Pruefbericht-Story-217206 Dorfgasteiner Bergbahnen: Vorstand angezeigt]; [[Salzburger Nachrichten]], 9. November 2010</ref> | ||
| + | |||
| + | Die Dorfgasteiner Bergbahnen erstatteten Anzeige und entließen Egger. Wie aus Quellen zu erfahren war, war das Misstrauen der Dorfgasteiner Bergbahnen gegenüber ihrem langjährigen Geschäftsführer so groß, dass sie ihm bei seiner Entlassung nicht nur die Schlüssel abnahmen, sondern vorsichtshalber auch gleich alle Schlösser auswechselten.<ref name="Eklat"/> | ||
| + | |||
| + | Im Dezember [[2010]] wurde der [[Hallein]]er [[Erwin Stangassinger]] unter 50 Bewerbern zum neuen Geschäftsführer ausgewählt.<ref>"[[Salzburger Woche]]", Ausgabe "[[Pongauer Nachrichten]]" vom 16. Dezember 2010</ref> | ||
| + | |||
| + | Im März [[2011]] wurden die Vorerhebungen der [[Staatsanwaltschaft Salzburg|Staatsanwaltschaft]] gegen Rudolf Egger in dieser Sache eingestellt und die Vorwürfe fallen gelassen, Egger wurde rehabilitiert<ref>Unterlagen liegen der SN-Redaktion vor.</ref>. Stangassinger blieb Geschäftsführer. | ||
| + | |||
| + | === Ab 2013: Mehrheitseigentum der Großarler Bergbahnen === | ||
| + | Im Jahr [[2013]] erwarb die Großarler Bergbahnen GmbH & Co. KG die Anteilsmehrheit an der Dorfgasteiner Bergbahnen AG.<ref name="Großarl50"/> | ||
| + | |||
| + | In der Folge übernahm die Großarler Bergbahnen GmbH & Co. KG in der Geschäftsführung der Dorfgasteiner Bergbahnen AG selbst das Ruder. Insbesondere wurde der damalige kaufmännische Geschäftsführer der Großarler, [[Josef Gruber (Großarler Bergbahnen)|Josef "Sepp" Gruber]], auch einer der beiden Vorstände der Dorfgasteiner Bergbahnen<ref>Seilbahn.net, 8. Juni 2020: [https://web.archive.org/web/20240826073323/https://seilbahn.net/sn/bericht_handy.php?news=10349 Führung der Skischaukel Großarltal-Dorfgastein wieder komplett]</ref>. | ||
| − | |||
| − | |||
| − | |||
== Anschrift == | == Anschrift == | ||
| − | + | :[[Bergbahnstraße (Dorfgastein)|Bergbahnstraße]] 46 | |
| − | :Bergbahnstraße 46 | ||
:5632 Dorfgastein | :5632 Dorfgastein | ||
:Telefon: 0 64 33 - 72 23-0 | :Telefon: 0 64 33 - 72 23-0 | ||
:[[Bürotechnik einst und jetzt#Telefax hält Einzug|Telefax]]: 0 64 33 - 7344-10 | :[[Bürotechnik einst und jetzt#Telefax hält Einzug|Telefax]]: 0 64 33 - 7344-10 | ||
| − | :E-Mail: office@dorfgastein-bb.at | + | :E-Mail: office@dorfgastein-bb.at |
| + | |||
| + | ==Anmer<!----->kung == | ||
| + | <div id="a"><sup>a)</sup> von der Wiener Unternehmensberatung "Business Valuation" | ||
| − | == | + | == Weblink == |
| − | {{homepage|http://www. | + | {{homepage|http://www.dorfgasteiner-bergbahnen.at}} |
== Quellen == | == Quellen == | ||
| − | |||
| − | |||
| − | |||
| − | |||
<references/> | <references/> | ||
Version vom 26. August 2024, 18:34 Uhr
Die Dorfgasteiner Bergbahnen Aktiengesellschaft ist eine Betreibergesellschaft von Aufstiegshilfen im Gasteinertal.
Allgemeines
Die Dorfgasteiner Bergbahnen AG betreibt gemeinsam mit der Großarler Bergbahnen GmbH & Co. KG die Skischaukel Dorfgastein-Großarltal.
Mehrheitseigner (52,92%) der Dorfgasteiner Bergbahnen ist die Großarler Bergbahnen Gesellschaft mit beschränkter Haftung & Co. KG. Die Gemeinde Dorfgastein hält 7,38%, die Raiffeisenbank Gastein eGen reg.Gen.m.b.H. 8,49% der Anteile.[1]
Geschichte
Ab 1970
Im Jahr 1970 wurde das Fulseck (2.030 m Seehöhe ) von der Hochalm (1.650 m Seehöhe) aus durch einen Aufstiegshilfe (Schleppliftanlage) erschlossen, als Voraussetzung zur geplanten Einrichtung einer Skischaukel zwischen Dorfgastein und Großarl.[2]
Im Jahr 1971 wurde gemeinsam mit der Großarler Bergbahnen GmbH & Co. KG die Skischaukel Dorfgastein-Großarltal geschaffen.[3]
2001: Einstieg der Großarler Bergbahnen in die Gesellschaft
Im Jahr 2001 war die Gesellschaft in eine wirtschaftliche Schieflage geraten und nicht mehr zur Erfüllung von Investitionsverpflichtungen imstande. So trat man an die Großarler Bergbahnen mit dem Wunsch heran, ins dortige Unternehmen einzusteigen. Die Großarler entschieden, hauptsächlich zur Vermeidung von Fremdbestimmung am gemeinsamen Skiberg, sich durch Eigenkapitaleinbringung von 30 Millionen Schilling (2,18 Millionen Euro) an der Dorfgasteiner Bergbahnen AG zu beteiligen und so die dringend notwendigen Investitionen zu ermöglichen.[3]
2010: Eklat um den langjährigen Geschäftsführer
Ein 168 Seiten starker Prüfberichta) deckte im Sommer 2010 Mängel bei den Dorfgasteiner Bergbahnen auf. Konkret ging es um Vorwürfe gegen den langjährigen Geschäftsführer des Unternehmens, Rudolf Egger. So kann man dem Bericht entnehmen, dass Egger die Kaskoversicherung für sein Privatauto bezahlen ließ, neben seiner Bezahlung für den Geschäftsführerposten 837,19 Euro monatlich für den Betrieb einer kleinen ORF-Materialseilbahn erhielt, sich neben einer vereinbarten Überstundenpauschale in den Jahren 2002 bis 2007 noch weitere Zusatzstunden samt 50 Prozent Zuschlag von den Bergbahnen auszahlen (9.115,92 Euro) lassen sowie für die Jahre 2002, 2005, 2008 und 2009 auch ein "Bilanzgeld" als Erfolgsprämie kassiert hatte. Dazu erklärte Egger, ihm sei so eine Zahlung "nach einer guten Saison" mündlich zugesagt worden, schriftlich gebe es allerdings dazu nichts. Weiters hatte er sich selbst Bau- und Erschwerniszulagen genehmigt. Insgesamt bezifferten die Dorfgasteiner Bergbahnen den Schaden mit 72.505,03 Euro.[4]
Die Dorfgasteiner Bergbahnen erstatteten Anzeige und entließen Egger. Wie aus Quellen zu erfahren war, war das Misstrauen der Dorfgasteiner Bergbahnen gegenüber ihrem langjährigen Geschäftsführer so groß, dass sie ihm bei seiner Entlassung nicht nur die Schlüssel abnahmen, sondern vorsichtshalber auch gleich alle Schlösser auswechselten.[4]
Im Dezember 2010 wurde der Halleiner Erwin Stangassinger unter 50 Bewerbern zum neuen Geschäftsführer ausgewählt.[5]
Im März 2011 wurden die Vorerhebungen der Staatsanwaltschaft gegen Rudolf Egger in dieser Sache eingestellt und die Vorwürfe fallen gelassen, Egger wurde rehabilitiert[6]. Stangassinger blieb Geschäftsführer.
Ab 2013: Mehrheitseigentum der Großarler Bergbahnen
Im Jahr 2013 erwarb die Großarler Bergbahnen GmbH & Co. KG die Anteilsmehrheit an der Dorfgasteiner Bergbahnen AG.[3]
In der Folge übernahm die Großarler Bergbahnen GmbH & Co. KG in der Geschäftsführung der Dorfgasteiner Bergbahnen AG selbst das Ruder. Insbesondere wurde der damalige kaufmännische Geschäftsführer der Großarler, Josef "Sepp" Gruber, auch einer der beiden Vorstände der Dorfgasteiner Bergbahnen[7].
Anschrift
- Bergbahnstraße 46
- 5632 Dorfgastein
- Telefon: 0 64 33 - 72 23-0
- Telefax: 0 64 33 - 7344-10
- E-Mail: office@dorfgastein-bb.at
Anmerkung
Weblink
Quellen
- ↑ FirmenABC (abgerufen am 26. August 2024)
- ↑ Gastein im Bild © 2001 Anton Ernst Lafenthaler: D - Gasteinertal/Dokumentation: Geschichte - Liftanlagen
- ↑ 3,0 3,1 3,2 50 Jahre Großarler Bergbahnen 1966/67 – 2016/17. Herausgeber: Großarler Bergbahnen GmbH & Co KG. S. 2, 18 und 30
- ↑ 4,0 4,1 Kronen Zeitung, 26. August 2010: Dorfgasteiner Bergbahnen: Vorstand angezeigt; Salzburger Nachrichten, 9. November 2010
- ↑ "Salzburger Woche", Ausgabe "Pongauer Nachrichten" vom 16. Dezember 2010
- ↑ Unterlagen liegen der SN-Redaktion vor.
- ↑ Seilbahn.net, 8. Juni 2020: Führung der Skischaukel Großarltal-Dorfgastein wieder komplett