Salzburger Bauernkalender: Unterschied zwischen den Versionen

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Es schrieben wie schon für den Bauernbund Kalender [[Franz Braumann]] und [[Karl Springenschmid]], neu dazu kamen [[Tobias Reiser d. Ä.]] und [[Karl Heinrich Waggerl]]. [[Carl Zuckmayer]] bemerkte, dass bei den eingesessen Bauern die Hasspropganda jedoch noch auf wenig Echo stieß.  
  
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[[1946]] wurde der Bauernkalender (so hieß er ab jetzt) vom "[[Salzburger Pressverein]]", der die christliche und bäuerliche Linie fortsetzte, herausgegeben.  
 
[[1946]] wurde der Bauernkalender (so hieß er ab jetzt) vom "[[Salzburger Pressverein]]", der die christliche und bäuerliche Linie fortsetzte, herausgegeben.  

Version vom 2. Dezember 2010, 17:00 Uhr

Der Salzburger Bauernkalender ist eine jährlich erscheinende Publikation (Kalender, Literatur, Service).

Geschichte

Die erste Ausgabe (1909) erschien in der Zaunrithschen Druckerei in der Bergstraße 12. Redigiert wurde der Bauernbund Kalender von Franz Forstner, herausgegeben wurde er vom Katholischen Bauernbund. Die Inhalte waren dem christlichen Weltbild der Bauern verschrieben.

Inhalte der ersten Ausgabe:

  • Je eine Spalte mit der mutmaßlichen Witterung, mit den Bauernregeln sowie den Jahr- und Viehmärkten, daneben ein eigenes Schreibblatt (es besteht heute noch)
  • Ein Heiligenverzeichnis und Daten aus der heimatlichen Geschichte.
  • Die Landespatrone der Kronländer
  • Die Genealogie des Kaiserhauses und Europas Regenten.
  • Weiters folgten die Amtsschematismen des Landes sowie der Diözese.
  • "Die wichtigsten Ereignisse" des letzten Jahres.
  • Viehstand der Monarchie, die neuesten Postbestimmungen, Boten-Verzeichnis, Stempel-Gebühren, Einkommensteuer, Aufnahme- und Verpflegungsbedingungen im St. Johann Spital.
  • "Immerwährender Trächtigkeits- und Brüte Kalender"
  • Die Kunstdünger-Empfehlungen.
  • Bauernbund - Lied.
  • Tierzucht
  • Alpenschutzgesetz
  • Holzverkauf
  • Raiffaisenkassen
  • Geschichten über Wilderer, Wetterhexen,Sagen und Mundartgedichte.

Die 40 Inserate die der erste Bauernbund Kalender beinhaltete machten den Preis von 80 Heller bzw. gebunden 90 Heller erst möglich.

Diese Struktur hielt sich sehr lange, der Monats-Kalender und der Serviceteil hielt sich sogar bis heute.

Neuerungen: Es wurde ein Arzt-Verzeichnis und Tipps für den Forstwirt, Bienenzüchter und Fischer hinzugefügt. Karl Adrian, Franz Martin oder Franz Braumann waren genauso Autoren wie der Nationalsozialist Karl Springenschmid.

In der Zeit des 1. Weltkrieges waren die Kriegsberichterstattung bzw. Kriegspoesie überwiegend. Ab dem Jahr 1913 zeichnete der Radstädter Maler Franz Kulstrunk das Titelbild. Abgelöst wurde er von Max von Poosch der einen säenden Bauern und eine Frau mit Kind am Pflug sitzend für das Titelbild malte.

1933 gestaltete Wilhelm Kaufmann das Kalendarium neu: Die Monatsleiste wurde mit biblischen Episoden und den jahreszeitlichen bäuerlichen Verrichtungen bzw. Bräuchen sowie je acht Heiligendarstellungen von Severin bis Sylvester aufgewertet.

In den 1930er Jahren wurden besonders die "braven Dienstboten" und die "Ehrenbauern" gewürdigt. Außerdem sind viele Aufnahmen von lokalen Begebenheiten vorhanden.

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten wurde der Bauernbund zerschlagen und damit war das vorzeitige Ende des Bauernbund Kalenders unvermeidlich. In der NS-Zeit wurden jedoch Ersatzprodukte auf den Markt gebracht: zum einen der "Alpenländische Bauernkalender" und zum zweiten der "Salzburger Bauernkalender" der von der Landesbauernschaft herausgegeben wurde. Statt Heiligenfeste standen nun "Deutsche Gedenktage" im Kalender. Es schrieben wie schon für den Bauernbund Kalender Franz Braumann und Karl Springenschmid, neu dazu kamen Tobias Reiser d. Ä. und Karl Heinrich Waggerl. Carl Zuckmayer bemerkte, dass bei den eingesessen Bauern die Hasspropganda jedoch noch auf wenig Echo stieß.

Neubeginn nach dem 2. Weltkrieg:

1946 wurde der Bauernkalender (so hieß er ab jetzt) vom "Salzburger Pressverein", der die christliche und bäuerliche Linie fortsetzte, herausgegeben. Das heilige Jahr 1950 wurde der "christlichen Familie" gewidmet. 1952 lobte der Herausgeber Prof. Franz Forstner für seine langjährige Arbeit für den Bauernkalender. Forstners Entdeckungen waren unter anderem das "Platten-Lisei" aus Bischofshofen und August Rettenbacher aus St. Kolomann. In den 1950er Jahren wählte der Kalendermann ein Motto für jede Ausgabe, 1954 war es "Bauern und die neue Zeit". 1966 stirbt Franz Forstner, der hauptberuflich Lehrer war.

Für das Jahr 1966 stellte Dr. Franz Calliari den Kalender fertig. Er redigierte den Kalender 2 Jahre lang. Ab dieser Zeit kamen die ersten Farbfotos in den Kalender.

Ab 1969 war der "Forstner Schüler" und Chefredakteur der SVZ, Alfred Adrowitzer der Kalendermann. Er warnte vor dem Ausverkauf bäuerlichen Kulturgutes. Er ließ die Leser entscheiden, ob einen Änderung des Aussehens gewünscht ist, doch die Leser waren im großen und ganzen damit zufrieden. Nach dem Tod Adrowitzers sprangen Dr. Ferdinand Ahr und Hans Karl bei der Fertigstellung 1983 ein.

Den Kalender 1984 redigierten Helmut Mödlhammer und Hans Karl. In der Mitte der 1980er Jahre wurde das Umschlagbild erneuert und auf die Handschrift "Jurigas" wurde verzichtet.

Zum 80er des Kalenders gab es wieder Neuerungen:

So veränderte man das Umschlagsbild erneut, es wurden anspruchvollere Texte ins Programm genommen und der Serviceteil wurde gekürzt. Das stieß auf Kritik und so kam es wieder zur Trendumkehr.

Ab 1994 brachte der neue Herausgeber Bertl Göttl mehr Fachartikel und weniger Unterhaltendes. Bei einer damaligen Lesebefragung gaben 90% die Note sehr gut ab. 1997 übernahm der schon als Autor tätige Max Faistauer die Redaktion. Mag. Mona Müry Leitner betreute den Kalender mehr als eineinhalb Jahrzehnte redaktionell. Ihre Nachfolgerin war Doraja Eberle.

Quelle

  • Salzburger Bauernkalender 2009