Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung (Ettenberg): Unterschied zwischen den Versionen
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| − | Im Inneren der weißgetünchte, spätbarocke Kirche ist das große und farbenfrohe Deckengemälde auffallend. Es zeigt zu Füßen des Gnadenthrons kniend, u. a. den Erbauer der Kirche, Fürstpropst von Rehlingen. Es stammt von Innozenz Anton Worath aus [[Burghausen]], [[Rupertiwinkel]], der auch das Altarbild malte. | + | Im Inneren der weißgetünchte, spätbarocke Kirche ist das große und farbenfrohe Deckengemälde auffallend. Es zeigt, zu Füßen des Gnadenthrons kniend, u. a. den Erbauer der Kirche, Fürstpropst von Rehlingen. Es stammt von Innozenz Anton Worath aus [[Burghausen]], [[Rupertiwinkel]], der auch das Altarbild malte. |
| − | Die reichen Stuckarbeiten, weiß auf hellgrünem Grund, stammen vom Stukkateur Josef Höpp aus Burghausen, Bayern, der auch in [[Großgmain]] und im [[Innviertel]] bedeutende Werke schuf. Neben weiteren Wandbilder und vielen Votivbilder, die hinter dem Altar zu sehen sind, ist noch die mit über vier Meter Höhe ungewöhnlich große Schnitzfigur des Hl. | + | Die reichen Stuckarbeiten, weiß auf hellgrünem Grund, stammen vom Stukkateur Josef Höpp aus Burghausen, Bayern, der auch in [[Großgmain]] und im [[Innviertel]] bedeutende Werke schuf. Neben weiteren Wandbilder und vielen Votivbilder, die hinter dem Altar zu sehen sind, ist noch die mit über vier Meter Höhe ungewöhnlich große Schnitzfigur des Hl. Christophorus aus dem [[17. Jahrhundert]] oben auf der Orgelempore erwähnenswert. Im Chorraum hängt auch eine Kopie des Gnadenbildes von [[Wallfahrtsbasilika Maria Plain|Maria Plain]]. |
Das Gnadenbild stand ursprünglich in einem Glaskasten mit Goldrahmen zwischen Tabernakel und Altarbild. Im [[19. Jahrhundert]] setzte man es nach Entfernung des Bildes in den heutigen Schrein und umgab es mit Putten. | Das Gnadenbild stand ursprünglich in einem Glaskasten mit Goldrahmen zwischen Tabernakel und Altarbild. Im [[19. Jahrhundert]] setzte man es nach Entfernung des Bildes in den heutigen Schrein und umgab es mit Putten. | ||
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| − | Für den Wallfahrtsbetrieb nicht unwichtig, dass der Mesner Josef Prantner [[1727]] das Recht zum Bierausschank bekam. | + | Für den Wallfahrtsbetrieb ist nicht unwichtig, dass der Mesner Josef Prantner [[1727]] das Recht zum Bierausschank bekam. |
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[[Datei:Panorama-Ausblick zur Osterhorngruppe von Ettenberg-Marktschellenberg.jpg|thumb|left|600px|Panorama-Ausblick von der Wallfahrtskirche Maria Ettenberg zur Osterhorngruppe.]] | [[Datei:Panorama-Ausblick zur Osterhorngruppe von Ettenberg-Marktschellenberg.jpg|thumb|left|600px|Panorama-Ausblick von der Wallfahrtskirche Maria Ettenberg zur Osterhorngruppe.]] | ||
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Version vom 21. November 2020, 11:53 Uhr
Die Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung (Ettenberg) befindet sich im Berchtesgadener Land an den südlichen Abhängen des Untersbergstocks im Ortsteil Ettenberg der Gemeinde Marktschellenberg.
Geschichte
In einem Bericht vom 11. November 1695 informiert der damalige Pfarrer von Marktschellenberg, Martin Sartorius, das Konsistorium in Berchtesgaden über die beginnende Wallfahrt auf dem Ödenperg: ..ein liebreiches Mariae bildt an eine großen Lindten baumb angehenckht in aller früe erfundten wordten..., das Gnadenbild fand sich in der Nacht vom 11. auf 12. August 1695 an einem Lindenbaum.
1696 wurde eine kleine Kapelle um das Gnadenbild und die Linde errichtet. Zunächst mit einem kleinen Altar, bald schon mit drei Altären, was auf eine bereits blühende Wallfahrt hinwies. Die Errichtung einer Kirche wurde dann zur Zeit des Berchtesgadener Fürstpropstes Julius Heinrich Freiherr von Rehlingen (1723−1732) nach einem Beschluss des Berchtesgadener Konsistoriums vom 14. Jänner 1723 beschlossen. Sie entstand damit etwa zur gleichen Zeit wie die Marienheiligtümer Wallfahrtskirche Maria Gern und Maria am Kunterweg in der Ramsau (Wallfahrt schon seit 1696).
Das Patrozinium wird am 2. Juli begangen.
Innenausstattung
Im Inneren der weißgetünchte, spätbarocke Kirche ist das große und farbenfrohe Deckengemälde auffallend. Es zeigt, zu Füßen des Gnadenthrons kniend, u. a. den Erbauer der Kirche, Fürstpropst von Rehlingen. Es stammt von Innozenz Anton Worath aus Burghausen, Rupertiwinkel, der auch das Altarbild malte.
Die reichen Stuckarbeiten, weiß auf hellgrünem Grund, stammen vom Stukkateur Josef Höpp aus Burghausen, Bayern, der auch in Großgmain und im Innviertel bedeutende Werke schuf. Neben weiteren Wandbilder und vielen Votivbilder, die hinter dem Altar zu sehen sind, ist noch die mit über vier Meter Höhe ungewöhnlich große Schnitzfigur des Hl. Christophorus aus dem 17. Jahrhundert oben auf der Orgelempore erwähnenswert. Im Chorraum hängt auch eine Kopie des Gnadenbildes von Maria Plain.
Das Gnadenbild stand ursprünglich in einem Glaskasten mit Goldrahmen zwischen Tabernakel und Altarbild. Im 19. Jahrhundert setzte man es nach Entfernung des Bildes in den heutigen Schrein und umgab es mit Putten.
Ein großer Bombensplitter an der Wand rechts neben dem Altar erinnert an den Bombenangriff der Amerikaner auf den nahen Obersalzberg am 25. April 1945, bei dem einige Irrläufer Ettenberg trafen.
Wallfahrer können auch den im September 1997 eingeweihten Kreuzweg mit 14 Stationen von Marktschellenberg aus bis zur Wallfahrtskirche Ettenberg pilgern.
Für den Wallfahrtsbetrieb ist nicht unwichtig, dass der Mesner Josef Prantner 1727 das Recht zum Bierausschank bekam.
Erreichbarkeit
Man kann auf einer kleinen Straße von Marktschellenberg hinauffahren. Oder man durchwandert die Almbachklamm. Als dritte Möglichkeit bietet sich eine Wanderung von der Wallfahrtskirche Maria Gern aus an; Dauer etwa 90 min bis zwei Stunden (weil man trotz der kurzen Entfernung zunächst in die Almbachklamm absteigen muss, um am anderen Klammufer wieder steil aufzusteigen).
Bilder
Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung (Ettenberg) – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
Quellen
- www.ettenberg.de
- Wallfahrtskirche Maria Ettenberg, Prälat Dr. W. Brugger, 7. Auflage 1995