Infektionskrankheit Covid-19: Unterschied zwischen den Versionen

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Der Virus befällt die unteren Atemwege und kann eine schwere Lungenentzündung hervorrufen. Soweit der Stand der Kenntnisse ist (24. Februar 2020) wurde der Virus ursprünglich in China durch Tiere auf den Menschen und von diesem durch Tröpfcheninfektion (z. B. hustende Infizierte) übertragen. Die Inkubationszeit beträgt zwei bis 14 Tage. Der Krankheitsverlauf zeigt sich in grippeähnlichen Symptomen (Fieber, Unwohlsein), Husten bis hin zu Atemnot und Lungenentzündung, wobei besonders ältere Menschen mit Vorerkrankungen gefährdet sind.
 
Der Virus befällt die unteren Atemwege und kann eine schwere Lungenentzündung hervorrufen. Soweit der Stand der Kenntnisse ist (24. Februar 2020) wurde der Virus ursprünglich in China durch Tiere auf den Menschen und von diesem durch Tröpfcheninfektion (z. B. hustende Infizierte) übertragen. Die Inkubationszeit beträgt zwei bis 14 Tage. Der Krankheitsverlauf zeigt sich in grippeähnlichen Symptomen (Fieber, Unwohlsein), Husten bis hin zu Atemnot und Lungenentzündung, wobei besonders ältere Menschen mit Vorerkrankungen gefährdet sind.
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Corona stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Krone oder Kranz. Das Virus trägt den Namen wegen seines kranzförmigen Aussehens. Die heilige Maria mit dem Strahlenkranz wird oft als "''Coronata''" bezeichnet. Ein Detail am Rande: Die heilige Corona war eine frühchristliche Märtyrerin und gilt ausgerechnet als Schutzheilige gegen Seuchen.
  
 
== Geschichte ==
 
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Am Wochenende [[22. Februar|22.]]-[[23. Februar]] 2020 traten unerwartet viele Infektionen in den oberitalienischen Regionen Piemont, Lombardei, Emilia-Romagna und [[Venetien]] auf, wo bis 24. Februar mehr als 200 Infektionen und fünf Todesfälle registiert wurden. Am Sonntagabend, den 23. Februar, wurde ein Zug an der Grenze am Brenner angehalten, da sich in diesem (bis Verona) zwei mögliche Infizierte befunden hatten. Wie sich herausstellte, waren die beiden aber bereits in Verona ausgestiegen. Montagfrüh konnte der Zug seine Fahrt nach München fortsetzen.
 
Am Wochenende [[22. Februar|22.]]-[[23. Februar]] 2020 traten unerwartet viele Infektionen in den oberitalienischen Regionen Piemont, Lombardei, Emilia-Romagna und [[Venetien]] auf, wo bis 24. Februar mehr als 200 Infektionen und fünf Todesfälle registiert wurden. Am Sonntagabend, den 23. Februar, wurde ein Zug an der Grenze am Brenner angehalten, da sich in diesem (bis Verona) zwei mögliche Infizierte befunden hatten. Wie sich herausstellte, waren die beiden aber bereits in Verona ausgestiegen. Montagfrüh konnte der Zug seine Fahrt nach München fortsetzen.
  
In den betroffenen italienischen Regionen wurden teilweise Dörfer abgeriegelt, Supermärkte, Bars und Restaurants geschlossen, der Carneval in Venedig (24. Februar war der Faschingsmontag) sowie zahlreiche Sportveranstaltungen abgesagt. In Folge schlossen zahlreiche Schulen sowie Universitäten und das öffentliche Leben in diesen italienischen Regionen kam weitgehend zum Erliegen.
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== Der Virus und das Bundesland Salzburg ==
 
 
 
Am [[25. Februar]] gab es die ersten beiden in Österreich bestätigten Erkrankungen an diesem Virus. Es handelte sich um zwei italienische Staatsbürger aus der Lombardei, die in Innsbruck leben. Am [[27. Februar]] wurde der erste Fall in [[Wien]] bestätigt.
 
Am [[25. Februar]] gab es die ersten beiden in Österreich bestätigten Erkrankungen an diesem Virus. Es handelte sich um zwei italienische Staatsbürger aus der Lombardei, die in Innsbruck leben. Am [[27. Februar]] wurde der erste Fall in [[Wien]] bestätigt.
  
== Der Virus und das Bundesland Salzburg ==
 
 
Die vier Corona-Verdachtsfälle, die im [[Universitätsklinikum Salzburg]] Ende Jänner 2020 behandelt wurden, hatten sich nicht bestätigt. Der erste bestätigte Fall  trat dann am [[1. März]] 2020 ein. Eine 36-jährige Frau aus [[Fusch an der Großglocknerstraße]] hatte sich bei einem Aufenthalt in Turin angesteckt und am 27. Februar 2020 Symptome entwickelt. Sie befindet sich wie drei weitere Familienmitglieder in Quarantäne zuhause.  
 
Die vier Corona-Verdachtsfälle, die im [[Universitätsklinikum Salzburg]] Ende Jänner 2020 behandelt wurden, hatten sich nicht bestätigt. Der erste bestätigte Fall  trat dann am [[1. März]] 2020 ein. Eine 36-jährige Frau aus [[Fusch an der Großglocknerstraße]] hatte sich bei einem Aufenthalt in Turin angesteckt und am 27. Februar 2020 Symptome entwickelt. Sie befindet sich wie drei weitere Familienmitglieder in Quarantäne zuhause.  
  
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=== International ===
 
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Der internationale Flugverkehr brach um die Hälfte ein. Der Luftfahrt-Branchenverband IATA erwartet durch das Virus für die Fluggesellschaften insgesamt einen Umsatzverlust zwischen 63 und 113 Mrd. Dollar, umgerechnet 56 bis 102 Mrd. Euro. Das entspricht dem Wegfall von bis zu 19 Prozent der Gesamtumsätze im Passagiergeschäft (Stand 6. März 2020). Die weltweit größte Ferienmesse, die Die Internationale Tourismus-Börse (ITB) Berlin, die Anfang März hätte stattfinden sollen, wurde abgesagt (erwartet waren rund 10 000 Aussteller und 120 000 Fachbesucher aus aller Welt). Auch in der Sportwelt kam es zu Absagen von größeren Veranstaltungen wie dem Finalwochenende im Skirennsport, des ersten Laufs zu Moto-GP oder bei Radsportklassikern in Oberitalien.  
 
Der internationale Flugverkehr brach um die Hälfte ein. Der Luftfahrt-Branchenverband IATA erwartet durch das Virus für die Fluggesellschaften insgesamt einen Umsatzverlust zwischen 63 und 113 Mrd. Dollar, umgerechnet 56 bis 102 Mrd. Euro. Das entspricht dem Wegfall von bis zu 19 Prozent der Gesamtumsätze im Passagiergeschäft (Stand 6. März 2020). Die weltweit größte Ferienmesse, die Die Internationale Tourismus-Börse (ITB) Berlin, die Anfang März hätte stattfinden sollen, wurde abgesagt (erwartet waren rund 10 000 Aussteller und 120 000 Fachbesucher aus aller Welt). Auch in der Sportwelt kam es zu Absagen von größeren Veranstaltungen wie dem Finalwochenende im Skirennsport, des ersten Laufs zu Moto-GP oder bei Radsportklassikern in Oberitalien.  
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Italien wurde von dem Virus am stärksten betroffen. Zunächst wurden in den betroffenen norditalienischen Regionen wurden teilweise Dörfer abgeriegelt, Supermärkte, Bars und Restaurants geschlossen, der Carneval in Venedig (24. Februar war der Faschingsmontag) sowie zahlreiche Sportveranstaltungen abgesagt. In Folge schlossen zahlreiche Schulen sowie Universitäten und das öffentliche Leben in diesen italienischen Regionen kam weitgehend zum Erliegen. Am [[10. März]] schloss Italien seine Grenzen für den Personenverkehr. Diese Maßnahme soll bis [[25. März]] gelten. Die österreichischen Bundesbahnen stellten den Zugverkehr nach Italien ein. Am [[11. März]] wurde der Flughafen Mailand-Linate geschlossen, für österreichische Flugzeuge wurde ein Landeverbot auf allen italienischen Flughäfen ausgesprochen. Am [[12. März]] mussten dann alle Bars und Restaurants auf Anordnung der Regierung geschlossen werden. Am 12. März waren in Italien mehr als 12 400 Menschen mit dem Virus infiziert, mehr als 820 sind gestorben.
  
 
=== Im Bundesland Salzburg ===
 
=== Im Bundesland Salzburg ===
 
Gelegentlich tauchten Anfang März Bilder in social media auf, die leer geräumten Regale (Nudeln, Reis) in Supermärkten (Maximarkt) zeigten. Nach Bekanntwerden eines Corona-Falles in [[Obertauern]] berichtete ein Journalist, dass ein Nachbar seines Interviewpartners mit "''Wenn man nur einmal unser Haus sieht dreh ich euch den Kragen um''" , "''schaut dass ihr Land gewinnt''" den Kameramann und den Journalisten einschüchtern wollte (Quelle Facebook).
 
Gelegentlich tauchten Anfang März Bilder in social media auf, die leer geräumten Regale (Nudeln, Reis) in Supermärkten (Maximarkt) zeigten. Nach Bekanntwerden eines Corona-Falles in [[Obertauern]] berichtete ein Journalist, dass ein Nachbar seines Interviewpartners mit "''Wenn man nur einmal unser Haus sieht dreh ich euch den Kragen um''" , "''schaut dass ihr Land gewinnt''" den Kameramann und den Journalisten einschüchtern wollte (Quelle Facebook).
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Ab 10. März wurden mehr oder weniger alle Veranstaltungen in geschlossenen Räumen und im Freien abgesagt. In Salzburger Stadtrestaurants wurden Umsatzrückgänge von bi zu 70 Prozent registriert. Am 11. März wurde die Schließung der Schulen in zwei Etappen ab 16. März bis Ostern angekündigt.
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"Ich heiße Corona" - Zwei Salzburgerinnen mit dem seltenen Vornamen Corona erlebten im März allerhand.
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"''Es ist die Hölle auf Erden''", sagte die Corona aus [[Straßwalchen]]. Seit Ausbruch des Corona-Virus müsse sie sich ständig dumme Scherze und abfällige Sprüche wegen ihres Vornamens anhören. "''Ich werde zum Beispiel gefragt, ob ich ansteckend bin.''" Wo immer sie hinkomme, sei ihr Name Thema - ob bei der Führerscheinkontrolle, beim Zugfahren oder zuletzt bei der Lehrabschlussprüfung. Sie verfolge die Berichterstattung zu dem Virus nicht mehr. "''Ich habe auch mein Profil auf Facebook und Instagram gelöscht.''" Viele Leute würden sie schief anschauen und einen Bogen um sie machen, schildert Corona. "''Sie verhalten sich so, als ob nicht das Virus die Lungenkrankheit übertragen würde, sondern mein Name.''" Bei der Benennung des Virus habe offenbar kein Mensch an die Frauen mit diesem Vornamen gedacht.
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Auch Corona vom Forum Familie [[Tennengau]] wird dieser Tage oft auf ihren Taufnamen angesprochen. Beleidigende Bemerkungen habe sie bisher aber nicht zu hören bekommen, sagt die gebürtige [[Abtenau]]erin. Im Gegenteil. "''Ich bekomme von Freunden und Bekannten täglich nette Videos, Sticker und Memes auf mein Smartphone geschickt.''" Scherzhafte Bemerkungen nimmt Corona mit Humor. "''Bisher waren sie alle lustig oder akzeptabel.''" Wenn sie sich derzeit bei Terminen in der Runde vorstelle, folge Gelächter. "''Ich sehe das als Art Aufwärmer.''"
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Der Landesstatistik stehen Vornamen bei den Geburten ab 1984 zur Verfügung. "''Seither wurde in Salzburg nur ein Mädchen so genannt, in ganz Österreich waren es seit 1984 fünf Mädchen und eine Anna-Corona''", sagt Leiter [[Gernot Filipp]].
  
 
== Quellen ==
 
== Quellen ==
* [[Salzburger Nachrichten]] vom [https://www.sn.at/panorama/oesterreich/live-coronavirus-die-naechsten-zwei-wochen-sind-fuer-oesterreich-entscheidend-83921980 24. Februar 2020] sowie vom 11. und 20. Februar 2020 und darin [https://www.sn.at/panorama/international/dossier-das-coronavirus-und-seine-folgen-82694359  fortlaufend]
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* [[Salzburger Nachrichten]] vom [https://www.sn.at/panorama/oesterreich/live-coronavirus-die-naechsten-zwei-wochen-sind-fuer-oesterreich-entscheidend-83921980 24. Februar 2020] sowie vom 11. und 20. Februar 2020 und darin [https://www.sn.at/panorama/international/dossier-das-coronavirus-und-seine-folgen-82694359  fortlaufend] und [https://www.sn.at/salzburg/chronik/ich-heisse-corona-was-frauen-mit-diesem-vornamen-gerade-erleben-84708616  12. März 2020]
 
* fvw Magazin für Touristiker & Business-Travel  
 
* fvw Magazin für Touristiker & Business-Travel  
 
* [[Salzburger Landeskorrespondenz]] vom [https://service.salzburg.gv.at/lkorrj/detail?nachrid=62997 24. Februar 2020]
 
* [[Salzburger Landeskorrespondenz]] vom [https://service.salzburg.gv.at/lkorrj/detail?nachrid=62997 24. Februar 2020]

Version vom 12. März 2020, 09:36 Uhr

Verhaltensregeln gegen eine Ausbreitung der Infektionskrankheit Covid-19.

Die Infektionskrankheit Covid-19, genannt Corona-Virus, ist eine Krankheit, die Ende 2019 in der chinesischen Stadt Wuhan ausgebrochen war.

Beschreibung

Der Virus befällt die unteren Atemwege und kann eine schwere Lungenentzündung hervorrufen. Soweit der Stand der Kenntnisse ist (24. Februar 2020) wurde der Virus ursprünglich in China durch Tiere auf den Menschen und von diesem durch Tröpfcheninfektion (z. B. hustende Infizierte) übertragen. Die Inkubationszeit beträgt zwei bis 14 Tage. Der Krankheitsverlauf zeigt sich in grippeähnlichen Symptomen (Fieber, Unwohlsein), Husten bis hin zu Atemnot und Lungenentzündung, wobei besonders ältere Menschen mit Vorerkrankungen gefährdet sind.

Name

Corona stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Krone oder Kranz. Das Virus trägt den Namen wegen seines kranzförmigen Aussehens. Die heilige Maria mit dem Strahlenkranz wird oft als "Coronata" bezeichnet. Ein Detail am Rande: Die heilige Corona war eine frühchristliche Märtyrerin und gilt ausgerechnet als Schutzheilige gegen Seuchen.

Geschichte

Am 31. Dezember 2019 wurden von chinesischen Gesundheitsbehörden 27 Fälle mit Lungenentzündung mit zunächst unbekannter Ursache gemeldet. Nach Angaben der WHO wurde am 7. Jänner 2020 in China ein neuartiges Coronavirus identifiziert.

Bis 24. Februar 2020 zählte man rund 78 400 registrierte Erkrankungsfälle, davon rund 76 900 in China. Dabei gab es bisher 2 442 Todesfälle, 19 davon in anderen Ländern als China.

Das im Hafen von Yokohama (Japan) liegende Kreuzfahrtschiff "Diamond Princess" mit 3 700 Passagieren an Bord und das im Hafen von Hongkong liegende Kreuzfahrtschiff "World Dream" mit 1 800 Passagieren an Bord wurden unter Quarantäne gestellt.

Am Wochenende 22.-23. Februar 2020 traten unerwartet viele Infektionen in den oberitalienischen Regionen Piemont, Lombardei, Emilia-Romagna und Venetien auf, wo bis 24. Februar mehr als 200 Infektionen und fünf Todesfälle registiert wurden. Am Sonntagabend, den 23. Februar, wurde ein Zug an der Grenze am Brenner angehalten, da sich in diesem (bis Verona) zwei mögliche Infizierte befunden hatten. Wie sich herausstellte, waren die beiden aber bereits in Verona ausgestiegen. Montagfrüh konnte der Zug seine Fahrt nach München fortsetzen.

Der Virus und das Bundesland Salzburg

Am 25. Februar gab es die ersten beiden in Österreich bestätigten Erkrankungen an diesem Virus. Es handelte sich um zwei italienische Staatsbürger aus der Lombardei, die in Innsbruck leben. Am 27. Februar wurde der erste Fall in Wien bestätigt.

Die vier Corona-Verdachtsfälle, die im Universitätsklinikum Salzburg Ende Jänner 2020 behandelt wurden, hatten sich nicht bestätigt. Der erste bestätigte Fall trat dann am 1. März 2020 ein. Eine 36-jährige Frau aus Fusch an der Großglocknerstraße hatte sich bei einem Aufenthalt in Turin angesteckt und am 27. Februar 2020 Symptome entwickelt. Sie befindet sich wie drei weitere Familienmitglieder in Quarantäne zuhause.

Am 11. Februar 2020 wurde bekannt, dass die in Thalgau im Flachgau beheimatete Firma Procomcure selbst entwickelten Corona-Schnelltest auf den Markt bringen will. Geschäftsführer Kamil Önder hatte mit seinen zehn Mitarbeitern diesen Schnelltest schneller entwickelt als milliardenschwere Pharmariesen. Bereits im Stadium des Zulassungsverfahren lag eine Bestellung aus Wuhan, China, über 50 000 Schnelltests vor. Das Produkt namens „Phoenix Dx“ werde knapp über dem Selbstkostenpreis abgegeben, sagt Önder.

Mitte Februar 2020 erhielt dann das Unternehmen die Zulassungsgenehmigung für den Schnelltest.

Dass die Salzburger Landeskliniken (SALK) auf die Produkte aus Thalgau verzichten, bezeichnet Önder als tragikomisch. „Das Produkt ist gut genug für das Ausland, aber nicht für die Region.“ Er habe den SALK angeboten, kostenlos so viele Packungen zu liefernwie gewünscht. Das sei abgelehnt worden. Stattdessen habe man von ausländischen Pharmafirmen alle Präparate zugekauft, um weitaus umständlicher im Labor testen zu können. Eine SALK-Sprecherin sagt, das Angebot sei zu spät gekommen. „Wir hatten uns zu diesem Zeitpunkt schon für einen anderen Weg entschieden.“ Procomcure habe nicht kostenlos, sondern nur verbilligt angeboten.

Corona-Virus: Das Land ist vorbereitet

Ob es in Salzburg zu einer Epidemie kommt, lässt sich im Moment nicht beantworten. „Jedenfalls beträgt die Inkubationszeit, also der Zeitraum zwischen Ansteckung und Ausbruch, in der Regel zwischen zwei und 14 Tagen“, informiert Gerd Oberfeld von der Landessanitätsdirektion. „Eine Infektion lässt sich durch einen Test feststellen, der derzeit in Salzburg am Uniklinikum durchgeführt werden kann. Bei einer Erkrankung können sich die typischen Krankheitssymptome wie Fieber, Husten und Atemnot zeigen“, so der Mediziner.

Derzeit (24. Februar 2020) werden Verdachtsfälle zentral an der dritten Medizinischen Abteilung am Uniklinikum in Salzburg abgeklärt. „Bei einer Ausweitung stehen auch in den Kliniken in den Bezirken Isolierzimmer bereit, die übrigens auch bei schweren Grippefällen genutzt werden. Bei einer großen Anzahl an Erkrankten wird zwischen leichten und schweren Fällen unterschieden. Die leichten Fälle werden dann auch zuhause unter Einhaltung von Vorsichtsmaßnahmen betreut“, informiert Oberfeld.

Für die Rettungsdienste gibt es klare Vorgaben für Krankentransporte“, sagt Oberfeld. „So wie bei ähnlichen Fällen wie etwa der Vogelgrippe sind wir in der Lage, binnen einer Woche eine Quarantänestation einzurichten. Zur Zeit wird die weitere Vorgehensweise des Bundes in Wien besprochen. Danach werden wir uns richten“, beschreibt Markus Kurcz vom Katastrophenschutz des Landes die Möglichkeiten, auf eine große Zahl von Erkrankten zu reagieren.

Wichtige Tipps für die Bevölkerung

Gerd Oberfeld von der Landessanitätsdirektion fasst im Interview mit dem Landes-Medienzentrum (LMZ) die wichtigsten Fakten und Tipps zusammen.

LMZ: Wir befinden uns auf dem Höhepunkt der Grippesaison. Wie weiß ich bei Fieber, ob ich mit dem Corona-Virus infiziert bin?

Oberfeld: Entscheidend ist, ob man Kontakt mit erkrankten Personen aus Risikogebieten, das ist derzeit China, hatte. Zeitlich sind die vergangenen 14 Tage von Bedeutung.

LMZ: Gibt es einen Test? Wo wird er durchgeführt?

Oberfeld: An den großen Spitalsstandorten in Österreich ist ein Test zur Feststellung vorhanden, in Salzburg am Uniklinikum. Jedenfalls ist bei Krankheitsanzeichen zuerst der Hausarzt telefonisch zu verständigen. Wichtig ist, nicht selber in die Praxis zu gehen, um weitere eventuelle Ansteckungen zu vermeiden. Das Ergebnis des Tests liegt nach einigen Stunden vor.

LMZ: Wie schütze ich mich am besten?

Oberfeld: Bei einem Abstand von mehr als zwei Metern ist eine Tröpfcheninfektion unwahrscheinlich. Wenn man bei sich selber grippeähnliche Symptome wie Fieber, Abgeschlagenheit und Husten feststellt, am besten zuhause bleiben. Und noch einmal der Tipp: Beim Hausarzt bitte zuerst anrufen, nicht gleich hingehen.

LMZ: Helfen diese Schutzmasken, die man so oft im Fernsehen sieht?

Oberfeld: Bedingt. Die einfachen Masken, die man sich in der Apotheke kaufen kann, verhindern, dass beim Husten Tröpfchen direkt weitergegeben werden. Sie sind aber kein Schutz vor Ansteckung. Dafür gibt es Spezialmasken.

LMZ: Was ist bei der Hygiene zu beachten?

Oberfeld: Häufiges und gründliches Händewaschen mit warmem Wasser und Seife vermeidet die unbewusste Übertragung über die Hände. Mit ungewaschenen Händen sollte man weder essen noch sich ins Gesicht fahren. Fehlen Seife oder Wasser, helfen alkoholische Handdesinfektionsmittel. Je glatter die Oberfläche, desto leichter kann das Virus weitergegeben werden.

LMZ: Wo bekomme ich weitere Informationen?

Auf der Landes-Website unter www.salzburg.gv.at/corona-virus finden sich Antworten auf die wichtigsten Fragen sowie Vorgaben zu Meldepflichten. Neben den Hausärzten steht die telefonische Gesundheitsberatung unter 1450 rund um die Uhr und die Telefon-Hotline der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) unter 0800 555 621 von Montag bis Freitag von 09 bis 17 Uhr zur Verfügung.

Auswirkungen auf das Leben

International

Der internationale Flugverkehr brach um die Hälfte ein. Der Luftfahrt-Branchenverband IATA erwartet durch das Virus für die Fluggesellschaften insgesamt einen Umsatzverlust zwischen 63 und 113 Mrd. Dollar, umgerechnet 56 bis 102 Mrd. Euro. Das entspricht dem Wegfall von bis zu 19 Prozent der Gesamtumsätze im Passagiergeschäft (Stand 6. März 2020). Die weltweit größte Ferienmesse, die Die Internationale Tourismus-Börse (ITB) Berlin, die Anfang März hätte stattfinden sollen, wurde abgesagt (erwartet waren rund 10 000 Aussteller und 120 000 Fachbesucher aus aller Welt). Auch in der Sportwelt kam es zu Absagen von größeren Veranstaltungen wie dem Finalwochenende im Skirennsport, des ersten Laufs zu Moto-GP oder bei Radsportklassikern in Oberitalien.

Italien wurde von dem Virus am stärksten betroffen. Zunächst wurden in den betroffenen norditalienischen Regionen wurden teilweise Dörfer abgeriegelt, Supermärkte, Bars und Restaurants geschlossen, der Carneval in Venedig (24. Februar war der Faschingsmontag) sowie zahlreiche Sportveranstaltungen abgesagt. In Folge schlossen zahlreiche Schulen sowie Universitäten und das öffentliche Leben in diesen italienischen Regionen kam weitgehend zum Erliegen. Am 10. März schloss Italien seine Grenzen für den Personenverkehr. Diese Maßnahme soll bis 25. März gelten. Die österreichischen Bundesbahnen stellten den Zugverkehr nach Italien ein. Am 11. März wurde der Flughafen Mailand-Linate geschlossen, für österreichische Flugzeuge wurde ein Landeverbot auf allen italienischen Flughäfen ausgesprochen. Am 12. März mussten dann alle Bars und Restaurants auf Anordnung der Regierung geschlossen werden. Am 12. März waren in Italien mehr als 12 400 Menschen mit dem Virus infiziert, mehr als 820 sind gestorben.

Im Bundesland Salzburg

Gelegentlich tauchten Anfang März Bilder in social media auf, die leer geräumten Regale (Nudeln, Reis) in Supermärkten (Maximarkt) zeigten. Nach Bekanntwerden eines Corona-Falles in Obertauern berichtete ein Journalist, dass ein Nachbar seines Interviewpartners mit "Wenn man nur einmal unser Haus sieht dreh ich euch den Kragen um" , "schaut dass ihr Land gewinnt" den Kameramann und den Journalisten einschüchtern wollte (Quelle Facebook).

Ab 10. März wurden mehr oder weniger alle Veranstaltungen in geschlossenen Räumen und im Freien abgesagt. In Salzburger Stadtrestaurants wurden Umsatzrückgänge von bi zu 70 Prozent registriert. Am 11. März wurde die Schließung der Schulen in zwei Etappen ab 16. März bis Ostern angekündigt.

Skurrile Ereignisse

"Ich heiße Corona" - Zwei Salzburgerinnen mit dem seltenen Vornamen Corona erlebten im März allerhand.

"Es ist die Hölle auf Erden", sagte die Corona aus Straßwalchen. Seit Ausbruch des Corona-Virus müsse sie sich ständig dumme Scherze und abfällige Sprüche wegen ihres Vornamens anhören. "Ich werde zum Beispiel gefragt, ob ich ansteckend bin." Wo immer sie hinkomme, sei ihr Name Thema - ob bei der Führerscheinkontrolle, beim Zugfahren oder zuletzt bei der Lehrabschlussprüfung. Sie verfolge die Berichterstattung zu dem Virus nicht mehr. "Ich habe auch mein Profil auf Facebook und Instagram gelöscht." Viele Leute würden sie schief anschauen und einen Bogen um sie machen, schildert Corona. "Sie verhalten sich so, als ob nicht das Virus die Lungenkrankheit übertragen würde, sondern mein Name." Bei der Benennung des Virus habe offenbar kein Mensch an die Frauen mit diesem Vornamen gedacht.

Auch Corona vom Forum Familie Tennengau wird dieser Tage oft auf ihren Taufnamen angesprochen. Beleidigende Bemerkungen habe sie bisher aber nicht zu hören bekommen, sagt die gebürtige Abtenauerin. Im Gegenteil. "Ich bekomme von Freunden und Bekannten täglich nette Videos, Sticker und Memes auf mein Smartphone geschickt." Scherzhafte Bemerkungen nimmt Corona mit Humor. "Bisher waren sie alle lustig oder akzeptabel." Wenn sie sich derzeit bei Terminen in der Runde vorstelle, folge Gelächter. "Ich sehe das als Art Aufwärmer."

Der Landesstatistik stehen Vornamen bei den Geburten ab 1984 zur Verfügung. "Seither wurde in Salzburg nur ein Mädchen so genannt, in ganz Österreich waren es seit 1984 fünf Mädchen und eine Anna-Corona", sagt Leiter Gernot Filipp.

Quellen