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[[Datei:Markus Sittikus von Hohenems Schloss Hellbrunn anno 1618 .jpg|thumb| [[Markus Sittikus von Hohenems]] Schloss Hellbrunn im Jahr [[1618]].]]
[[File:Merian Hellbrunn G1186 II.jpg|thumb|Merian: Das fürstl. Lusthaus und Garten Hellenbrunn]]
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[[File:Merian Hellbrunn G1186 II.jpg|thumb|Merian: Das fürsterzbischöfliche Lusthaus und Garten ''Hellenbrunn''.]]
[[Datei:Alte Schlosszufahrt mit Mauer und Nebengebäuden.jpg|thumb|Alte Schlosszufahrt mit Mauer und Nebengebäuden]]
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[[Datei:Schloss Hellbrunn mit Einhorn.jpg|thumb|Schloss Hellbrunn mit Einhorn]]
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[[Datei:Schlossvorhof in Hellbrunn.jpg|thumb|äußerer Schlossvorplatz in Hellbrunn]]
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[[Datei:Schlossvorhof in Hellbrunn.jpg|thumb|Äußerer Schlossvorplatz in Hellbrunn,]]
[[Datei:Gärmaul Schloss Hellbrunn Wasserspiele 05.jpg|thumb|[[Germaul]], [[Wasserspiele Hellbrunn]]]]
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[[Datei:Gärmaul Schloss Hellbrunn Wasserspiele 05.jpg|thumb|Das [[Germaul]] in den [[Wasserspiele Hellbrunn|Wasserspielen Hellbrunn]].]]
[[Datei:Hellbrunner Schlosspark, Ansicht vom Hellbrunner Berg.jpg|thumb|Schloss Hellbrunn und Schlosspark Hellbrunn <br/>  Ansicht vom [[Hellbrunner Berg]]]]
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[[Datei:Hellbrunner Schlosspark, Ansicht vom Hellbrunner Berg.jpg|thumb|Schloss und Schlosspark Hellbrunn, Ansicht vom [[Hellbrunner Berg]].]]
[[Datei:Schloss Hellbrunn Schlosspark Hellbrunn im Winter 20160124.jpg|thumb|Schloss Hellbrunn im Jänner]]
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[[Datei:Schloss Hellbrunn Schlosspark Hellbrunn im Winter 20160124.jpg|thumb|Schloss Hellbrunn im Jänner.]]
Das '''Schloss Hellbrunn''' war die Sommerresidenz der Salzburger [[Fürsterzbischöfe]] und befindet sich im [[Stadt Salzburg|Stadtgebiet von Salzburg]] in [[Hellbrunn]]. .
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Das '''Schloss Hellbrunn''' war die Sommerresidenz der Salzburger [[Fürsterzbischöfe]] und befindet sich im südlichen [[Stadt Salzburg|Stadtgebiet von Salzburg]] in [[Hellbrunn]]. Das Schloss zählt, wie das gesamte Anlage, zu den [[Denkmalgeschützte Objekte in der Stadt Salzburg|denkmalgeschützten Objekten]] in der Stadt Salzburg.
  
== Geschichte in Kürze==
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== Geschichte ==
 
Das Schloss wurde im Auftrag des Salzburger Fürsterzbischofs [[Markus Sittikus von Hohenems]] vom oberitalienischen Architekten [[Santino Solari]] in den Jahren [[1613]]–[[1615]] erbaut. Mit einem Vertrag vom [[21. Juni]] [[1922]] gingen Schloss und Park von Hellbrunn an die [[Stadt Salzburg (Gebietskörperschaft)|Stadt Salzburg]] über. Vorher waren sie in [[Habsburgermonarchie|kaiserlichem]] Besitz, nach [[1918]] kurzzeitig im Besitz des Kriegsgeschädigtenfonds. Hellbrunn ist mit dem Schloss und dem Schlossgarten heute als herausragende Sehenswürdigkeit Salzburgs Teil der Dachmarke [[Hello salzburg|hello salzburg]].
 
Das Schloss wurde im Auftrag des Salzburger Fürsterzbischofs [[Markus Sittikus von Hohenems]] vom oberitalienischen Architekten [[Santino Solari]] in den Jahren [[1613]]–[[1615]] erbaut. Mit einem Vertrag vom [[21. Juni]] [[1922]] gingen Schloss und Park von Hellbrunn an die [[Stadt Salzburg (Gebietskörperschaft)|Stadt Salzburg]] über. Vorher waren sie in [[Habsburgermonarchie|kaiserlichem]] Besitz, nach [[1918]] kurzzeitig im Besitz des Kriegsgeschädigtenfonds. Hellbrunn ist mit dem Schloss und dem Schlossgarten heute als herausragende Sehenswürdigkeit Salzburgs Teil der Dachmarke [[Hello salzburg|hello salzburg]].
  
== Das Schloss ==
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Das Schloss, die Nebengebäude und der Garten haben ihre ursprüngliche Form im Wesentlichen bewahrt. Das Ensemble ist ein Bau der Spät[[renaissance]], im  architektonischen Ausdruck auf klare Formen beschränkt und Schmuckelemente zurückhaltend eingesetzt. Zur Erfassung der Anlage ist es sinnvoll, sich dem Schloss auf der Hauptzufahrt von Osten her zu nähern. Von der Stadt Salzburg durch die [[Hellbrunner Allee]] kommend führt nach rechts durch das Ostportal diese Hauptzufahrt zum Schloss, die als Achse gerade zum Schlosshof weiterführt - beidseits begleitet von Mauern und in Schlossnähe von niedrigen Nebengebäuden um sich zuletzt zu einen [[Schloss Hellbrunn|Ehrenhof]] vor dem Schloss zu öffnen.
Das Schloss, die Nebengebäude und der Garten haben ihre ursprüngliche Form im Wesentlichen bewahrt. Das Ensemble ist ein Bau der Spät[[renaissance]], im  architektonischen Ausdruck auf klare Formen beschränkt und Schmuckelemente zurückhaltend eingesetzt. Zur Erfassung der Anlage ist es sinnvoll, sich dem Schloss auf der Hauptzufahrt von Osten her zu nähern. Von der Stadt Salzburg durch die [[Hellbrunner Allee]] kommend führt nach rechts durch das Ostportal diese Hauptzufahrt zum Schloss, die als Achse gerade zum Schlosshof weiterführt - beidseits begleitet von Mauern und in Schlossnähe von niedrigen Nebengebäuden um sich zuletzt zu einen [[Ehrenhof Schloss Hellbrunn|Ehrenhof]] vor dem Schloss zu öffnen.
 
  
Dort blickt der Besucher auf das Schlossgebäude, das nach Vorbildern von Sebastiano Serlino (''tutte l'opere d'architecttura''), aber in Teilen vielleicht auch von Palladio<ref>Andrea di Pietro della Gondola, genannt Palladio (* 30. November 1508 in Padua; † 19. August 1580 in Vicenza) war der bedeutendste Architekt der Renaissance in Oberitalien.</ref> symmetrisch gebaut ist und aus zwei Geschossen mit zwölf Fensterachsen besteht. Das Schloss lässt noch gut die Gestalt des spätgotischen Vorgängerbaues mit seinen ursprünglich sieben Fensterachsen erkennen. Die seitlich durch Frontseite besitzt durch seine seitlichen Erweiterungen heute eine Breite von 38 Meter. Es ist im Wesentlichen ein zweigeschossiger Rechteckbau mit einem Walmdach. Die leicht vorspringenden Seitenrisalite treten wenig eigenständig in Erscheinung und ordnen sich unter. Die Fassade schließt nach oben mit einem Putzgesims und darüber mit einem deutlich vorkragendem Hohkehlgesims ab.
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Dort blickt der Besucher auf das Schlossgebäude, das nach Vorbildern von Sebastiano Serlino, ein italienischer Architekt und Architekturtheoretiker, aber in Teilen vielleicht auch von Palladio<ref>Andrea di Pietro della Gondola, genannt Palladio (* 30. November 1508 in Padua; † 19. August 1580 in Vicenza) war der bedeutendste Architekt der Renaissance in Oberitalien.</ref> symmetrisch gebaut ist und aus zwei Geschossen mit zwölf Fensterachsen besteht. Das Schloss lässt noch gut die Gestalt des spätgotischen Vorgängerbaues mit seinen ursprünglich sieben Fensterachsen erkennen. Die seitlich durch Frontseite besitzt durch seine seitlichen Erweiterungen heute eine Breite von 38 Meter. Es ist im Wesentlichen ein zweigeschossiger Rechteckbau mit einem Walmdach. Die leicht vorspringenden Seitenrisalite treten wenig eigenständig in Erscheinung und ordnen sich unter. Die Fassade schließt nach oben mit einem Putzgesims und darüber mit einem deutlich vorkragendem Hohkehlgesims ab.
  
 
Eine doppelarmige Freitreppe mit Säulen-Ballustraden führt zum mittigen erhöhten Portal. Unter dem Portal wurde eine flach gewölbte Grotte mit einem rebenbekränzten antiken Gott und zwei [[Steinbock|Steinböcken]] angelegt. Die Fassade des insgesamt schlichten zweigeschossigen Baues mit seitlich leicht vorspringenden Seitenrisaliten ist von Gesimsen und Lisenen gegliedert. Auffällig ist die horizontale Gliederung des Bauwerkes durch Bandgesimse. Die Fensterachsen konzentrieren sich zur Mittelachse hin. Sie besitzen Umrahmungen aus [[Konglomerat]] und  darüber für die Zeit typische dreieckige Verdachungen. In der Gartenseite betont das Gebäude die Horizontale deutlich stärker und ist insgesamt reicher gegliedert. Die vorspringenden seitlichen Eckrisalite mit ihren eigenständigen Giebelaufsatz stehen in der gleichen Linie wie der Mittelrisalit. Die Seitenrisalite besitzen in den oberen Fenstern Kaiserbüsten. Die Gliederung durch horizontale Doppelbänder wird von der Vorderseite des Schlosses übernommen bzw. weitergeführt. Das Portal mit seinem Eingang zur Neptungrotte wird von Pilastern gestaltet die mit Marmorköpfen gekrönt sein und an der Basis der sich nach unten verjüngenden Pilaster die Füße der Figuren zeigen.
 
Eine doppelarmige Freitreppe mit Säulen-Ballustraden führt zum mittigen erhöhten Portal. Unter dem Portal wurde eine flach gewölbte Grotte mit einem rebenbekränzten antiken Gott und zwei [[Steinbock|Steinböcken]] angelegt. Die Fassade des insgesamt schlichten zweigeschossigen Baues mit seitlich leicht vorspringenden Seitenrisaliten ist von Gesimsen und Lisenen gegliedert. Auffällig ist die horizontale Gliederung des Bauwerkes durch Bandgesimse. Die Fensterachsen konzentrieren sich zur Mittelachse hin. Sie besitzen Umrahmungen aus [[Konglomerat]] und  darüber für die Zeit typische dreieckige Verdachungen. In der Gartenseite betont das Gebäude die Horizontale deutlich stärker und ist insgesamt reicher gegliedert. Die vorspringenden seitlichen Eckrisalite mit ihren eigenständigen Giebelaufsatz stehen in der gleichen Linie wie der Mittelrisalit. Die Seitenrisalite besitzen in den oberen Fenstern Kaiserbüsten. Die Gliederung durch horizontale Doppelbänder wird von der Vorderseite des Schlosses übernommen bzw. weitergeführt. Das Portal mit seinem Eingang zur Neptungrotte wird von Pilastern gestaltet die mit Marmorköpfen gekrönt sein und an der Basis der sich nach unten verjüngenden Pilaster die Füße der Figuren zeigen.
  
 
== Baugeschichte ==
 
== Baugeschichte ==
Markus Sittikus, ein Vetter zu seinem Onkel und Vorgänger Fürsterzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau|Wolf Dietrich]], war in [[Italien]] aufgewachsen und lernte den damaligen, in Italien aufkommenden Zeitgeist kennen, sich auf dem Land eine Villa für den Sommer zu errichten.  
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Markus Sittikus, ein Vetter zu seinem Onkel und Vorgänger Fürsterzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]], war in [[Italien]] aufgewachsen und lernte den damaligen, in Italien aufkommenden Zeitgeist kennen, sich auf dem Land eine Villa für den Sommer zu errichten.  
  
 
So ließ er Santino Solari neben anderen Bauten auch das Schloss und den [[Schlosspark Hellbrunn|Park]] von Hellbrunn erbauen, um dort des Sommers große Feste zu feiern. Die originale Ausstattung des Schlosses, z. B. die einst nach Räumen farbig wechselnden, goldgepressten Ledertapeten, die ebenso eigenartig gewirkt haben müssen, ist nicht erhalten geblieben.  
 
So ließ er Santino Solari neben anderen Bauten auch das Schloss und den [[Schlosspark Hellbrunn|Park]] von Hellbrunn erbauen, um dort des Sommers große Feste zu feiern. Die originale Ausstattung des Schlosses, z. B. die einst nach Räumen farbig wechselnden, goldgepressten Ledertapeten, die ebenso eigenartig gewirkt haben müssen, ist nicht erhalten geblieben.  
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== Besichtigung ==
 
== Besichtigung ==
Das Schloss ist für Besucher zugänglich und kann ohne Führung mit Audio-Guide besichtigt werden. Das Schloss Hellbrunn ist auch Veranstaltungsort für Feste, Kammerkonzerte, Sommernachtsfeste und Hochzeiten. In der Vorweihnachtszeit findet hier der [[Hellbrunner Adventzauber]] statt.
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Das Schloss ist für Besucher zugänglich und kann ohne Führung mit Audio-Guide besichtigt werden. Das Schloss Hellbrunn ist auch Veranstaltungsort für Feste, Kammerkonzerte, Sommernachtsfeste und Hochzeiten. In der Vorweihnachtszeit findet im Schloss und Schlosshof der [[Hellbrunner Adventzauber]] statt.
  
 
== Rund um das Schloss ==
 
== Rund um das Schloss ==
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Umgeben ist das Schloss von einem 60 Hektar großen, historischen [[Schlosspark Hellbrunn|Schlosspark]] um diesen Schlosspark herum liegt der mitgestaltete [[Landschaftsgarten Hellbrunn]].
 
Umgeben ist das Schloss von einem 60 Hektar großen, historischen [[Schlosspark Hellbrunn|Schlosspark]] um diesen Schlosspark herum liegt der mitgestaltete [[Landschaftsgarten Hellbrunn]].
  
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== Alte Ansichten ==
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* Matthias Merian, 1644: ''Das fürstl. Lusthaus und Garten Hellenbrunn, 1/2 Stund von Saltzburg''
 
== Bilder ==
 
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* Matthias Merian, 1644: ''Das fürstl. Lusthaus und Garten Hellenbrunn, 1/2 Stund von Saltzburg''
 
 
 
 
== Literatur ==
 
== Literatur ==
 
* Sibylle Kampl und Christoph Kühberger (Herausg.): Schloss Hellbrunn - Schaulust - die unerwartete Welt des Markus Sittikus, Verlag Schloss Hellbrunn, Sbg, 2016
 
* Sibylle Kampl und Christoph Kühberger (Herausg.): Schloss Hellbrunn - Schaulust - die unerwartete Welt des Markus Sittikus, Verlag Schloss Hellbrunn, Sbg, 2016
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* ''Hellbrunn, Führer durch Wasserkünste, Schloss und Park'', Herausgeber und Verleger [[Stadtgemeinde Salzburg]], 24. Auflage, 1959<ref> http://data.onb.ac.at/rec/AC05778518 </ref>
 
* ''Hellbrunn, Führer durch Wasserkünste, Schloss und Park'', Herausgeber und Verleger [[Stadtgemeinde Salzburg]], 24. Auflage, 1959<ref> http://data.onb.ac.at/rec/AC05778518 </ref>
 
* “Die” kaiserlichen Lustschlösser Hellbrunn und Klessheim nächst Salzburg, ein Führer für Fremde und Einheimische, 1856 ([https://books.google.at/books?id=05RpAAAAcAAJ online-Link])
 
* “Die” kaiserlichen Lustschlösser Hellbrunn und Klessheim nächst Salzburg, ein Führer für Fremde und Einheimische, 1856 ([https://books.google.at/books?id=05RpAAAAcAAJ online-Link])
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== Weblinks ==
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* [http://www.hellbrunn.at/hellbrunn/deutsch/start/index.asp Homepage Schloss Hellbrunn]
  
 
== Quellen ==
 
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* Information über die Wandfriese aus einem Beitrag von [[Bernhard Strobl (Journalist)|Bernhard Strobl]] in den [[Salzburger Nachrichten]], Kleinteil am 26. Juli 2007
 
* Information über die Wandfriese aus einem Beitrag von [[Bernhard Strobl (Journalist)|Bernhard Strobl]] in den [[Salzburger Nachrichten]], Kleinteil am 26. Juli 2007
 
* Homepage Schloss Hellbrunn
 
* Homepage Schloss Hellbrunn
 
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* [http://www.hellbrunn.at/hellbrunn/deutsch/start/index.asp Homepage Schloss Hellbrunn]
 
 
 
== Einzelnachweise ==
 
 
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[[Kategorie:historisches Gebäude]]
 

Version vom 25. Dezember 2019, 14:12 Uhr

Schloss Hellbrunn aus der Sicht der ehemaligen Zufahrt.
Schloss Hellbrunn, Westseite
Merian: Das fürsterzbischöfliche Lusthaus und Garten Hellenbrunn.
Alte Schlosszufahrt mit Mauer und Nebengebäuden.
Datei:Schloss Hellbrunn mit Einhorn.jpg
Schloss Hellbrunn mit Einhorn.
Äußerer Schlossvorplatz in Hellbrunn,
Schloss und Schlosspark Hellbrunn, Ansicht vom Hellbrunner Berg.

Das Schloss Hellbrunn war die Sommerresidenz der Salzburger Fürsterzbischöfe und befindet sich im südlichen Stadtgebiet von Salzburg in Hellbrunn. Das Schloss zählt, wie das gesamte Anlage, zu den denkmalgeschützten Objekten in der Stadt Salzburg.

Geschichte

Das Schloss wurde im Auftrag des Salzburger Fürsterzbischofs Markus Sittikus von Hohenems vom oberitalienischen Architekten Santino Solari in den Jahren 16131615 erbaut. Mit einem Vertrag vom 21. Juni 1922 gingen Schloss und Park von Hellbrunn an die Stadt Salzburg über. Vorher waren sie in kaiserlichem Besitz, nach 1918 kurzzeitig im Besitz des Kriegsgeschädigtenfonds. Hellbrunn ist mit dem Schloss und dem Schlossgarten heute als herausragende Sehenswürdigkeit Salzburgs Teil der Dachmarke hello salzburg.

Das Schloss, die Nebengebäude und der Garten haben ihre ursprüngliche Form im Wesentlichen bewahrt. Das Ensemble ist ein Bau der Spätrenaissance, im architektonischen Ausdruck auf klare Formen beschränkt und Schmuckelemente zurückhaltend eingesetzt. Zur Erfassung der Anlage ist es sinnvoll, sich dem Schloss auf der Hauptzufahrt von Osten her zu nähern. Von der Stadt Salzburg durch die Hellbrunner Allee kommend führt nach rechts durch das Ostportal diese Hauptzufahrt zum Schloss, die als Achse gerade zum Schlosshof weiterführt - beidseits begleitet von Mauern und in Schlossnähe von niedrigen Nebengebäuden um sich zuletzt zu einen Ehrenhof vor dem Schloss zu öffnen.

Dort blickt der Besucher auf das Schlossgebäude, das nach Vorbildern von Sebastiano Serlino, ein italienischer Architekt und Architekturtheoretiker, aber in Teilen vielleicht auch von Palladio[1] symmetrisch gebaut ist und aus zwei Geschossen mit zwölf Fensterachsen besteht. Das Schloss lässt noch gut die Gestalt des spätgotischen Vorgängerbaues mit seinen ursprünglich sieben Fensterachsen erkennen. Die seitlich durch Frontseite besitzt durch seine seitlichen Erweiterungen heute eine Breite von 38 Meter. Es ist im Wesentlichen ein zweigeschossiger Rechteckbau mit einem Walmdach. Die leicht vorspringenden Seitenrisalite treten wenig eigenständig in Erscheinung und ordnen sich unter. Die Fassade schließt nach oben mit einem Putzgesims und darüber mit einem deutlich vorkragendem Hohkehlgesims ab.

Eine doppelarmige Freitreppe mit Säulen-Ballustraden führt zum mittigen erhöhten Portal. Unter dem Portal wurde eine flach gewölbte Grotte mit einem rebenbekränzten antiken Gott und zwei Steinböcken angelegt. Die Fassade des insgesamt schlichten zweigeschossigen Baues mit seitlich leicht vorspringenden Seitenrisaliten ist von Gesimsen und Lisenen gegliedert. Auffällig ist die horizontale Gliederung des Bauwerkes durch Bandgesimse. Die Fensterachsen konzentrieren sich zur Mittelachse hin. Sie besitzen Umrahmungen aus Konglomerat und darüber für die Zeit typische dreieckige Verdachungen. In der Gartenseite betont das Gebäude die Horizontale deutlich stärker und ist insgesamt reicher gegliedert. Die vorspringenden seitlichen Eckrisalite mit ihren eigenständigen Giebelaufsatz stehen in der gleichen Linie wie der Mittelrisalit. Die Seitenrisalite besitzen in den oberen Fenstern Kaiserbüsten. Die Gliederung durch horizontale Doppelbänder wird von der Vorderseite des Schlosses übernommen bzw. weitergeführt. Das Portal mit seinem Eingang zur Neptungrotte wird von Pilastern gestaltet die mit Marmorköpfen gekrönt sein und an der Basis der sich nach unten verjüngenden Pilaster die Füße der Figuren zeigen.

Baugeschichte

Markus Sittikus, ein Vetter zu seinem Onkel und Vorgänger Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau, war in Italien aufgewachsen und lernte den damaligen, in Italien aufkommenden Zeitgeist kennen, sich auf dem Land eine Villa für den Sommer zu errichten.

So ließ er Santino Solari neben anderen Bauten auch das Schloss und den Park von Hellbrunn erbauen, um dort des Sommers große Feste zu feiern. Die originale Ausstattung des Schlosses, z. B. die einst nach Räumen farbig wechselnden, goldgepressten Ledertapeten, die ebenso eigenartig gewirkt haben müssen, ist nicht erhalten geblieben.

2007 kehrten drei Kunstfriese wieder in den Carabinierisaal des Schlosses zurück. Vermutlich ließ sie Markus Sittikus als Kopien der vom Raffael-Schüler Giulio Romano (*1499; † 1546) für den Palazzo del Te in Mantua, Lombardei, Italien (einer der größten Paläste Italiens), geschaffenen kleineren Wandfriese anfertigen. Wer die Hellbrunner Nachbildungen schuf, ist unbekannt.

Diese Wandfriese hingen bis 1960 im Schloss, wurden dann für eine geplante Restaurierung in ein Depot des Salzburger Museums Carolino Augusteum gebracht und gerieten in Vergessenheit. Erst als sich 1990 ein Selbstmörder mit seinem Fahrzeug vom Mönchsberg auf das Dach des Spielzeug Museums stürzte, in dem sich eines der Depots befunden hatte, fand man bei den Aufräumungsarbeiten die Bilder. Und man begann endlich mit der Restaurierung. Die Kosten von umgerechnet € 66.000,− teilten sich Stadt und Bundesdenkmalamt.

Besichtigung

Das Schloss ist für Besucher zugänglich und kann ohne Führung mit Audio-Guide besichtigt werden. Das Schloss Hellbrunn ist auch Veranstaltungsort für Feste, Kammerkonzerte, Sommernachtsfeste und Hochzeiten. In der Vorweihnachtszeit findet im Schloss und Schlosshof der Hellbrunner Adventzauber statt.

Rund um das Schloss

Unmittelbar an das Schloss anschließend und teilweise im Gebäude selbst befinden sich die Wasserspiele Hellbrunn. Die Wasserspiele, einst zur Unterhaltung von Gästen des Erzbischofs Markus Sittikus von Hohenems erbaut, ist heute eine der bekanntesten und beliebtesten Attraktionen von Schloss Hellbrunn.

Umgeben ist das Schloss von einem 60 Hektar großen, historischen Schlosspark um diesen Schlosspark herum liegt der mitgestaltete Landschaftsgarten Hellbrunn.

Alte Ansichten

  • Matthias Merian, 1644: Das fürstl. Lusthaus und Garten Hellenbrunn, 1/2 Stund von Saltzburg

Bilder

 Schloss Hellbrunn – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
 Schloss Hellbrunn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Literatur

  • Sibylle Kampl und Christoph Kühberger (Herausg.): Schloss Hellbrunn - Schaulust - die unerwartete Welt des Markus Sittikus, Verlag Schloss Hellbrunn, Sbg, 2016
  • Schaber, Wilfried: Hellbrunn - Schloss, Park und Wasserspiele, März 2004, ISBN: 3-200-00075-9, Schloss Hellbrunn Verwaltung (offizieller Führer)
  • Fischer, Friedrich Johann: Höhle und Gesicht - Mythisches Hellbrunn, Verlag der Salzburger Druckerei, um 1980
  • Medicus, Reinhard: Der Kreuzwegberg in Hellbrunn und der Anifer Alterbach, in: Bastei − Zeitschrift des Stadtvereines Salzburg für die Erhaltung und Pflege von Bauten, Kultur und Gesellschaft, 54 Jg., Salzburg, 2005, 2. Folge, S. 31−35
  • Etzendorfer, Hans (Hrsg. und Verleger): Hellbrunn, Broschüre, 60 Seiten, Reihe: Salzburg - Natur - Kultur - Geschichte, 2. Jahrgang, Folge 1, Verlag Etzendorfer & Co., Salzburg, 1961
  • Hellbrunn, Führer durch Wasserkünste, Schloss und Park, Herausgeber und Verleger Stadtgemeinde Salzburg, 24. Auflage, 1959[2]
  • “Die” kaiserlichen Lustschlösser Hellbrunn und Klessheim nächst Salzburg, ein Führer für Fremde und Einheimische, 1856 (online-Link)

Weblinks

Quellen

Einzelnachweise

  1. Andrea di Pietro della Gondola, genannt Palladio (* 30. November 1508 in Padua; † 19. August 1580 in Vicenza) war der bedeutendste Architekt der Renaissance in Oberitalien.
  2. http://data.onb.ac.at/rec/AC05778518