Haushaltsbudget der Stadtgemeinde Neumarkt am Wallersee

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In diesem Artikel werden Daten zum Haushaltsbudget der Stadtgemeinde Neumarkt am Wallersee im Flachgau gesammelt.

Daten 2025

Laut einem Facebook-Posting[1] von Bürgermeister David Egger-Kranzinger (SPÖ) vom 27. Jänner 2026 verzeichnet die Stadtgemeinde seit dem Jahr 2022 jährlich ein Minus von 1,5 Mio. Euro im Budget und weist im Jahr 2025 Schulden (Darlehen) in Höhe von 16,5 Mio. Euro aus. Laut Egger-Kranzinger warnte die Gemeindeaufsicht bereits im Jahr 2015 vor einer Überlastung der Gemeindefinanzen.

Haushaltvoranschlag 2025

Voranschlag vom Dezember 2024 unter Bürgermeister David Egger-Kranzinger (SPÖ), der seit März 2024 im Amt ist.

Unter den auf zwölf bis zwanzig geschätzten Salzburger Kommunen, die für 2025 kein ausgeglichenes Budget zusammenbringen, wird auch die Stadt Neumarkt am Wallersee sein. Vor der Gemeindevertretungssitzung am Donnerstag, 12. Dezember 2024, in der der Jahresvoranschlag beschlossen werden soll, bestätigte Egger-Kranzinger, dass ein Finanzloch von fast vier Millionen Euro klafft. Ausgaben von 26,4 Millionen Euro stehen im Finanzierungshaushalt Einnahmen von 22,44 Millionen Euro gegenüber.

Neben allgemein stark steigenden Ausgaben einerseits und stagnierenden Einnahmen andererseits gibt Egger-Kranzinger seinen ÖVP-Amtsvorgängern die Schuld an der Misere. Die Situation der 6 600-Einwohner-Stadt sei also teils von der Gemeinde selbst verschuldet, teils systembedingt. So würden die Transferzahlungen an das Land Salzburg (vor allem für Soziales und Krankenhäuser) von 2,4 Millionen Euro (2020) auf 3,6 Millionen Euro im Jahr 2025 steigen. Auch bei den Personalkosten gebe es ein Plus von 50 Prozent: von 4,1 Mio. Euro (2020) auf 6,1 Mio. Euro (2024). Die Energiekosten steigen von 290.000 Euro (vor vier Jahren) auf prognostizierte 560.000 Euro im Jahr 2025.

Auf der anderen Seite stiegen die Einnahmen nicht im gleichen Ausmaß: die Bundesertragsanteile von 5,5 Mio. Euro (2020) auf 7,4 Mio. Euro (2025), die Kommunalsteuer von 2,3 Mio. Euro (2020) auf 2,8 Mio. Euro (2025). Der Schuldenstand werde Ende 2025 16,5 Millionen Euro erreichen.

Dazu stellten die ehemaligen Bürgermeister Adi Rieger und Emmerich Riesner in einem E-Mail[2] fest, dass sie es in den letzten 25 Jahren als ÖVP-Bürgermeister immer wieder durch eigene Anstrengungen geschafft hatten, ausgeglichene Budgets zu erstellen. Daher könnten ihre Entscheidungen, die aktive Bodenpolitik, das verantwortungsvolle Wirtschaften und die Zusammenarbeit mit allen Fraktionen nicht so verkehrt gewesen sein. Die Rücklagen Neumarkts bestanden beim Bürgermeisterwechsel 2024 nämlich aus überlegt angekauften Grundstücken, mit denen Baulandsicherungsmodelle umgesetzt wurden und weiterhin umgesetzt werden sollten. Damit können leistbarer Baugrund für die Bevölkerung und Einnahmen für die Allgemeinheit lukriert werden. Mit diesen erwirtschafteten Einnahmen wurden alle großen Kommunalprojekte der letzten Jahrzehnte (Anm. des Admin: u. a. der Bau der neuen Hauptfeuerwache, Brückenerneuerungen und Schulbauten, Kindergarten Sighartstein und Neumarkt sowie das Haus der Vereine) überhaupt erst möglich und finanziert. Bei der Amtsübergabe war das budgetäre Erbe ausgeglichen. Als Bürgermeister müsse man Entscheidungen treffen und die Verantwortung nicht auf andere schieben. Ein Bürgermeister müsse tätig sein und liefern, so die beiden ehemaligen Bürgermeister.

Daten 2025
  • Einnahmen 22,44 Millionen Euro
  • Ausgaben 26,40 Millionen Euro

Finanz- und Investitionssituation 2024

Das ehemalige Bezirksgerichtsgebäude im Stadtzentrum von Neumarkt am Wallersee steht seit mehr als einem Jahr leer. Geplant war, dass die Stadt das denkmalgeschützte Gebäude kauft und dort ein neues Gemeindezentrum entsteht – samt Bibliothek und Räumen für die Polizeiinspektion. Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) fordert 1,6 Millionen Euro für die Immobilie. Davon würde das Land Salzburg etwa 60 Prozent übernehmen. Neumarkt müsste etwa 900.000 Euro für den Ankauf zahlen. Doch SPÖ-Landesvorsitzender und Bürgermeister David Egger-Kranzinger sagt, dass mit den Nebenkosten und den Adaptierungen für Polizei und Bibliothek zwei Millionen Euro notwendig wären, was sich die Stadtgemeinde aber nicht leisten kann.

In Neumarkt stünden Pflichtprojekte an wie ein neuer Sportplatz, die Sanierung der Polytechnischen Schule, eine neue Turnhalle und ein Parkhaus beim Bahnhof. Ein neues Gemeindezentrum, wie es sein Vorgänger Adi Rieger (ÖVP) geplant hatte, soll es Egger-Kranzinger zufolge nicht mehr geben. Das bestehende Stadtamtsgebäude soll ab 2030 saniert werden. Egger-Kranzinger sagt, dass sich die Schulden der Stadtgemeinde bis Ende 2024 auf 15 bis 15,5 Millionen Euro erhöhen werden. Auf die Einwohner gerechnet, ist das hoch. Neumarkt, das im Jahr 2000 zur Stadtgemeinde erhoben wurde, hat etwa 6 600 Einwohner. Das wären etwa 2.270 Euro Schulden pro Kopf. Im Jahr 2022 betrugen diese noch 1.800 Euro, landesweit in Salzburg lag der Schnitt bei 844 Euro pro Kopf.

Als Ausgleichsgemeinde, für die das Land für einen ausgeglichenen Gemeindehaushalt einspringen muss, gilt Neumarkt nicht. Sechs Gemeinden hat das Land Salzburg 2024 mit insgesamt mehr als zwei Millionen Euro unterstützt: Ebenau, Hüttschlag, Rauris, St. Andrä im Lungau, Stuhlfelden und Thomatal. Dazu gab es ein Sonder-Impulspaket für die Salzburger Gemeinden in Höhe von 15 Millionen Euro, wie LH-Stv. Stefan Schnöll (ÖVP) mitteilt.

Sollte die Stadtgemeinde das ehemalige Bezirksgerichtsgebäude nicht erwerben, würde es auf den freien Markt zum Verkauf kommen, sagt Egger-Kranzinger. Polizei und Bibliothek könnten stattdessen in das Haus Forsthuber einziehen. Dieses wurde im Jahr 2022 von Vorgänger Rieger für 1,3 Millionen Euro über die Land-Invest erworben. Da jedoch die Aufschließung des Forsthuber-Hauses schwierig sei, Wohnungen dort nicht realisiert wurden, sondern nur Geschäfte und Büros, könne sich Egger-Kranzinger vorstellen, die Immobilie zu verkaufen und dafür das alte Gericht zu erwerben.[3]

Im Frühjahr 2023 übersiedelten die Bezirksgerichte aus Neumarkt, Oberndorf bei Salzburg und Thalgau nach Seekirchen am Wallersee in einen Neubau. Bereits 2016, als die Zusammenlegung festgelegt worden war, wurde ausverhandelt, dass die drei Gemeinden ein Vorkaufsrecht erhalten und das Land die Hälfte der Kosten aus dem Gemeindeausgleichsfonds übernimmt. Damals lagen die Preise bei bis zu 700.000 Euro pro Immobilie. Laut Schnöll sollen die Gemeinden beim Kauf "großzügig unterstützt" werden. Daher zahlt das Land nun mehr als die vereinbarten 50 Prozent.

Haushaltsvoranschlag 2024

Angaben in Euro[4]

  • Finanzierungshaushalt 2024
Geldfluss operative Gebarung: 1.387.706
Geldfluss investive Gebarung: -3.970.396
Nettofinanzierungssaldo: -2.582.690
Geldfluss Finanzierungstätigkeit: 4.996.571
  • Vermögenshaushalt 2024
Vermögen: 103.644.979
Nettovermögen: 71.798.871
Investitionszuschüsse: 13.882.281
Fremdmittel: 17.963.827
  • Ergebnishaushalt 2024
Nettoergebnis: -276.892
Rücklagenveränderung: 0
Nettoergebnis nach Rücklagenveränderung: -276.892

Haushaltsvoranschlag 2023

Voranschlag Dezember 2022 unter Bürgermeister DI Adi Rieger (ÖVP).

  • Einnahmen: 16.565.000 Euro
  • Ausgaben: 15.632.300 Euro
Überschuss: 932.700 Euro
  • Investive Gebarung (Projekte, früher „außerordentlicher Haushalt“ genannt): 1.638.000 Euro
Auszahlungen: 4.412.700 Euro
Negativer Saldo: -3.480.000 Euro. Dieser Saldo wird mit dem Überschuss aus der operativen Gebarung sowie dem Saldo aus der Finanzierungstätigkeit (neue Darlehensaufnahmen abzüglich laufender Tilgung) in der Höhe von 3.480.000 Euro ausgeglichen.
  • Nettoergebnis: -551.100 Euro. Im Ergebnishaushalt werden alle finanzierungswirksamen und finanzierungsunwirksamen Aufwände (z. B. Abschreibungen, Dotierungen und Auflösungen von Rücklagen usw.) und Erträge dargestellt.

Geplante Investitionen 2023

€ 4.062.000,-- Ausgaben
€ -712.000,-- Förderungen
€ 3.350.000,-- Finanzierung durch Baukonto und Darlehen
  • Straßenbau
€ 500.000,-- Ausgaben allgemeiner Straßenbau
€ 180.000,-- Geh- und Radweg Breinberg
€ 150.000,-- Lötschenparkplatz, erster Teil
€ 80.000,-- Sanierung Siedlungsstraße
€ -316.000,-- GAF- und Radwegförderung
€ -500.000,-- Darlehensaufnahme
€ 94.000,-- Finanzierung durch Zuführungen oder Grundstückserlöse
  • Aufschließung Baugründe "Am Katzenberg"
€ 1.410.000,-- Gesamtkosten der Aufschließung
€ 410.000,-- Ausgaben
€ -300.000,-- Förderungen
€ -110.000,-- Finanzierung durch Zuführungen oder Grundstückserlöse
  • Ankauf Gebäude Bezirksgericht
€ 400.000,-- Ankauf inkl. Nebenkosten
€ -350.000,-- Förderungen
€ -50.000,-- Finanzierung durch Zuführungen oder Grundstückserlöse

Haushalt 2013

Unter Bürgermeister Dr. Emmerich Riesner (ÖVP)

  • Ordentlicher Haushalt: 10,68 Millionen Euro
  • Außerordentlicher Haushalt: 1,452 Millionen Euro
  • Steuereinnahmen: 7,323 Millionen Euro
Ertragsanteile: 4,675 Mio Euro (63,8 %)
Kommunalsteuer: 1,77 Mio Euro (24,2 %)
Grundsteuer: 512.000 Euro (7,0 %)
Fremdenverkehrsabgabe: 49.000 Euro (0,7 %)
Sonstige Abgaben: 317.000 Euro (4,3 %)

Anmerkung

Genauere Angaben über die Kostenverteilung kann man unter www.offenerhaushalt.at für mehrere Jahre rückwirkend einsehen.

Quellen

Einzelnachweise

  1. 27. Jänner 2026
  2. am 10. Oktober 2025 an Administrator Peter
  3. Bezirksblätter vom 25. Juli 2024
  4. offenerhaushalt.at/gemeinde/neumarkt-am-wallersee, abgefragt am 11. Oktober 2025