Anton Haidenthaller senior
Anton Haidenthaller senior (* 20. November 1858 in der Stadt Salzburg; † 26. Februar 1936 ebenda[1]) gründete 1881 die Haidenthaller Textil im Haus Linzer Gasse 46 in der rechtsufrigen Altstadt der Stadt Salzburg als Seilerei und Betrieb für Feuerwehrbedarf.
Bekannte Daten
Anton Haidenthaller war mit Stefanie verheiratet. Gemeinsam hatten sie zwei Söhne, Anton und Friedrich. Friedrich übernahm später das Unternehmen.
Fanny Schider war seine Schwester.
Anton Haidenthaller wurde am 20. November 1858 als Sohn des Färbermeisters Johann Haidenthaller im Hause Linzergasse 46 geboren. Er lernte bei Seilermeister Josef Kormann an der Linzergasse das Seilerhandwerk. Nachdem er 1874 die Lehre beendet hatte, schnürte er nach damaliger Sitte das Felleisen und ging auf die Wanderschaft. In den verschiedensten Seilereibetrieben in Österreich, in der Schweiz und in Deutschland fand er reichlich Gelegenheit, sich in seinem Fache tüchtig auszubilden.
1881 in seine Heimat zurückgekehrt, kaufte er das Seilergeschäft des Thomas Rosian, Seilermeister an der Theatergasse, welches Haus aber bald darauf demoliert wurde. Nun verlegte er feine Werkstatt an die Döllerergasse und seinen Spinngang in den alten Wehrgang am Rudolfskai, weiters errichtete er im Hotel Traube ein Verkaufsgewölbe.
1885 verehelichte er sich mit Genoveva Blüml, Großgrundbesitzerstochter von Gnigl; zu gleicher Zeit übernahm das Ehepaar den halben Anteil des Vaterhauses an der Linzergasse, das soffort für den Seilereibetrieb eingerichtet wurde. 1886 wurde dem Anton Haidenthaller ein Sohn geboren, der den Namen des Vaters erhielt.
1888 kaufte er am Fürstenwege einen Grund, auf dem er eine Seilerwerkstätte errichtete. Auch übernahm er im gleichen Jahre nach dem Tode des Vaters den zweiten Halbteil seines Vaterhauses. 1889 starb seine Frau, 1890 ehelichte er Franziska Nittl, Spenglermeisterstochter, die ihm 1891 ein Töchterchen schenkte.
Der Sohn Anton Haidenthaller trat nach vollendeter Schulzeit in das Geschäft seines Vaters, der auch für die kaufmännische Ausbildung seines Sohnes sorgte, indem er ihn als Praktikanten in einem Großhandelshaus Salzburgs und hierauf in einem Fachgeschäfte in Innsbruck unterbrachte. In seine Heimat zurückgekehrt, trat der junge Mann in das Geschäft seines Vaters. 1901 kaufte Anton Haidenthaller d. Ä. von der Witwe seines Lehrmeisters Josef Kormann das Seilergeschäft und vereinigte es mit seinem. 1907 mußte der Sohn zur Militärdienstleistung einrücken; hernach kam er wieder in das Geschäft seines Vaters, der 1912 mit ihm sich assoziierte und die Firma unter dem Titel "Anton Haidenthaller & Sohn" protokollieren ließ. 1913 heiratete Haidenthaller d. J. Marie Schider, Eisenhändlerstochter. 1914 mußte er zur Kriegsdienstleistung einrücken, kam sofort an die Front und geriet bald darauf in russische Gefangenschaft, wo er sechseinhalb Jahre in Sibirien zubringen mußte. Erst 1920 konnte er wieder in die Heimat zurückkehren.
Schwere Sorgen brachten die Kriegsjahre der Familie Haidenthaller, aber zäh und unverdrossen hielt der Vater Haidenthaller in diesen schlechten Zeiten das Geschäft aufrecht, und heute sind alle schmerzlichen Verluste überwunden. Heute noch ist der Jubilar als Teilhaber trotz feines hohen Alters im Betriebe unverdrossen tätig und allen Neuerungen und Verbesserungen zugänglich. 1917 heiratete seine Tochter Franziska den Eisenhändler Franz Schider. In der Zeit der Vereinsmeierei, der Politik ferne stehend, widmete sich Anton Haidenthaller dem Dienste seiner Vaterstadt, mehr als vierzig Jahre war er eifriges Mitglied der freiwilligen Feuerwehr Salzburgs und durch dreißig Jahre wirkte er als Armenrat und Armeninspektor.
Manche Anerkennung und Auszeichnung lohnte den unermüdlichen Fleiß des ehrenwerten Meisters.
Quellen
- SALZBURGWIKI-Artikel
- ANNO, "Salzburger Volkszeitung", Ausgabe vom 28. November 1949, Seite 3, Todesmeldung
- ANNO, "Salzburger Volksblatt", Ausgabe vom 2. Juli 1931, Seite 6, ein Beitrag von Josef Eder
- ↑ ANNO, "Salzburger Chronik", Ausgabe vom 26. Februar 1936, Seite 5