Albert Schett

Aus SALZBURGWIKI
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Albert Schett (* 1. Dezember 1847 in Mittersill[1]; † 18. Juli 1933 in Piesendorf-Fürth[2]) war k.k. Postmeister und Postwirt sowie Fremdenverkehrspionier.

Leben

Albert Schett war der Sohn des k.k. Postmeisters Bartlmä Schett aus Mittersill und kam 1869 nach Neukirchen am Großvenediger. Dort heiratete er die Walder Wirtstochter und Neukirchener Postmeisterin Elisabeth Bachmaier und wurde damit Postwirt und k.k. Postmeister in Neukirchen.

Die zum Postwirtshaus gehörende Postalm, die Bergsteigern auf dem Weg zum Großvenediger als Basislager diente, baute er zur Gaststätte aus.

Er war Mitglied Sektion "Oberpinzgau" des Deutschen und Oesterreichischen Alpenvereins, wo er auch im Vorstand tätig war.[3] An zahlreichen Erschließungsprojekten für den Fremdenverkehr im Oberpinzgau war er maßgeblich beteiligt, so

am Bau des Weges ins Obersulzbachtal,
an der Wiedererrichtung der Kürsingerhütte (1875),
am Bau des Krimmler Wasserfallweges (1879),
am Bau der 1891 eröffneten Warnsdorfer Hütte,
am Bau des Wildkogelhauses (1898),
am Bau eines Besichtigungsweges zum Untersulzbachfall sowie
am Bau zahlreicher Beherbergungsbetriebe.

1877 gründete er die Feuerwehr Neukirchen, war 1878 Mitbegründer der Trachtenmusikkapelle Neukirchen und initiierte 1899 den Bau der neuen Wasserleitung sowie eines Elektrizitätswerkes in Neukirchen.

Als einer der ersten Pinzgauer war er mit einem Veloziped, einer Vorform des Fahrrades, unterwegs. Allerdings musste er 1912 Konkurs anmelden, aus dem er nach Verlust aller Immobilien mit dem Erwerb der Bahnhofsrestauration an der Haltestelle der Pinzgauer Lokalbahn Fürth-Kaprun hervorging, wo er seinen Lebensabend verbrachte.

Nachruf

Die "Salzburger Chronik" brachte anlässlich seines Todes einen Nachruf:[4]

Der Erbauer der Kürsingerhütte gestorben. Am 18. d. ist in Fürth Kaprun, Gemeinde Piesendorf, Herr Albert Schett, Postmeister i. 9t,, im 86. Lebensjahre ge­storben. Herr Schett kam im Jahre 1869 als Postmeister mach Neukirchen, wirkte als solcher dahier bis zum Jahre 1912, wo er in den Ruhestand trat, seinen ausge­dehnten Besitz verlassen mußte, nachdem er in der langen Zeit seiner Tätigkeit viel Großes zum Wohle seiner zwei­ten schönen Heimat geschaffen hatte. Schett entwickelte eine große Bautätigkeit, baute die "Alte Post" zu einem statt­lichen Gasthof um, ebenso Unterbrunn, erbaute das jetzige Försterhaus, das Malerhäusl, eine Säge, eine Schmiede (Villa Edelweiß), ein elektrisches Lichtwerk, ein kleines Bad, ein Ökonomiegebäude; Schett sah voraus die große Bedeutung des Fremdenverkehres für die hiesige Gegend und schuf meist aus eigenen Mitteln einen Verkehrsweg zum Großvenediger und zum Wildkogel durch Anlegung von Fahrwegen und Erbauung der Kürsingerhütte wie des Wildkogelhauses. Auf seine Initiative hin wurden die Holzröhren der Wasserleitung mit verzinkten Eisenrohren ausgetauscht, so daß Neukirchen seit langen Jahren eine tadellose Wasserleitung besitzt, er gründete 1877 die freiwillige Feuerwehr als eine der ersten des Lan­des wie des Gaues, war Mitbegründer der Musikkapelle dahier, hat regen tätigen Anteil am Gemeinde- wie öffentlichen Leben genommen. In Anerkennung der großen Verdienste, die sich Herr Schett um das Wohl der Ge­meinde und ihrer Einrichtungen erworben hat, wurde ihm vor Jahren bereits das Ehrenbürgerrecht der Marktgemeinde, wie die Ehrenmitgliedschaft der obgenannten Vereine verliehen.

Ehrung

In Anerkennung seiner Verdienste verlieh ihm die Gemeinde Neukirchen ihre Ehrenbürgerschaft.

Die Schettkanzel (auf 1 460 m ü. A.) am Krimmler Wasserfallweg ist nach ihm benannt.

Quelle

  • Lahnsteiner, Josef: Oberpinzgau von Krimml bis Kaprun. Eine Sammlung geschichtlicher, kunsthistorischer und heimatkundlicher Notizen für die Freunde der Heimat. Selbstverlag, Hollersbach 1956.

Einzelnachweise

  1. ↑ Taufbuch der Pfarre Mittersill, Band VI, S. 114.
  2. ↑ Sterbebuch der Pfarre Piesendorf, Band IV, S. 177.
  3. ↑ ANNO, "Salzburger Volksblatt", Ausgabe vom 1. Februar 1889, Seite 11
  4. ↑ ANNO, "Salzburger Chronik", Ausgabe vom 21. Juli 1933, Seite 5