Mönchsbergaufzug
Der Mönchsbergaufzug ist ein Innenlift von der Stadtbus Haltestelle Mönchsbergaufzug auf den Mönchsberg in der Altstadt von Salzburg. Seine Bergstation ist im Museum der Moderne.
Geschichte
Elektrischer Aufzug an der Felsaußenwand
Der Privatbankier Karl Leitner war auf der Suche nach einem Großabnehmer seines durch die Salzburger Elektrizitäts-Aktiengesellschaft erzeugten Stroms, den er am Makartplatz im ersten Salzburger Elektricitätswerk produzierte. Da kam er auf die Ideen, den herrlichen Blick vom Mönchsbergplateau auf die Stadt, die Festung Hohensalzburg und die Umgebung durch den Bau eines Panoramaaufzuges und eines Restaurants, der Restauration Elektrischer Aufzug dem Publikum leichter zugänglich zu machen. Er kaufte das Steinbräugut auf der Ostseite des Mönchsberges zwischen Müllner Kirche und Bürgerwehrsöller und errichtete zwischen 1889 und 1981 von der Gstättengasse aus einen Panoramaaufzug.
Dieser Aufzug war 60 m hoch und zu seiner Zeit der höchste Aufzug in Europa und angeblich sogar als Vorbild für die Wolkenkratzer in New York, Vereinigte Staaten von Amerika, genommen wurde. Der Salzburger Mönchsberglift erwies sich als außerordentlich beliebtes Verkehrsmittel. Allein von der Eröffnung am 9. August bis zum Jahresende 1890 wurden nicht weniger als 70.000 Personen befördert.
Technik
Die Höhendifferenz von 60 Metern überwand ein von Siemens & Halske errichteter Aufzug, dessen mechanische Komponenten von Wiener Metallbaufirmen zugeliefert wurden. Ein schlankes Metallgerüst mit Gleitbahnen, außen an der Wand montiert, trug zwei Kabinen welche durch sechs Drahtseile über Seilscheiben miteinander verbunden waren. Beide Kabinen fassten 12 Personen (acht Sitz- und vier Stehplätze) und fuhren gegenläufig mit einer Geschwindigkeit von 0,5 m in der Sekunde. Der Antrieb der Seilscheiben war im Maschinenraum im oberen Teil des Turmes untergebracht. Ein 15 PS-Gleichstrommotor trieb mittels Übersetzung durch Riemen, Schnecken- und Zahnräder das System an. Der Aufzug verfügte über eine 30-fache Sicherheit und kräftige Fangvorrichtungen. Hinter der unteren Station war in einer künstlichen Felskammer ein Batterieraum mit 126 Akkumulatoren, die tagsüber - wenn in der Stadt kein Lichtstrom verbraucht wurde – über eine Kabelverbindung vom städtischen Elektrizitätswerk am Makartplatz aufgeladen werden und ihrerseits dann die elektrische Energie für die Aufzüge lieferten.
Elektrischer Aufzug im Fels
Im Zuge des Umbaues des Terassenrestaurants bei der Bergstation zum Grand Café Winkler wurde der Lift 1947 ins Innere des Berges verlegt. Nun standen drei Liftkabinen für je acht Fahrgäste bereit.
Der Mönchsbergaufzug wurde im August desselben Jahres von mehr als 70.000 Personen benutzt worden, eine Rekordzahl in den 56 Jahren seines Bestehens.
Am 28. Juni 1948 gibt es ein Abschiedsständchen für den aussenliegenden Elektrischen Aufzug. Nach der letzten Fahrt des seit 1890 in Betrieb stehenden Mönchsbergaufzugs spielt eine Musikkapelle ein Ständchen. Unmittelbar darauf wird mit der Abtragung des Aufzugs begonnen.
Einen Tag später, am 29. Juni, geht dann der neue elektrischer Mönchsberglift in Betrieb. Vorerst wird nur der Probebetrieb aufgenommen.
Die Bedeutung des Liftes nahm 1977 massiv zu, als im Café Winkler das Spielcasino untergebracht wurde.
1987 wurde der Lift neuerlich modernisiert, nach der Absiedelung des Spielcasinos 1993 und der Schließung des Café Winklers im Winter 2001 fielen die Beförderungszahlen auf 300.000 Fahrgäste pro Jahr.
Mit der Eröffnung des Museums der Moderne hat der Lift wieder an Bedeutung gewonnen.
Erreichbarkeit
Die Talstation des Mönchsbergliftes wird von den Stadtbussen 1 4 7 8 20 22 24 und 27 angefahren.
Betriebszeiten
- täglich außer Mittwoch
- 08:00 bis 19:00 Uhr
- Mittwoch
- 08:00 bis 22:00 Uhr
- Juli, August
- 08:00 bis 01:00 Uhr
Bei Restaurantbetrieb und Bedarf Verlängerung der Betriebszeiten.
Fahrpreis
Am günstigsten ist die einfache Berg- oder Talfahrt um € 1,80 (Kinder € 0,90) oder die Familienkarte um € 3,60. Es gibt aber auch die Kombinationsmöglichkeit Berg- und Talfahrt inklusive Eintritt in das Museum der Moderne um € 9,70 (Erwachsene). Stand Jänner 2008.
Technische Daten
- Fassungsvermögen je Lift: 17 Personen
- Fahrtstrecke: 60 m
- Fahrtdauer: 30 sec
- Gesamtbeförderungskapazität: 1260 Personen je Stunde und Richtung
- ca 1,3 Mio Fahrgäste/Jahr
Quelle
- Stadtbus Salzburg
- Salzburger Nachrichten
- Illustrierte Erinnerungsdaten 1890, Siemens-Museum, München (1990)
- Salzburger Miniaturen, Karl Heinz Ritschel, Otto Müller Verlag, 1998, ISBN 3-7013-09579-5