Ein politischer Sekretär ist ein persönliche Mitarbeiter von (Regierungs-)Politikern, auch in Stadt und Land Salzburg.

Allgemeines

In den Regierungsbüros der Salzburger Landesregierung arbeiteten Ende 2012, in Vollzeitäquivalenten gerechnet, knapp 60 Mitarbeiter (sowohl politische Sekretäre als auch Sekretariatskräfte).[1]

Karrieresprungbrett

Sie sitzen an den Schaltstellen der Macht, und niemand merkt es. Fast jeder Politiker war es einmal, viele Manager sind erst geworden, was sie sind, weil sie einmal Sekretäre waren. (Samo Kobenter)

Eine gute Voraussetzung für einen einen Topjob in Verwaltung oder in Staatsbetrieben hat man, wenn man für einen Regierungspolitiker gearbeitet hat. Besonders lässt sich das vor einer Wahl, wie der Landtagswahl 2013, feststellen (da es danach für den Karrieresprung zu spät sein kann).[2]

Von 2004 bis 2012 wechselten insgesamt 36 Mitarbeiter aus SPÖ-, 18 aus ÖVP-Regierungsbüros in die Amtsabteilungen. Vom Büro Burgstaller (SPÖ) waren es in Vollzeitstellen gerechnet 11,5, vom Büro Haslauer (ÖVP) mit 6,75, vom Büro Blachfellner (SPÖ) 6,625 und vom Büro Eisl (ÖVP) 6.[1]

Beispiele (Querschnitt)

Hier ein kurzer Querschnitt, ohne Anspruch auf Vollständigkeit (März 2013):[2]

Person Büro (vorher) Posten (nachher)
Stefan Huber Sekretär von LH-Stv. David Brenner (SPÖ) Geschäftsführer der Land Salzburg Beteiligungen GmbH
Martina Hemala politische Referentin im SPÖ-Landtagsklub Referatsleiterin in der Wohnbauabteilung, stv. Abteilungsleiterin und Geschäftsführerin des Wohnbaufonds
Christoph Gappmaier Büroleiter bei Landesrat Sepp Eisl (ÖVP) Leiter des Referats "Einzelpersonalangelegenheiten" des Amtes der Landesregierung
Johannes Hörl Sekretär von Ex-LH Franz Schausberger (ÖVP) Geschäftsführer der Großglockner Hochalpenstraßen AG (die teils im Landesbesitz steht)
Leonhard Schitter Sekretär von Ex-LH Franz Schausberger Vorstand der teils landeseigenen Salzburg AG
Herbert Prucher beim SPÖ-Landtagsklub tätig Leiter der Sozialabteilung
Josef Schwaiger Büro von ÖVP-Landesrat Sepp Eisl Chef der Landwirtschaftsabteilung
Sebastian Huber Büromitarbeiter von Alt-LH-Stv. Arno Gasteiger (ÖVP) Leiter der Wirtschaftsabteilung
Karin Draxl Büro von Landesrat Othmar Raus (SPÖ) Leiterin der Gemeindeabteilung
Silvester Schröger Büro von Landesrat Othmar Raus Referatsleiter in der Kulturabteilung
Hubert Weinberger Büro Franz Schausbergers Leiter der Fachabteilung für Präsidialangelegenheiten in der Landesamtsdirektion
Markus Kurcz Büro Franz Schausbergers Landesexperte für Katastrophenschutz
Isabella Walcher Schausbergers Büroleiterin in der Präsidialabteilung
Friedrich Mair für Alt-LH Hans Katschthaler tätig Leiter der Raumplanung
Andreas Kiefer für Alt-LH Hans Katschthaler tätig Landeseuropabüro
Andrea Huber Büromitarbeiterin von Gabi Burgstaller (SPÖ) Leiterin der Lebensmittelaufsicht in der Gesundheitsabteilung
Wolfgang Urban Büros der ÖVP-Politiker Sepp Eisl und Doraja Eberle Leiter des Nationalparks Hohe Tauern
Claudia Prommegger Pressereferentin im SPÖ-Klub Referatsleiterin für Kulturförderung
Max Maurer Mitarbeiter des früheren LH-Stv. Gerhard Buchleitner (SPÖ) Leiter der Landes-Personalabrechnung
Gerfried Brandstetter Sekretär Gerhard Buchleitners Fachabteilungsleiter für Wissenschaftsangelegenheiten
Josef Pultar Büroleiter von Bürgermeister Heinz Schaden (SPÖ) Geschäftsführer der Salzburger Abfallbeseitigung GmbH (ab 2005)
Martin Floss Büroleiter von Bürgermeister Heinz Schaden Magistratsdirektor der Stadt Salzburg

Politologische Betrachtung

Die Karrieren politischer Sekretäre bezeichnet der Politologe und ehemalige Salzburger Politiker Walter Thaler als einen der drei Hauptwege der Rekrutierung von Politikern – neben der „Ochsentour“ an der Parteibasis und den „Quereinsteigern“. Den Vormarsch dieser „Schreibtischtäter“, deren Beförderung die Parteichefs oft im Alleingang beschließen, sieht er als eine der Wurzeln des „derzeitigen politischen Übels“ (Anm.: Geschrieben vor dem Finanzskandal und nicht speziell für Salzburg); sie eignen sich ihr Know-How in Regierungsbüros und Parteisekretariaten an und steigen auf, ohne sich die langen Bewährungsjahre an der Basis antun zu müssen.[3]

Quellen

Literatur

  • Samo Kobenter: Die Republik der Sekretäre. Die Seilschaften der Machthaber in Österreich. Wien : Verlagsgemeinschaft Ibera & Molden, 1997. ISBN 3-900436-55-X
  • Walter Thaler: Pfade zur Macht. Wie man in Österreich Spitzenpolitiker wird. New Academic Press, Wien 2012. ISBN 3700317948.