Anton Schlein

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Anton Schlein (* 7. August 1845 in Haan bei Ossegg [heute Háj u Duchcova] in Nordböhmen; † 16. November 1902 in der Stadt Salzburg)[1] war der erste Direktor der Bürgerschule Haydnstraße (heute Mittelschule Campus Mirabell).

Leben

Anton Schlein studierte in der nordböhmischen Stadt Leitmeritz und erwarb 1868 die Lehrbefähigung für Hauptschulen. Nach dem Erscheinen des Volksschulgesetzes bereitete sich Schlein für die Lehrbefähigung an den neugeschaffenen Bürgerschulen vor und erhielt im Jahr 1875 eine Fachlehrerstelle an der noch sehr jungen Bürgerschule in Salzburg. Im Jahr 1893 wurde er zum Direktor der neu eröffneten Bürgerschule für Knaben und Mädchen im rechtsseitigen Stadtteile (heute Mittelschule Campus Mirabell) ernannt, welche Stelle er bis an sein Lebensende innehatte.

Schlein betätigte sich auch außerhalb seines Berufs im öffentlichen Leben, namentlich in humanitären und Fachvereinen. Von 1884 bis 1887 war er als Vertreter der Lehrerschaft (zweiter Wahlkörper) Mitglied des Salzburger Gemeinderates.

Schlein war auch ein großer Musikfreund. Durch viele Jahre gehörte er der Salzburger Liedertafel als eifriges Mitglied an und wirkte regelmäßig auch als Kontrabassist in den Mozarteums]]⁣konzerten mit.

Seit langem leidend, verschlimmerte sich sein Zustand im letzten Lebensjahr bedenklich. Zu einem schweren Herzfehler gesellten sich ein Lungenemphysem und eine chronische Nierenentzündung, die schließlich im 58. Lebensjahr zu seinem Tod führte[1].

Sein Nachruf enthält auszugsweise insbesondere folgende Würdigungen:

"Direktor Schlein war seinem Lehrkörper gegenüber immer von zuvorkommender Liebenswürdigkeit, er drängte seinen Rat nicht auf, doch konnte man bei dem ihm eigenen pädagogischen Blick sicher sein, daß er das Richtige traf.
Von Jugend auf an den Ernst des Lebens gewöhnt und auf seine eigene Kraft angewiesen, hatte sich Schlein ein reiches Wissen angeeignet. Auf dem Gebiete der Naturgeschichte und Physik besaß er besonders umfassende Kenntnisse und konnte es in diesen Disziplinen mit so manchem Professor aufnehmen, prunkte aber nie mit seinem Wissen, betätigte es aber freudig, wenn ihm dazu Gelegenheit geboten war. Was er als Lehrer leistete, davon wissen seine Schüler zu erzählen, welchen er allzeit ein väterlicher Freund gewesen. Direktor Schlein hinterläßt eine wertvolle Lehrmittelsammlung und eine sorgfältig geordnete, ansehnliche Bibliothek; beide legen beredtes Zeugnis für seinen emsigen Sammelfleiß ab.
Für seine Familie bedeutet sein Hingang wohl den allerschmerzlichsten Verlust. Er war ein liebevoller, aufopfernder Gatte und Vater. Er sorgte für die Seinen, wie nur ein Vater sorgen kann, und das Maß von Menschenglück, das ihm beschieden war, fand er nur im trauten Familienkreise. Mögen seine Hinterbliebenen in dem Bewußtsein einigen Trost finden, daß mit ihnen alle Diejenigen aufrichtig trauern, die den allzufrüh Entschlafenen im Leben näher gekannt, die wußten, daß in seiner Brust ein treues, für alles Schöne und Gute empfängliches Herz schlug."

Ehrung

Am 30. November 1898 wurde Schlein von Kaiser Franz Joseph I. durch Verleihung des goldenen Verdienstkreuzes ausgezeichnet.

Quelle

Einzelnachweis

Zeitfolge
Vorgänger

Direktor der Bürgerschule Haydnstraße
1893–1902
Nachfolger

Georg Schorn