Natureisflächen

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Der Wallersee zugefroren Anfang 2026.

Natureisflächen gibt es in kalten Wintern im gesamten Bundesland Salzburg.

Über Natureisflächen im Land Salzburg

Auch ohne Freigabe durch Gemeinden verleitet Natureis im Bundesland Salzburg viele zum Eislaufen. Die meisten Gemeinden geben zugefrorene Weiher und Teiche grundsätzlich nicht fürs Eislaufen frei. Dennoch ignorieren viele Hobbysportler die Gefahren eines möglicherweise noch zu dünnen Eises und setzen sich über Verbote oder Warnschilder hinweg.

Mit Jahresbeginn 2026 setzte eine Kältewelle im Bundesland Salzburg ein, die viele Gewässer zufrieren ließ. Anfang Jänner war Eislaufen jedoch offiziell nur auf dem Ritzensee in Saalfelden am Steinernen Meer erlaubt. In der Stadt Salzburg warnte der Magistrat bereits zu Beginn des neuen Jahres davor, die gesperrte Eisfläche auf dem Leopoldskroner Weiher zu betreten – vergeblich.

Schon seit den Weihnachtsfeiertagen 2025 drehen Eisläufer ihre Runden auf dem Seewaldsee in St. Koloman. Die Gemeinde habe die Eisfläche noch nie freigegeben und betreue sie auch nicht, sagt Bürgermeister Herbert Walkner (ÖVP). Außerdem sei der See nur zu Fuß erreichbar. Für die Stockschützen gebe es im Dorf ohnehin die Stocksportanlage, die ebenfalls mit Toiletten ausgestattet sei.

Der Sighartsteiner Weiher am 3. Jänner 2026.

Auch der Sighartsteiner Weiher in Neumarkt am Wallersee war Anfang Jänner nicht freigegeben. Daran änderten auch die anhaltenden Minusgrade in den folgenden Tagen nichts. Dennoch waren allein am Dreikönigstag rund 100 Eisläufer dort anzutreffen. Bürgermeister David Egger-Kranzinger (SPÖ) kündigte an, Warnschilder mit der Aufschrift "Betreten auf eigene Gefahr" aufzustellen. Erst wenn die Eisdecke durchgehend 25 Zentimeter beträgt, entscheidet Egger-Kranzinger, ob er den Weiher offiziell freigibt. In den ersten Jännertagen war das Eis zehn Zentimeter dick. Hobby-Eishockeyspieler und Stockschützen befreien die Fläche von Schnee und präparieren sie selbst.

Auch der Wallersee friert alle paar Jahre komplett zu. Zuletzt war dies 2017 der Fall; 2019 fror er nicht vollständig zu; und Anfang 2026 begann sich erneut eine flächendeckende Eisschicht zu bilden.

Reger Betrieb herrschte auch auf dem idyllisch gelegenen St. Jakob See in St. Jakob am Thurn in der Tennengauer Gemeinde Puch bei Hallein. Der Weiher ist in Privatbesitz.

Der zugefrorene Goldegger See 2016.

Der Goldegger Bürgermeister Hannes Rainer (ÖVP) erklärt, dass eine Gemeinde, die einen See zum Eislaufen freigibt, dann auch haftbar ist. Daher wird der Goldegger See seit Jahrzehnten prinzipiell nicht zum Eislaufen freigegeben. Rechtlich sauber sei nur eine Sperre. Der Hinweis "Betreten der Eisfläche auf eigene Gefahr" sei nicht rechtlich wasserdicht. Auch der Goldegger See war Anfang Jänner bereits zugefroren.

Zugefroren war Anfang Jänner 2026 auch der Badesee in Uttendorf im Pinzgau. Dort kann man ebenfalls eislaufen, jedoch nicht auf dem See selbst, sondern auf der angrenzenden Sportfläche. Bürgermeister Hannes Lerchbaumer (SPÖ) sagt, der Bauhof spritze Wasser auf die Fläche und räume sie bei Bedarf von Schnee frei. Es gebe auch Banden. Dieser Eislaufplatz ist seit 1. Jänner geöffnet. Die Benutzung ist kostenlos.

Auf dem Zeller See im März 2011.

Auch der Zeller See war Mitte Jänner fast zugefroren, berichtete die "Pinzgauer Woche" auf Facebook. Erst ab einer Mindestdicke von 15 cm werden Eisflächen freigegeben; davor besteht Lebensgefahr bei Begehung. Beim legendären Zeller Eisrennen brach bei Vorbereitungen für das Rennen 1974 ein Unimog im Eis ein, wobei der Fahrer ums Leben kam.

Die wichtigsten Tipps zur Selbstrettung bei Eiseinbruch

  • Hände weit auseinanderstrecken, den Kopf über Wasser halten und laut um Hilfe rufen. Der Kopf darf nicht unter das Eis!
  • In die Richtung drehen, aus der man gekommen ist, und die Arme weit nach vorne strecken.
  • Ruhe bewahren und versuchen, sich flach aus dem Wasser zu ziehen oder seitlich herauszurollen.
  • Sich kriechend von der Einbruchsstelle wegbewegen und sich anschließend langsam erwärmen.
  • Wenn das Eis knackt und knistert, sollte man es auf jeden Fall verlassen.

Die Zeller Wasserrettung verfügt über 24 ausgebildete Eisretter, die im Notfall zu Hilfe kommen.[1]

Daten Jänner 2026

  • Anfang Jänner beginnen die Gewässer im Land Salzburg zuzufrieren.
  • Um den 20. Jänner sind weiterhin alle Gewässer komplett zugefroren.
  • 21. Jänner: Großeinsatz im angrenzenden Oberösterreich: 65 Rettungskräfte kämpften am Mittwoch gegen das brüchige Eis des Irrsees. Weil Boote und Einsatzkräfte zu Fuß im Eis versanken, musste der Notarzthubschrauber "Christophorus 6" zwei schwer unterkühlte Frauen retten.[2]
Der Wallersee mit Eisläufern und -wanderern am Freitagnachmittag, den 23. Jänner 2026.
Ein kleiner Teil des zugefrorenen Zeller Sees wurde am Freitag offiziell freigegeben; das teilte die ASBÖ Wasserrettung Zell am See mit. Am "Badeplatz Wieshof" ist das Eislaufen nun auf einem klar abgegrenzten Bereich möglich. Der Bereich wurde markiert und mit Rettungsmitteln versehen. Die Eisqualität sei dort in den vergangenen Tagen mehrfach überprüft worden. Die Freigabe sei in Absprache mit der Stadtgemeinde erfolgt.[3]
Die eisigen Temperaturen lockten viele Menschen an den nur teilweise zugefrorenen Wallersee. Die Parkplätze waren am Freitagnachmittag nahezu alle belegt.
Spektakulärer Einsatz auf dem Wallersee im Gemeindegebiet von Henndorf am Wallersee: Ein Eisläufer hatte sich am frühen Nachmittag bei einem Sturz auf der Eisfläche verletzt. Aufgrund der besonderen Lage mitten auf dem See wurde er mit leichten Blessuren mittels Tau vom Rettungshubschrauber in Sicherheit gebracht und ins Salzburger Landeskrankenhaus geflogen.[4]
In der im Norden des Flachgaus angrenzenden Innviertler Gemeinde St. Pantaleon in Oberösterreich brach ein Mädchen am Höllerersee in der Nähe eines Eislochs für Eisbader im Eis ein; Passanten sicherten ihren Opa, der das Mädchen aus dem Wasser zog, das zum Glück nicht unter das Eis geraten war.[5]

Quelle

  • sn.at, 8. Jänner 2026: Gefahr wird unterschätzt: Auch ohne Freigabe verleitet Natureis im Bundesland Salzburg viele zum Eislaufen

Einzelnachweis

  1. Facebook
  2. SALZBURG24 vom am 21. Jänner 2026
  3. SALZBURG24 vom 23. Jänner 2026
  4. SALZBURG24 vom 23. Jänner 2026
  5. sn.at, 26. Jänner 2026: Mädchen fiel beim Eislaufen auf Höllerersee in Loch von Eisbadern
  6. Beobachtung von Peter Krackowizer, fotografisch dokumentiert.