Albert Burgschwaiger
Vinzenz Albert Burgschwaiger (* 9. September 1836 in Dorfbeuern;[1] † 5. November 1902 in der Stadt Salzburg[2]) war ein Salzburger Schullehrer und Schulleiter, insbesondere langjähriger Oberlehrer und Direktor der Volksschule Bischofshofen.
Aus seinem Leben
Albert Burgschwaiger wurde als Sohn des damals in Michaelbeuern tätigen Schullehrers Franz Burgschwaiger von dessen Ehefrau Juliana geb. Holzner geboren.[1] Er heiratete am 3. Juni 1862 26‑jährig die 37‑jährige Maria Rosner geb. Titschenk, Witwe eines Annaberger Wundarztes.[3]
Er war[4]
- von 1856? bis 1859 Provisor der Schule in Filzmoos,
- von 1860 bis 1861 Provisor der Schule in Annaberg,
- von 1862 bis 1869 Schulleiter der Schule in Seetal,
- von 1869 bis 1874 Schulleiter der Volksschule Dorfgastein und
- von 1874 bis 1896 Oberlehrer der Volksschule Bischofshofen.
Im Jahr 1896 trat er in den Ruhestand. Die Gemeinde Bischofshofen würdigte seine Verdienste durch Verleihung ihrer Ehrenbürgerschaft. Die Abschiedsfeier ist Gegenstand des folgenden Berichts:
- Ein Markstein am Lebenswege eines Mannes war es, der heute Abends in Böcklinger's schön dekorirten Räumen gefeiert wurde, und Alles was in Bischofshofen und Umgebung, St. Johann, Werfen, Radstadt, ja sogar Salzburg bekannt und befreundet war, fand sich ein, um Herrn Schuldirektor Albert Burgschweiger, dem es galt, – das Scheiden aus seinem Wirkungskreise, sowie aus Bischofshofen, noch schwerer zu machen. Es galt dem Abschiede eines Mannes, der unentwegt durch 42 Jahre als Lehrer wirkte, der sicher die Hälfte der Einwohner Bischofshofens zu seinen Schülern zählte, der mit echt deutscher Gesinnung immer auf der Seite des Fortschritts stand. Lange vor der gesagten Stunde schon waren alle Räume überfüllt und noch immer kamen neue Zeugen der Anhänglichkeit an den Scheidenden, so daß dichtgedrängt die Menge stand und saß, als Herr Bahnamtsvorstand und Obmann des Ortsschulvereines Bischofshofen Ed. Bernhold durch ein Glockenzeichen sich Aufmerksamkeit erbat und die Feier mit einer Ansprache eröffnete.
- Wem es vergönnt war, schon wiederholt Herrn E. Bernhold bei verschiedenen Anlässen reden zu hören, wußte, daß da Worte fallen werden, die vom Herzen kommen und zum Herzen gehen, die alle Regungen des ^Innern erzittern machen und die verdienen, als Ausdrücke wahrer, edler Freundschaft festgehalten zu werden. Und so war es auch diesmal wieder der Fall. Der ganze Lebensweg des Valetanten mit all seinen Freuden und Leiden wurde Schritt für Schritt vorgeführt und wem es noch unbekannt war, was die Worte: "Macht der Rede" bedeuten, konnte nun Zeuge sein, als der Redner den Schluß in ein Hoch auf den Gefeierten ausklingen ließ. Das war e i n begeisterter Ruf aus hundert Kehlen, wie aus Einer. So mächtig und elementar kam er zum Ausbruch, daß Herr Albert Burgschweiger, überwältigt von seinen Gefühlen, nicht gleich Worte des Dankes fand. War aber diese Rührung nach geraumer Weile besänftigt und Herr Burgschweiger wieder Herr seiner Sprache, so war die Erwiderung auf die Worte des Herrn Vorredners eine ebenso herzliche als vielseitige.
- Vor Allem brachte Herr Burgschwaiger zu Beginn seiner Rede auf Se. Majestät den Kaiser, den mächtigen Förderer und Schützer der Schule, ein dreifaches Hoch aus, in das alle Anwesenden begeistert einstimmten, worauf die Volkshymne mit ihren zu Herzen gehenden Klängen ertönte. Nach Absingung derselben gab der Herr Valetant in wohldurchdachter Rede seiner und seiner Gemahlin Stimmung Ausdruck, die ihn nun beim Scheiden von seinem, ihm liebgewordenen Beruf erfüllt, gedachte aller derer, die in den vielen Zweigen seiner Thätigkeit, als da waren: Schule, Landwirthschaft, Feuerwehr &c. &c., treu an seiner Seite standen, und noch stehen, dachte in hochanerkennenden Worten der Gemeinde Bischofshofen, die mit ihrem Streben nach Fortschritt viele seiner vorgebrachten Wünsche erfüllte, gedachte des Schulvereines und des Touristenklubs, welch beide Vereine durch ihre Beiträge viel des Guten für die armen Schulkinder leisteten, gedachte der Unterstützungen an solche arme Kinder durch hiesige Bürger und wünschte endlich dem Gewerbestande Bischofshofens eine günstige Erledigung ihres Wunsches der Creirung einer Gewerbeschule. Dank reihte sich an Dank, Keiner und Keines wurde übergangen, das ihm nahe stand, oder seinem Wirken anvertraut war. Ausklingend in den Wunsch öfteren Wiedersehens und in die Versicherung des Nievergessens, schloß Herr Burgschwaiger seine Rede und herzliche Hochrufe gaben Zeugniß von dem Eindruck derselben auf die Versammlung.
- Eine kurze Pause der Erholung und es erbat sich Herr Gemeindevorstand Englmeier das Wort, der nun in einer Ansprache dem scheidenden Herrn Schuldirektor das höchste Zeichen der Anerkennung, das eine Gemeinde zu vergeben hat, Namens derselben, das Ehrenbürger-Diplom, überreichte. Rede und Gegenrede folgten nun, und wahrlich, einen schweren Abend nach jeder Richtung hin, hatte Herr Schuldirektor Burgschwaiger, denn es waren der Vereine und Korporationen, denen der Gefeierte angehörte, zu viele, die alle durch ihre Sprecher sich verabschieden und den Dank für sein Wirken in ihren Kreisen zum Ausdruck bringen wollten.
- In wohldurchdachter Rede, nahm Lehrer Herr Hugo Eder das Wort, indem er des Scheidenden Wirken in der Schule, sowie den Verkehr mit dem Lehrkörper, der immer ein überaus herzlicher und aufgebaut auf den Grundsätzen der Kollegialität nie den Chef hervortreten ließ, in warmen Worten schilderte, und ihm am Schluß seiner Ausführungen ein schön ausgeführtes Erinnerungsblatt Namens des gesammten Lehrkörpers überreichte.
- Es sprachen nun noch Herr Mitmesser Namens der Filiale Bischofshofen der k. k. Landwirthschafts-Gesellschaft, sowie Herr Wicker, Namens der Sektion Bischofsbofen des österr. Touristenklubs (Sektion Bischofshofen) und alle diese Reden gaben Zeugniß von der Werthschätzung, die der Scheidende in allen diesen Kreisen genoß.
- Herr Inspektor Müller, Vorstand der k. k. Bahnerhaltungs-Sektion Salzburg, gedachte in einer humorvollen Rede jener Zeit vor 10 Jahren, wo Herr Burgschwaiger die silberne Hochzeit feierte, und entwickelte staunenswerthe Resultate mit der Zahl 5, die er zur Erprobung Verheirateten besonders warm ans Herz legte.
- Zahlreiche Telegramme und Glückwunschschreiben an den Valetanten kamen nun zur Verlesung und aus allen athmete der Hauch treuer Freundschaft. Verehrung und Liebe für den Scheidenden. Viel zur Verherrlichung des Festabends trug bei, daß es unter großer Mühe und persönlicher Aufopferung Herrn Lehrer Moltner gelungen war, eine kleine Gesangskapelle zusammenzustellen, die abwechselnd mit der Bischofshofener Bürgermusik den heiteren Theil des Abends besorgte. Möge dieser Anfang zu einem Gesangsverein in Bischofshofen zu einem gedeihlichen Ende gelangen und nicht wieder im Sande verlaufen, es wäre schade um die guten Vorzeichen. So floß eine Stunde nach der andern rasch dahin und tief in der Nacht war es schon, als hie und da ein Gast sich verabschiedete, und so mehr Raum wurde.
- Der schön verlaufene Abend möge Herrn Schuldirektor Burgschwaiger immer als Zeichen der innigen Verehrung in treuer Erinnerung bleiben und möge es ihm vergönnt sein, recht lange den wohlverdienten Ruhestand zu genießen, er sei aber auch überzeugt, daß er längst schon in jenen Regionen, wo kein Hauch mehr weht und der Markstein der Schöpfung steht, (sagt Schiller so treffend) weilen wird, und immer noch wird er hier in dankbarer treuer Erinnerung fortleben. X."
Burgschweiger starb als verwitweter pensionierter Schuldirektor im Alter von 67 Jahren an einer Nierenentzündung.[2] Seiner Stieftochter Sophie von Witsch, k. k. Forst- und Domänenverwalters-Witwe in Salzburg, wurde zur teilweisen Bestreitung der Kranken- und Leichenkosten ihres verstorbenen Stiefvaters ein Betrag von 100 Kronen aus dem Landesfonds im Gnadenwege bewilligt.[5]
Quelle
- Salzburger Volksblatt, 27. Oktober 1896, S. 2 f.: Valet
Einzelnachweise
- ↑ 1,0 1,1 Taufbuch der Pfarre Dorfbeuern, Bd. V S. 78
- ↑ 2,0 2,1 Sterbebuch der Stadtpfarre Salzburg-St. Andrä, Bd. XII S. 89
- ↑ Trauungsbuch der Pfarre Seetal, Bd. V S. 22
- ↑ Artikel über die jeweilige Schule
- ↑ Salzburger Chronik, 14. Oktober 1903, Beilage
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