Infektionskrankheit Covid-19
Die Infektionskrankheit Covid-19, genannt Corona-Virus, ist eine Krankheit, die Ende 2019 in der chinesischen Stadt Wuhan ausgebrochen war.
Beschreibung
Der Virus befällt die unteren Atemwege und kann eine schwere Lungenentzündung hervorrufen. Soweit der Stand der Kenntnisse ist (24. Februar 2020) wurde der Virus ursprünglich in China durch Tiere auf den Menschen und von diesem durch Tröpfcheninfektion (z. B. hustende Infizierte) übertragen. Die Inkubationszeit beträgt zwei bis 14 Tage. Der Krankheitsverlauf zeigt sich in grippeähnlichen Symptomen (Fieber, Unwohlsein), Husten bis hin zu Atemnot und Lungenentzündung, wobei besonders ältere Menschen mit Vorerkrankungen gefährdet sind.
Mitte März konnte man sagen, dass der Verlauf der Infektionskrankheit vor allem ältere Menschen mit Vorerkrankungen zum Tod führte.
Die Verbreitungswege des Coronavirus wurden weltweit untersucht. Es gibt keine Hinweise darauf, dass sich Menschen über Trinkwasser/Leitungswasser infiziert haben. Ein Eintrag des Erregers in Quell- oder Brunnenwasser kann derzeit ausgeschlossen werden, da das Virus durch die Bodenpassage inaktiviert wird, versicherte die Österreichische Vereinigung für das Gas- und Wasserfach.
Name
Corona stammt aus dem Lateinischen und bedeutet Krone oder Kranz. Das Virus trägt den Namen wegen seines kranzförmigen Aussehens. Die heilige Maria mit dem Strahlenkranz wird oft als "Coronata" bezeichnet. Ein Detail am Rande: Die heilige Corona war eine frühchristliche Märtyrerin und gilt ausgerechnet als Schutzheilige gegen Seuchen.
Geschichte
Am 31. Dezember 2019 wurden von chinesischen Gesundheitsbehörden 27 Fälle mit Lungenentzündung mit zunächst unbekannter Ursache gemeldet. Nach Angaben der WHO wurde am 7. Jänner 2020 in China ein neuartiges Corona-Virus identifiziert.
Bis 24. Februar 2020 zählte man rund 78 400 registrierte Erkrankungsfälle, davon rund 76 900 in China. Dabei gab es bisher 2 442 Todesfälle, 19 davon in anderen Ländern als China.
Das im Hafen von Yokohama (Japan) liegende Kreuzfahrtschiff "Diamond Princess" mit 3 700 Passagieren an Bord und das im Hafen von Hongkong liegende Kreuzfahrtschiff "World Dream" mit 1 800 Passagieren an Bord wurden unter Quarantäne gestellt.
Am Wochenende 22.-23. Februar 2020 traten unerwartet viele Infektionen in den oberitalienischen Regionen Piemont, Lombardei, Emilia-Romagna und Venetien auf, wo bis 24. Februar mehr als 200 Infektionen und fünf Todesfälle registriert wurden. Am Sonntagabend, den 23. Februar, wurde ein Zug an der Grenze am Brenner angehalten, da sich in diesem (bis Verona) zwei mögliche Infizierte befunden hatten. Wie sich herausstellte, waren die beiden aber bereits in Verona ausgestiegen. Montagfrüh konnte der Zug seine Fahrt nach München fortsetzen.
In Österreich
Ab 11. März führte Österreich an allen Grenzübergängen zu Italien (Gesundheits)Grenzkontrollen durch. Es kam zu Kilometer langen Staus in der Abfertigung von Lkw. Weiters wurde der Personenzugverkehr der ÖBB von und nach Italien eingestellt.
Der erste Todesfall in Österreich wurde am 12. März 2020 registriert. Es handelte sich um einen 69-jähriger Mann, Italien-Heimkehrer mit Vorerkrankungen, der im Wiener Kaiser Franz-Josef-Spital verstarb. Österreich hatte am Abend des 12. März alle Länder weltweit auf "Hohes Sicherheitsrisiko" (Sicherheitsstufe 4 von 6) gesetzt. "Das ist ein außergewöhnlicher aber notwendiger Schritt, den wir heute Abend gesetzt haben", sagte Außenminister Alexander Schallenberg.[1]
Die Kirchen und Religionsgesellschaften in Österreich setzen ab Montag, den 16. März 2020, öffentliche Gottesdienste und Versammlungen weitestgehend aus. Am Freitagnachmittag, 13. März 2020, gab Bundeskanzler Kurz, dass das Paznauntal und St. Anton am Arlberg unter Quarantäne gestellt werden. Der Handel pausiert ab Montag, den 16. März, außer in versorgungsnotwendigen Bereichen wie Lebensmittelverkauf, Apotheken, Tankstellen und Trafiken. Restaurants, Bars und Kaffeehäuser dürfen gemäß Ankündigung der Regierung ab Montag nur noch bis 15 Uhr offen halten.
Im Kampf gegen die Ausbreitung des Corona-Virus schloß Österreich ab Mitternacht vom 13. auf 14. März 47 kleinere Grenzübergänge zu Italien, die sich mehrheitlich im Hochgebirge befinden. Die Verordnung sieht weiters vor, dass der Grenzverkehr auf der Bundesstraße bei Thörl-Maglern (Bezirk Villach-Land) nur noch zwischen 6 und 21 Uhr möglich sein wird. Geschlossen werden unter anderem der Nassfeldpass (1 530 Meter über Adria) und der Plöckenpass (1 357 m ü. A.) in Kärnten, der Staller Sattel (2 052 m ü. A.) in Osttirol oder das Timmelsjoch (2 474 m ü. A.) in Tirol. Ein großer Teil der nun geschlossenen Grenzübergänge, wie etwa der Krimmler Tauern in den Zillertaler Alpen oder das Zollnerthörl in den Karnischen Alpen, ist nur über Wanderwege erreichbar. Weiter offen sind somit die Grenzübergänge an Hauptverkehrsstraßen wie Reschenpass, Brenner, Sillian und Thörl-Maglern.
Am Freitag, den 13. März, wurden das Paznauntal und St. Anton am Arlberg unter Quarantäne gestellt (rund 9 500 Personen), am Samstag, den 14. März, folgte Heiligenblut. In allen Orten und Gebieten wurden die ausländischen Touristen zur Abreise in ihre Heimatländer aufgefordert und registriert, um bei weiteren Infektionen den Kontakt aufnehmen zu können.
Ab Montag, den 16. März 2020, 20 Uhr, gilt das Betriebsverbot für alle gewerblichen Hotels und Beherbergungsbetriebe - und zwar bis Ostermontag, 13. April 2020. Weil die Schließung auf Basis des Epidemiegesetzes erfolgt, besteht für die Betriebe Anspruch auf eine Entschädigungsleistung vonseiten des Bundes.
Die Kirchen und Religionsgesellschaften in Österreich setzen ab Montag, den 16. März 2020, öffentliche Gottesdienste und Versammlungen weitestgehend aus.
Die Regierung kündigte am Sonntag, den 15. März, ein Versammlungsverbot, Spielplätze und Sportplätze ab Dienstag, 17. März, geschlossen, ebenso alle Restaurants, Bars und Cafes ab Dienstag. Weiters hatte die Regierung am Sonntag angekündigt, zur Bekämpfung der "Corona-Krise" ehemalige Zivildiener einzuberufen, die Erfahrungen als Sanitäter gesammelt haben. Was die Zivildiener angeht, werden derzeit ihre Aufgabe erfüllende Männer verlängert. Zudem werden Zivis der vergangenen fünf Jahre rekrutiert. Die Rechtsgrundlage dafür bietet das Zivildienstgesetz, das die Möglichkeit eines "außerordentlichen Zivildiensts" (§21) für unter 50-Jährige vorsieht.
Im Bundesland Salzburg
- Hauptartikel Corona-Virus und das Bundesland Salzburg
Dieser Artikel berichtet chronologisch über wesentliche Ereignisse und Entscheidungen im Bundesland Salzburg im Zusammenhang mit dieser Viruserkrankung.
Corona-Virus: Das Land ist vorbereitet
Ob es in Salzburg zu einer Epidemie kommt, lässt sich im Moment nicht beantworten (Stand 24. Februar 2020). „Jedenfalls beträgt die Inkubationszeit, also der Zeitraum zwischen Ansteckung und Ausbruch, in der Regel zwischen zwei und 14 Tagen“, informiert Gerd Oberfeld von der Landessanitätsdirektion. „Eine Infektion lässt sich durch einen Test feststellen, der derzeit in Salzburg am Uniklinikum durchgeführt werden kann. Bei einer Erkrankung können sich die typischen Krankheitssymptome wie Fieber, Husten und Atemnot zeigen“, so der Mediziner.
Derzeit (24. Februar 2020) werden Verdachtsfälle zentral an der dritten Medizinischen Abteilung am Uniklinikum in Salzburg abgeklärt. „Bei einer Ausweitung stehen auch in den Kliniken in den Bezirken Isolierzimmer bereit, die übrigens auch bei schweren Grippefällen genutzt werden. Bei einer großen Anzahl an Erkrankten wird zwischen leichten und schweren Fällen unterschieden. Die leichten Fälle werden dann auch zuhause unter Einhaltung von Vorsichtsmaßnahmen betreut“, informiert Oberfeld.
„Für die Rettungsdienste gibt es klare Vorgaben für Krankentransporte“, sagt Oberfeld. „So wie bei ähnlichen Fällen wie etwa der Vogelgrippe sind wir in der Lage, binnen einer Woche eine Quarantänestation einzurichten. Zur Zeit wird die weitere Vorgehensweise des Bundes in Wien besprochen. Danach werden wir uns richten“, beschreibt Markus Kurcz vom Katastrophenschutz des Landes die Möglichkeiten, auf eine große Zahl von Erkrankten zu reagieren.
Gerd Oberfeld von der Landessanitätsdirektion fasst im Interview mit dem Landes-Medienzentrum (LMZ) die wichtigsten Fakten und Tipps zusammen.
LMZ: Wir befinden uns auf dem Höhepunkt der Grippesaison. Wie weiß ich bei Fieber, ob ich mit dem Corona-Virus infiziert bin?
Oberfeld: Entscheidend ist, ob man Kontakt mit erkrankten Personen aus Risikogebieten, das ist derzeit China, hatte. Zeitlich sind die vergangenen 14 Tage von Bedeutung.
LMZ: Gibt es einen Test? Wo wird er durchgeführt?
Oberfeld: An den großen Spitalsstandorten in Österreich ist ein Test zur Feststellung vorhanden, in Salzburg am Uniklinikum. Jedenfalls ist bei Krankheitsanzeichen zuerst der Hausarzt telefonisch zu verständigen. Wichtig ist, nicht selber in die Praxis zu gehen, um weitere eventuelle Ansteckungen zu vermeiden. Das Ergebnis des Tests liegt nach einigen Stunden vor.
LMZ: Wie schütze ich mich am besten?
Oberfeld: Bei einem Abstand von mehr als zwei Metern ist eine Tröpfcheninfektion unwahrscheinlich. Wenn man bei sich selber grippeähnliche Symptome wie Fieber, Abgeschlagenheit und Husten feststellt, am besten zuhause bleiben. Und noch einmal der Tipp: Beim Hausarzt bitte zuerst anrufen, nicht gleich hingehen.
LMZ: Helfen diese Schutzmasken, die man so oft im Fernsehen sieht?
Oberfeld: Bedingt. Die einfachen Masken, die man sich in der Apotheke kaufen kann, verhindern, dass beim Husten Tröpfchen direkt weitergegeben werden. Sie sind aber kein Schutz vor Ansteckung. Dafür gibt es Spezialmasken.
LMZ: Was ist bei der Hygiene zu beachten?
Oberfeld: Häufiges und gründliches Händewaschen mit warmem Wasser und Seife vermeidet die unbewusste Übertragung über die Hände. Mit ungewaschenen Händen sollte man weder essen noch sich ins Gesicht fahren. Fehlen Seife oder Wasser, helfen alkoholische Handdesinfektionsmittel. Je glatter die Oberfläche, desto leichter kann das Virus weitergegeben werden.
LMZ: Wo bekomme ich weitere Informationen?
Auf der Landes-Website unter www.salzburg.gv.at/corona-virus finden sich Antworten auf die wichtigsten Fragen sowie Vorgaben zu Meldepflichten. Neben den Hausärzten steht die telefonische Gesundheitsberatung unter 1450 rund um die Uhr und die Telefon-Hotline der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) unter 0800 555 621 von Montag bis Freitag von 09 bis 17 Uhr zur Verfügung.
International
Der internationale Flugverkehr brach Anfang März um die Hälfte ein. Der Luftfahrt-Branchenverband IATA erwartet durch das Virus für die Fluggesellschaften insgesamt einen Umsatzverlust zwischen 63 und 113 Mrd. Dollar, umgerechnet 56 bis 102 Mrd. Euro. Das entspricht dem Wegfall von bis zu 19 Prozent der Gesamtumsätze im Passagiergeschäft (Stand 6. März 2020). Die weltweit größte Ferienmesse, die Die Internationale Tourismus-Börse (ITB) Berlin, die Anfang März hätte stattfinden sollen, wurde abgesagt (erwartet waren rund 10 000 Aussteller und 120 000 Fachbesucher aus aller Welt). Auch in der Sportwelt kam es zu Absagen von größeren Veranstaltungen wie dem Finalwochenende im Skirennsport, des ersten Laufs zu Moto-GP oder bei Radsportklassikern in Oberitalien.
Italien wurde von dem Virus am stärksten betroffen. Zunächst wurden in den betroffenen norditalienischen Regionen wurden teilweise Dörfer abgeriegelt, Supermärkte, Bars und Restaurants geschlossen, der Carneval in Venedig (24. Februar war der Faschingsmontag) sowie zahlreiche Sportveranstaltungen abgesagt. In Folge schlossen zahlreiche Schulen sowie Universitäten und das öffentliche Leben in diesen italienischen Regionen kam weitgehend zum Erliegen. Am 10. März schloss Italien seine Grenzen für den Personenverkehr. Diese Maßnahme soll bis 25. März gelten. Die österreichischen Bundesbahnen stellten den Zugverkehr nach Italien ein. Am 11. März wurde der Flughafen Mailand-Linate geschlossen, für österreichische Flugzeuge wurde ein Landeverbot auf allen italienischen Flughäfen ausgesprochen. Am 12. März mussten dann alle Bars und Restaurants sowie der gesamte Handel mit Ausnahme von Supermärkten, Apotheken und Zeitungskiosken auf Anordnung der Regierung geschlossen werden. Am 12. März waren in Italien mehr als 12 400 Menschen mit dem Virus infiziert, mehr als 820 sind gestorben.
Die Woche vom 9. bis 15. März brachte die erste großen wirtschaftlichen Veränderungen. Deutsche und italienische Reedereien ließen ihre Kreuzfahrtschiffe ankern und für mindestens zwei Wochen keine Kreuzfahrten mehr durchführen. Die Deutsche Lufthansa AG überlegte ein Ansuchen um Staatshilfe zu stellen und die Vereinigten Staaten von Amerika erließen ein Einreiseverbot für Europäer.
Aufgrund von positiv getesteten Mitarbeitern des Formel-1-Teams McLaren wurde am Donnerstag, 12. März, der erste Formel-1-Lauf in Australien abgesagt und zwei folgende Termine verschoben. Der Staffellauf des Olympischen Feuers wurde am Freitag, 13. März in Griechenland abgebrochen. Trotz des Aufrufs, wegen der Coronavirus-Epidemie zuhause zu bleiben, hatten sich Hunderte Einwohner der griechischen Kleinstadt Sparta am Straßenrand versammelt. Wie das griechische Olympische Komitee weiter mitteilte, werde der Fackellauf nach diesem Abbruch in Griechenland endgültig nicht fortgesetzt.
Europa am 13. und 14. März 2020
Am selben Tag streicht Lufthansa 70 Prozent ihrer, muss der Flugverkehr mit der Türkei eingestellt werden und tags darauf ruft Spanien den Notstand und ein Ausgangsverbot aus.
Die Zahl der Corona-Virus-Fälle stieg in Spanien seit Tagen sprunghaft an - Bilanz des Gesundheitsministeriums vom Samstagabend: mehr als 6 000 Infektionen und über 190 Todesfälle.
In Frankreich wurde 4 500 Infektionen gezählt. Die Zahl der Toten stieg von Freitag auf Samstag um 12 auf 91.
Italien war nach wie vor das am stärksten betroffene europäische Land. Die Zahl der Todesfälle stieg in Italien auf 1 441, teilte der Zivilschutz am Samstag in Rom mit. Die Infektionen kletterten um 2 795 auf 17 750 Fälle. Die Lombardei war mit 966 Todesopfern die am stärkste betroffen Region. Circa 2.000 Sanitäter sind entweder infiziert worden, oder unter Quarantäne zu Hause, schätzte der italienische Ärzteverband. Laut Gallera sind zwölf Prozent aller Infizierten in Italien Sanitäter. Die meisten von ihnen sind in norditalienischen Krankenhäusern im Einsatz. Wegen des zunehmenden Bedarfs an Medizinern, wurden auch pensionierte Ärzte reaktiviert. Italien stellte Sardinien unter kompletter Quarantäne, nachdem Tausende Italiener vom Festland dorthin geflohen waren. Auch wurde die Reisefreiheit innerhalb Italiens aufgehoben, da zahlreiche Italiener aus dem Norden in den Süden des Landes gereist waren und noch reisen wollten.
In Deutschland waren bis zum Samstagnachmittag, 14. März, nach Zählungen des Robert Koch-Instituts (RKI) 3 795 laborbestätigte Covid-19-Fälle registriert worden - 733 mehr als am Vortag. Acht Menschen seien bisher an der Krankheit gestorben, teilte das RKI am Abend auf seiner Internetseite mit. Die meisten Fälle (1 154) meldete weiterhin Nordrhein-Westfalen, wo vor allem der Landkreis Heinsberg betroffen ist.
Quellen
- Salzburger Nachrichten vom 24. Februar 2020 sowie vom 11. und 20. Februar 2020 und darin fortlaufend und 12. März 2020
- aufgrund der Vielzahl von Daten werden nicht alle Detail-Quelllinks angeführt, als Quellen dien(t)en - sofern nicht anders angeführt - die Salzburger Nachrichten online
- fvw Magazin für Touristiker & Business-Travel
- Salzburger Landeskorrespondenz vom 24. Februar 2020
Einzelnachweis
- ↑ Quelle Salzburger Nachrichten