Residenzbrunnen
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Der Residenzbrunnen ist das zentrale Bauwerk auf dem Residenzplatz in der Altstadt von Salzburg. Er steht unter Denkmalschutz.
Der Brunnen
- siehe auch: Meister des Residenzbrunnens
Der Residenzbrunnen ist ein monumentaler Brunnen, der zwischen 1656 und 1661 im Auftrag von Erzbischof Guidobald Graf von Thun und Hohenstein geschaffen wurde und wohl von Tommaso di Garona ausgeführt wurde. Das untere Brunnenbecken auf allseitigen stufenartigen Sockeln ist vierseitig symmetrisch und besitzt eine ausgebogene und geknickte barocke Formgebung. In dessen Mitte steht ein Felsen, der von vier Wasser speienden Meerrössern umgeben ist. Auf dem Felsen stehen vier nackte athletische Männer ineinander verschränkt, die zusammen eine große flache Wasserschale tragen, in der drei Delphine eine kleineres flaches Muschelbecken halten. Darin steht zu oberst ein Triton(e), der aus einer Triton-Schnecke das Wasser senkrecht in die Luft speit.
Die Erzeugung des Wasserstrahls war die Meisterleistung des Baumeisters Giovanni Antonio Daria. Er erreichte dies durch Maschinen in der Brunnhausgasse, Wasserleitungen und Speicherbecken am Festungsberg. Heute erledigt diese Aufgabe eine elektrische Pumpe.
Das Wasser
- Hauptartikel: Trinkwasser für die Stadt Salzburg
Bereits im 15. Jahrhundert ließen sich die Erzbischöfe das Quellwasser des Untersberges mit Wasserreitern täglich frisch zur fürstlichen Tafel bringen. Wegen seiner Güte und Klarheit des Wassers aus den so genannten Fürstenquellen unternahm 1654 Fürsterzbischof Guidobald Graf von Thun und Hohenstein den ersten Versuch, das Quellwasser unter Druck in die Stadt zu leiten. Dafür wurde der Residenzbrunnen errichtet und man leitete mit 3237 lärchenen Röhren das Wasser in die Stadt.
1661 war das Bauvorhaben vollendet, jedoch zerbarsten die Holzröhren bereits bei der Einweihung. Es dauerte weitere 200 Jahre bis das Projekt wieder aufgegriffen und schließlich 1875 fertig gestellt wurde mit dem Bau der heutigen Quellfassung, einer 9,2 km langen Leitung und einem 1 000 m³ fassenden Hochbehälter auf dem Mönchsberg. Die Stadt bekam vom damaligen Besitzer König Ludwig I. von Bayern das Servitutsrecht [1], 47,4 Liter/Sekunde zu nutzen. Erst 1945 wurde auf Anordnung der Militärregierung das gesamte Wasser der Fürstenbrunner Quelle (maximal 265 l/s) für die Stadt genutzt.
Sonstiges
Der größte Brunnen Salzburgs und eines der bedeutendsten europäischen Barockdenkmäler, steht schief. Mit freiem Auge, hin zum Alten Markt und Michaelskirche, kaum zu erkennen, doch mit Wasser im Becken ist diese geringe Schräge von ein bis zwei Millimeter am Wasserspiegel wahrzunehmen.
Von Juli 2008 bis Juni 2009 wird der Brunnen um mehr als eine Million Euro restauriert: Sprünge, Risse, Veralgungen, Versinterungen, falsche Plomben, korrodierende Eisenverklammerungen, falsche Fugenmassen und Verkittungen, Stellen mit falschen Steinen und andere Schäden sollen dabei beseitigt werden. Die unterste, später ergänzte achteckige Stufe wird entfernt. Mit einer Kette verbundene Poller sollen Schäden von Fahrzeugen verhindern und gleichzeitig einen Zugang offen lassen. Solche Poller waren bereits im 19. Jahrhundert am Brunnen aufgestellt, wie aus einer Zeichnung von 1889 hervorgeht.
Bildergalerie
Quellen
- www.untersberg.net Die Fürstenquellen von der Universität Salzburg, Abt. für Regionale und Angewandte Geologie
- "Salzburger Nachrichten", 4. Juli 2008
Fußnote
- ↑ Ein Servitut ist ein beschränktes Nutzungsrecht an einer fremden Sache