Fürsterzbistum Salzburg: Unterschied zwischen den Versionen

Aus SALZBURGWIKI
Zur Navigation springen Zur Suche springen
T schaible (Diskussion | Beiträge)
Keine Bearbeitungszusammenfassung
K Änderungen von T schaible (Diskussion) wurden auf die letzte Version von Peter Krackowizer zurückgesetzt
Zeile 20: Zeile 20:
| Residenz: ||[[Altstadt|Stadt Salzburg]]
| Residenz: ||[[Altstadt|Stadt Salzburg]]
|- bgcolor="#ffffff" valign="top"
|- bgcolor="#ffffff" valign="top"
| Konfession: || [[Katholische Kirche|römisch-katholisch]]
| Konfession: || [[Römisch-katholische Kirche|römisch-katholisch]]
|- bgcolor="#ffffff"
|- bgcolor="#ffffff"
| aufgegangen in: || [[Herzogtum Salzburg]]
| aufgegangen in: || [[Herzogtum Salzburg]]
|}[[Datei:Grenzmarkierung Rupertiwinkel Chiemgau.jpg|thumb|left|Hinweisschild Grenze Erzstift Salzburg-Chiemgau]]
|}[[Datei:Grenzmarkierung Rupertiwinkel Chiemgau.jpg|thumb|left|Hinweisschild Grenze Erzstift Salzburg-Chiemgau]]
Das '''Erzstift Salzburg''', viel häufiger heute als '''Fürsterzbistum''' bezeichnet, war das weltliche Territorium des [[Fürsterzbischof]]s. Es bestand seit dem späten 14. Jahrhundert, seine Wurzeln liegen in der [[Salzburger Landesordnung|Landesordnung]] (erste urkundliche Erwähnung [[1342]]). Es überdauerte die Jahrhunderte bis zur [[Säkularisation]] von [[1803]].
Das '''Fürsterzbistum Salzburg''', auch '''Erzstift Salzburg''' bezeichnet, war das weltliche Territorium des [[Fürsterzbischof]]s. Es bestand seit dem späten 14. Jahrhundert, seine Wurzeln liegen in der [[Salzburger Landesordnung|Landesordnung]] (erste urkundliche Erwähnung [[1342]]). Es überdauerte die Jahrhunderte bis zur [[Säkularisation]] von [[1803]].


== Geschichte ==  
== Geschichte ==  
Das Fürsterzbistum  umfasste teils das eigentiche landesfürstliche Territorium, dazu kamen [[Ausländische Herrschaften|Ausländische Herrschaften]] mit unterschiedlichen Hoheitsrechten, sie unterstanden in verschiedenen Rechtsfragen anderen Fürsten. Die Ausländischen Herrschaften unterstanden in die anderen Landesfürsten unterstanden.  
Das Fürsterzbistum  umfasste teils das eigentliche landesfürstliche Territorium, dazu kamen [[Ausländische Herrschaften|Ausländische Herrschaften]] mit unterschiedlichen Hoheitsrechten, sie unterstanden im Wesentlichen anderen Fürsten. In diesen Ausländischen Herrschaften des Erzstiftes Salzburg war der Fürsterzbischof daher Grundherr, aber nicht Landesherr. Diese Herrschaften sind zu unterscheiden von verschiedenen Exklaven wie [[Mühldorf am Inn]], die mit zum landesfürstlichen Territorium gehörten.


Es bestand als Ständestaat<ref>bezeichnet einen Staat, der durch privilegierte Stände [[Fürsterzbischof|Fürsterzbischöfe]] weitgehend dominiert und regiert wird, Quelle wikipedia.de</ref> im [[Bayerischer Reichskreis|Bayerischen Reichskreis]] des [[Reich#Heiliges Römisches Reich|Heiligen Römischen Reiches]]. Salzburg hat sich schrittweise vom Mutterland Bayern gelöst. Daher ist nicht klar, wer als erster Fürsterzbischof anzusprechen ist. Teilweise wird schon [[Ortolf von Weißeneck]] (1343 bis [[1365]]) als Fürsterzbischof gesehen, unstrittig ist aber [[Pilgrim II. von Puchheim]] ein solcher Fürsterzbischof.  
Salzburg hat sich schrittweise vom Mutterland Bayern gelöst. Daher ist nicht klar, wer genau als erster Fürsterzbischof anzusprechen ist. Teilweise wird schon [[Ortolf von Weißeneck]] (1343 bis [[1365]]) als Fürsterzbischof gesehen, unstrittig ist aber [[Pilgrim II. von Puchheim]] ein solcher Fürsterzbschof. Das Fürsterzbistum umfasste das weltliche Herrschaftsgebiet der Fürsterzbischöfe von Salzburg.  


Es umfasste das weltliche Herrschaftsgebiet der Fürsterzbischöfe von Salzburg. Dieses war jedoch kleiner als das ältere Gebiet der [[Erzdiözese Salzburg]], das geistlichen Seelsorgegebiet des Salzburger Erzbischofs. Es war [[739]] entstanden und ab [[798]] [[Erzbistum (Überblick)|Erzbistum]].
Das Fürsterzbistum war deutlich kleiner als kirchenrechtliche Gebiet der [[Erzdiözese Salzburg]] bzw. der [[Salzburger Kirchenprovinz]] als geistliches Seelsorgegebiet des Salzburger Erzbischofs. Der Fürsterzbischof blieb bis 1803 Oberhirte der altbayrischen Kirchenprovinzen. Die Kirchenprovionz war offiziell [[739]] gegründet worden und [[798]] zum [[Erzbistum (Überblick)|Erzbistum]] erhoben worden.


In diesen Ausländischen Herrschaften des Erzstiftes Salzburg war der Fürsterzbischof Grundherr, aber nicht Landesherr. Sie sind zu unterscheiden von Exklaven wie [[Mühldorf am Inn]], die sehr wohl zum landesfürstlichen Territorium gehörten.
Heute gehören zur Kirchenprovinz Salzburg neben der [[Erzdiözese Salzburg]] die Diözesen [[Diözese Graz-Seckau|Graz-Seckau]], Gurk-Klagenfurt, Innsbruck und Feldkirch.


Darüber hinaus gibt es auch noch die [[Salzburger Kirchenprovinz]], die dem Erzbischof von Salzburg als Metropoliten zugeordnet ist. Früher war die Kirchenprovinz wesentlich größer und umfasste alle Bayerischen Bistümer. Heute gehören zur Kirchenprovinz Salzburg neben der [[Erzdiözese Salzburg]] die Diözesen [[Diözese Graz-Seckau|Graz-Seckau]], Gurk-Klagenfurt, Innsbruck und Feldkirch.
==Seine größte Ausdehnung unter Pilgrim II.==
Das Fürsterzbistum Salzburg erlebte seine größte flächenmäßig Ausbreitung unter Erzbischof [[Pilgrim II. von Puchheim]] ([[1365]]–[[1396]]). Damals umfasste der weltliche Herrschaftsbereich des Erzbischofs folgende Gebiete:
 
* das Gebiet des heutigen [[Salzburg (Bundesland)|Bundeslandes]];
* in [[Nordtirol]]: das [[Zillertal]], das [[Brixental]] mit [[Itter]] - [[Hopfgarten im Brixental|Hopfgarten]] - [[Westendorf]] - [[Brixen im Thale|Brixen]] - [[Kirchberg in Tirol|Kirchberg]] und die [[Kitzbüheler Alpen]] an der Grenze zum Bundesland Salzburg;
* in [[Osttirol]]: das Gebiet vom [[Felber Tauern]] - [[Matrei]] - [[Hopfgarten im Defreggental]] und das Gebiet um den [[Stallersattel]];
* in [[Kärnten]]: das Gebiet um [[Stall im oberen Mölltal]] bis [[Schloss Lengberg]] (Osttirol, nahe von Dölsach), das [[Lurnfeld]] nordwestlich von [[Spittal an der Drau]], [[Gmünd]], [[Maltatal]] und die [[Nockberge]], das Gebiet südöstlich von [[Maria Saal]], [[Taggenbrunn]], das Gebiet östlich von [[Friesach]] und [[Althofen]] einschließlich beider Orte, [[Lichtenberg]], [[Stein |Stein]], [[St. Andrä im Lavanttal|St. Andrä]], [[Löschtental]] und [[Lavamünd]];
* in der [[Steiermark]]: [[Haus im Ennstal|Haus]] und [[Gröbming]] im [[Ennstal]], [[Neumarkt in der Steiermark|Neumarkt]], das Gebiet nordwestlich von [[Deutschlandsberg]], das Gebiet zwischen [[Leibnitz]] und [[Arnfels]], [[Straßgang]] südlich von Graz;
* in [[Slowenien]]: das Gebiet nördlich und östlich von [[Pettau]], heute Ptuj; [[Zwettendorf]], an der Sava: das Gebiet um [[Lichtenwald]], [[Reichenstein]], [[Rann (Brežice)|Rann]] und [[Reichenburg]];
* in [[Niederösterreich]]: [[Arnsdorf]], [[Wölbling]] und [[Traismauer]];
* in [[Bayern]]: Gebiete um [[Mittergars]] und [[Mühldorf am Inn]], das Gebiet westlich von [[Tittmoning]] über [[Tettelham]], Halmberg, Raschenberg, [[Schloss Staufeneck|Stauffeneck]] bis [[Grafen von Plain|Plain]] bei [[Bad Reichenhall|Reichenhall]] sowie die [[Fürstpropstei Berchtesgaden|Propstei Berchtesgaden]];


==Quellen==
==Quellen==
Zeile 48: Zeile 58:


[[Kategorie:Geschichte]]
[[Kategorie:Geschichte]]
[[Kategorie:Geschichte (Erzstift)|!|Erzstift]]
[[Kategorie:Geschichte (Fürsterzbistum)|!|Fürsterzbistum]]
[[Kategorie:Geschichte (Erzbistum)]]
[[Kategorie:Religion]]
[[Kategorie:Religion]]
[[Kategorie:Katholische Kirche]]
[[Kategorie:Katholische Kirche]]

Version vom 13. Januar 2019, 20:32 Uhr

Karte
Datei:Fürsterzbistum Salzburg Karte 01.jpg
Übersicht
Alternativname: Fürsterzbistum Salzburg
Herrschaftsform: Wahlfürstentum
Herrscher: Fürsterzbischof
im Reichstag: 1. Virilstimme auf der geistlichen Bank im Reichsfürstenrat
Reichskreis: Bayerischer Reichskreis
beim Kreistag: 1. Virilstimme auf der geistlichen Bank im Reichsfürstenrat
Residenz: Stadt Salzburg
Konfession: römisch-katholisch
aufgegangen in: Herzogtum Salzburg
Hinweisschild Grenze Erzstift Salzburg-Chiemgau

Das Fürsterzbistum Salzburg, auch Erzstift Salzburg bezeichnet, war das weltliche Territorium des Fürsterzbischofs. Es bestand seit dem späten 14. Jahrhundert, seine Wurzeln liegen in der Landesordnung (erste urkundliche Erwähnung 1342). Es überdauerte die Jahrhunderte bis zur Säkularisation von 1803.

Geschichte

Das Fürsterzbistum umfasste teils das eigentliche landesfürstliche Territorium, dazu kamen Ausländische Herrschaften mit unterschiedlichen Hoheitsrechten, sie unterstanden im Wesentlichen anderen Fürsten. In diesen Ausländischen Herrschaften des Erzstiftes Salzburg war der Fürsterzbischof daher Grundherr, aber nicht Landesherr. Diese Herrschaften sind zu unterscheiden von verschiedenen Exklaven wie Mühldorf am Inn, die mit zum landesfürstlichen Territorium gehörten.

Salzburg hat sich schrittweise vom Mutterland Bayern gelöst. Daher ist nicht klar, wer genau als erster Fürsterzbischof anzusprechen ist. Teilweise wird schon Ortolf von Weißeneck (1343 bis 1365) als Fürsterzbischof gesehen, unstrittig ist aber Pilgrim II. von Puchheim ein solcher Fürsterzbschof. Das Fürsterzbistum umfasste das weltliche Herrschaftsgebiet der Fürsterzbischöfe von Salzburg.

Das Fürsterzbistum war deutlich kleiner als kirchenrechtliche Gebiet der Erzdiözese Salzburg bzw. der Salzburger Kirchenprovinz als geistliches Seelsorgegebiet des Salzburger Erzbischofs. Der Fürsterzbischof blieb bis 1803 Oberhirte der altbayrischen Kirchenprovinzen. Die Kirchenprovionz war offiziell 739 gegründet worden und 798 zum Erzbistum erhoben worden.

Heute gehören zur Kirchenprovinz Salzburg neben der Erzdiözese Salzburg die Diözesen Graz-Seckau, Gurk-Klagenfurt, Innsbruck und Feldkirch.

Seine größte Ausdehnung unter Pilgrim II.

Das Fürsterzbistum Salzburg erlebte seine größte flächenmäßig Ausbreitung unter Erzbischof Pilgrim II. von Puchheim (13651396). Damals umfasste der weltliche Herrschaftsbereich des Erzbischofs folgende Gebiete:

Quellen

Fußnoten


Verwaltungsbegriffe aus dem Kirchenrecht

Kirchliche Begriffe: Archidiakonat | Erzbistum | Erzdiözese | Eigenbistum | Kirchenprovinz | Suffraganbistum
Politischer Begriff siehe Erzbischof als Landesherr oder Grundherr