Sternwarte Kremsmünster: Unterschied zwischen den Versionen
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Die ''Mathematische Stube'' von [[Alexander Fixlmillner]] (* [[1686]], † [[1759]]) im Recreatorium des Stiftes gilt als direkter Vorläufer der Sternwarte. Fixlmillner war Abt, der in Salzburg seine Ausbildung erhalten hatte. Die Sternwarte selbst wurde dann [[1758]] von Pater [[Anselm Desing]] eingerichtet. [[1759]] starb Abt Alexander Fixlmillner. [[1762]] wurde sein Neffe Pater [[Placidus Fixlmillner|Placidus Joseph Fixlmillner]] als Sternwart berufen. Dieses Amt behielt er bis zu seinem Tod [[1791]]. | Die ''Mathematische Stube'' von [[Alexander Fixlmillner]] (* [[1686]], † [[1759]]) im Recreatorium des Stiftes gilt als direkter Vorläufer der Sternwarte. Fixlmillner war Abt, der in Salzburg seine Ausbildung erhalten hatte. Die Sternwarte selbst wurde dann [[1758]] von Pater [[Anselm Desing]] eingerichtet. [[1759]] starb Abt Alexander Fixlmillner. [[1762]] wurde sein Neffe Pater [[Placidus Fixlmillner|Placidus Joseph Fixlmillner]] als Sternwart berufen. Dieses Amt behielt er bis zu seinem Tod [[1791]]. | ||
Version vom 21. Juli 2009, 17:37 Uhr
Die Sternwarte Kremsmünster, auch Mathematischer Turm genannt, beherbergt die älteste stationäre Wetterstation Europas und die naturwissenschaftlichen Sammlungen des Benediktinerstiftes Kremsmünster. Die Sternwarte wurde als Universitätssternwarte der Universität Salzburg errichtet.
Geschichte
Um 1740 beschlossen die bairischen und österreichischen Benediktineräbte die Errichtung einer Universitätssternwarte für die Benediktiner-Universität Salzburg. Man wählte dazu den Ort Kremsmünster wegen seiner freien Lage, die für die Beobachtung des Himmels natürlich eine wesentliche Voraussetzung war und auf dem Gebiet des Erzbistums Salzburg nicht gegeben war.
Darüber hinaus wurden schon seit dem 16. Jahrhundert im Stift astronomische Beobachtungen durchgeführt und aufgezeichnet. Davon konnten die Salzburger Professoren profitieren und viele Biografien bedeutender Salzburger Wissenschafter sind mit der Sternwarte Kremsmünster verbunden. Beispielsweise mit Abt Berthold Vogl (1759 bis 1771). Er ersetzte als Salzburger Philosophieprofessor die Aristotelische Schulphilosophie durch die Leibnizianische-Wolfsche Philosophie. Dies brachte eine Trennung der Logik (= reine Mathematik) und der Physik (= angewandte Mathematik). Mit der Verbindung Philosophie und Mathematik und deren praktische Ausrichtung schuf Vogl die geistigen Grundlagen für die Sternwarte Kremsmünster.
Die Mathematische Stube von Alexander Fixlmillner (* 1686, † 1759) im Recreatorium des Stiftes gilt als direkter Vorläufer der Sternwarte. Fixlmillner war Abt, der in Salzburg seine Ausbildung erhalten hatte. Die Sternwarte selbst wurde dann 1758 von Pater Anselm Desing eingerichtet. 1759 starb Abt Alexander Fixlmillner. 1762 wurde sein Neffe Pater Placidus Joseph Fixlmillner als Sternwart berufen. Dieses Amt behielt er bis zu seinem Tod 1791.
Einer der begabtesten Schüler von Placidus Fixlmillner war der Salzburger Carl Ehrenbert Freiherr von Moll. Im 19. Jahrhundert ergaben sich dann wichtige Kontakte zwischen dem Salzburger Geodäten Simon von Stampfer und dem in Kremsmünster tätigen Salzburger Pater Bruno Waller. Diese Verbindung ergab sich auch durch einen Verwandten von Stampfer, Pater Constantin Stampfer (* 1750 in Windisch Matrei, † 1787), der als Benediktinerpater des Erzstifts St. Peter am Gymnasium in Kremsmünster unterrichtet hatte.
Quelle
- Simon Stampfer, von der Zauberscheibe zum Film, Peter Schuster, Christian Strasser, Schriftenreihe des Landespressebüros, Nr. 142, ISBN 3-85015-154-2