Johann Friedrich Pereth: Unterschied zwischen den Versionen
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| − | '''Johann Friedrich Beretti''' (* [[16. November]] [[1643]] in [[Salzburg]], † [[3. Februar]] [[1722]] ebenda) war | + | '''Johann Friedrich Beretti''' auch ''Perret'', ''Pereth'' ''[[Peretti]]'' geschrieben (* [[16. November]] [[1643]] in [[Salzburg]], † [[1694]] [letztes datiertes Werk] oder [[3. Februar]] [[1722]] ebenda) war ein Salzburger Figuren- und Landschaftsmaler. |
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| − | Johann Friedrich Beretti wurde als ehelicher Sohn des Augsburger Malers Johann Franz | + | Johann Friedrich Beretti wurde als ehelicher Sohn des Augsburger Malers [[Johann Franz Pereth]] und seiner Frau Christina Müller geboren. Seine Taufe fand am 16. November 1643 im [[Salzburger Dom]] statt. Da es früher üblich war, Neugeborene noch am selben Tag der Geburt zu taufen, wird dieses Datum auch als Geburtsdatum angenommen. In der "''Seelenbeschreibung in der Erzbischöfflichen Haubt Statt und Pfarr Salzburg''" kann man nachlesen, dass Friedrich [[1647]] mit seinen Eltern im "Tragassen-Viertl", im "Perner Hauß" zum "Frongarten zu" wohnte. Da seine Schwester noch am Tag ihrer Geburt verstarb, wuchs Johann Friedrich als Einzelkind auf. |
Leider sind die Zunftbücher der Salzburger Maler aus jener Zeit verschollen, so dass über die Ausbildung Friedrichs nichts bekannt ist. Aufgrund von Ähnlichkeiten in der Mal- und Darstellungsweise vermutet man aber, dass Johann Friedrich bei seinem Vater in die Lehre gegangen ist. Erst [[1665]] taucht er wieder in den Quellen auf. Im Mai [[1674]] starb seine Mutter, im Mai [[1678]] sein Vater. Im Juli stellte er seinen Onkel, den Maler Matthias Müller und den Uhrmacher Christophorus Nidermayr dem Stadtrat als "Schadlosporgen" (Bürgen) vor, um die Verlassenschaft mit der Malerwerkstatt des Vaters antreten zu können. | Leider sind die Zunftbücher der Salzburger Maler aus jener Zeit verschollen, so dass über die Ausbildung Friedrichs nichts bekannt ist. Aufgrund von Ähnlichkeiten in der Mal- und Darstellungsweise vermutet man aber, dass Johann Friedrich bei seinem Vater in die Lehre gegangen ist. Erst [[1665]] taucht er wieder in den Quellen auf. Im Mai [[1674]] starb seine Mutter, im Mai [[1678]] sein Vater. Im Juli stellte er seinen Onkel, den Maler Matthias Müller und den Uhrmacher Christophorus Nidermayr dem Stadtrat als "Schadlosporgen" (Bürgen) vor, um die Verlassenschaft mit der Malerwerkstatt des Vaters antreten zu können. | ||
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| − | Der unverheiratete, kinderlose Maler erhielt von Stadt und Land Salzburg "Gnadengeld" und starb, ohne Vermögen zu hinterlassen, am 3. Februar 1722 in Salzburg. | + | Der unverheiratete, kinderlose Maler erhielt von Stadt und Land Salzburg "Gnadengeld" und starb, ohne Vermögen zu hinterlassen, am 3. Februar 1722 in Salzburg. Hinsichtlich seines Sterbedatum gibt es die Vermutung, wenn John. Friedr. P. I. und der II. identisch sind, dass er am 3. Februar 1722 in Salzburg starb. |
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* Hl. Helena, um 1707/08, Oberbild Filialkirche Seekirchen - Zell am Wallersee | * Hl. Helena, um 1707/08, Oberbild Filialkirche Seekirchen - Zell am Wallersee | ||
| + | * von einer seiner Vorlagen entstand die [[Salzburg-Ansicht 1710]] als Kupferstich | ||
==Quellen== | ==Quellen== | ||
* [http://aia.art-platform.com/beretti_johann%20friedrich.htm Artisti Italiani Austria] von Alfons Kleiner | * [http://aia.art-platform.com/beretti_johann%20friedrich.htm Artisti Italiani Austria] von Alfons Kleiner | ||
* [https://www.uibk.ac.at/aia/beretti_johann%20friedrich.htm www.uibk.ac.at] mit Gesamtliste seiner Werke in Salzburg | * [https://www.uibk.ac.at/aia/beretti_johann%20friedrich.htm www.uibk.ac.at] mit Gesamtliste seiner Werke in Salzburg | ||
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Version vom 27. Dezember 2016, 11:23 Uhr
Johann Friedrich Beretti auch Perret, Pereth Peretti geschrieben (* 16. November 1643 in Salzburg, † 1694 [letztes datiertes Werk] oder 3. Februar 1722 ebenda) war ein Salzburger Figuren- und Landschaftsmaler.
Leben
Johann Friedrich Beretti wurde als ehelicher Sohn des Augsburger Malers Johann Franz Pereth und seiner Frau Christina Müller geboren. Seine Taufe fand am 16. November 1643 im Salzburger Dom statt. Da es früher üblich war, Neugeborene noch am selben Tag der Geburt zu taufen, wird dieses Datum auch als Geburtsdatum angenommen. In der "Seelenbeschreibung in der Erzbischöfflichen Haubt Statt und Pfarr Salzburg" kann man nachlesen, dass Friedrich 1647 mit seinen Eltern im "Tragassen-Viertl", im "Perner Hauß" zum "Frongarten zu" wohnte. Da seine Schwester noch am Tag ihrer Geburt verstarb, wuchs Johann Friedrich als Einzelkind auf.
Leider sind die Zunftbücher der Salzburger Maler aus jener Zeit verschollen, so dass über die Ausbildung Friedrichs nichts bekannt ist. Aufgrund von Ähnlichkeiten in der Mal- und Darstellungsweise vermutet man aber, dass Johann Friedrich bei seinem Vater in die Lehre gegangen ist. Erst 1665 taucht er wieder in den Quellen auf. Im Mai 1674 starb seine Mutter, im Mai 1678 sein Vater. Im Juli stellte er seinen Onkel, den Maler Matthias Müller und den Uhrmacher Christophorus Nidermayr dem Stadtrat als "Schadlosporgen" (Bürgen) vor, um die Verlassenschaft mit der Malerwerkstatt des Vaters antreten zu können.
Der nicht der Zunft angehörende Maler fand seine Auftraggeber vor allem in den Pfarren rund um die Stadt Salzburg, im Rupertiwinkel und in den Gebirgsgauen. Es entwickelte sich eine besonders enge Zusammenarbeit mit dem großen Barockbildhauer Johann Meinrad Guggenbichler. Nach der neuen Malerordnung von 1688 traten Schwierigkeiten mit den zunftgebundenen Malerkollegen auf, die 1709 zu einer Hofbefreiung Berettis führten. Von der schwierigen Situation der Künstler zu Beginn des 18. Jahrhunderts war auch der einst vielbeschäftigte und geschätzte "Khunstmahler" Johann Friedrich Beretti am Ende seines Lebens betroffen.
Der unverheiratete, kinderlose Maler erhielt von Stadt und Land Salzburg "Gnadengeld" und starb, ohne Vermögen zu hinterlassen, am 3. Februar 1722 in Salzburg. Hinsichtlich seines Sterbedatum gibt es die Vermutung, wenn John. Friedr. P. I. und der II. identisch sind, dass er am 3. Februar 1722 in Salzburg starb.
Werke
Unter anderem stammen von Beretti folgende Bilder:
- Anna selbdritt, 1676/77, Seitenaltarbild Pfarrkirche Waging am See
- Hl. Familie mit den hll. Antonius von Padua u. Franz de Paula, 1686, rechtes Seitenaltarbild Stadtpfarrkirche zum hl. Vitus Salzburg-Morzg
- Hll. Sebastian und Florian, 1686, Oberbild des rechten Seitanaltars Pfarrkirche Salzburg-Morzg
- Maria mit den hll. Erasmus und Barbara, Rupert und Virgil, 1686, linkes Seitenaltarbild Pfarrkirche Salzburg- Morzg
- Hll. Johannes der Täufer und Rochus, 1686, Oberbild des linken Seitenaltars, Pfarrkirche Salzburg-Morzg
- Hl. Familie, 1687, rechtes Seitenaltarbild Pfarrkirche zum hl. Blasius in Abtenau
- Marter des hl. Bartholomäus, 1687, Hochaltarbild Pfarrkirche Mauterndorf
- Hl. Dreifaltigkeit mit Heiligen, 1687, Oberbild des Hochaltars Pfarrkirche St. Margarethen im Lungau
- Rosenkranzspende Mariens an die Armen Seelen im Fegefeuer, 1688, linkes Seitenaltarbild Pfarrkirche St. Martin bei Lofer
- Christus, die Seitenwunde zeigend, 1688, Oberbild des linken Seitenaltars Pfarrkirche St. Martin bei Lofer
- Büßende Maria Magdalena, 1688, ehem. Seitenaltarbild aus Maxglan, heute Benediktinerabtei Michaelbeuern
- Anbetung der Hl. Drei Könige, 1693, ehem. Hochaltarbild Pfarrkirche Bischofshofen
- Krönung Mariens durch die Hl. Dreifaltigkeit, 1693, Oberbild des ehem. Hochaltars Pfarrkirche Bischofshofen, Museum am Kastenturm
- Maria übergibt dem Hl. Simon Stock das Skapulier, 1702, ehem. Altarbild Pfarrkirche Bischofshofen
- Der reuige Petrus, 1694, Salzburger Museum Carolino Augusteum Salzburg, Depot, Inv.-Nr. 87/27, G 2.237
- Szenen aus dem Leben des Hl. Joseph, 1704, Josephskapelle, Franziskanerkirche Salzburg
- Hl. Georg zu Pferd bekämpft den Drachen, 1704, Hochaltarbild in der Pfarr- und Dekanatskirche zum hl. Georg in Bergheim
- Krönung Mariens, 1704, Aufsatzbild des Hochaltars Dekanatskirche Bergheim
- Büßende Maria Magdalena, 1707, Altarbild Katholische Filialkirche hl. Maria Magdalena in Zell am Wallersee in Seekirchen am Wallersee - Zell am Wallersee
- Hl. Helena, um 1707/08, Oberbild Filialkirche Seekirchen - Zell am Wallersee
- von einer seiner Vorlagen entstand die Salzburg-Ansicht 1710 als Kupferstich
Quellen
- Artisti Italiani Austria von Alfons Kleiner
- www.uibk.ac.at mit Gesamtliste seiner Werke in Salzburg
- Haslinger, Adolf, Mittermayr, Peter (Hrsg.): "Salzburger Kulturlexikon", Residenz Verlag, Salzburg-Wien-Frankfurt/Main 2001, ISBN 3-7017-1129-1