Benediktinerabtei St. Lambrecht: Unterschied zwischen den Versionen
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| − | Es wurde 1076 vom Kärntner Markgrafen Markwart von Eppenstein gegründet. 1102 stiftete sein Sohn Herzog Heinrich von Kärnten dem Kloster erhebliche Ländereien und Besitztümer in der gesamten Steiermark. Bedeutend wurde es durch seine Klosterbibliothek, die bis ins [[12. Jahrhundert]] zurückreicht. | + | Es wurde [[1076]] vom Kärntner Markgrafen Markwart von Eppenstein gegründet. [[1102]] stiftete sein Sohn Herzog Heinrich von Kärnten dem Kloster erhebliche Ländereien und Besitztümer in der gesamten Steiermark. Bedeutend wurde es durch seine Klosterbibliothek, die bis ins [[12. Jahrhundert]] zurückreicht. |
| − | Am [[4. Jänner]] [[1786]] wurde | + | Am [[4. Jänner]] [[1786]] wurde die Abtei im Zug der [[Joseph II.|josephinischen Kirchenreform]] durch kaiserliches Dekret aufgehoben, die Bibliotheksbestände kamen in die Universitätsbibliothek Graz. Bereits Kaiser [[Franz II.]] machte die Auflösung [[1802]] rückgängig, in der Folge kam die Bibliothek nach Sankt Lambrecht zurück. Die wertvollen Handschriften blieben in Graz. |
| − | 1835 wurde im Stift ein Landgymnasium mit fünf Klassen eingerichtet; die Schule bestand bis 1932. | + | [[1835]] wurde im Stift ein Landgymnasium mit fünf Klassen eingerichtet; die Schule bestand bis [[1932]]. |
| − | Nach dem Anschluss im Mai 1938 wurde das Kloster durch die [[Nationalsozialisten]] beschlagnahmt. Am [[13. Mai]] [[1942]] traf ein erster Transport von ca. 90 KZ-Häftlingen aus [[KZ Dachau|Dachau]] ein, das Stift wurde zum Außenlager des KZ Dachau. Ungefähr ein Jahr später trafen dann 30 Bibelforscherinnen (Zeugen Jehovas) aus [[KZ Ravensbrück|Ravensbrück]] ein, für die ein Außenlager des KZ Ravensbrück eingerichtet wurde, das vom [[13. Mai]] [[1943]] bis zum [[15. November]] [[1944]] Bestand hatte. Ab dem [[20. November]] [[1942]] bis zur Befreiung im Mai 1945 unterstand das Männerlager, ab [[1. September]] | + | Nach dem [[Anschluss]] im Mai [[1938]] wurde das Kloster durch die [[Nationalsozialisten]] beschlagnahmt. Am [[13. Mai]] [[1942]] traf ein erster Transport von ca. 90 KZ-Häftlingen aus [[KZ Dachau|Dachau]] ein, das Stift wurde zum Außenlager des KZ Dachau. Ungefähr ein Jahr später trafen dann 30 Bibelforscherinnen (Zeugen Jehovas) aus [[KZ Ravensbrück|Ravensbrück]] ein, für die ein Außenlager des KZ Ravensbrück eingerichtet wurde, das vom [[13. Mai]] [[1943]] bis zum [[15. November]] [[1944]] Bestand hatte. Ab dem [[20. November]] [[1942]] bis zur Befreiung im Mai 1945 unterstand das Männerlager, ab [[1. September]] 1944 auch das Frauenlager, dem [[KZ Mauthausen]].<ref>[https://www.gesetze-im-internet.de/begdv_6/anlage.html www.gesetze-im-internet.de] Verzeichnis der Konzentrationslager und ihrer Außenkommandos gemäß § 42 Abs. 2 BEG als Anlage zur Sechsten Verordnung zur Durchführung des Bundesentschädigungsgesetzes</ref> |
| − | 1946 kehrten die Mönche zurück. Heute verwaltet und bewirtschaftet das Kloster insgesamt rund 5 200 Hektar land- und forstwirtschaftlichen Besitz und betreibt eine Hackschnitzelanlage, die den ganzen Ort versorgt. | + | [[1946]] kehrten die Mönche zurück. Heute verwaltet und bewirtschaftet das Kloster insgesamt rund 5 200 Hektar land- und forstwirtschaftlichen Besitz und betreibt eine Hackschnitzelanlage, die den ganzen Ort versorgt. |
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* {{Wikipedia-de|Stift St. Lambrecht}} | * {{Wikipedia-de|Stift St. Lambrecht}} | ||
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Version vom 4. April 2021, 09:01 Uhr
Die Benediktinerabtei St. Lambrecht (lat. Abbatia Sancti Lamberti) ist eine Abtei der Benediktiner, gelegen auf 1 028 Meter Seehöhe in Sankt Lambrecht in der Steiermark, das einmal auch zur Erzdiözese Salzburg gehört hatte. Der Name geht auf den Klosterpatron, den heiligen Lambert, zurück.
Geschichte
Es wurde 1076 vom Kärntner Markgrafen Markwart von Eppenstein gegründet. 1102 stiftete sein Sohn Herzog Heinrich von Kärnten dem Kloster erhebliche Ländereien und Besitztümer in der gesamten Steiermark. Bedeutend wurde es durch seine Klosterbibliothek, die bis ins 12. Jahrhundert zurückreicht.
Am 4. Jänner 1786 wurde die Abtei im Zug der josephinischen Kirchenreform durch kaiserliches Dekret aufgehoben, die Bibliotheksbestände kamen in die Universitätsbibliothek Graz. Bereits Kaiser Franz II. machte die Auflösung 1802 rückgängig, in der Folge kam die Bibliothek nach Sankt Lambrecht zurück. Die wertvollen Handschriften blieben in Graz.
1835 wurde im Stift ein Landgymnasium mit fünf Klassen eingerichtet; die Schule bestand bis 1932.
Nach dem Anschluss im Mai 1938 wurde das Kloster durch die Nationalsozialisten beschlagnahmt. Am 13. Mai 1942 traf ein erster Transport von ca. 90 KZ-Häftlingen aus Dachau ein, das Stift wurde zum Außenlager des KZ Dachau. Ungefähr ein Jahr später trafen dann 30 Bibelforscherinnen (Zeugen Jehovas) aus Ravensbrück ein, für die ein Außenlager des KZ Ravensbrück eingerichtet wurde, das vom 13. Mai 1943 bis zum 15. November 1944 Bestand hatte. Ab dem 20. November 1942 bis zur Befreiung im Mai 1945 unterstand das Männerlager, ab 1. September 1944 auch das Frauenlager, dem KZ Mauthausen.[1]
1946 kehrten die Mönche zurück. Heute verwaltet und bewirtschaftet das Kloster insgesamt rund 5 200 Hektar land- und forstwirtschaftlichen Besitz und betreibt eine Hackschnitzelanlage, die den ganzen Ort versorgt.
Salzburgbezug
Aus der Abtei St. Lamprecht kamen, wie aus vielen anderen Benediktinerklöstern Österreichs, Schüler und Professoren an die Benediktineruniversität Salzburg.
Quellen
- Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Benediktinerabtei St. Lambrecht"
Einzelnachweis
- ↑ www.gesetze-im-internet.de Verzeichnis der Konzentrationslager und ihrer Außenkommandos gemäß § 42 Abs. 2 BEG als Anlage zur Sechsten Verordnung zur Durchführung des Bundesentschädigungsgesetzes