Herbert-von-Karajan-Platz: Unterschied zwischen den Versionen

 
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Der '''Herbert-von-Karajan-Platz''', ehemals ''Sigmundsplatz'', befindet sich in der Salzburger [[Altstadt]] am Ende des [[Sigmundstor]]s.
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[[Datei:Herbert_von_Karajan_Platz_von_oben.jpg|thumb|Der Siegmundsplatz 2010 vom Mönchsberg aus betrachtet.]]
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Der '''Herbert-von-Karajan-Platz''' ist ein [[Plätze der Stadt Salzburg|Platz]] in der [[Salzburger Altstadt]].
  
Ursprünglich nach dem Erzbischof [[Sigismund Christian Graf Schrattenbach]] benannt, wurde er in jüngerer Zeit nach dem weltberühtmen Dirigenten und Mitwirkenden der [[Salzburger Festspiele]], [[Herbert von Karajan]], benannt.  
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== Lage ==
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Der Platz liegt zwischen [[Bürgerspitalgasse]], [[Universitätsplatz]], [[Hofstallgasse]] und [[Sigmundstor]].
  
In den Platz münden der [[Universitätsplatz]], die [[Hofstallgasse]], das [[Siegmundstor]] und die [[Bürgerspitalsgasse]].
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[[File:038R32120678 Salzburg, O Bus Juni 1978.jpg|thumb|Der Siegmundsplatz im Juni 1978.]]
  
Auf dem Platz befindet sich die [[Pferdeschwemme]]. Unter den Gebäuden, die an diesen Platz grenzen wären das [[Bürgerspital]], das [[Großes Festspielhaus|Große Festspielhaus]], die [[Universität Salzburg#Alte Universität|Alte Universität]] und das [[Hotel Goldener Hirsch]] zu erwähnen.  
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== Geschichte ==
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Ursprünglich war hier der ''Spitalplatz'', benannt nach dem ehemaligen [[Bürgerspital St. Blasius]], das sich wenige Meter nordwestlich des Platzes befindet.
  
==Quelle==
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Um [[1640]] hieß der Platz ''Studentenplatz''<ref>1635? "Ansicht der Stadt Salzburg vom Mönchsberg", Daniel Miller zugeschrieben, sowie in [https://books.google.at/books?id=0U05AAAAMAAJ&q=Studentenplatz+salzburg&dq=Studentenplatz+salzburg&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwiumrmZ1LvfAhUO2BoKHZMqDd4Q6AEISDAG googlebooks] Hermann Spies, "Die Tonkunst in Salzburg in der Regierungszeit des Fürsten und Erzbischofs Wolf Dietrich von Raitenau (1587–1612)" → Namensnennung mit Jahreszahl 1655</ref>, abgeleitet von dem damals neu errichteten Studiengebäude der [[Benediktineruniversität Salzburg]].
* Josef Hübl ''Heimatkunde Stadt Salzburg'', [[Salzburger Druckerei]], 1974
 
  
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Später, um [[1858]], wurde er ''Heuwaagplatz'' genannt, weil sich hier eine Heuwaage befand.<ref>[https://books.google.at/books?id=Qo9pAAAAcAAJ&pg=PT16&dq=Heuwaagplatz+salzburg&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwi6k723i8HZAhVJaFAKHZpVBM8Q6AEIKjAA#v=onepage&q=Heuwaagplatz&f=false Googlebooks/Verzeichnis der Häuser der k.k. Landeshauptstadt Salzburg/1858] sowie [https://www.stadt-salzburg.at/internet/bildung_kultur/stadtgeschichte/aus_der_geschichte/historie_salzburger_397067/ausgewaehlte_spezialmaerkte_212354.htm?redirect=404 www.stadt-salzburg.at]</ref>
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[[Datei:Festspielhäuser Hofstallschwemme Herbert-von-Karajan-Platz Sammlung Risch-Lau.jpg|thumb|Der Sigmundsplatz in den 1960er-Jahren.]]
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Ab [[1873]] hieß der Platz ''Siegmundsplatz''. Benannt war er nach [[Fürsterzbischof]] [[Sigismund III. Christoph Graf Schrattenbach]], der das Sigmundstor hatte bauen lassen und auch sonst als Wohltäter der Bevölkerung in Erinnerung geblieben war.
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== Namensgebung ==
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Den heutigen Namen erhielt der Platz nach dem Salzburger Dirigenten [[Herbert von Karajan]] (* [[1908]] in der Stadt Salzburg; † [[1989]] in [[Anif]]). [[1967]] rief Karajan in Salzburg die [[Osterfestspiele]] ins Leben und [[1973]] die [[Pfingstfestspiele|Pfingstkonzerte]]. Karajan präsentierte im Rahmen der Osterfestspiele 1981 die ''Compact Disc'' als Weltneuheit. Mit Beschluss des [[Salzburger Gemeinderat]]s vom [[10. Juli]] [[1991]] wurde der Platz ''Herbert-von-Karajan-Platz'' benannt.
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=== Umbenennungsdiskussion ===
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Nach jahrelangen Diskussionen um [[NS-belastete Straßennamen in Salzburg]] lag im Juni [[2021]] ein Historiker-Bericht vor. In diesem wird die Umbenennung dieses Platzes empfohlen. Siegfried Trenker, Sprecher des KZ-Verbandes in Salzburg, ist für eine definitive Umbenennung. Dabei stellt er nicht die künstlerische Qualität Karajans in Frage. Es geht ihm darum, dass Karajan zwei Mitgliedsnummern in der [[NSDAP]] hatte. Er fragt sich, warum jemand zwei Anträge stellt, um bei einer Partei Mitglied zu werden? Trenker will auch das Argument "Was hätte er denn machen sollen?" nicht gelten lassen, schließlich hätten sich andere Dirigenten anders verhalten. "[[Arturo Toscanini|Toscanini]] hat Österreich verlassen und 1945 in Italien ein Konzert dirigiert, wo er die Alliierten geehrt hat. Toscanini hat sich gegen autoritäre Figuren aufgestellt. Man kann also durchaus auch als berühmter Künstler für Demokratie und gegen Totalitarismus sein." Und das sei der wesentliche Unterschied zu Karajan, der solche Kräfte unterstützt und sich angedient habe.
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[[Datei:Salzburger Altstadt Festspielbezirk Alte Universität.jpg|thumb|Rechts unten der Herbert-von-Karajan-Platz 2018.]]
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[[Robert Kriechbaumer]], ein renommierter Historiker in Salzburg, seit 1993 wissenschaftlicher Leiter der [[Dr.-Wilfried-Haslauer-Bibliothek]] und Autor des Werks "Die Dunkelheit des politischen Horizonts. Salzburg von 1933 bis 1938", sieht den Namen Karajan im Zusammenhang mit einer Straßenbenennung anders. Der sei letztlich ein Karrierist gewesen. "Ich habe den gesamten Entnazifizierungsakt Karajans bei mir. Er hat immer gesagt, warum er Nazi geworden ist. Weil er den Posten des Generalmusikdirektors in Aachen wollte. Er war nie aktives Parteimitglied. Dass man den jetzt als Nazi, als Bösen hinstellt, das ist ja geradezu absurd."<ref>[https://www.sn.at/salzburg/politik/pro-contra-die-krux-im-umgang-mit-braunen-strassennamen-in-salzburg-104762602 www.sn.at], 5. Juni 2021</ref>
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== Bauten ==
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Am südwestlichen Rand des Platzes befindet sich die [[Pferdeschwemme (Sigmundstor)|Pferdeschwemme]].
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[[Datei:Stolperstein_August_Gruber.jpg|thumb|[[Stolperstein]] für [[August Gruber]] am Herbert-von-Karajan-Platz Nr. 2.]]
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Rund um den Platz befinden sich das ehemalige [[Bürgerspital St. Blasius]], das [[Hotel Goldener Hirsch]], das Studiengebäude der [[Alten Universität]], das [[Sacellum]], das [[Großes Festspielhaus|Große Festspielhaus]] sowie der [[Schüttkasten beim Sigmundstor|Schüttkasten]] für den [[Hofmarstall]], in dem heute das [[Kartenbüro der Salzburger Festspiele|Festspielbüro]] untergebracht ist.
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== Stolperstein ==
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Am Nordrand des Platzes, vor dem Haus Herbert-von-Karajan-Platz Nr. 2, wurde ein [[Stolperstein]] in Gedenken an [[August Gruber]] verlegt, ein aus Salzburg deportiertes [[NS-Opfer|Opfer]] des [[Nationalsozialismus]].
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== Quellen ==
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* [[Stadtplan Salzburg]]
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* {{Quelle Heimatkunde Hübl}}
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{{Quelle Franz Martin}}
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== Einzelnachweise ==
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<references/>
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[[Kategorie:Stadt Salzburg]]
 
[[Kategorie:Altstadt]]
 
[[Kategorie:Altstadt]]
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[[Kategorie:Festspielbezirk]]
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[[Kategorie:Platz (Salzburg)]]
 
[[Kategorie:Platz (Salzburg)]]
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Aktuelle Version vom 29. Dezember 2025, 17:15 Uhr

Der Siegmundsplatz 2010 vom Mönchsberg aus betrachtet.

Der Herbert-von-Karajan-Platz ist ein Platz in der Salzburger Altstadt.

Lage

Der Platz liegt zwischen Bürgerspitalgasse, Universitätsplatz, Hofstallgasse und Sigmundstor.

 
Der Siegmundsplatz im Juni 1978.

Geschichte

Ursprünglich war hier der Spitalplatz, benannt nach dem ehemaligen Bürgerspital St. Blasius, das sich wenige Meter nordwestlich des Platzes befindet.

Um 1640 hieß der Platz Studentenplatz[1], abgeleitet von dem damals neu errichteten Studiengebäude der Benediktineruniversität Salzburg.

Später, um 1858, wurde er Heuwaagplatz genannt, weil sich hier eine Heuwaage befand.[2]

 
Der Sigmundsplatz in den 1960er-Jahren.

Ab 1873 hieß der Platz Siegmundsplatz. Benannt war er nach Fürsterzbischof Sigismund III. Christoph Graf Schrattenbach, der das Sigmundstor hatte bauen lassen und auch sonst als Wohltäter der Bevölkerung in Erinnerung geblieben war.

Namensgebung

Den heutigen Namen erhielt der Platz nach dem Salzburger Dirigenten Herbert von Karajan (* 1908 in der Stadt Salzburg; † 1989 in Anif). 1967 rief Karajan in Salzburg die Osterfestspiele ins Leben und 1973 die Pfingstkonzerte. Karajan präsentierte im Rahmen der Osterfestspiele 1981 die Compact Disc als Weltneuheit. Mit Beschluss des Salzburger Gemeinderats vom 10. Juli 1991 wurde der Platz Herbert-von-Karajan-Platz benannt.

Umbenennungsdiskussion

Nach jahrelangen Diskussionen um NS-belastete Straßennamen in Salzburg lag im Juni 2021 ein Historiker-Bericht vor. In diesem wird die Umbenennung dieses Platzes empfohlen. Siegfried Trenker, Sprecher des KZ-Verbandes in Salzburg, ist für eine definitive Umbenennung. Dabei stellt er nicht die künstlerische Qualität Karajans in Frage. Es geht ihm darum, dass Karajan zwei Mitgliedsnummern in der NSDAP hatte. Er fragt sich, warum jemand zwei Anträge stellt, um bei einer Partei Mitglied zu werden? Trenker will auch das Argument "Was hätte er denn machen sollen?" nicht gelten lassen, schließlich hätten sich andere Dirigenten anders verhalten. "Toscanini hat Österreich verlassen und 1945 in Italien ein Konzert dirigiert, wo er die Alliierten geehrt hat. Toscanini hat sich gegen autoritäre Figuren aufgestellt. Man kann also durchaus auch als berühmter Künstler für Demokratie und gegen Totalitarismus sein." Und das sei der wesentliche Unterschied zu Karajan, der solche Kräfte unterstützt und sich angedient habe.

 
Rechts unten der Herbert-von-Karajan-Platz 2018.

Robert Kriechbaumer, ein renommierter Historiker in Salzburg, seit 1993 wissenschaftlicher Leiter der Dr.-Wilfried-Haslauer-Bibliothek und Autor des Werks "Die Dunkelheit des politischen Horizonts. Salzburg von 1933 bis 1938", sieht den Namen Karajan im Zusammenhang mit einer Straßenbenennung anders. Der sei letztlich ein Karrierist gewesen. "Ich habe den gesamten Entnazifizierungsakt Karajans bei mir. Er hat immer gesagt, warum er Nazi geworden ist. Weil er den Posten des Generalmusikdirektors in Aachen wollte. Er war nie aktives Parteimitglied. Dass man den jetzt als Nazi, als Bösen hinstellt, das ist ja geradezu absurd."[3]

Bauten

Am südwestlichen Rand des Platzes befindet sich die Pferdeschwemme.

 
Stolperstein für August Gruber am Herbert-von-Karajan-Platz Nr. 2.

Rund um den Platz befinden sich das ehemalige Bürgerspital St. Blasius, das Hotel Goldener Hirsch, das Studiengebäude der Alten Universität, das Sacellum, das Große Festspielhaus sowie der Schüttkasten für den Hofmarstall, in dem heute das Festspielbüro untergebracht ist.

Stolperstein

Am Nordrand des Platzes, vor dem Haus Herbert-von-Karajan-Platz Nr. 2, wurde ein Stolperstein in Gedenken an August Gruber verlegt, ein aus Salzburg deportiertes Opfer des Nationalsozialismus.

Erreichbarkeit

Nächste Haltestelle

Bilder

  Herbert-von-Karajan-Platz – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI

Weblink

Quellen

Einzelnachweise

  1. 1635? "Ansicht der Stadt Salzburg vom Mönchsberg", Daniel Miller zugeschrieben, sowie in googlebooks Hermann Spies, "Die Tonkunst in Salzburg in der Regierungszeit des Fürsten und Erzbischofs Wolf Dietrich von Raitenau (1587–1612)" → Namensnennung mit Jahreszahl 1655
  2. Googlebooks/Verzeichnis der Häuser der k.k. Landeshauptstadt Salzburg/1858 sowie www.stadt-salzburg.at
  3. www.sn.at, 5. Juni 2021