Burg Golling: Unterschied zwischen den Versionen
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[[Datei:Golling_Burg.jpg|thumb|Innenhof der Burg Golling 2011]] | [[Datei:Golling_Burg.jpg|thumb|Innenhof der Burg Golling 2011]] | ||
Die '''Burg Golling''' zählt zu den [[Denkmalgeschützte Objekte in Golling an der Salzach|denkmalgeschützten Objekten]] in der [[Tennengau]]er Marktgemeinde [[Golling an der Salzach]] und beherbergt das [[Museum Burg Golling]]. | |||
==Geschichte== | ==Geschichte== | ||
Das Burggebäude | Das Burggebäude liegt auf dem westlich der Hauptdurchgangsstraße gelegenen Felssporn etwas erhöht über dem Markt. Es ist anzunehmen, dass sich hier schon in der Antike eine ''spaecula'', als Wach- und Signalturm über der [[Römerstraße|römischen Reichsstraße]] befunden hat. Hinweise in den [[Salzburger Güterverzeichnis|Breves Notitiae]], einem nach [[798]] entstandenen Güterverzeichnis, lassen den Schluss zu, dass schon nach der [[Bajuwaren|bajuwarischen]] Landnahme im Früh[[mittelalter]] an diesem strategisch und verkehrsgeografisch wichtigen Punkt ein vermutlich hölzernes Burggebäude erbaut wurde. | ||
Als Steinbau mit Bergfried, Palas und einer nördlichen und südlichen Ringmauer mit Wehrgang dürfte die Burg in der ersten Hälfte des [[13. Jahrhundert]]s unter [[Erzbischof]] [[Eberhard II. von Regensberg]] errichtet worden sein. [[1325]] übergab Erzbischof [[Friedrich III. von Leibnitz]] die Veste Golling gegen Zahlung einer Ablösesumme von 300 Pfund Silberpfennigen an ''Margarethe von Chuchel'' mit ihren beiden Söhnen Konrad und Hartneid. [[1375]] verkaufte Hartneid von Chuchel d. Ä. sein Leibgeding auf die Veste Golling an | Als Steinbau mit Bergfried, Palas und einer nördlichen und südlichen Ringmauer mit Wehrgang dürfte die Burg in der ersten Hälfte des [[13. Jahrhundert]]s unter [[Erzbischof]] [[Eberhard II. von Regensberg]] errichtet worden sein. [[1325]] übergab Erzbischof [[Friedrich III. von Leibnitz]] die Veste Golling gegen Zahlung einer Ablösesumme von 300 Pfund Silberpfennigen an ''Margarethe von Chuchel'' ([[Kuchl]]) mit ihren beiden Söhnen Konrad und Hartneid. [[1375]] verkaufte Hartneid von Chuchel d. Ä. sein Leibgeding auf die Veste Golling an Fürsterzbischof [[Pilgrim II. von Puchheim]]. Von nun an amtierten bestellte [[Pfleger]] auf der Burg. | ||
Diese waren ursprünglich für den baulichen Zustand und die Mannschaft der Burg verantwortlich und bei Verteidigungskriegen für die Einberufung der Landfahne und die Ausgabe der Bewaffnung zuständig. Seit dem [[15. Jahrhundert]] übten sie als Pflegrichter auch das Amt eines | Diese waren ursprünglich für den baulichen Zustand und die Mannschaft der Burg verantwortlich und bei Verteidigungskriegen für die Einberufung der Landfahne und die Ausgabe der Bewaffnung zuständig. Seit dem [[15. Jahrhundert]] übten sie als Pflegrichter auch das Amt eines [[Landrichter]]s im Kuchltal aus und konnten in erster Instanz sogar Todesurteile fällen. Der Pfleger war in seinem Bereich oberster Verwaltungsbeamter, Steuereinnehmer, Militärkommandant und Richter. | ||
In der Zeit der [[Salzburger Bauernaufstände | In der Zeit der [[Salzburger Bauernaufstände|Bauernkriege]] war Golling im Jahr [[1525]] Sammelplatz der Aufständischen aus dem [[Innergebirg|Gebirge]]. [[1526]] wurden der Markt und die Burg vom Bauernheer überfallen, beschossen und geplündert. Die schwer beschädigte Burg musste im Jahr [[1532]] umfassend saniert werden. [[1565]] wurde eine ständige Besatzung von 50 Mann in die Burg gelegt. Sie wurden gegen die Anhänger der reformatorischen Lehre des protestantischen Glaubens im Gebirge eingesetzt. | ||
Die dem [[Salzach]]-[[Hochwasser]] von [[1573]] vorausgegangenen starken Regenfälle haben an der Burg schwere Schäden verursacht. [[1589]] wurde mit umfassenden Neu- und Umbauten begonnen. Das ganze [[17. Jahrhundert]] war mit nahezu jährlichen Reparaturarbeiten ausgefüllt. Nach einer Besichtigung des Gebäudes im Jahr [[1722]] befahl Fürsterzbischof [[Franz Anton Fürst Harrach]] den Umbau der Zimmer im ersten Stock des Nordtraktes, die immer für Besuche des Landesfürsten bereitgehalten werden mussten. | Die dem [[Salzach]]-[[Hochwasser]] von [[1573]] vorausgegangenen starken Regenfälle haben an der Burg schwere Schäden verursacht. [[1589]] wurde mit umfassenden Neu- und Umbauten begonnen. Das ganze [[17. Jahrhundert]] war mit nahezu jährlichen Reparaturarbeiten ausgefüllt. Nach einer Besichtigung des Gebäudes im Jahr [[1722]] befahl Fürsterzbischof [[Franz Anton Fürst Harrach]] den Umbau der Zimmer im ersten Stock des Nordtraktes, die immer für Besuche des Landesfürsten bereitgehalten werden mussten. | ||
Mit der [[Säkularisation]] des reichsunmittelbaren geistlichen | Mit der [[Säkularisation]] des reichsunmittelbaren geistlichen [[Fürsterzbistum Salzburg|Fürsterzbistums Salzburg]] endete die Ära der erzbischöflichen Verwaltung. Verschiedene andere Herren bestimmten von nun an das Geschehen in der Burg. Von [[1803]] bis [[1805]] wurde das Land zusammen mit [[Berchtesgaden]] und [[Eichstätt]] ein [[Kurfürstentum Salzburg|Kurfürstentum]], von [[1805]]bis [[1809]] war es zum ersten Mal [[Habsburgermonarchie|Österreichisch]] und von [[1810]] bis [[1816]] war es Teil des [[Königreich Bayern|Königreiches Bayern]], kam aber im Jahr [[1816]] endgültig zu k&k Österreich. | ||
Die Burg wurde weiterhin als Verwaltungs- und Gerichtssitz verwendet. Der Umbau und die Erhöhung des Südtraktes im Jahr [[1871]] brachte eine entscheidende Änderung der Ansicht des Gebäudes. Bis [[1923]] bestand als Folgeinstitution des | Die Burg wurde weiterhin als Verwaltungs- und Gerichtssitz verwendet. Der Umbau und die Erhöhung des Südtraktes im Jahr [[1871]] brachte eine entscheidende Änderung der Ansicht des Gebäudes. Bis [[1923]] bestand als Folgeinstitution des [[Pfleggericht Golling|Pfleggerichts Golling]] ein Bezirksgericht und bis in die frühen [[1970er]]-Jahre waren hier noch eine Zollwacheabteilung und eine Steueraufsichtsstelle eingerichtet. | ||
[[1971]] wurde das ''Museum Burg Golling'' mit seinen lokalen natur- und kulturhistorischen Sammlungen und aktuellen Sonderausstellungen eröffnet. Seit einigen Jahren finden im Hof der Burg die "Kleinen Festspiele Golling" statt. | [[1971]] wurde das ''Museum Burg Golling'' mit seinen lokalen natur- und kulturhistorischen Sammlungen und aktuellen Sonderausstellungen eröffnet. Seit einigen Jahren finden im Hof der Burg die "Kleinen Festspiele Golling" statt. | ||
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* Information der Burg Golling vom 21. | * Information der Burg Golling vom 21. November 2007 | ||
[[Kategorie:Tourismus | {{SORTIERUNG: Golling, Burg}} | ||
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[[Kategorie: | [[Kategorie:Tennengau]] | ||
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[[Kategorie: | [[Kategorie:Kultur und Bildung]] | ||
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[[Kategorie: | [[Kategorie:Verteidigungsanlage]] | ||
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