Johann IV. von Staupitz: Unterschied zwischen den Versionen
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Dr. theol. '''Johann IV. von Staupitz''' (* um [[1468]] in Motterwitz bei Leisnig in Sachsen; † [[28. Dezember]] [[1524]] im Unterinntal in [[Tirol]]) war ein [[Äbte von St. Peter|Abt]] von [[Benediktinererzabtei St. Peter|St. Peter]]. | |||
== Leben == | |||
Staupitz entstammte einem sächsisch-meißnischen Adelsgeschlecht, das noch heute existiert. Über sein Geburtsdatum fehlen alle Nachrichten. Die Forschung nimmt seine Geburt um 1468 an. Einen Teil seiner Jugend soll er im kursächsischen Schloss Torgau verbracht haben. Das soll der Beginn der späteren persönlichen Beziehung zum einflussreichen späteren Kurfürsten Friedrich dem Weisen gewesen sein. [[1483]] immatrikulierte sich der junge Adelige an der Universität Köln, [[1485]] setzte er seine Studien in seiner sächsischen Heimat, in Leipzig, fort. | |||
Dann fehlen wieder über ein Jahrzehnt Informationen über Staupitz. In diese Zeit fällt sein Eintritt in den Orden der Augustiner-Eremiten. | |||
Am [[7. Juli]] [[1500]] wurde er in der Stiftskirche Tübingen feierlich zum Doktor der Theologie promoviert. | |||
==Staupitz und Salzburg== | ==Staupitz und Salzburg== | ||
Staupitz war bereits ein angesehener Theologe und Generalvikar des | Staupitz war bereits ein angesehener Theologe und Generalvikar des [[Augustinerorden]]s, als er [[1520]] als Domprediger nach Salzburg kam. Er war von [[1502]] bis [[1512]] Professor und erster Dekan der theologischen Fakultät an der Universität in Wittenberg gewesen und hatte dort auch Martin Luther kennengelernt. Staupitz war der Beichtvater Luthers und machte ihn 1512 zu seinem Nachfolger als Professor in Wittenberg. Staupitz blieb Luther lebenslang verbunden und glaubte fest daran, dass die Kluft der [[Reformation im Erzstift Salzburg|Glaubensrichtungen]] überbrückbar wäre. In Briefen und Tischreden Luthers ist nicht weniger als rund 120 Mal von Staupitz die Rede. | ||
Staupitz' Salzburgbezug entstammte einer Freundschaft mit [[Fürsterzbischof]] [[Leonhard von Keutschach]], die spätestens [[1510]] ihren Anfang nahm. Im Winter [[1511]]/[[1512|12]] hielt sich Staupitz erstmals für längere Zeit in Salzburg auf. Am [[9. April]] 1512 erneuerte er die Verbrüderung des Augustinerordens mit dem [[Benediktinenstift Nonnberg]]. Jeweils im Winter der folgenden Jahre predigte er regelmäßig in der Stadtpfarrkirche, der heutigen [[Franziskanerkirche]]. | |||
Staupitz | Nach seiner Demission als Generalvikar des Augustinerordens 1520 weilte Staupitz vermehrt in Salzburg und wurde Berater des neuen Fürsterzbischofs [[Matthäus Lang]]. Am [[22. April]] [[1522]] trat Staupitz mit Erlaubnis des Papstes in den [[Benediktinerorden]] über und wurde bereits am [[2. August]] 1522, einen Tag nach seiner Profess, auf Wunsch von Fürsterzbischof Matthäus Lang zum Abt des Klosters gewählt. | ||
Staupitz' kurze Amtszeit von etwas mehr als zwei Jahren war geprägt vom redlichen Bemühen, seine theologischen Kenntnisse zum Wohle des Ordens einzusetzen. 1522 erhielt er von Erzherzog Ferdinand I. die Bestätigung der Privilegien des Stiftes St. Peter, er vermittelte in Auseinandersetzungen zwischen der Stadt Salzburg und dem Fürsterzbischof. | |||
Staupitz | Staupitz verstarb auf einer Reise im Unterinntal; sein Grab befindet sich in der [[Marienkapelle (St.-Veits-Kapelle)|Marienkapelle]], einer Seitenkapelle in der [[Stiftskirche St. Peter]]. | ||
Seine umfangreiche Korrespondenz mit den Gelehrten seiner Zeit wurde [[1584]] von Abt [[Martin Hattinger]] verbrannt, weil der Freund von Martin Luther der katholischen Kirche äußerst fragwürdig erscheinen musste. | |||
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[[Kategorie:Theologe]] | |||
[[Kategorie:Benediktiner]] | |||
[[Kategorie:Augustinerorden]] | |||
[[Kategorie:Abt]] | |||
[[Kategorie:Erzabtei St. Peter]] | |||
[[Kategorie:Person (Salzburg Stadt)]] | |||
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[[Kategorie:Gestorben 1524]] | |||
Aktuelle Version vom 13. September 2026, 20:38 Uhr

Dr. theol. Johann IV. von Staupitz (* um 1468 in Motterwitz bei Leisnig in Sachsen; † 28. Dezember 1524 im Unterinntal in Tirol) war ein Abt von St. Peter.
Leben
Staupitz entstammte einem sächsisch-meißnischen Adelsgeschlecht, das noch heute existiert. Über sein Geburtsdatum fehlen alle Nachrichten. Die Forschung nimmt seine Geburt um 1468 an. Einen Teil seiner Jugend soll er im kursächsischen Schloss Torgau verbracht haben. Das soll der Beginn der späteren persönlichen Beziehung zum einflussreichen späteren Kurfürsten Friedrich dem Weisen gewesen sein. 1483 immatrikulierte sich der junge Adelige an der Universität Köln, 1485 setzte er seine Studien in seiner sächsischen Heimat, in Leipzig, fort.
Dann fehlen wieder über ein Jahrzehnt Informationen über Staupitz. In diese Zeit fällt sein Eintritt in den Orden der Augustiner-Eremiten.
Am 7. Juli 1500 wurde er in der Stiftskirche Tübingen feierlich zum Doktor der Theologie promoviert.
Staupitz und Salzburg
Staupitz war bereits ein angesehener Theologe und Generalvikar des Augustinerordens, als er 1520 als Domprediger nach Salzburg kam. Er war von 1502 bis 1512 Professor und erster Dekan der theologischen Fakultät an der Universität in Wittenberg gewesen und hatte dort auch Martin Luther kennengelernt. Staupitz war der Beichtvater Luthers und machte ihn 1512 zu seinem Nachfolger als Professor in Wittenberg. Staupitz blieb Luther lebenslang verbunden und glaubte fest daran, dass die Kluft der Glaubensrichtungen überbrückbar wäre. In Briefen und Tischreden Luthers ist nicht weniger als rund 120 Mal von Staupitz die Rede.
Staupitz' Salzburgbezug entstammte einer Freundschaft mit Fürsterzbischof Leonhard von Keutschach, die spätestens 1510 ihren Anfang nahm. Im Winter 1511/12 hielt sich Staupitz erstmals für längere Zeit in Salzburg auf. Am 9. April 1512 erneuerte er die Verbrüderung des Augustinerordens mit dem Benediktinenstift Nonnberg. Jeweils im Winter der folgenden Jahre predigte er regelmäßig in der Stadtpfarrkirche, der heutigen Franziskanerkirche.
Nach seiner Demission als Generalvikar des Augustinerordens 1520 weilte Staupitz vermehrt in Salzburg und wurde Berater des neuen Fürsterzbischofs Matthäus Lang. Am 22. April 1522 trat Staupitz mit Erlaubnis des Papstes in den Benediktinerorden über und wurde bereits am 2. August 1522, einen Tag nach seiner Profess, auf Wunsch von Fürsterzbischof Matthäus Lang zum Abt des Klosters gewählt.
Staupitz' kurze Amtszeit von etwas mehr als zwei Jahren war geprägt vom redlichen Bemühen, seine theologischen Kenntnisse zum Wohle des Ordens einzusetzen. 1522 erhielt er von Erzherzog Ferdinand I. die Bestätigung der Privilegien des Stiftes St. Peter, er vermittelte in Auseinandersetzungen zwischen der Stadt Salzburg und dem Fürsterzbischof.
Staupitz verstarb auf einer Reise im Unterinntal; sein Grab befindet sich in der Marienkapelle, einer Seitenkapelle in der Stiftskirche St. Peter.
Seine umfangreiche Korrespondenz mit den Gelehrten seiner Zeit wurde 1584 von Abt Martin Hattinger verbrannt, weil der Freund von Martin Luther der katholischen Kirche äußerst fragwürdig erscheinen musste.
Straßenbenennung
Im Salzburger Stadtteil Nonntal ist die Staupitzstraße nach ihm benannt.
Quellen
- Dopsch, Heinz und Juffinger, Roswitha (Hrsg.): St. Peter in Salzburg. Das älteste Kloster im deutschsprachigen Raum. Druckhaus Nonntal, Salzburg 1982
- Eintrag in der deutschsprachigen Wikipedia zum Thema "Johann von Staupitz"
| Vorgänger |
Abt der Benediktinererzabtei St. Peter 1522−1524 |
Nachfolger |