Schloss Hellbrunn: Unterschied zwischen den Versionen

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[[Datei:2004_09_19_Hellbrunn_Schloss_Salzburg_1.jpg|thumb|Das Schloss Hellbrunn im Herbst 2004.]]
[[Bild:Hellbrunn_07.jpg|thumb|200px|Impression im Schlossof]]
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[[Datei:Schloss Hellbrunn, Westseite.jpg|thumb|Schloss Hellbrunn, Westseite.]]
[[Datei:Hellbrunn 06.jpg|thumb|200px|Die Zufahrt zum Schloss]]
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[[File:Erzbischof Markus Sittikus 1618 02.jpg|thumb| [[Markus Sittikus von Hohenems]] mit einem Gartenteil von Schloss Hellbrunn ([[1618]]), ein Gemälde von [[Donato Arsenio Mascagni]].]]
Das '''Schloss Hellbrunn''' war die Sommerresidenz der [[Salzburger Erzbischöfe]] und befindet sich im [[Stadt Salzburg|Stadtgebiet von Salzburg]] in [[Hellbrunn]].
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[[Datei:Hellbrunn Schloss 2009.jpg|thumb|Schloss Hellbrunn 2009. Blick von der Zufahrtsachse, kommend von der [[Hellbrunner Allee]].]]
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[[File:Merian Hellbrunn G1186 II.jpg|thumb|Merian: Das fürsterzbischöfliche Lusthaus und Garten ''Hellenbrunn''.]]
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[[File:Hellbrunn banqueting hall 360 panoramic view.jpg|thumb|Festsaal im Schloss.]]
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[[Datei:Alte Schlosszufahrt mit Mauer und Nebengebäuden.jpg|thumb|Alte Schlosszufahrt mit Mauer und Nebengebäuden.]]
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[[Datei:Hellbrunner Schlosspark, Ansicht vom Hellbrunner Berg.jpg|thumb|Schloss und Schlosspark Hellbrunn, Ansicht vom [[Hellbrunner Berg]].]]
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Das '''Schloss Hellbrunn''' war die Sommerresidenz der Salzburger [[Fürsterzbischöfe]] und befindet sich im südlichen [[Stadt Salzburg|Stadtgebiet von Salzburg]] in [[Hellbrunn]]. Das Schloss zählt, wie das gesamte Anlage, zu den [[Denkmalgeschützte Objekte in der Stadt Salzburg|denkmalgeschützten Objekten]] in der Stadt Salzburg.
  
==Allgemeines==
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== Geschichte ==
Es  wurde im Auftrag des Salzburger Fürsterzbischofs [[Markus Sittikus von Hohenems]] vom italienischen Architekten [[Santino Solari]] in den Jahren [[1613]] [[1615]] erbaut. Mit einem Vertrag vom [[21. Juni]] [[1922]] sind Schloss und Park von Hellbrunn an die [[Salzburg|Stadt Salzburg]] übergegangen. Vorher waren sie in kaiserlichem Besitz, nach [[1918]] im Besitz des Kriegsgeschädigtenfonds.
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Das Schloss wurde im Auftrag des Salzburger Fürsterzbischofs [[Markus Sittikus von Hohenems]] vom oberitalienischen Architekten [[Santino Solari]] in den Jahren [[1613]][[1615]] erbaut. Mit einem Vertrag vom [[21. Juni]] [[1922]] gingen Schloss und Park von Hellbrunn an die [[Stadt Salzburg (Gebietskörperschaft)|Stadt Salzburg]] über. Vorher waren sie in [[Habsburgermonarchie|kaiserlichem]] Besitz, nach [[1918]] kurzzeitig im Besitz des Kriegsgeschädigtenfonds. Hellbrunn ist mit dem Schloss und dem Schlossgarten heute als herausragende Sehenswürdigkeit Salzburgs Teil der Dachmarke [[Hello salzburg|hello salzburg]].
  
==Das Schloss==
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Das Schloss, die Nebengebäude und der Garten haben ihre ursprüngliche Form im Wesentlichen bewahrt. Das Ensemble ist ein Bau der Spät[[renaissance]], im  architektonischen Ausdruck auf klare Formen beschränkt und Schmuckelemente zurückhaltend eingesetzt. Zur Erfassung der Anlage ist es sinnvoll, sich dem Schloss auf der Hauptzufahrt von Osten her zu nähern. Von der Stadt Salzburg durch die [[Hellbrunner Allee]] kommend führt nach rechts durch das Ostportal diese Hauptzufahrt zum Schloss, die als Achse gerade zum Schlosshof weiterführt - beidseits begleitet von Mauern und in Schlossnähe von niedrigen Nebengebäuden um sich zuletzt zu einen [[Schloss Hellbrunn|Ehrenhof]] vor dem Schloss zu öffnen.
  
Markus Sittikus, der Onkel und Nachfolger von Erzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau|Wolf Dietrich]], ist in Italien aufgewachsen und lernte den damaligen, in Italien aufkommenden Zeitgeist kennen, sich auf dem Land eine Villa für den Sommer zu errichten.  
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Dort blickt der Besucher auf das Schlossgebäude, das nach Vorbildern von Sebastiano Serlino, ein italienischer Architekt und Architekturtheoretiker, aber in Teilen vielleicht auch von Palladio<ref>Andrea di Pietro della Gondola, genannt Palladio (* 30. November 1508 in Padua; † 19. August 1580 in Vicenza) war der bedeutendste Architekt der Renaissance in Oberitalien.</ref> symmetrisch gebaut ist und aus zwei Geschossen mit zwölf Fensterachsen besteht. Das Schloss lässt noch gut die Gestalt des spätgotischen Vorgängerbaues mit seinen ursprünglich sieben Fensterachsen erkennen. Die seitlich durch Frontseite besitzt durch seine seitlichen Erweiterungen heute eine Breite von 38 Meter. Es ist im Wesentlichen ein zweigeschossiger Rechteckbau mit einem Walmdach. Die leicht vorspringenden Seitenrisalite treten wenig eigenständig in Erscheinung und ordnen sich unter. Die Fassade schließt nach oben mit einem Putzgesims und darüber mit einem deutlich vorkragendem Hohkehlgesims ab.
  
So ließ er Santino Solari neben anderen Bauten auch das Schloss und den Park von Hellbrunn erbauen, um dort des Sommers große Feste zu feiern.  
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Eine doppelarmige Freitreppe mit Säulen-Ballustraden führt zum mittigen erhöhten Portal. Unter dem Portal wurde eine flach gewölbte Grotte mit einem rebenbekränzten antiken Gott und zwei [[Steinbock|Steinböcken]] angelegt. Die Fassade des insgesamt schlichten zweigeschossigen Baues mit seitlich leicht vorspringenden Seitenrisaliten ist von Gesimsen und Lisenen gegliedert. Auffällig ist die horizontale Gliederung des Bauwerkes durch Bandgesimse. Die Fensterachsen konzentrieren sich zur Mittelachse hin. Sie besitzen Umrahmungen aus [[Konglomerat]] und  darüber für die Zeit typische dreieckige Verdachungen. In der Gartenseite betont das Gebäude die Horizontale deutlich stärker und ist insgesamt reicher gegliedert. Die vorspringenden seitlichen Eckrisalite mit ihren eigenständigen Giebelaufsatz stehen in der gleichen Linie wie der Mittelrisalit. Die Seitenrisalite besitzen in den oberen Fenstern Kaiserbüsten. Die Gliederung durch horizontale Doppelbänder wird von der Vorderseite des Schlosses übernommen bzw. weitergeführt. Das Portal mit seinem Eingang zur Neptungrotte wird von Pilastern gestaltet die mit Marmorköpfen gekrönt sein und an der Basis der sich nach unten verjüngenden Pilaster die Füße der Figuren zeigen.
  
2007 kehrten drei Kunstfriese wieder in den Carabinierisaal des Schlosses zurück. Vermutlich ließ sie Markus Sittikus als Kopien der vom Raffael-Schüler Giulio Romano ([[1499]] [[1546]]) für den ''Palazzo del Te'' in Mantua, Lombardei, Italien (einer der größten Paläste Italiens), geschaffeneren kleineren Wandfriese anfertigen. Wer die Hellbrunner Nachbildungen schuf, ist unbekannt.  
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== Baugeschichte ==
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Markus Sittikus, ein Vetter zu seinem Onkel und Vorgänger Fürsterzbischof [[Wolf Dietrich von Raitenau]], war in [[Italien]] aufgewachsen und lernte den damaligen, in Italien aufkommenden Zeitgeist kennen, sich auf dem Land eine Villa für den Sommer zu errichten.  
  
Diese Wandfriese hingen bis [[1960]] im Schloss, wurden dann für eine geplante Restaurierung in ein Depot des [[Salzburg Museum]]s gebracht und gerieten in Vergessenheit. Erst als sich [[1990]] ein Selbstmörder mit seinem Fahrzeug vom [[Mönchsberg]] auf das Dach des [[Spielzeug Museum]]s stürzte, fand man bei den Aufräumungsarbeiten die Bilder. Und man begann endlich mit der Restaurierung. Die Kosten von € 66.000,− teilten sich Stadt und Bundesdenkmalamt.
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So ließ er Santino Solari neben anderen Bauten auch das Schloss und den [[Schlosspark Hellbrunn|Park]] von Hellbrunn erbauen, um dort des Sommers große Feste zu feiern. Die originale Ausstattung des Schlosses, z. B. die einst nach Räumen farbig wechselnden, goldgepressten Ledertapeten, die ebenso eigenartig gewirkt haben müssen, ist nicht erhalten geblieben.  
  
Das Schloss ist heute für Besucher zugänglich und kann mittels Audio-Guide ohne Führung besichtigt werden. Darüber hinaus gilt Schloss Hellbrunn als idealer Ort für Feste der besonderen Art wie etwa Hochzeitsbankette, Kammerkonzerte, Sommernachtsfeste und lädt in der Vorweihnachtszeit zum Besuch des stimmungsvollen [[Hellbrunner Adventmarkt]]s ein.
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2007 kehrten drei Kunstfriese wieder in den Carabinierisaal des Schlosses zurück. Vermutlich ließ sie Markus Sittikus als Kopien der vom Raffael-Schüler Giulio Romano (*1499; † 1546) für den ''Palazzo del Te'' in Mantua, Lombardei, Italien (einer der größten Paläste Italiens), geschaffenen kleineren Wandfriese anfertigen. Wer die Hellbrunner Nachbildungen schuf, ist unbekannt.  
  
==Der Park==
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Diese Wandfriese hingen bis [[1960]] im Schloss, wurden dann für eine geplante Restaurierung in ein Depot des [[Salzburg Museum|Salzburger Museums Carolino Augusteum]] gebracht und gerieten in Vergessenheit. Erst als sich [[1990]] ein Selbstmörder mit seinem Fahrzeug vom [[Mönchsberg]] auf das Dach des [[Spielzeug Museum]]s stürzte, in dem sich eines der Depots befunden hatte, fand man bei den Aufräumungsarbeiten die Bilder. Und man begann endlich mit der Restaurierung. Die Kosten von umgerechnet € 66.000,− teilten sich [[Stadt Salzburg (Gebietskörperschaft)|Stadt]] und Bundesdenkmalamt.
  
Zum Schloss gehört der 60 Hektar große historische Schlosspark. Darunter sind der historische, künstlich angelegte Lustgarten Markus Sittikus', ein Naturpark sowie ein Spielplatz für Kinder. In diesem historischen Schlosspark besteht auch ein Fitnessparcours und Raum für zahlreiche Sportmöglichkeiten: Laufrouten, Nordic Walking, Yoga, Frisbee, Federball und im Winter eine Langlaufloipe mit kostenloser Benützung. Zum denkmalgeschützten Schlosspark gehören ebenso das [[Steintheater]], das [[Monatsschlössl]] Hellbrunn und der heute als gemeinnützige GmbH geführte [[Zoo Salzburg]].
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== Besichtigung ==
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Das Schloss ist für Besucher zugänglich und kann ohne Führung mit Audio-Guide besichtigt werden. Das Schloss Hellbrunn ist auch Veranstaltungsort für Feste, Kammerkonzerte, Sommernachtsfeste und Hochzeiten. In der Vorweihnachtszeit findet im Schloss und Schlosshof der [[Hellbrunner Adventzauber]] statt.
  
==== Wasserspiele ====
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== Rund um das Schloss ==
: ''Hauptartikel: [[Wasserspiele Hellbrunn]]''
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Unmittelbar an das Schloss anschließend und teilweise im Gebäude selbst befinden sich die [[Wasserspiele Hellbrunn]]. Die Wasserspiele, einst zur Unterhaltung von Gästen des Erzbischofs Markus Sittikus von Hohenems erbaut, ist heute eine der bekanntesten und beliebtesten Attraktionen von Schloss Hellbrunn.
  
Markus Sittikus von Hohenems baute mit den Wasserspielen eine Anlage, mit der er seine Gäste hervorragend unterhielt.
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Umgeben ist das Schloss von einem 60 Hektar großen, historischen [[Schlosspark Hellbrunn|Schlosspark]] um diesen Schlosspark herum liegt der mitgestaltete [[Landschaftsgarten Hellbrunn]].
 
 
==== Der Schlosspark ====
 
: ''Hauptartikel: [[Schlosspark Hellbrunn]]''
 
 
 
Der große historische Schlosspark besteht aus folgenden Teilen: 
 
* dem manieristischen Garten (Wasserparterre) mit den Wasserspielen
 
* dem [[Hellbrunner Berg]]
 
* den großen Wiesenflächen östlich desselben, die bis [[1800]] Teil des fürsterzbischöflichen Jagdgatters waren, in denen sich auch Liegewiese und Kinderspielplatz befinden
 
 
Die Flächen im Westen des Hellbrunner Berges und jene nördlich des einstigen sakralen Parks sind heute vom [[Zoo Salzburg]] genützt.
 
 
 
=====Der manieristische Garten=====
 
: ''Hauptartikel: [[Schlosspark Hellbrunn]]''
 
 
 
Die großzügige ornamentale Gartenanlage des "Wasserparterres" ist frei zugänglich.
 
 
=====Der Hellbrunner Berg=====
 
: ''Hauptartikel: [[Hellbrunner Berg]]''
 
 
Hier finden sich das [[Monatsschlössl]] und das [[Steintheater]].
 
 
 
=====Der ehemalige Jagdgarten auf den Auwiesen=====
 
: ''Hauptartikel: [[Schlosspark Hellbrunn]]''   
 
 
 
=====Der sakrale Park=====
 
: ''Hauptartikel: [[Schlosspark Hellbrunn]]''
 
 
 
Als Gegenpol zum fürstlich-prunkvollen Lustgarten  angelegt.
 
  
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== Alte Ansichten ==
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* Matthias Merian, 1644: ''Das fürstl. Lusthaus und Garten Hellenbrunn, 1/2 Stund von Saltzburg''
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== Bilder ==
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{{Bildkat}}
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* {{Commonscat}}
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== Weblinks ==
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{{homepage|https://www.hellbrunn.at}}
 
== Literatur und Quellen ==
 
== Literatur und Quellen ==
* Wilfried Schaber: ''Hellbrunn Schloss, Park und Wasserspiele'' (ISBN 3-200-00075-9), Salzburg, 2004
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* Etzendorfer, Hans (Hrsg. und Verleger): ''Hellbrunn'', Broschüre, 60 Seiten, Reihe: Salzburg - Natur - Kultur - Geschichte, 2. Jahrgang, Folge 1,  Verlag Etzendorfer & Co., Salzburg, 1961
* Reinhard Medicus: ''Der Kreuzwegberg in Hellbrunn und der Anifer Alterbach'', in: Bastei − Zeitschrift des Stadtvereines Salzburg für die Erhaltung und Pflege von Bauten, Kultur und Gesellschaft. 54 Jg., Salzburg 2005. 2. Folge, S. 31−35
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* [[Friedrich Johann Fischer|Fischer, Friedrich Johann]]: ''Höhle und Gesicht - Mythisches Hellbrunn'', Verlag der [[Salzburger Druckerei]],  um 1980
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* Fischer, Friedrich Johann: ''Höhle und Gesicht - Mythisches Hellbrunn'', Verlag der Salzburger Druckerei,  um 1980
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* Kampl,Sibylle; Kühberger, Christoph (Herausg.): ''Schloss Hellbrunn - Schaulust - die unerwartete Welt des Markus Sittikus'', Verlag Schloss Hellbrunn, Sbg, 2016
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* [[Wilfried Schaber|Schaber, Wilfried]]: ''Hellbrunn - Schloss, Park und Wasserspiele'', März 2004, ISBN: 3-200-00075-9, Schloss Hellbrunn Verwaltung (offizieller Führer)
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* [[Reinhard Medicus|Medicus, Reinhard]]: ''[[Salzburgs Stadtberge und Stadtgärten im Wandel der Zeit]]'', [[Verlag Anton Pustet]], Salzburg, 2021
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* Medicus, Reinhard: ''Der Kreuzwegberg in Hellbrunn und der Anifer Alterbach'', in: [[Bastei]] − Zeitschrift des Stadtvereines Salzburg für die Erhaltung und Pflege von Bauten, Kultur und Gesellschaft, 54 Jg., Salzburg, 2005, 2. Folge, S. 31−35
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* ''Hellbrunn, Führer durch Wasserkünste, Schloss und Park'', Herausgeber und Verleger [[Stadtgemeinde Salzburg]], 24. Auflage, 1959<ref> http://data.onb.ac.at/rec/AC05778518 </ref>
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* ''Die kaiserlichen Lustschlösser Hellbrunn und Klessheim nächst Salzburg, ein Führer für Fremde und Einheimische'', 1856 ([https://books.google.at/books?id=05RpAAAAcAAJ online-Link])
 
* Homepage Schloss Hellbrunn
 
* Homepage Schloss Hellbrunn
  
== Weblinks ==
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== Einzelnachweise ==
* [http://www.hellbrunn.at/hellbrunn/deutsch/start/index.asp Homepage Schloss Hellbrunn]
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<references/>
* [http://salzburg.cityful.com/de/Sehenswuerdigkeiten/Schloss/Schloss-Hellbrunn Infos und Fotos zum Schloss Hellbrunn auf dem online Stadtführer cityful.com]
 
  
==Quellen==
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{{SORTIERUNG: Hellbrunn, Schloss}}
* Information über die Wandfriese aus einem Beitrag von [[Bernhard Strobl]] in den [[Salzburger Nachrichten]], Kleinteil am 26. Juli 2007
 
  
[[Kategorie:Tourismus|Hellbrunn, Schloss]]
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[[Kategorie:Stadt Salzburg]]
[[Kategorie:Salzburg|Hellbrunn, Schloss]]
+
[[Kategorie:Hellbrunn]]
[[Kategorie:Stadt Salzburg|Hellbrunn, Schloss]]
+
[[Kategorie:Architektur]]
[[Kategorie:Hellbrunn|Hellbrunn, Schloss]]
+
[[Kategorie:Denkmalschutz]]
[[Kategorie:Architektur|Hellbrunn, Schloss]]
+
[[Kategorie:Denkmalschutz (Stadt Salzburg)]]
[[Kategorie:Schloss|Hellbrunn, Schloss]]
+
[[Kategorie:Gebäude]]
[[Kategorie:Ausflugsziel|Hellbrunn, Schloss]]
+
[[Kategorie:Gebäude Stadt Salzburg]]
[[Kategorie:Sehenswürdigkeit|Hellbrunn, Schloss]]
+
[[Kategorie:historisches Gebäude]]
[[Kategorie:historische Gebäude|Hellbrunn, Schloss]]
+
[[Kategorie:Schloss]]
 +
[[Kategorie:Tourismus]]
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[[Kategorie:Ausflugsziel]]

Aktuelle Version vom 13. März 2023, 20:24 Uhr

Das Schloss Hellbrunn im Herbst 2004.
Schloss Hellbrunn, Westseite.
Markus Sittikus von Hohenems mit einem Gartenteil von Schloss Hellbrunn (1618), ein Gemälde von Donato Arsenio Mascagni.
Schloss Hellbrunn 2009. Blick von der Zufahrtsachse, kommend von der Hellbrunner Allee.
Merian: Das fürsterzbischöfliche Lusthaus und Garten Hellenbrunn.
Festsaal im Schloss.
Alte Schlosszufahrt mit Mauer und Nebengebäuden.
Schloss und Schlosspark Hellbrunn, Ansicht vom Hellbrunner Berg.

Das Schloss Hellbrunn war die Sommerresidenz der Salzburger Fürsterzbischöfe und befindet sich im südlichen Stadtgebiet von Salzburg in Hellbrunn. Das Schloss zählt, wie das gesamte Anlage, zu den denkmalgeschützten Objekten in der Stadt Salzburg.

Geschichte

Das Schloss wurde im Auftrag des Salzburger Fürsterzbischofs Markus Sittikus von Hohenems vom oberitalienischen Architekten Santino Solari in den Jahren 16131615 erbaut. Mit einem Vertrag vom 21. Juni 1922 gingen Schloss und Park von Hellbrunn an die Stadt Salzburg über. Vorher waren sie in kaiserlichem Besitz, nach 1918 kurzzeitig im Besitz des Kriegsgeschädigtenfonds. Hellbrunn ist mit dem Schloss und dem Schlossgarten heute als herausragende Sehenswürdigkeit Salzburgs Teil der Dachmarke hello salzburg.

Das Schloss, die Nebengebäude und der Garten haben ihre ursprüngliche Form im Wesentlichen bewahrt. Das Ensemble ist ein Bau der Spätrenaissance, im architektonischen Ausdruck auf klare Formen beschränkt und Schmuckelemente zurückhaltend eingesetzt. Zur Erfassung der Anlage ist es sinnvoll, sich dem Schloss auf der Hauptzufahrt von Osten her zu nähern. Von der Stadt Salzburg durch die Hellbrunner Allee kommend führt nach rechts durch das Ostportal diese Hauptzufahrt zum Schloss, die als Achse gerade zum Schlosshof weiterführt - beidseits begleitet von Mauern und in Schlossnähe von niedrigen Nebengebäuden um sich zuletzt zu einen Ehrenhof vor dem Schloss zu öffnen.

Dort blickt der Besucher auf das Schlossgebäude, das nach Vorbildern von Sebastiano Serlino, ein italienischer Architekt und Architekturtheoretiker, aber in Teilen vielleicht auch von Palladio[1] symmetrisch gebaut ist und aus zwei Geschossen mit zwölf Fensterachsen besteht. Das Schloss lässt noch gut die Gestalt des spätgotischen Vorgängerbaues mit seinen ursprünglich sieben Fensterachsen erkennen. Die seitlich durch Frontseite besitzt durch seine seitlichen Erweiterungen heute eine Breite von 38 Meter. Es ist im Wesentlichen ein zweigeschossiger Rechteckbau mit einem Walmdach. Die leicht vorspringenden Seitenrisalite treten wenig eigenständig in Erscheinung und ordnen sich unter. Die Fassade schließt nach oben mit einem Putzgesims und darüber mit einem deutlich vorkragendem Hohkehlgesims ab.

Eine doppelarmige Freitreppe mit Säulen-Ballustraden führt zum mittigen erhöhten Portal. Unter dem Portal wurde eine flach gewölbte Grotte mit einem rebenbekränzten antiken Gott und zwei Steinböcken angelegt. Die Fassade des insgesamt schlichten zweigeschossigen Baues mit seitlich leicht vorspringenden Seitenrisaliten ist von Gesimsen und Lisenen gegliedert. Auffällig ist die horizontale Gliederung des Bauwerkes durch Bandgesimse. Die Fensterachsen konzentrieren sich zur Mittelachse hin. Sie besitzen Umrahmungen aus Konglomerat und darüber für die Zeit typische dreieckige Verdachungen. In der Gartenseite betont das Gebäude die Horizontale deutlich stärker und ist insgesamt reicher gegliedert. Die vorspringenden seitlichen Eckrisalite mit ihren eigenständigen Giebelaufsatz stehen in der gleichen Linie wie der Mittelrisalit. Die Seitenrisalite besitzen in den oberen Fenstern Kaiserbüsten. Die Gliederung durch horizontale Doppelbänder wird von der Vorderseite des Schlosses übernommen bzw. weitergeführt. Das Portal mit seinem Eingang zur Neptungrotte wird von Pilastern gestaltet die mit Marmorköpfen gekrönt sein und an der Basis der sich nach unten verjüngenden Pilaster die Füße der Figuren zeigen.

Baugeschichte

Markus Sittikus, ein Vetter zu seinem Onkel und Vorgänger Fürsterzbischof Wolf Dietrich von Raitenau, war in Italien aufgewachsen und lernte den damaligen, in Italien aufkommenden Zeitgeist kennen, sich auf dem Land eine Villa für den Sommer zu errichten.

So ließ er Santino Solari neben anderen Bauten auch das Schloss und den Park von Hellbrunn erbauen, um dort des Sommers große Feste zu feiern. Die originale Ausstattung des Schlosses, z. B. die einst nach Räumen farbig wechselnden, goldgepressten Ledertapeten, die ebenso eigenartig gewirkt haben müssen, ist nicht erhalten geblieben.

2007 kehrten drei Kunstfriese wieder in den Carabinierisaal des Schlosses zurück. Vermutlich ließ sie Markus Sittikus als Kopien der vom Raffael-Schüler Giulio Romano (*1499; † 1546) für den Palazzo del Te in Mantua, Lombardei, Italien (einer der größten Paläste Italiens), geschaffenen kleineren Wandfriese anfertigen. Wer die Hellbrunner Nachbildungen schuf, ist unbekannt.

Diese Wandfriese hingen bis 1960 im Schloss, wurden dann für eine geplante Restaurierung in ein Depot des Salzburger Museums Carolino Augusteum gebracht und gerieten in Vergessenheit. Erst als sich 1990 ein Selbstmörder mit seinem Fahrzeug vom Mönchsberg auf das Dach des Spielzeug Museums stürzte, in dem sich eines der Depots befunden hatte, fand man bei den Aufräumungsarbeiten die Bilder. Und man begann endlich mit der Restaurierung. Die Kosten von umgerechnet € 66.000,− teilten sich Stadt und Bundesdenkmalamt.

Besichtigung

Das Schloss ist für Besucher zugänglich und kann ohne Führung mit Audio-Guide besichtigt werden. Das Schloss Hellbrunn ist auch Veranstaltungsort für Feste, Kammerkonzerte, Sommernachtsfeste und Hochzeiten. In der Vorweihnachtszeit findet im Schloss und Schlosshof der Hellbrunner Adventzauber statt.

Rund um das Schloss

Unmittelbar an das Schloss anschließend und teilweise im Gebäude selbst befinden sich die Wasserspiele Hellbrunn. Die Wasserspiele, einst zur Unterhaltung von Gästen des Erzbischofs Markus Sittikus von Hohenems erbaut, ist heute eine der bekanntesten und beliebtesten Attraktionen von Schloss Hellbrunn.

Umgeben ist das Schloss von einem 60 Hektar großen, historischen Schlosspark um diesen Schlosspark herum liegt der mitgestaltete Landschaftsgarten Hellbrunn.

Alte Ansichten

  • Matthias Merian, 1644: Das fürstl. Lusthaus und Garten Hellenbrunn, 1/2 Stund von Saltzburg

Bilder

  Schloss Hellbrunn – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
  Schloss Hellbrunn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien auf Wikimedia Commons

Weblinks

Literatur und Quellen

  • Etzendorfer, Hans (Hrsg. und Verleger): Hellbrunn, Broschüre, 60 Seiten, Reihe: Salzburg - Natur - Kultur - Geschichte, 2. Jahrgang, Folge 1, Verlag Etzendorfer & Co., Salzburg, 1961
  • Fischer, Friedrich Johann: Höhle und Gesicht - Mythisches Hellbrunn, Verlag der Salzburger Druckerei, um 1980
  • Fischer, Friedrich Johann: Höhle und Gesicht - Mythisches Hellbrunn, Verlag der Salzburger Druckerei, um 1980
  • Kampl,Sibylle; Kühberger, Christoph (Herausg.): Schloss Hellbrunn - Schaulust - die unerwartete Welt des Markus Sittikus, Verlag Schloss Hellbrunn, Sbg, 2016
  • Schaber, Wilfried: Hellbrunn - Schloss, Park und Wasserspiele, März 2004, ISBN: 3-200-00075-9, Schloss Hellbrunn Verwaltung (offizieller Führer)
  • Medicus, Reinhard: Salzburgs Stadtberge und Stadtgärten im Wandel der Zeit, Verlag Anton Pustet, Salzburg, 2021
  • Medicus, Reinhard: Der Kreuzwegberg in Hellbrunn und der Anifer Alterbach, in: Bastei − Zeitschrift des Stadtvereines Salzburg für die Erhaltung und Pflege von Bauten, Kultur und Gesellschaft, 54 Jg., Salzburg, 2005, 2. Folge, S. 31−35
  • Hellbrunn, Führer durch Wasserkünste, Schloss und Park, Herausgeber und Verleger Stadtgemeinde Salzburg, 24. Auflage, 1959[2]
  • Die kaiserlichen Lustschlösser Hellbrunn und Klessheim nächst Salzburg, ein Führer für Fremde und Einheimische, 1856 (online-Link)
  • Homepage Schloss Hellbrunn

Einzelnachweise

  1. Andrea di Pietro della Gondola, genannt Palladio (* 30. November 1508 in Padua; † 19. August 1580 in Vicenza) war der bedeutendste Architekt der Renaissance in Oberitalien.
  2. http://data.onb.ac.at/rec/AC05778518