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| + | Der Naturfreund gründete auf seinem Landsitz am [[Mönchsberg]] einen Bienenstand, dessen Betreuung ihm Genuss und Erholung von des Tages Arbeit und Mühen bedeutete. Der Schlaganfall, an dessen Folgen er nach einer Woche starb, traf ihn in seinem Garten, in der Nähe seines Bienenstandes. Dem Salzburger Bienenzüchterverein, der sich dann in die Sektion Bienenzucht der [[Salzburger Landwirtschaftsgesellschaft|k. k. Landwirtschaftsgesellschaft Salzburg]] umwandelte, gehörte er seit dessen vom Jahr [[1890]] datierenden Gründung an und war durch mehrere Jahre Sektionskassier und Obmannstellvertreter.<ref name="SVB2"/> | ||
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| + | Als Franz Krieger an einem Schlaganfall starb, hinterließ er insbesondere seine Ehefrau Johanna geb. Diem sowie die Kinder und Schwiegerkinder Franz Krieger, Kaufmann, mit Lina Krieger geb. Lipp, Anna Seibert mit Otto Seibert, Johanna Absmaier mit Leopold Absmaier, Kaufmann, und Mizzi Reiter mit Dr. Adolf Reiter, [[Notar]].<ref name="Parte">[[Salzburger Wacht]], 30. Juni 1914, [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sbw&datum=19140630&query=%22franz+krieger%22&ref=anno-search&seite=8 S. 8]: Parte</ref> | ||
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| + | Über das Leichenbegängnis berichtete die "[[Salzburger Chronik]]":<ref>Salzburger Chronik, 4. Juli 1914, [https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=sch&datum=19140704&query=%22Vizeb%C3%BCrgermeister%20Franz%20Krieger%20f.%22&ref=anno-search&seite=5 S. 5]: ''Vizebürgermeister Franz Krieger †.</ref> | ||
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| + | Unter ungeheurer Beteiligung aus allen Bevölkerungskreisen fand am 1. Juli um halb 4 Uhr das Leichenbegängnis des Herrn Vizebürgermeisters Franz Krieger statt. Den Leichenzug eröffneten die Pfleglinge des Versorgungshauses, ungefähr 450, denen sich die Zöglinge der [[Edmundsburg]] anschlössen. Hierauf reihten sich der Krieger-Verein, die [[Landesverband der Salzburger Schützen|Salzburger Landesschützen]] und die fast vollzählig erschienenen Mitglieder der [[Salzburger Liedertafel]] ein. Dann wurde eine mit Kränzen reich beladene Pyramide getragen, der der Hochwürdigste [[Abt der Benediktiner-Erzabtei St. Peter|Abt]] [[Willibald Hauthaler|Willibald]] von [[St. Peter]] mit vielen Ordens- und Weltgeistlichen folgte. Den Kondukt führte Hochw. Herr [[Pfarrer von Salzburg-St. Blasius|Pfarrer]] [[Alois Kaltenhauser|Kaltenhauser]] von [[Stadtpfarre Salzburg-St. Blasius|St. Blasius]], worauf der ebenfalls mit Kränzen reich bedeckte Eichensarg folgte, dem sich die zahlreichen Familienangehörigen anschlossen. Hinter den Verwandten bemerkte man Herrn [[Landespräsident]]en [[Felix von Schmitt-Gasteiger|Schmitt-Gasteiger]], [[Landeshauptmann]] [[Alois Winkler (Priester)|Winkler]], [[Bürgermeister der Stadt Salzburg|Bürgermeister der Stadtgemeinde]] [[Max Ott]], Generalmajor v. Rziha, Vizebürgermeister Dr. [[Gottfried Toldt|Toldt]], sämtliche [[Mitglieder des Salzburger Gemeinderates|Gemeinderäte]], viele [[Landesausschuss|Landesausschuß]]<nowiki>mitglieder</nowiki>, die Verwaltungsräte und die Beamtenschaft der Salzburger Sparkasse, sowie eine unübersehbare Menge sonstiger Leidtragender.</blockquote> | ||
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| + | [[Kategorie:Salzburgs Töchter und Söhne]] | ||
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| + | [[Kategorie:Gestorben 1914]] | ||
Aktuelle Version vom 9. Oktober 2025, 14:50 Uhr
Franz Krieger (* 21. August 1850 in der Stadt Salzburg;[1] † 28. Juni 1914 ebenda[2][3]) war Kaufmann in der Stadt Salzburg, Bürgermeister-Stellvertreter der Mozartstadt sowie Schatzmeister der Salzburger Sparkasse.
Leben
Politik und weitere Funktionen
Krieger, Sohn des Trödlers Leopold Tandler und der Elisabeth geb. Obermayr,[1] war Mitglied des konservativen Katholisch-politischen Volksvereines[4].
Er gehörte seit 1895 dem Salzburger Gemeinderat an. Besonders nachdem er sich von seinem Beruf als Eisenhändler[5] in das Privatleben zurückgezogen hatte, widmete er den weitaus größten Teil seiner verfügbaren Zeit den Gemeindegeschäften und insbesondere jenen Aufgaben, welche ihm als Ausschussmitglied der Salzburger Sparkasse oblagen. Im Jahr 1914 übernahm er das verantwortungsvolle, zeitraubende und mühevolle Inspektorat über die Vereinigten Versorgungsanstalten. Wenige Monate vor seinem Tod wurde er zum zweiten Bürgermeister-Stellvertreter gewählt.[3]
In weiteren Funktionen war Krieger II. Vorstand des Kneipp-Vereins Salzburg,[6] Obmannstellvertreter des Salzburger Bienenzüchtervereins[7] und Kassenrevisor der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde[5].
Bienenzucht
Der Naturfreund gründete auf seinem Landsitz am Mönchsberg einen Bienenstand, dessen Betreuung ihm Genuss und Erholung von des Tages Arbeit und Mühen bedeutete. Der Schlaganfall, an dessen Folgen er nach einer Woche starb, traf ihn in seinem Garten, in der Nähe seines Bienenstandes. Dem Salzburger Bienenzüchterverein, der sich dann in die Sektion Bienenzucht der k. k. Landwirtschaftsgesellschaft Salzburg umwandelte, gehörte er seit dessen vom Jahr 1890 datierenden Gründung an und war durch mehrere Jahre Sektionskassier und Obmannstellvertreter.[7]
Tod und Nachleben
Als Franz Krieger an einem Schlaganfall starb, hinterließ er insbesondere seine Ehefrau Johanna geb. Diem sowie die Kinder und Schwiegerkinder Franz Krieger, Kaufmann, mit Lina Krieger geb. Lipp, Anna Seibert mit Otto Seibert, Johanna Absmaier mit Leopold Absmaier, Kaufmann, und Mizzi Reiter mit Dr. Adolf Reiter, Notar.[2]
Über das Leichenbegängnis berichtete die "Salzburger Chronik":[8]
Unter ungeheurer Beteiligung aus allen Bevölkerungskreisen fand am 1. Juli um halb 4 Uhr das Leichenbegängnis des Herrn Vizebürgermeisters Franz Krieger statt. Den Leichenzug eröffneten die Pfleglinge des Versorgungshauses, ungefähr 450, denen sich die Zöglinge der Edmundsburg anschlössen. Hierauf reihten sich der Krieger-Verein, die Salzburger Landesschützen und die fast vollzählig erschienenen Mitglieder der Salzburger Liedertafel ein. Dann wurde eine mit Kränzen reich beladene Pyramide getragen, der der Hochwürdigste Abt Willibald von St. Peter mit vielen Ordens- und Weltgeistlichen folgte. Den Kondukt führte Hochw. Herr Pfarrer Kaltenhauser von St. Blasius, worauf der ebenfalls mit Kränzen reich bedeckte Eichensarg folgte, dem sich die zahlreichen Familienangehörigen anschlossen. Hinter den Verwandten bemerkte man Herrn Landespräsidenten Schmitt-Gasteiger, Landeshauptmann Winkler, Bürgermeister der Stadtgemeinde Max Ott, Generalmajor v. Rziha, Vizebürgermeister Dr. Toldt, sämtliche Gemeinderäte, viele Landesausschußmitglieder, die Verwaltungsräte und die Beamtenschaft der Salzburger Sparkasse, sowie eine unübersehbare Menge sonstiger Leidtragender.
Krieger wohnte am Mönchsberg Nr. 8, heute Dr.-Herbert-Klein-Weg. 1916 wurde das Haus des Verstorbenen um 95 000 Kronen an Alois Grasmayr verkauft, der bereits die Villa Gaskell am Mönchsberg besaß.[9]
Quellen
- ↑ 1,0 1,1 Taufbuch der Stadtpfarre Salzburg-St. Blasius, Bd. III S. 10
- ↑ 2,0 2,1 Salzburger Wacht, 30. Juni 1914, S. 8: Parte
- ↑ 3,0 3,1 Salzburger Volksblatt, 1. Juli 1914, S. 7: Vizebürgermeister Franz Krieger †.
- ↑ Salzburger Chronik, 24. März 1898, S. 4: Gemeinderathswahl.
- ↑ 5,0 5,1 Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 54, 1914, S. 294: Franz Krieger.
- ↑ Salzburger Chronik, 1. Juli 1914, S. 4: Vizebürgermeister Krieger †.
- ↑ 7,0 7,1 Salzburger Volksblatt, 9. Juli 1914, S. 9
- ↑ Salzburger Chronik, 4. Juli 1914, S. 5: Vizebürgermeister Franz Krieger †.
- ↑ Salzburger Volksblatt, 10. November 1916, S. 5
| Vorgänger |
2. Bürgermeister-Stellvertreter der Stadt Salzburg 1914 |
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