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| − | [[Datei:Edmund_Molnar_Sterbebild.jpg|thumb|Sterbebild von Edmund Molnar.]] | + | [[Datei:2025 09 27 Fensterpfad der Universitätsbibliothek Salzburg 11.jpg|thumb|Edmund Molnar]] |
| | '''Edmund Molnar''' (* [[7. März]] [[1923]] in [[Hallein]]; † [[26. Mai]] [[1944]] in Berlin-Tegel, [[Deutschland]]) war ein Halleiner [[Schlosser]], der wegen sogenannter "Wehrkraftzersetzung" vom [[Nationalsozialismus|NS-Regime]] zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde. | | '''Edmund Molnar''' (* [[7. März]] [[1923]] in [[Hallein]]; † [[26. Mai]] [[1944]] in Berlin-Tegel, [[Deutschland]]) war ein Halleiner [[Schlosser]], der wegen sogenannter "Wehrkraftzersetzung" vom [[Nationalsozialismus|NS-Regime]] zum Tode verurteilt und hingerichtet wurde. |
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| | Die Eltern Molnars erfuhren von der Verhaftung ihres Sohnes nicht durch die Behörden, sondern von einem Kameraden Edmunds, der ihnen am [[25. August]] 1943 schrieb: "Sehr geehrter Herr Molnar! Ihr Sohn wird längere Zeit nicht in der Lage sein Ihnen zu schreiben. Bitte machen Sie sich deshalb keine Sorgen. Er ist wegen einer Dummheit in Arrest. Werde Ihnen sobald ich Näheres weiß schreiben." Der junge Schlosser beginnt in der Todeszelle ein Tagebuch zu schreiben, welches erhalten geblieben ist. Nicht nur die bevorstehende Hinrichtung, auch die häufigen Fliegerangriffe auf Berlin versetzten ihn in große Angst. | | Die Eltern Molnars erfuhren von der Verhaftung ihres Sohnes nicht durch die Behörden, sondern von einem Kameraden Edmunds, der ihnen am [[25. August]] 1943 schrieb: "Sehr geehrter Herr Molnar! Ihr Sohn wird längere Zeit nicht in der Lage sein Ihnen zu schreiben. Bitte machen Sie sich deshalb keine Sorgen. Er ist wegen einer Dummheit in Arrest. Werde Ihnen sobald ich Näheres weiß schreiben." Der junge Schlosser beginnt in der Todeszelle ein Tagebuch zu schreiben, welches erhalten geblieben ist. Nicht nur die bevorstehende Hinrichtung, auch die häufigen Fliegerangriffe auf Berlin versetzten ihn in große Angst. |
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| | + | [[Datei:Edmund_Molnar_Sterbebild.jpg|thumb|Sterbebild von Edmund Molnar.]] |
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| | Edmund Molnar wusste, dass seine Familie Gnadengesuche eingereicht und dass sich ein Rechtsanwalt seines Falles angenommen hatte. Die Eltern Molnars stießen freilich bei den Halleiner NSDAP-Funktionären auf taube Ohren, insbesondere bei Kreisleiter [[Rudolf von Kurz]] und bei [[Bürgermeister der Stadt Hallein|Bürgermeister]] [[Alexander Gruber]]. Die den Fall untersuchenden Historiker vermuten, dass auch mit dem Abstimmungsverhalten des Vaters am 10. April 1938 zusammenhängen könne. Edmund Molnar war, wie sich aus den Tagebucheintragungen ergibt, noch zwei Tage vor der Hinrichtung nicht bekannt, ob er begnadigt oder hingerichtet werden würde. Am 16. November 1943 wurde er nach einer halbstündigen Verhandlung wegen Wehrkraftzersetzung zum Tode verurteilt, obwohl er unbescholten war und sich stets einwandfrei geführt hatte. Die Aussagen, die zum Todesurteil führten: "Die Mutter des Führers sei Jüdin gewesen, und wenn er in einem Hotelzimmer ein Führerbild finde, werde es von ihm weggehängt." | | Edmund Molnar wusste, dass seine Familie Gnadengesuche eingereicht und dass sich ein Rechtsanwalt seines Falles angenommen hatte. Die Eltern Molnars stießen freilich bei den Halleiner NSDAP-Funktionären auf taube Ohren, insbesondere bei Kreisleiter [[Rudolf von Kurz]] und bei [[Bürgermeister der Stadt Hallein|Bürgermeister]] [[Alexander Gruber]]. Die den Fall untersuchenden Historiker vermuten, dass auch mit dem Abstimmungsverhalten des Vaters am 10. April 1938 zusammenhängen könne. Edmund Molnar war, wie sich aus den Tagebucheintragungen ergibt, noch zwei Tage vor der Hinrichtung nicht bekannt, ob er begnadigt oder hingerichtet werden würde. Am 16. November 1943 wurde er nach einer halbstündigen Verhandlung wegen Wehrkraftzersetzung zum Tode verurteilt, obwohl er unbescholten war und sich stets einwandfrei geführt hatte. Die Aussagen, die zum Todesurteil führten: "Die Mutter des Führers sei Jüdin gewesen, und wenn er in einem Hotelzimmer ein Führerbild finde, werde es von ihm weggehängt." |
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| | == Gedenken == | | == Gedenken == |
| | [[File:Stolperstein für Edmund Molnar.JPG|thumb|Stolperstein für Edmund Molnar]] | | [[File:Stolperstein für Edmund Molnar.JPG|thumb|Stolperstein für Edmund Molnar]] |
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| | Zu seinem Gedenken wurde der ''Carolinenplatz'' in der [[Halleiner Altstadt|Altstadt von Hallein]] nach 1945 in [[Edmund-Molnar-Platz (Hallein)|Eduard-Molnar-Platz]] umbenannt. Der Platz wurde in der Folge in [[Florianiplatz (Hallein)|Florianiplatz]] und Molnarplatz aufgeteilt. An der früheren Wohnadresse Edmund Molnars, am heutigen Molnarplatz 14, wurde von [[Gunter Demnig]] ein [[Stolpersteine in der Stadt Hallein|Stolperstein]] verlegt. | | Zu seinem Gedenken wurde der ''Carolinenplatz'' in der [[Halleiner Altstadt|Altstadt von Hallein]] nach 1945 in [[Edmund-Molnar-Platz (Hallein)|Eduard-Molnar-Platz]] umbenannt. Der Platz wurde in der Folge in [[Florianiplatz (Hallein)|Florianiplatz]] und Molnarplatz aufgeteilt. An der früheren Wohnadresse Edmund Molnars, am heutigen Molnarplatz 14, wurde von [[Gunter Demnig]] ein [[Stolpersteine in der Stadt Hallein|Stolperstein]] verlegt. |
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| | * Quelle des ersten Eintrags hier im SALZBURGWIKI: [[Ernst Penninger (Archäologe)|Penninger, Ernst]]: ''Die Straßennamen der Stadt Hallein'', in: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] 110/111, 1970/71, S. 317 f. | | * Quelle des ersten Eintrags hier im SALZBURGWIKI: [[Ernst Penninger (Archäologe)|Penninger, Ernst]]: ''Die Straßennamen der Stadt Hallein'', in: [[Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde]] 110/111, 1970/71, S. 317 f. |
| | * Ergänzungen von Michael Neureiter [https://www.facebook.com/photo/?fbid=3769835716571429&set=a.2046099662278385 facebook], 24. Mai 2024 | | * Ergänzungen von Michael Neureiter [https://www.facebook.com/photo/?fbid=3769835716571429&set=a.2046099662278385 facebook], 24. Mai 2024 |
| | + | * [[Universitätsarchiv Salzburg]]: [https://eplus.uni-salzburg.at/obvusboa/content/zoom/3641914?query=Edmund%20Molnar eplus.uni-salzburg.at]: "Hoffnung bis zum Tod. Wegen Wehrkraftzersetzung verurteilt : der Fall des Edmund Molnar aus Hallein" von Valerie Stejskal, BA, online zu lesen |
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