Salzburger Stier (Festung Hohensalzburg): Unterschied zwischen den Versionen
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[[Datei:Salzburger_Stier.jpg|thumb|Das Walzwerk des Salzburger Stiers gebaut wohl um 1640.]] | [[Datei:Salzburger_Stier.jpg|thumb|Das Walzwerk des Salzburger Stiers gebaut wohl um 1640.]] | ||
[[Datei: | [[Datei:2024_08_20_Festung_Hohensalzburg_Salzburger Stier 01.jpg|thumb|Im Wehrgang des [[Äußerer Mauerring der Festung Hohensalzburg|äußeren Mauerrings der Festung Hohensalzburg]] befindet sich hinter der Türe das Hornwerk des "Salzburger Stiers". Dreht man an der Scheibe an der Wand links, so kann man aus den Trompeten an der Wand den "Salzburger Stier" hören.]] | ||
[[Datei:Festung Hohensalzburg Salzburger Stier Georgskirche.jpg|thumb|Blick vom [[Kapitelplatz]] in der [[Altstadt]]. Zu sehen ist rechts das Gebäude des Hornwerks des Salzburger Stiers und dahinter die [[Georgskirche (Festung Hohensalzburg)|Georgskirche]].]] | |||
[[Datei:2024_08_20_Festung_Hohensalzburg_Salzburger Stier 03.jpg|thumb|Hier die Walze, in der die Melodie gesteckt ist.]] | |||
Der '''Salzburger Stier''' ist das älteste noch in Betrieb befindliche Hornwerk der Welt und befindet sich hinter dem Holzbalkon des [[Krautturm (Festung Hohensalzburg)|Krautturms]] in der [[Festung Hohensalzburg]] in der [[Stadt Salzburg]]. | Der '''Salzburger Stier''' ist das älteste noch in Betrieb befindliche Hornwerk der Welt und befindet sich hinter dem Holzbalkon des [[Krautturm (Festung Hohensalzburg)|Krautturms]] in der [[Festung Hohensalzburg]] in der [[Stadt Salzburg]]. | ||
== | ==Geschichte == | ||
Die große Walzenorgel besitzt gut 130 Pfeifen und wurde [[1502]] unter [[Fürsterzbischof]] [[Leonhard von Keutschach]] zuerst für den [[Hoher Stock (Festung Hohensalzburg)|Hohen Stock]] erbaut und befand sich über den [[Fürstenzimmer (Festung Hohensalzburg)|Fürstenzimmern]]. Erst im [[17. Jahrhundert]] - vermutlich um 1640 - kam sie an den heutigen Standort. [[1753]]<ref>Bericht über die Renovierung des Hornwerkes, "Salzburger Stier", Hrg. Hans Bayr, 2002</ref> wurden sie durch [[Johann Rochus Egedacher|Rochus Egedacher]] erneuert. | Die große Walzenorgel besitzt gut 130 Pfeifen und wurde [[1502]] unter [[Fürsterzbischof]] [[Leonhard von Keutschach]] zuerst für den [[Hoher Stock (Festung Hohensalzburg)|Hohen Stock]] erbaut und befand sich über den [[Fürstenzimmer (Festung Hohensalzburg)|Fürstenzimmern]]. Erst im [[17. Jahrhundert]] - vermutlich um [[1640]] - kam sie an den heutigen Standort. [[1753]]<ref>Bericht über die Renovierung des Hornwerkes, "Salzburger Stier", Hrg. Hans Bayr, 2002</ref> wurden sie durch [[Johann Rochus Egedacher|Rochus Egedacher]] erneuert. Wann das Hornwerk an seinen heutigen Platz übertragen wurde, ist nicht bekannt. | ||
Das Instrument ist eine Blockwerkorgel. Sie besitzt einen Windkasten und einen Balg aber keine Spielvorrichtung, sondern eine lange Walze und besteht nur aus Pfeifen. Aus dem mehrfach verstärkten Akkord F Dur Akkord (F A C) sticht die Terz deutlich hervor, wodurch ein weit hörbare signalartiger Ton entsteht, der zur Bezeichnung | == Beschreibung == | ||
Täglich um 07 Uhr, 11 Uhr und 18 Uhr ist der Stier im Anschluss an das [[Salzburger Glockenspiel]] zu hören. Wenn die Geräuschkulisse vor allem durch den Verkehr nicht allzu laut ist, kann man sogar am [[Residenzplatz|Residenz]]- oder [[Domplatz]] den "Salzburger Stier" gut hören. | |||
Das Instrument ist eine Blockwerkorgel. Sie besitzt einen Windkasten und einen Balg, aber keine Spielvorrichtung, sondern eine lange Walze und besteht nur aus Pfeifen. Aus dem mehrfach verstärkten Akkord F Dur Akkord (F A C) sticht die Terz deutlich hervor, wodurch ein weit hörbare signalartiger Ton entsteht, der zur Bezeichnung "Horn" geführt hat und in Salzburg auch zum Namen "Stier". Dieser lautstarke F-Dur Akkord war werktags am Tagesbeginn (Weckruf im Sommer um 4 Uhr) und zu Arbeitsende (19 Uhr) zu hören. Die Walze selbst besteht aus hartem Ahornholz. Sie ist 1,7 m lang und besitzt einen Durchmesser von 0,25 m. | |||
Der bekannteste österreichische Kleinkunstpreis ist wohl nicht nach dem Hornwerk auf der Festung, sondern nach der Legende der "Salzburger Stierwascher" benannt. | Der bekannteste österreichische Kleinkunstpreis ist wohl nicht nach dem Hornwerk auf der Festung, sondern nach der Legende der "Salzburger Stierwascher" benannt. | ||
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* [http://www.zitlau.net/stier/musicart-d/ www.zitlau.net] Das Hornwerk der Festung Hohensalzburg von Prof. Gerhard Walterskirchen | * [http://www.zitlau.net/stier/musicart-d/ www.zitlau.net] Das Hornwerk der Festung Hohensalzburg von Prof. Gerhard Walterskirchen | ||
* Lage auf [https://www.openstreetmap.org/?mlat=47.795316&mlon=13.047944#map=19/47.795316/13.047944 www.openstreetmap.org] | |||
== | ==Quellen== | ||
* | * www.salzburg-rundgang.at/de_salzburger-stier.html, Link war bei einer Überprüfung am 21. August 2024 nicht mehr abrufbar | ||
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Aktuelle Version vom 21. August 2024, 15:11 Uhr




Der Salzburger Stier ist das älteste noch in Betrieb befindliche Hornwerk der Welt und befindet sich hinter dem Holzbalkon des Krautturms in der Festung Hohensalzburg in der Stadt Salzburg.
Geschichte
Die große Walzenorgel besitzt gut 130 Pfeifen und wurde 1502 unter Fürsterzbischof Leonhard von Keutschach zuerst für den Hohen Stock erbaut und befand sich über den Fürstenzimmern. Erst im 17. Jahrhundert - vermutlich um 1640 - kam sie an den heutigen Standort. 1753[1] wurden sie durch Rochus Egedacher erneuert. Wann das Hornwerk an seinen heutigen Platz übertragen wurde, ist nicht bekannt.
Beschreibung
Täglich um 07 Uhr, 11 Uhr und 18 Uhr ist der Stier im Anschluss an das Salzburger Glockenspiel zu hören. Wenn die Geräuschkulisse vor allem durch den Verkehr nicht allzu laut ist, kann man sogar am Residenz- oder Domplatz den "Salzburger Stier" gut hören.
Das Instrument ist eine Blockwerkorgel. Sie besitzt einen Windkasten und einen Balg, aber keine Spielvorrichtung, sondern eine lange Walze und besteht nur aus Pfeifen. Aus dem mehrfach verstärkten Akkord F Dur Akkord (F A C) sticht die Terz deutlich hervor, wodurch ein weit hörbare signalartiger Ton entsteht, der zur Bezeichnung "Horn" geführt hat und in Salzburg auch zum Namen "Stier". Dieser lautstarke F-Dur Akkord war werktags am Tagesbeginn (Weckruf im Sommer um 4 Uhr) und zu Arbeitsende (19 Uhr) zu hören. Die Walze selbst besteht aus hartem Ahornholz. Sie ist 1,7 m lang und besitzt einen Durchmesser von 0,25 m.
Der bekannteste österreichische Kleinkunstpreis ist wohl nicht nach dem Hornwerk auf der Festung, sondern nach der Legende der "Salzburger Stierwascher" benannt.
Spielstücke des Salzburger Stieres
Ursprünglich wurde die Orgel nur für eine einzige Komposition erbaut, nämlich für einen Choral von Augustin Ebler. Erst 1753 erreichte Leopold Mozart, dass die Werkzahl auf zwölf Kompositionen auf der Walze erhöht wurde, jedes Monat sollte ein anderes Werk gespielt werden. Die 1893 hergestellte neue Walze beherrscht dann aber nur mehr neun Melodien:
- Joseph Haydn: Volkshymne
- Augustin Ebler (Autor nicht endgültig geklärt): Choral
- Paul Hofhaimer: Ad Lydiam - Horaz-Ode
- Wolfgang Amadé Mozart: Komm, lieber Mai
- Michael Haydn: Sehnsucht nach dem Landleben
- Joseph Ernst Eberlin: Menuett
- Joseph Ernst Eberlin: Wiegenlied
- Leopold Mozart: Die Jagd
- Leopold Mozart: Menuetto pastorello
Bilder
Salzburger Stier (Festung Hohensalzburg) – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
Weblinks
- www.zitlau.net Das Hornwerk der Festung Hohensalzburg von Prof. Gerhard Walterskirchen
- Lage auf www.openstreetmap.org
Quellen
- www.salzburg-rundgang.at/de_salzburger-stier.html, Link war bei einer Überprüfung am 21. August 2024 nicht mehr abrufbar
- Zwink, Eberhard (Hrsg.), Autoren: Dopsch, Heinz; Heger, Norbert; Heinisch, Reinhard Rudolf; Schlegel, Richard; Schlegel, Walter; Wagner, Franz; Walterskirchen, Gerhard und Zaisberger, Friederike: 900 Jahre Festung Hohensalzburg, Landesfest 4. bis 12. Juni 1977, Schriftenreihe des Landespressebüros, Salzburg 1977
Einzelnachweis
- ↑ Bericht über die Renovierung des Hornwerkes, "Salzburger Stier", Hrg. Hans Bayr, 2002