Wolfgang Oberlechner: Unterschied zwischen den Versionen

Aus SALZBURGWIKI
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Zeile 9: Zeile 9:
 
Nachdem er einige Jahre als praktizierender Arzt in Salzburg gearbeitet hatte, wurde er am [[27. Februar]] [[1814]] unter [[Salzburg Teil des Königreichs Bayern|bayerischer Herrschaft]] bei der bayerischen Organisierung des Medizinalwesens zum Stadtgerichtsarzt II. Klasse ernannt.<ref>18. März 1814, Königlich-Baierisches Salzach-Kreis-Blatt.</ref>
 
Nachdem er einige Jahre als praktizierender Arzt in Salzburg gearbeitet hatte, wurde er am [[27. Februar]] [[1814]] unter [[Salzburg Teil des Königreichs Bayern|bayerischer Herrschaft]] bei der bayerischen Organisierung des Medizinalwesens zum Stadtgerichtsarzt II. Klasse ernannt.<ref>18. März 1814, Königlich-Baierisches Salzach-Kreis-Blatt.</ref>
  
Am [[26. August]] [[1816]], als Salzburg wieder unter österreichischer Herrschaft stand, schrieb er einen umfassenden Beschwerdebrief an die Landesregierung in [[Linz]]. Er beschrieb darin anhand zahlreicher Beispiele das Handeln von Dr. [[Joseph von Barisani|Barisani]], "der durch 6 Jahre über ärztliche Individuen wie ein Despot im Kreise herrschte". Er bezeichnete Dr. Barisani in diesem Brief als "Schwätzer, Lügner, Falsarius" und nannte ihn einen "Verächter des höchsten Hauses Österreichs und seiner Majestät selbst".<ref>OÖLA Landesregierungsarchiv 1787-1849 / Allgemeine Reihe Schachtel 149.</ref>
+
Am [[26. August]] [[1816]], als Salzburg wieder unter österreichischer Herrschaft stand, schrieb er einen umfassenden Beschwerdebrief an die Landesregierung in [[Linz]]. Er beschrieb darin anhand zahlreicher Beispiele das Handeln von Dr. [[Joseph von Barisani|Barisani]], "der durch 6 Jahre über ärztliche Individuen wie ein Despot im Kreise herrschte". Er bezeichnete Dr. Barisani in diesem Brief als "Schwätzer, Lügner, Falsarius" und nannte ihn einen "Verächter des höchsten Hauses Österreichs und seiner Majestät selbst".<ref>OÖLA Landesregierungsarchiv 1787-1849 / Allgemeine Reihe Schachtel 149.</ref> Nichtsdestotrotz wurde Barisani zum Kreisarzt ernannt und führte in dieser Funktion auch noch die Organisierung des Sanitätswesens 1818/19 durch.
 
[[Datei:Lügner.jpg|mini|Oberlechners Beschwerdebrief über Barisani]]
 
[[Datei:Lügner.jpg|mini|Oberlechners Beschwerdebrief über Barisani]]
  

Version vom 29. Juli 2024, 17:41 Uhr

Kurfürstlicher Rat Dr. Wolfgang Oberlechner (* 18. Februar 1765 in Mitterndorf bei St. Johann in Tirol; † Dezember 1829 in der Stadt Salzburg) war Stadtphysikus und Erbauer der Kuranstalt Kreuzbrückl in der damaligen Gemeinde Maxglan.

Leben

Studierte in Wien und wurde im Decanatsjahr 1790 gleichzeitig mit Michael Hanselmann und Caspar Duftschmied und zwar am 3. November durch P. Collin zum Doktor der Medizin promoviert.[1]

Im Jahr 1803 war er Landschaftsphysikus in Zell am See oder Kaprun (beides wird genannt) und konnte seine Schreibrequisiten vom Pfleggericht beziehen: "Nachdem der Hr Wolfgang Oberlechner alle Monate den anbefohlenen Sanitätsbericht, und in verschiedenen vorkommenden Fällen von Amtswegen Berichte zu verfassen hat; so hat man unter heutgen Tag die Weisung an das Pfleggericht erlassen, daß es denselben mit den nöthigen Kanzley-Requsisten versehen, welches demselben zu seiner Wissenschaft hiermit bekannt gemacht wird. Salzburg in dem von sr k Hoheit Herrn Erzherzog Ferdinand provisor. bestättigten Hofrath den 11 März 1803 Johann von Zillerberg".[2] 1804 wurde Dr. Oberlechner zum kurfürstlichen Rat ernannt und am 6. September auf das Physikat Neumarkt versetzt. Im Juli 1805 erhielt er das Physikat Radstadt, von welchem er 1808 resignierte.

Nachdem er einige Jahre als praktizierender Arzt in Salzburg gearbeitet hatte, wurde er am 27. Februar 1814 unter bayerischer Herrschaft bei der bayerischen Organisierung des Medizinalwesens zum Stadtgerichtsarzt II. Klasse ernannt.[3]

Am 26. August 1816, als Salzburg wieder unter österreichischer Herrschaft stand, schrieb er einen umfassenden Beschwerdebrief an die Landesregierung in Linz. Er beschrieb darin anhand zahlreicher Beispiele das Handeln von Dr. Barisani, "der durch 6 Jahre über ärztliche Individuen wie ein Despot im Kreise herrschte". Er bezeichnete Dr. Barisani in diesem Brief als "Schwätzer, Lügner, Falsarius" und nannte ihn einen "Verächter des höchsten Hauses Österreichs und seiner Majestät selbst".[4] Nichtsdestotrotz wurde Barisani zum Kreisarzt ernannt und führte in dieser Funktion auch noch die Organisierung des Sanitätswesens 1818/19 durch.

Oberlechners Beschwerdebrief über Barisani

1821 verlor er seinen studierenden Sohn Domenicus Oberlechner. Untröstlich setzte er ihm am Friedhof St. Peter ein bis heute bestehendes Denkmal.

Um für die Kuranstalt Kreuzbrückl in Maxglan zu werben, gab er 1826 das Büchlein "Bethsaida oder die Schlammbäder in der Umgebung Juvaviens" heraus.[5]

In seinem Jahresbericht 1829 fügte der Salzburger Kreisarzt Dr. Johann Nepomuk von Bernberg eine Art Nachruf auf Dr. Oberlechner ein. Dieser schwankt zwischen überschwänglichem Lob "Tausenden hat er Gesundheit und Leben, erhalten in seinem vieljährigen Wirken, darum benezten auch tausende von Thränen der dankbaren sein stummes Grab" und unverhohlener Kritik "Er lebte mit keinem anderen Arzt in einem vertrauten Verhältnis; liebte auch die Berathungen mit seinen Kollegen nicht, und gab leicht einen Kranken auf, der ihm nicht sein volles Zutrauen schenkte,...".[6]

Er ist im Oberlechner-Grab am Friedhof St. Peter begraben.

Registereintrag "Oberlechner Dr. Wolfgang Todes Anzeige - Geh[alts] Einstellung" in der Cameral Hauptbuchhaltung 1830[7]

Quelle

Einzelnachweise

  1. Anton Edler von Rosas: "Geschichte der k. k. österr. medic. Bildungs-, Heil- und Wohlthätigkeits-Anstalten, dann medic. Statistik und Topographie der k. k. österr. Monarchie. Kurzgefasste Geschichte der Wiener Hochschule im Allgemeinen und der medicinischen Facultät derselben insbesondere", in: Wilhelm Edler von Well, Hg. "Medicinische Jahrbücher des kaiserl. königl. österreichischen Staates", Wien 1848, 81–354, hier: 73–74.
  2. SLA churf. u k.k. österr Reg XI 037 Jungwirth.
  3. 18. März 1814, Königlich-Baierisches Salzach-Kreis-Blatt.
  4. OÖLA Landesregierungsarchiv 1787-1849 / Allgemeine Reihe Schachtel 149.
  5. books.google.at, Benedikt Pillwein, 1839, Seite 86
  6. SLA KR Akten B IX.9. Fasz 0212.
  7. AT-OeStA/FHKA NHK Neues Kaale Ö Akten 1764