ÖBB Seilbahn Weißsee: Unterschied zwischen den Versionen
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Diese Seilbahn führte zunächst leicht südöstlicher Richtung hinauf zum [[Tauernmoossee]]. Von dort wieder in leicht südwestlicher Richtung zum Stausee [[Weißsee]], wo sie neben der Weißsee Gletscherbahn Bergstation ihre eigene Bergstation hat. | Diese Seilbahn führte zunächst leicht südöstlicher Richtung hinauf zum [[Tauernmoossee]]. Von dort wieder in leicht südwestlicher Richtung zum Stausee [[Weißsee]], wo sie neben der Weißsee Gletscherbahn Bergstation ihre eigene Bergstation hat. | ||
| − | Sie war in den Jahren [[1948]] bis [[1951]] gebaut worden und löste eine einfachere [[Materialseilbahn]] ab. Mit dem Bau der [[Kraftwerksgruppe | + | Sie war in den Jahren [[1948]] bis [[1951]] gebaut worden und löste eine einfachere [[Materialseilbahn]] ab. Mit dem Bau der [[Kraftwerksgruppe Stubachtal]] im Stubachtal hatten die [[ÖBB]] schon [[1926]] begonnen. Bis zum Tauernmoossee, auf rund 2 000 [[M ü. A.|Metern Seehöhe]] bei der Mittelstation der Seilbahn, legte man einen [[Güterweg]] an, der aber nur im Sommer befahrbar war. Für den Rest des Jahres und den oberen Teil der Anlagen beim [[Weißsee]] (2 250 m ü. A.) war die Seilbahn die einzige Möglichkeit, dorthin zu gelangen und Material zu liefern. Vier Personengondeln und sechs Lastengondeln, die bis zu zwei Tonnen transportieren können, gab es. Als letzte Alternative - etwa wenn die Bahn wegen Sturms nicht fahren konnte - blieb der Fußweg - und im Winter die Tourenskier. |
Bei ihrer Eröffnung war sie die längste Seilbahn Österreichs. [[1952]] wurden dann bereits 150 000 Fahrgäste gezählt werden. [[1953]] gab es im Sommer trotz des schlechten Wetters an manchen Tagen Rekordfrequenzen bis zu 1 100 Personen pro Tag. Zu diesem Zeitpunkt stand die alte [[Rudolfshütte]] bereits unter Wasser, da der Weißsee schon seine Vollstauhöhe erreicht hatte, und am Ufer stand nur eine Baracke bereit für Besucher.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=san&datum=19530930&query=%22%c3%96BB%22+%22Seilbahn%22+%22Wei%c3%9fsee%22&ref=anno-search&seite=5 ANNO], "[[Salzburger Nachrichten]]", Ausgabe vom 30. September 1953, Seite 5</ref> | Bei ihrer Eröffnung war sie die längste Seilbahn Österreichs. [[1952]] wurden dann bereits 150 000 Fahrgäste gezählt werden. [[1953]] gab es im Sommer trotz des schlechten Wetters an manchen Tagen Rekordfrequenzen bis zu 1 100 Personen pro Tag. Zu diesem Zeitpunkt stand die alte [[Rudolfshütte]] bereits unter Wasser, da der Weißsee schon seine Vollstauhöhe erreicht hatte, und am Ufer stand nur eine Baracke bereit für Besucher.<ref>[https://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=san&datum=19530930&query=%22%c3%96BB%22+%22Seilbahn%22+%22Wei%c3%9fsee%22&ref=anno-search&seite=5 ANNO], "[[Salzburger Nachrichten]]", Ausgabe vom 30. September 1953, Seite 5</ref> | ||
| − | Bis [[1982]] war die Bahn die einzige öffentliche Seilbahn der ÖBB. Auch Bergsteiger und Skifahrer wurden Richtung Rudolfshütte am Weißsee transportiert. In den [[1950er]]- und [[1960er]]-Jahren, als dort oben auch im Sommer noch Schnee lag, trainierten die österreichischen Skistars um Toni Sailer und Anderl Molterer auf dem sogenannten Olympiahang südlich des Weißsees. Als die Gemeinde Uttendorf 1982 parallel eine eigene Seilbahn für den [[Fremdenverkehr]] baute, wurde der öffentliche Verkehr mit der ÖBB-Seilbahn eingestellt. Sie musste aber aus betrieblichen Gründen erhalten werden und stets fahrbereit sein. | + | Bis [[1982]] war die Bahn die einzige öffentliche Seilbahn der ÖBB. Auch Bergsteiger und Skifahrer wurden Richtung Rudolfshütte am Weißsee transportiert. In den [[1950er]]- und [[1960er]]-Jahren, als dort oben auch im Sommer noch Schnee lag, trainierten die österreichischen Skistars um Toni Sailer und Anderl Molterer auf dem sogenannten Olympiahang südlich des Weißsees.<ref>[https://www.sn.at/salzburg/chronik/die-72-jahre-alte-seilbahn-der-oebb-faehrt-zum-letzten-mal-141862612 www.sn.at], 12. Juli 2023</ref> Als die Gemeinde Uttendorf 1982 parallel eine eigene Seilbahn für den [[Fremdenverkehr]] baute, wurde der öffentliche Verkehr mit der ÖBB-Seilbahn eingestellt. Sie musste aber aus betrieblichen Gründen erhalten werden und stets fahrbereit sein. |
Die legendäre Werksseilbahn der ÖBB zum Weißsee in Uttendorf hatte [[2023]] ausgedient. Am [[31. August]] fuhr sie zum letzten Mal. Dann ersetzte sie ein rund 9,5 Kilometer langes Tunnelsystem, das im Zuge der Errichtung des ÖBB-[[Pumpspeicherkraftwerk Tauernmoos|Pumpspeicherkraftwerks Tauernmoos]] in den Berg gesprengt wurde. Der Betriebsleiter der Bahn Bernhard Buchholzer (45) sagt, das neue Tunnelsystem sei betrieblich eine große Erleichterung. Dennoch spiele bei ihm Wehmut mit, dass die Bahn wegkomme. Er ist schon als Kind mitgefahren, weil auch sein Vater beim ÖBB-Kraftwerk beschäftigt war. Nach einer Lehre zum Installateur und einigen Berufsjahren fing er [[2008]] selbst bei den ÖBB an. Buchholzer sagt, die Mittelstation und die Stützen würden abgebaut und die Flächen der Natur zurückgegeben. "Was mit der Talstation und der Bergstation bei der Rudolfshütte passiert, wissen wir noch nicht." | Die legendäre Werksseilbahn der ÖBB zum Weißsee in Uttendorf hatte [[2023]] ausgedient. Am [[31. August]] fuhr sie zum letzten Mal. Dann ersetzte sie ein rund 9,5 Kilometer langes Tunnelsystem, das im Zuge der Errichtung des ÖBB-[[Pumpspeicherkraftwerk Tauernmoos|Pumpspeicherkraftwerks Tauernmoos]] in den Berg gesprengt wurde. Der Betriebsleiter der Bahn Bernhard Buchholzer (45) sagt, das neue Tunnelsystem sei betrieblich eine große Erleichterung. Dennoch spiele bei ihm Wehmut mit, dass die Bahn wegkomme. Er ist schon als Kind mitgefahren, weil auch sein Vater beim ÖBB-Kraftwerk beschäftigt war. Nach einer Lehre zum Installateur und einigen Berufsjahren fing er [[2008]] selbst bei den ÖBB an. Buchholzer sagt, die Mittelstation und die Stützen würden abgebaut und die Flächen der Natur zurückgegeben. "Was mit der Talstation und der Bergstation bei der Rudolfshütte passiert, wissen wir noch nicht." | ||
Version vom 13. Juli 2024, 14:56 Uhr
Die ÖBB Seilbahn Weißsee war eine Aufstiegshilfe, die parallel zur Weißsee Gletscherbahn vom Enzingerboden im Stubachtal im südlichen Gebiet der Pinzgauer Gemeinde Uttendorf hinauf zum Stausee Weißsee führte.
Geschichte
Diese Seilbahn führte zunächst leicht südöstlicher Richtung hinauf zum Tauernmoossee. Von dort wieder in leicht südwestlicher Richtung zum Stausee Weißsee, wo sie neben der Weißsee Gletscherbahn Bergstation ihre eigene Bergstation hat.
Sie war in den Jahren 1948 bis 1951 gebaut worden und löste eine einfachere Materialseilbahn ab. Mit dem Bau der Kraftwerksgruppe Stubachtal im Stubachtal hatten die ÖBB schon 1926 begonnen. Bis zum Tauernmoossee, auf rund 2 000 Metern Seehöhe bei der Mittelstation der Seilbahn, legte man einen Güterweg an, der aber nur im Sommer befahrbar war. Für den Rest des Jahres und den oberen Teil der Anlagen beim Weißsee (2 250 m ü. A.) war die Seilbahn die einzige Möglichkeit, dorthin zu gelangen und Material zu liefern. Vier Personengondeln und sechs Lastengondeln, die bis zu zwei Tonnen transportieren können, gab es. Als letzte Alternative - etwa wenn die Bahn wegen Sturms nicht fahren konnte - blieb der Fußweg - und im Winter die Tourenskier.
Bei ihrer Eröffnung war sie die längste Seilbahn Österreichs. 1952 wurden dann bereits 150 000 Fahrgäste gezählt werden. 1953 gab es im Sommer trotz des schlechten Wetters an manchen Tagen Rekordfrequenzen bis zu 1 100 Personen pro Tag. Zu diesem Zeitpunkt stand die alte Rudolfshütte bereits unter Wasser, da der Weißsee schon seine Vollstauhöhe erreicht hatte, und am Ufer stand nur eine Baracke bereit für Besucher.[1]
Bis 1982 war die Bahn die einzige öffentliche Seilbahn der ÖBB. Auch Bergsteiger und Skifahrer wurden Richtung Rudolfshütte am Weißsee transportiert. In den 1950er- und 1960er-Jahren, als dort oben auch im Sommer noch Schnee lag, trainierten die österreichischen Skistars um Toni Sailer und Anderl Molterer auf dem sogenannten Olympiahang südlich des Weißsees.[2] Als die Gemeinde Uttendorf 1982 parallel eine eigene Seilbahn für den Fremdenverkehr baute, wurde der öffentliche Verkehr mit der ÖBB-Seilbahn eingestellt. Sie musste aber aus betrieblichen Gründen erhalten werden und stets fahrbereit sein.
Die legendäre Werksseilbahn der ÖBB zum Weißsee in Uttendorf hatte 2023 ausgedient. Am 31. August fuhr sie zum letzten Mal. Dann ersetzte sie ein rund 9,5 Kilometer langes Tunnelsystem, das im Zuge der Errichtung des ÖBB-Pumpspeicherkraftwerks Tauernmoos in den Berg gesprengt wurde. Der Betriebsleiter der Bahn Bernhard Buchholzer (45) sagt, das neue Tunnelsystem sei betrieblich eine große Erleichterung. Dennoch spiele bei ihm Wehmut mit, dass die Bahn wegkomme. Er ist schon als Kind mitgefahren, weil auch sein Vater beim ÖBB-Kraftwerk beschäftigt war. Nach einer Lehre zum Installateur und einigen Berufsjahren fing er 2008 selbst bei den ÖBB an. Buchholzer sagt, die Mittelstation und die Stützen würden abgebaut und die Flächen der Natur zurückgegeben. "Was mit der Talstation und der Bergstation bei der Rudolfshütte passiert, wissen wir noch nicht."
Die Bauarbeiten für das Kraftwerk und das Tunnelsystem haben 2020 begonnen und sollen 2025 abgeschlossen werden, sagt Projektleiter Christian Höss. Es sei das erste Pumpspeicherwerk der ÖBB. Damit könne man die starken Schwankungen beim Stromverbrauch ausgleichen. Die ÖBB brauchen in den Stoßzeiten in der Früh und am Abend am meisten Strom. Der Vortrieb bei den Tunneln war 2023 bereits abgeschlossen. Demnächst wurden die Fahrbahnen betoniert. Das Tunnelsystem wird in Zukunft auch von den Einsatzkräften und die Versorgung des Berghotels Rudolfshütte genützt.
Quelle
- "Salzburger Nachrichten", 20. September 2012 und 11. Juli 2023
Einzelnachweise
- ↑ ANNO, "Salzburger Nachrichten", Ausgabe vom 30. September 1953, Seite 5
- ↑ www.sn.at, 12. Juli 2023