Pfarrkirche zu den Hll. Jakob und Martin: Unterschied zwischen den Versionen
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| + | Die '''Pfarrkirche zu den Hll. Jakob und Martin''' (oder ''Martin und Jakob'') ist die Pfarrkirche der [[Katholische Kirche|katholischen]] [[Pfarre Rauris]] − einer der beiden auf dem Gebiet der [[Pinzgau]]er Marktgemeinde [[Rauris]] bestehenden Pfarren − und steht unter [[Denkmalgeschützte Objekte in Rauris|Denkmalschutz]]. | ||
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| + | Das [[Patrozinium]] wird am [[Martinitag]], dem [[11. November]] (nicht am [[Jakobitag]]) begangen.<ref>''Personalstand der Welt- und Ordens-Geistlichkeit der Erzdiözese Salzburg für das Jahr 1957'' (Schematismus 1957), hg. vom Erzbischöflichen Ordinariat Salzburg 1957, S. 274.</ref> | ||
== Silberaltar == | == Silberaltar == | ||
| − | Von 26. Mai 2016, [[Fronleichnam]], bis 15. August 2016 | + | Von 26. Mai 2016, [[Fronleichnam]], bis 15. August 2016 war in der Pfarrkirche von Rauris wieder ein besonderes Schmuckstück zu bewundern: der achtteilige Silberaltar. Das sechs Meter lange und 1,7 Meter hohe Prunkstück wurde in der Salzburger Gürtlerwerkstatt Hauswirth aufwändig saniert. Die Kosten dafür beliefen sich auf 35.000 Euro, das Land steuerte 5.000 Euro aus dem Budget des Referats zur Erhaltung des kulturellen Erbes bei. |
Zum ersten Mal aufgestellt wurde der Altar im Jahr [[1885]], nachdem 16 Rauriser Bürger für die Anfertigung durch den Salzburger Gürtler C. Haring gespendet hatten. Damals wurde in Rauris neben [[Goldbergbau|Gold]], [[Kupferbergbau|Kupfer]] und [[Kobaltbergbau|Kobalt]] auch [[Silberbergbau|Silber]] abgebaut, so lag es nahe, den Altar in Silber zu gestalten. Nach heutigen Schätzungen dürften Arbeit und Material rund 15.000 Euro gekostet haben, so Christian Haller vom Referat für die Erhaltung des kulturellen Erbes. | Zum ersten Mal aufgestellt wurde der Altar im Jahr [[1885]], nachdem 16 Rauriser Bürger für die Anfertigung durch den Salzburger Gürtler C. Haring gespendet hatten. Damals wurde in Rauris neben [[Goldbergbau|Gold]], [[Kupferbergbau|Kupfer]] und [[Kobaltbergbau|Kobalt]] auch [[Silberbergbau|Silber]] abgebaut, so lag es nahe, den Altar in Silber zu gestalten. Nach heutigen Schätzungen dürften Arbeit und Material rund 15.000 Euro gekostet haben, so Christian Haller vom Referat für die Erhaltung des kulturellen Erbes. | ||
| − | 1962 ,verschwand‘ der Altar nach dem Tod seines | + | 1962 ,verschwand‘ der Altar nach dem Tod seines "Pflegers", des Mesners Jakob Rathgeb, in einem Abstellraum im Mesnerhaus. Erst [[2007]]/[[2008|08]] wurden Teile davon für die Ausstellung "Der Rauriser Kirchenschatz" wieder in die Öffentlichkeit geholt. Danach bemühte sich [[Pfarrgemeinderat]]s<nowiki>obmann</nowiki> Karl Granegger um die Restaurierung des gesamten Altars bzw. die Finanzierung. |
"''In der Gürtlerwerkstatt wurde der komplette Altar samt Krone in rund 400 Arbeitsstunden zerlegt, gereinigt, neu versilbert und wieder zusammengebaut. Fehlende Gablonzersteine wurden ersetzt und fein ziselierte Goldbroschen wieder neu vergoldet''", schildert Granegger die Restaurierungsarbeiten, die Ende 2014 begannen und im Frühjahr 2015 abgeschlossen waren. | "''In der Gürtlerwerkstatt wurde der komplette Altar samt Krone in rund 400 Arbeitsstunden zerlegt, gereinigt, neu versilbert und wieder zusammengebaut. Fehlende Gablonzersteine wurden ersetzt und fein ziselierte Goldbroschen wieder neu vergoldet''", schildert Granegger die Restaurierungsarbeiten, die Ende 2014 begannen und im Frühjahr 2015 abgeschlossen waren. | ||
| − | Nunmehr wird der restaurierte Silberaltar alljährlich jeweils von Fronleichnam bis 15. August, dem Hochfrauentag, vor dem Hauptaltar in der Pfarrkirche aufgebaut. Während der restlichen Zeit wird er sorgsam im Mesnerhaus aufbewahrt. Die Krone des Altars wird alle zwei Jahre beim Perchtenumzug von den Bergknappen mitgetragen, so Karl Granegger. | + | Nunmehr wird der restaurierte Silberaltar alljährlich jeweils von Fronleichnam bis 15. August, dem Hochfrauentag, vor dem Hauptaltar in der Pfarrkirche aufgebaut. Während der restlichen Zeit wird er sorgsam im Mesnerhaus aufbewahrt. Die Krone des Altars wird alle zwei Jahre beim Perchtenumzug von den [[Bergknappen]] mitgetragen, so Karl Granegger. |
== Orgel == | == Orgel == | ||
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| − | Die Orgel wurde [[1996]] in der Pfarrkirche Rauris aufgestellt, wobei das Orgelwerk von Johann Lachmayr stammt, der es [[1892]] für das Stift Engelszell geschaffen hatte, das Orgelgehäuse von [[Hans Mauracher]], das seit [[1886]] für die Orgel der Salzburger [[Ursulinenkirche St. Markus|Ursulinenkirche]] in Verwendung stand.<br/>Das Mauracher-Instrument verstellte eines von vier großen Fenstern der Ursulinenkirche; nämlich das in Richtung [[Ursulinenplatz]]. Im Zuge der ungewöhnlich aufwändigen Sanierungsarbeiten an der Kirche entschloss sich Kirchenrektor P. Josef Strolz MSC († 1998), den ungehinderten Lichteinfall durch den Abbau der Orgel wieder zur Geltung zu bringen. Das Orgelwerk selber war im Zuge der lang anhaltenden Renovierungsarbeiten in den 1970/80er-Jahren ohnehin so stark in Mitleidenschaft gezogen worden, dass nur mehr das Gehäuse erhaltenswert erschien.<br/>Andererseits war 1996 aus dem Orgelkasten der Stiftskirche von Engelszell gerade die oben erwähnte Lachmayr-Orgel ausgebaut worden, um einer neuen zu weichen. Die Lachmayr-Orgel war für das dortige Gehäuse aus dem Jahre [[1788]] zu klein, die großen Prospektfelder z. B. waren ohne Pfeifen sondern nur mit | + | Die Orgel wurde [[1996]] in der Pfarrkirche Rauris aufgestellt, wobei das Orgelwerk von Johann Lachmayr stammt, der es [[1892]] für das Stift Engelszell geschaffen hatte, das Orgelgehäuse von [[Hans Mauracher]], das seit [[1886]] für die Orgel der Salzburger [[Ursulinenkirche St. Markus|Ursulinenkirche]] in Verwendung stand.<br/>Das Mauracher-Instrument verstellte eines von vier großen Fenstern der Ursulinenkirche; nämlich das in Richtung [[Ursulinenplatz]]. Im Zuge der ungewöhnlich aufwändigen Sanierungsarbeiten an der Kirche entschloss sich Kirchenrektor P. Josef Strolz MSC († 1998), den ungehinderten Lichteinfall durch den Abbau der Orgel wieder zur Geltung zu bringen. Das Orgelwerk selber war im Zuge der lang anhaltenden Renovierungsarbeiten in den 1970/80er-Jahren ohnehin so stark in Mitleidenschaft gezogen worden, dass nur mehr das Gehäuse erhaltenswert erschien.<br/>Andererseits war 1996 aus dem Orgelkasten der Stiftskirche von Engelszell gerade die oben erwähnte Lachmayr-Orgel ausgebaut worden, um einer neuen zu weichen. Die Lachmayr-Orgel war für das dortige Gehäuse aus dem Jahre [[1788]] zu klein, die großen Prospektfelder z. B. waren ohne Pfeifen sondern nur mit Holzbrettern, auf denen Orgelpfeifen aufgemalt waren, versehen gewesen. Die originale Franz X. Chrismann Orgel war nämlich im Zuge der [[Joseph II.|josephinischen]] Klosteraufhebungen [[1788]] aus dem Gehäuse ausgebaut, und in den Alten Dom von Linz transferiert worden, die 1892 eingebaute Lachmayr-Orgel galt als Notlösung. 1996 konnten das Gehäuse der Mauracher-Orgel, versehen mit dem Lachmayr-Instrument, adaptiert in der Rauriser Pfarrkirche installiert werden. Die Orgel verfügt über 15 Register auf zwei Manualen und Pedal und ist mechanisch. |
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== Weblinks == | == Weblinks == | ||
* [https://rauris.riskommunal.net/system/web/gelbeseite.aspx?typ=0&gnr_search=2119&bezirkonr=0&detailonr=222692114-2119&menuonr=220025799 Die Geschichte der Kirche] | * [https://rauris.riskommunal.net/system/web/gelbeseite.aspx?typ=0&gnr_search=2119&bezirkonr=0&detailonr=222692114-2119&menuonr=220025799 Die Geschichte der Kirche] | ||
| − | == | + | == Quellen == |
| − | * [[Salzburger Landeskorrespondenz]] [ | + | * [[Salzburger Landeskorrespondenz]] vom 13. Mai 2016: [https://service.salzburg.gv.at/lkorrj/detail?nachrid=56510 ''Silberaltar in Pfarrkirche Rauris wieder zu bewundern] |
| + | * [https://www.salzburg.gv.at/kultur_/Seiten/kirche_rauris.aspx Land Salzburg > Themen > Kultur > Kulturelle Baudenkmäler > Religiöse Baudenkmäler > Pfarrkirche Rauris], abgefragt am 18. März 2018 | ||
| + | * [[Diskussion:Kapellen_und_Kirchen_im_Land_Salzburg#Aktualisierung_2022_aller_Kirchennamen_und_-patrone|Diskussion Aktualisierung 2022 aller Kirchennamen und -patrone]] | ||
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| + | == Einzelnachweise == | ||
| + | <references /> | ||
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Aktuelle Version vom 2. März 2023, 11:10 Uhr
Die Pfarrkirche zu den Hll. Jakob und Martin (oder Martin und Jakob) ist die Pfarrkirche der katholischen Pfarre Rauris − einer der beiden auf dem Gebiet der Pinzgauer Marktgemeinde Rauris bestehenden Pfarren − und steht unter Denkmalschutz.
Patrozinium
Das Patrozinium wird am Martinitag, dem 11. November (nicht am Jakobitag) begangen.[1]
Silberaltar
Von 26. Mai 2016, Fronleichnam, bis 15. August 2016 war in der Pfarrkirche von Rauris wieder ein besonderes Schmuckstück zu bewundern: der achtteilige Silberaltar. Das sechs Meter lange und 1,7 Meter hohe Prunkstück wurde in der Salzburger Gürtlerwerkstatt Hauswirth aufwändig saniert. Die Kosten dafür beliefen sich auf 35.000 Euro, das Land steuerte 5.000 Euro aus dem Budget des Referats zur Erhaltung des kulturellen Erbes bei.
Zum ersten Mal aufgestellt wurde der Altar im Jahr 1885, nachdem 16 Rauriser Bürger für die Anfertigung durch den Salzburger Gürtler C. Haring gespendet hatten. Damals wurde in Rauris neben Gold, Kupfer und Kobalt auch Silber abgebaut, so lag es nahe, den Altar in Silber zu gestalten. Nach heutigen Schätzungen dürften Arbeit und Material rund 15.000 Euro gekostet haben, so Christian Haller vom Referat für die Erhaltung des kulturellen Erbes.
1962 ,verschwand‘ der Altar nach dem Tod seines "Pflegers", des Mesners Jakob Rathgeb, in einem Abstellraum im Mesnerhaus. Erst 2007/08 wurden Teile davon für die Ausstellung "Der Rauriser Kirchenschatz" wieder in die Öffentlichkeit geholt. Danach bemühte sich Pfarrgemeinderatsobmann Karl Granegger um die Restaurierung des gesamten Altars bzw. die Finanzierung.
"In der Gürtlerwerkstatt wurde der komplette Altar samt Krone in rund 400 Arbeitsstunden zerlegt, gereinigt, neu versilbert und wieder zusammengebaut. Fehlende Gablonzersteine wurden ersetzt und fein ziselierte Goldbroschen wieder neu vergoldet", schildert Granegger die Restaurierungsarbeiten, die Ende 2014 begannen und im Frühjahr 2015 abgeschlossen waren.
Nunmehr wird der restaurierte Silberaltar alljährlich jeweils von Fronleichnam bis 15. August, dem Hochfrauentag, vor dem Hauptaltar in der Pfarrkirche aufgebaut. Während der restlichen Zeit wird er sorgsam im Mesnerhaus aufbewahrt. Die Krone des Altars wird alle zwei Jahre beim Perchtenumzug von den Bergknappen mitgetragen, so Karl Granegger.
Orgel
Die Orgel wurde 1996 in der Pfarrkirche Rauris aufgestellt, wobei das Orgelwerk von Johann Lachmayr stammt, der es 1892 für das Stift Engelszell geschaffen hatte, das Orgelgehäuse von Hans Mauracher, das seit 1886 für die Orgel der Salzburger Ursulinenkirche in Verwendung stand.
Das Mauracher-Instrument verstellte eines von vier großen Fenstern der Ursulinenkirche; nämlich das in Richtung Ursulinenplatz. Im Zuge der ungewöhnlich aufwändigen Sanierungsarbeiten an der Kirche entschloss sich Kirchenrektor P. Josef Strolz MSC († 1998), den ungehinderten Lichteinfall durch den Abbau der Orgel wieder zur Geltung zu bringen. Das Orgelwerk selber war im Zuge der lang anhaltenden Renovierungsarbeiten in den 1970/80er-Jahren ohnehin so stark in Mitleidenschaft gezogen worden, dass nur mehr das Gehäuse erhaltenswert erschien.
Andererseits war 1996 aus dem Orgelkasten der Stiftskirche von Engelszell gerade die oben erwähnte Lachmayr-Orgel ausgebaut worden, um einer neuen zu weichen. Die Lachmayr-Orgel war für das dortige Gehäuse aus dem Jahre 1788 zu klein, die großen Prospektfelder z. B. waren ohne Pfeifen sondern nur mit Holzbrettern, auf denen Orgelpfeifen aufgemalt waren, versehen gewesen. Die originale Franz X. Chrismann Orgel war nämlich im Zuge der josephinischen Klosteraufhebungen 1788 aus dem Gehäuse ausgebaut, und in den Alten Dom von Linz transferiert worden, die 1892 eingebaute Lachmayr-Orgel galt als Notlösung. 1996 konnten das Gehäuse der Mauracher-Orgel, versehen mit dem Lachmayr-Instrument, adaptiert in der Rauriser Pfarrkirche installiert werden. Die Orgel verfügt über 15 Register auf zwei Manualen und Pedal und ist mechanisch.
Bilder
Pfarrkirche zu den Hll. Jakob und Martin – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI
Weblinks
Quellen
- Salzburger Landeskorrespondenz vom 13. Mai 2016: Silberaltar in Pfarrkirche Rauris wieder zu bewundern
- Land Salzburg > Themen > Kultur > Kulturelle Baudenkmäler > Religiöse Baudenkmäler > Pfarrkirche Rauris, abgefragt am 18. März 2018
- Diskussion Aktualisierung 2022 aller Kirchennamen und -patrone
Einzelnachweise
- ↑ Personalstand der Welt- und Ordens-Geistlichkeit der Erzdiözese Salzburg für das Jahr 1957 (Schematismus 1957), hg. vom Erzbischöflichen Ordinariat Salzburg 1957, S. 274.