Sacellum

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Das Gebäude und der Eingang in das Sacellum.
Karte
Lange Nacht der Chöre 2015, hier ein Kärntner Chor.
Blick in das Sacellum in der 'Langen Nacht der Chöre' 2015.

Das Sacellum war die Hauskapelle der Alten Universität in der Altstadt der Stadt Salzburg. Es gehört, wie der gesamte Gebäudekomplex, zu den denkmalgeschützten Objekten in der Stadt.

Lage

Das Sacellum befindet sich an der nordwestlichen Ecke des Gebäudes der Alten Universität, an der Seite zum Herbert-von-Karajan-Platz. Der Eingang befindet sich an der Hofstallgasse. Es ist nicht öffentlich zugänglich.

Geschichte

Das Sacellum (sinngemäß "einem Gott gehörender Ort") wurde 1696 der deutschen Kongregation verliehen, so verkündet es eine Inschrift an der Außenwand.

Die dem hl. Karl Borromäus geweihte Kirche feierte am 4. November ihr Patrozinium.

Die Grundsteinlegung für das Sacellum fand am 14. Mai 1618 statt. 1663 wurde es erweitert und mit einem Hochaltar und zwei Seitenaltären versehen.[1] Der heutige marmorne Hochaltar entstand 1766 bis 1768 nach einem Entwurf von Wolfgang Hagenauer und die beiden Seitenaltäre sind um 1750 dazu gekommen.[2] Die Steinmetzarbeiten lieferte Steinmetzmeister Doppler in Himmelreich.

Sanierung der Alten Universität seit 2023

Im Zuge der Sanierungsarbeiten wurde an der hölzernen Tragstruktur des Sacellumturms ein massiver Befall durch holzzerstörende Insekten festgestellt. Recherchen ergaben, dass der bestehende Spitzturm nicht dem ursprünglichen Erscheinungsbild entsprach. Historische Quellen, insbesondere das Sattler-Panorama aus den Jahren 1825 bis 1829, zeigen eindeutig ein Zwiebelturmdach. Auf Initiative der Bundesimmobiliengesellschaf (BIG) wurde geprüft, ob es möglich ist, der Stadt Salzburg diese historische Dachsilhouette zurückzugeben. Ergänzend zu dem neuen Turmdach nach historischem Vorbild wurden im Rahmen der Sanierung auch die ursprünglich acht Fenster des achteckigen Turmes wiederhergestellt.

Anhand historischer Unterlagen plante Barbara Mayr vom Architekturbüro bauart in enger Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt das neue Turmdach für das Sacellum. Die mit historischen Bauten erfahrene Zimmerei Gehmacher aus Grödig demontierte den bestehenden Dachstuhl und fertigte die neue Turmdachkonstruktion aus regionalem Fichtenholz und den erhaltenen Teilen der Urkonstruktion über die Wintermonate. Für die Kupfereindeckung sorgte die erfahrene Spenglerei Pilotto aus Bischofshofen. Die vergoldete Turmspitze mit der Maria Immaculata wurde währenddessen in der Werkstätte von Restaurator Georg Riemer in Wien restauriert.

Am Donnerstagvormittag, dem 23. April 2026, wurde der neue, in Kupfer eingedeckte Turmhelm für das Sacellum an seinen Platz gehoben. Alte Kupferstiche von Stadtansichten sowie das Sattler-Panorama dienten der BIG als Vorlage zur Gestaltung des Turmdachs. Anwesend waren BIG-Geschäftsführerin Christine Dornaus, die Vizerektorin der Salzburger Paris Lodron Universität, Barbara Romauer, Vizebürgermeister Florian Kreibich, Conny Cossa vom Landeskonservatorat für Salzburg sowie Christian Wallisch-Breitsching, der Leiter der Universitätspfarre. In eine historische Zeitkapsel kamen unter anderem eine von allen Beteiligten unterschriebene Urkunde, ein schriftlicher Beitrag der Katholischen Hochschulgemeinde, ein geweihter Rosenkranz, Pläne und Dokumentationen vom Bau sowie eine aktuelle Ausgabe der "Salzburger Nachrichten" vom Donnerstag. Nach der Segnung durch Seelsorger Wallisch-Breitsching wurde das Turmdach vom Herbert-von-Karajan-Platz aus mit einem Kranwagen an seinen Platz gehoben.

Innenausstattung

Die ovalen Medaillons an der Decke, ein Kreuzgradgewölbe aus fünf Jochen, zeigen die 15 Geheimnisse des Rosenkranzes, ein Thema, das die Bilder der Aula Academica wiederholt. Kostbar sind auch die von Johann Baptist Hagenauer geschaffenen Bleireliefs mit Szenen aus dem Leben der Heiligen Benedikt und Borromäus. Seitenkapelle und Sakristei ergänzen den rechteckigen Sakralbau. An der Südseite liegt ein Anbau, bestehend aus einem rechteckigen Raum und einen rechteckigen Vorraum. Die Sakristei befindet sich östlich des Altarraums.

Johann Mauracher-Orgel.

Die Orgel war vermutlich jene, die heute in der Filialkirche zum hl. Johannes dem Täufer in Astätt in Lochen am See im oberösterreichischen Innviertel steht.

Hauptaltar

In der Nische sieht man eine bekleidete Gnadenstatuette der Madonna, auf der vergoldeten Weltkugel stehend, um die sich die Schlange mit dem Apfel im Rachen windet; zwei Putten tragen die Kugel, ringsum Wolken und Cherubsköpfchen. 1768 eingeweiht. Die skulpturalen Teile unter dem Einfluss Raphael Donners; der Aufbau ist ähnlich dem Hochaltar in der Stadtpfarrkirche Unserer Lieben Frau Mariae Himmelfahrt in Mülln und in der Dekanatskirche zu Unserer Lieben Frau Geburt in Köstendorf.

Nebenaltäre

Wie kommt ein Floriani-Altar nach Salzburg, noch dazu in die Universitätskirche? Das Altarbild zeigt den hl. Florian über Wolken, oben Gott-Vater in ganzer Figur, viele Putten und Engel, links hinten eine brennende Burg. Im Zuge der Generalsanierung des Sacellums 2021 kam eine klärende Inschrift zutage. Als die Restauratoren Stefanie Spangler und Hubert Lechner das Bild mit Florians Aufnahme in den Himmel abnahmen, entdeckten sie auf der Rückseite eine feinsäuberliche Schrift: Johann Anton Kaufmann hat mit seiner Ehefrau Maria Cordula diesen Altar im Jahr 1730 errichtet. Johann Anton Kaufmann war der Neffe jenes Johann Kaufmann, der ein 1680 verloren geglaubtes Schiff ausgelöst hatte und zum Dank die Wallfahrtskapelle hl. Antonius von Padua in Söllheim errichten hatte lassen, weil Antonius ihn erhört hatte. Der ebenfalls Antonius heißende Neffe hatte möglicherweise familiär tradierte Sympathien zu dem Heiligen gehegt, erklärte der zu diesem Bild befragte Leiter des Universitätsarchivs, Christoph Brandhuber.

Linker Seitenaltar: Links der hl. Antonius, rechts im Hintergrund der hl. Florian über Wolken.

Auch im Sacellum gebe es eine Skulptur des Antonius, die bisher aber am Seitenaltar des für eine Universität typischen Thomas von Aquin gestanden sei. Die Inschrift am Floriani-Bild bestätige, dass der Altar von einem in einer Bruderschaft aktiven Händler gestiftet worden sei. Nach dem Bau der 1707 geweihten Kollegienkirche sei das Sacellum Marienbruderschaften überlassen worden. Zu einem Altar der Kaufleute passten Volksheilige wie Florian und Antonius, für den es noch dazu den familiären Bezug des Stifters gibt. Auch der im 17. Jahrhundert ebenso populäre heilige Johannes Nepomuk wird nach der Restaurierung auf seinen Platz am Floriani-Altar zurückkehren.

Warum waren die Figuren am falschen Platz? Offenbar sei bei der Renovierung in den 1960er-Jahren vor dem Abmontieren der Figuren der vorige Zustand nicht notiert und dann falsch aufgestellt worden, erläutert Christian Wallisch-Breitsching, Direktor der Universitätspfarre. Auch beim Hochaltar hatte Karl Borromäus bisher den Patriarchenstab getragen, der zu Benedikt gehört; dieser hat den Hirtenstab des Karl Borromäus gehalten. Im Zuge der Generalsanierung 2021 werde dann aber alles wieder richtig zugeordnet.

Gräber und Grabsteine

Im Sacellum gibt es eine Sitzgruft für Gräber für Professoren der ehemaligen Benediktineruniversität.

In der Vorhalle sieht man folgende Grabsteine:

In der Kapelle:

Weitere Gräber:

Bilder

 Sacellum – Sammlung von weiteren Bildern, Videos und Audiodateien im SALZBURGWIKI

Weblink

  • Eine Aufnahme vom alten Türmchen vor seiner Renovierung 2025/2026 im facebook

Quellen

Einzelnachweise